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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 16.05.2023

Roman mit kriminellen Einschüben

Die Wahrheit
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Auffällig ist an diesem Roman ist, dass alle Hauptprotagonisten ihre jeweiligen Situationen in Ich-Form beschreiben. Dazwischen gibt es Einschübe mit Auszügen aus polizeilichen Vernehmungen jeweiliger ...

Auffällig ist an diesem Roman ist, dass alle Hauptprotagonisten ihre jeweiligen Situationen in Ich-Form beschreiben. Dazwischen gibt es Einschübe mit Auszügen aus polizeilichen Vernehmungen jeweiliger Beteiligter. Dies trägt zu einer subtilen Spannung, die durch das ganz Buch anhält. Erst der Schluss wartet mit einer Überraschung auf, die ich so nicht erwartet habe. Anfänglich beginnt alles eher oberflächlich, obwohl der Auftakt mit zwei aufgefunden Toten beginnt. Die eigentliche Geschichte beginnt ca. 10 Wochen vorher.

Wie länger man diese Geschichte liest, desto eher versteht man die einzelnen Ansichten und Handlungen der involvierten Personen und warum diese auf diese Art vollzogen wurden. Wobei ganz klar zu sagen ist, dass die einzelnen Charakteren sehr verschieden sind und aus sehr unterschiedlichen Milieus stammen. Von ganz klaren Zielen bis ich lebe heute, was interessiert mich morgen.

Das Cover gefällt mir gut, verstehe jedoch nicht, was der überdimensionale Leuchtturm ausdrücken will.

«Die Wahrheit» empfehle ich gerne weiter, die eher einen gemächlichen nicht unbedingt blutigen Roman schätzen.

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Veröffentlicht am 12.05.2023

Lügen, Tot und anderes

Geheimnisse sterben nicht: Roman
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Janas Autofahrt endet böse. Dabei verliert sie ihren noch ungeborener Sohn Lukas. Eigentlich erwartet sie, dass sie von ihrem Mann Lukas Trost und Unterstützung findet. Weit gefehlt. Die beiden leben sich ...

Janas Autofahrt endet böse. Dabei verliert sie ihren noch ungeborener Sohn Lukas. Eigentlich erwartet sie, dass sie von ihrem Mann Lukas Trost und Unterstützung findet. Weit gefehlt. Die beiden leben sich immer mehr auseinander, bis Lukas eines Tages tot aufgefunden wurde. Hat er wirklich Selbstmord begangen?

Halt findet sie bei ihrer Tante Helma und ihrem Schwager Fabian. Doch Jana findet keine Ruhe und quält sich immer mehr mit vielen Fragen. Im Laufe der folgenden Tage wird sie mit unbekannten Telefonanrufen terrorisiert. Auch in ihr Haus wird eingebrochen und komplett durchwühlt. Diese Aktion ängstigt sie so sehr, dass sie beschliesst, an einen neuen unbekannten Wohnort zu ziehen. Möglichst weit weg. Zufällig lernt sie dort ihren neuen Nachbar Niklas kennen. Die beiden werden mit der Zeit gute Nachbarn und vielleicht mehr. Findet Jana in ihm die nötige Ruhe und Unterstützung?

Im Wechsel wird dieser Krimi einmal aus der Sicht Janas, Niklas und aus dem Tagebucht von Fexlix erzählt. Die einzelnen Charaktere sind glaubwürdig ausgearbeitet. In Jana spürt man besonders ihre Angst und Trauer um ihren totgeborenen Sohn Lukas. Aber auch die Hoffnung, endlich zur Ruhe zu kommen.

Niklas, der gerade eine zweijährige Strafe im Gefängnis abgesessen hat, versucht anfänglich verzweifelt wieder ins normale Leben zurückzukehren. Nach mehreren Anläufen findet er endlich einen Job in einer Schreinerei. Der Anfang ist gemacht aber harzig.

Die ganze Geschichte ist so spannend geschrieben, dass es einem schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Mein Kopfkino lief bis zum Schluss auf Hochtour. Ganz langsam kommt Licht ins Dunkel und das Ende wird schlüssig erzählt, auch wenn nicht Handlungen nachvollziehbar erklärt sind.

Lotte R. Wöss hat auch in diesem Krimi ihr grosses Können bewiesen. Ich habe mich hervorragend unterhalten und empfehle das Buch gerne weiter.

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Veröffentlicht am 24.04.2023

super spannend und atemraubend

Nachtjagd
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«Nachjagd» vom norwegischen Autor Jan-Erik Fjell ist gleich zu Beginn so spannend und atemraubend geschrieben, dass ich das Buch, mit kleineren Unterbrüchen, nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Die Geschichte ...

«Nachjagd» vom norwegischen Autor Jan-Erik Fjell ist gleich zu Beginn so spannend und atemraubend geschrieben, dass ich das Buch, mit kleineren Unterbrüchen, nicht mehr aus der Hand gelegt habe. Die Geschichte ist in drei Hauptsträngen aufgeteilt, die jede für sich zu einem Fall zusammengeführt wurde, die auch für die Protagonisten eine Herausforderung darstellt.

Kommissar Brekke ein sympatischer vielleicht etwas cholerischer Ermittler ist, zusammen mit seinem Partner Magnus Torp ein Duo, das sehr gut harmoniert und schlussendlich erfolgreich ist. Viele Vielleichts mit kleinen Erfolgsschritten, führen endlich zu einem Serienmörder, der alles daransetzt, Erfolge vorzuweisen. Erfolge im Sinne von Frauen, zu entführen, sie zu quälen und später zu töten. Für die beiden Kommissare ist schnell klar, für diese Taten kommt nur einer in Frage. Gegen das Böse zu kämpfen eine schier unlösbare Aufgabe. Überhaupt sind alle Figuren, die erwähnt werden, sehr authentisch beschrieben. Besonders gut gefallen hat mir, dass auch Profis sich irren können.

