Charmante Cozy-Fantasy
The House Witch 1The House Witch von Emilie Nikota ist eine bezaubernde Cozy-Fantasy, die statt actionreicher Szenen auf die kleinen Wunder des Alltags setzt. Im Herzen der Geschichte steht ein Koch, dessen Alltag, Gewürze ...
The House Witch von Emilie Nikota ist eine bezaubernde Cozy-Fantasy, die statt actionreicher Szenen auf die kleinen Wunder des Alltags setzt. Im Herzen der Geschichte steht ein Koch, dessen Alltag, Gewürze und Rezepte den Leser sofort in eine warme, heimelige Welt ziehen. Jede Seite strahlt Gemütlichkeit und Zauber zugleich aus – eine Geschichte, die man am liebsten bei einer Tasse Tee genießen möchte.
Finlay Ashowan arbeitet als neuer königlicher Koch im Palast von Daxaria. Neben seinem Talent für gutes Essen besitzt er jedoch noch eine besondere Gabe: Er ist eine Haushexe. Finlays Magie schützt sein Zuhause und alle dort lebenden Bewohner. Dieses Geheimnis hütet er allerdings sorgfältig. Für alle anderen am Hof ist Finlay lediglich der neue Koch. Ein eher grimmiger, wenig geselliger Mann mit bemerkenswertem Talent am Herd. Kaum jemand macht sich die Mühe, hinter diese raue und verschlossene Art zu blicken. Doch hinter der mürrischen Fassade steckt weit mehr, als der junge Koch nach außen zeigt. An seiner Seite steht das schwarze Kätzchen Kraken, das einfach unglaublich süß und charmant ist.
Der Weltenaufbau wird nur in groben Zügen skizziert. Man erfährt einige grundlegende Informationen über unterschiedliche Arten von Hexen sowie über die politischen Spannungen mit einem benachbarten Königreich. Stattdessen richtet sich der Fokus klar auf das Leben am Hof und die Ereignisse im Palastalltag. Der Schreibstil ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Die Geschichte fließt ruhig dahin und nimmt sich Zeit für ihre Figuren, ihre Beziehungen und das alltägliche Leben am Hof. Große Action oder dramatische Wendungen stehen nicht im Mittelpunkt. Stattdessen lebt die Geschichte von Atmosphäre, Humor und vielen kleinen, liebevollen Details.
Ein kleiner Kritikpunkt waren für mich allerdings die Trinkgelage und die daraus entstehenden Situationen. Diese Passagen wirkten etwas übertrieben und haben für mich nicht wirklich zur Handlung beigetragen. Sie fühlten sich eher wie unnötige Einschübe an und passten nicht ganz zu der ansonsten sehr charmanten und warmen Stimmung des Buches. Ein weiterer Punkt: Wer auf durchgehende Spannung hofft, wird hier eher nicht fündig. Das Tempo ist ruhig, oft sogar sehr gemächlich. Dafür lädt das Buch umso mehr dazu ein, einfach abzuschalten und in eine gemütliche Fantasywelt einzutauchen. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, sollte auf jeden Fall ein paar Snacks griffbereit haben. Die vielen Szenen in der Schlossküche und die köstlich beschriebenen Gerichte wecken garantiert Appetit.
Fazit: The House Witch bildet den Beginn einer warmherzigen Cozy-Fantasy-Reihe. Der erste Band entwickelt sich ruhig, strahlt viel Atmosphäre aus und steckt voller charmanten Szenen. Wer Spannung und Action erwartet, wird hier eher weniger fündig. Wer jedoch eine warmherzige Fantasygeschichte mit ungewöhnlichem Protagonisten, Humor und einer gemütlichen Stimmung mag, dürfte viel Freude daran haben. Perfekt für entspannte Leseabende.