Gekonnt ist in einem zweiten Hauptstrang erzählt, warum der in der Todeszelle sitzende Mörder etwas mit den Morden in Norwegen zu tun hat.

Zur Erholung gibt es immer wieder kleinere manchmal auch grössere Beschreibung über die wunderschöne Landschaft Norwegens, die ich mir bildlich vorstellen konnte. Das Cover widerspiegelt nur einen kleinen Teil davon, hingegen kann ich mit dem Titel weniger was anfangen.

Ganz klar, ein sehr gut konstruierter und rätselhafter Thriller, den ich nur loben kann. Jan-Erik Fjell reiht sich gut zu den anderen bekannten Autoren ein, wie Jo Nesbo oder Arne Dahl.

Meinerseits eine 5-Sterne Empfehlung.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

geheimnisvoll und atmosphärisch

Wolfskinder
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Jesse und Rebekka, zwei Kinder, die in der Siedlung Jakobsleiter aufwachsen, gehen im Tal in die Schule. Die jüngere Edith, wagt sich ebenfalls ins Tal, doch sie benimmt sich immer sehr geheimnisvoll und ...

Jesse und Rebekka, zwei Kinder, die in der Siedlung Jakobsleiter aufwachsen, gehen im Tal in die Schule. Die jüngere Edith, wagt sich ebenfalls ins Tal, doch sie benimmt sich immer sehr geheimnisvoll und vor allem ist sehr wild. Diese drei Personen sowie Smila spielen durch das ganze Buch eine sehr wichtige Rolle. Entsprechend sind die Kapitel aus deren Sichtweise aufgebaut.

Der Thriller baut sich ziemlich langsam auf. Man lernt die Leute im Dorf Almenen und die Bewohner von Jakobsleiter näher kennen. Schnell wird klar, da gibt es viele Geheimnisse, vor allem um Siedlung weit oben in den Bergen. Silma, die ihre eigene Geschichte erzählt, find ich gut in das Ganze Geschehen eingebaut. Bis jetzt ging alles gut, doch irgendwann ist genug. Äussere Einflüsse bewegen was und vieles bis dahin ungeklärte Situationen kommen ans Tageslicht.

Besonders gut gefallen hat mir bei diesem Debüt die eindrücklich toll beschriebenen Protagonisten und die atmosphärischen Stimmungen. Das Cover widerspiegelt ebenfalls sehr gut diese Stimmung. Der flüssige und unkomplizierte Schreibstil hat mich förmlich durch die Seite fliegen lassen.

Gegen den Schluss nimmt das Ganze nochmals Fahrt auf, in meinen Augen etwas zu konstruiert. Ereignisse, mit denen ich nicht gerechnet habe.

Dieser Thriller lebt von seiner düsteren Atmosphäre, von seinen sehr speziellen Protagonisten und deren Schicksalsschläge. Die 4 Sterne sind verdient.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

makabere Leichenfunde

Der Bojenmann
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Mitten im Hamburger-Hafen wird ein hölzerne Bojenmann mit einer zur Schau gestellten Leiche ausgetauscht. Es bleibt nicht mit dieser einen Leiche, weitere folgen wenig später. Thies Knudsen, Hauptkommissar ...

Mitten im Hamburger-Hafen wird ein hölzerne Bojenmann mit einer zur Schau gestellten Leiche ausgetauscht. Es bleibt nicht mit dieser einen Leiche, weitere folgen wenig später. Thies Knudsen, Hauptkommissar im LKA, seine Mitarbeiterinnen Dörte Eichhorn und Susi Diercks, Forsensikerin übernehmen umgehend die ersten Ermittlungen. Thies erhofft sich, von seinem langjährigen, besten Freund Oke Andersen Unterstützung. Oke war vor seinem Ruhestand langjähriger Kapitän und Lotse.

Nachdem ich die Leseprobe gelesen habe, ist meine Neugier gleich zum Anfang geweckt. Nähere Untersuchungen, diese Leichen sind kunstvoll hergerichtet worden oder besser gesagt plastiniert. Anfänglich gibt ein paar Abschnitte über den Täter, was ihn ev. geprägt hat, seine spätere Passion und Beweggründe auf solch makabre Art auszuleben. Eindrücklich schildern die Autoren, was man unter Plastination versteht und wie vorgegangen wird. Einerseits hat mich die Passagen fasziniert, andererseits lief es mir kalt den Rücken runter, rein nur die Vorstellungskraft.

Zur Erholung erfährt man eindrücklich so einiges über Hamburg und Hafen, dass ich das Gefühl hatte, diese Stadt muss ich bald mal wieder besuchen. Das Cover strahlt eine gewisse Kälte aus, passend zum Inhalt.

Die Spannung wächst gleich zu Beginn flaut dazwischen etwas ab, durch teilweise lange Erklärungen. Im letzten Drittel überschlagen sich die die jeweiligen Situation und es wird richtig brenzlig für gewisse Leute. Es wird klar, dass es sich hier um einen hochintelligenten, narzisstischer Täter handelt, der sich von seinem Weg niemals abbringen lässt.

Ich finde, ein gelungener Auftakt für eine neue Krimireihe mit Protagonisten, der jeder für sich
seine Macken ausleben und doch gut zusammenpassen. Auf alle Fälle lesenswert.

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