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Veröffentlicht am 10.04.2021

Humorvoll mit einigen Schwächen

Die Liebe ist ein dicker Hund
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Franzi wird aus ihrem geordneten Leben aprupt herausgerissen, als ihr Ehemann Manolito nach Nepal abhaut und sie mit Haus, Schulden und der ungeliebten Leonberger Hündin Andromeda sitzen lässt.
Auf dem ...

Franzi wird aus ihrem geordneten Leben aprupt herausgerissen, als ihr Ehemann Manolito nach Nepal abhaut und sie mit Haus, Schulden und der ungeliebten Leonberger Hündin Andromeda sitzen lässt.
Auf dem Weg zu einer hundeliebenden Frau, die die Raten für das Traumhaus selbst stemmen kann, helfen ihr Vater, der selbst gerade verlassen wurde, ein neuer Nachbar mit seinem Dalmatiner, dessen Neffe und ein Polizist aus der Nachbarschaft.
Den Humor, mit dem der Roman geschrieben ist, kann ich durchaus teilen und das Buch liest sich flüssig und gut. Vielleicht kann man es auch dabei belassen, aber ich erwarte auch in lustigen Büchern eine gewisse Realität, und die hat mir hier echt gefehlt.
Natürlich sind es in diesem Genre die Zufälle und die Liebe, die die Story ausmachen, aber die Charaktere fand ich einfach nicht glaubwürdig. Der Vater, der als wortkarger Mensch beschrieben wird, der alles mit sich selbst ausmacht, wird plötzlich zum empathischen Ratgeber. Manolito lässt sich einfach abspeisen und schmollt nur kurz über sein verkauftes Lieblings-Spielzeug - der Mann ist sowieso völlig überzogen dargestellt.
Die Buchhalterin Franzi lässt so gar keine Emotionen aufkommen: man wundert sich, warum sie mit dem egoistischen Mann verheiratet und mit drei Karriere-Tussis befreundet sein kann, wenn sie doch eigentlich sehr emotional sein soll. Das kann ich jedoch auch nicht wirklich erkennen, denn als der Vater ihren "geliebten" Küchentisch weg gibt, bleibt sie auch erstaunlich unemotional. Als Buchhalterin hätte sie eigentlich auch selbst auf die Idee kommen können, sich mit ihrem Service selbständig zu machen, aber für diese Idee wird der Nachbar Mick gefeiert.
Insgesamt kann ich keinen richtigen Zugang zu der Story finden, da mir die Charaktere zu wenig ausgereift sind. Der Polizist Markus taucht ab und zu auf - sollte hier eine Dreiecksgeschichte entstehen?
Unklar ist mir auch das Ende: Kann Franzi das Haus jetzt behalten, indem sie die Raten zahlt? Das allein wird doch wahrscheinlich nicht reichen, da sie bei einer Scheidung Manolito auszahlen muss, oder? (Mit Scheidung kenne ich mich glücklicherweise nicht aus).
Im übrigen stinkt die Beschäftigung für Micks Immobilienfirma ziemlich nach Schwarzarbeit: angestellt ist sie ja nicht, und eine Rechnung hat sie sicher auch nicht geschrieben, da sie zunächst gar nicht wusste, wie viel Geld sie dafür bekommen sollte...
Der Umgang mit den Hunden hat mir leider auch nicht so gefallen. Ich denke nicht, dass Hunde Worte verstehen, daher konnte ich mit Andis Gedanken nicht so viel anfangen. Das Verhalten der beiden Hunde und später auch der Welpen ist nach meinen Erfahrungen völlig unrealistisch. Dass man weder mitkriegt, wenn die Hündin heiß ist, noch dass die beiden Hunde im Garten hängen, noch dass eine Hündin trächtig ist, ist insgesamt schon sehr traurig!
Wer mit diesen Schwächen leben kann und darüber hinweg sieht, liest ein kurzweiliges lustiges Buch für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 29.03.2021

Spannung steigt

Das andere Kind
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Die Ärztin Leslie ist frisch geschieden und nun zur Verlobung ihrer Freundin Gwen eingeladen, ein Mauerblümchen, die endlich den perfekten Mann gefunden hat. Auf der Verlobungsfeier gibt es einen Streit ...

Die Ärztin Leslie ist frisch geschieden und nun zur Verlobung ihrer Freundin Gwen eingeladen, ein Mauerblümchen, die endlich den perfekten Mann gefunden hat. Auf der Verlobungsfeier gibt es einen Streit zwischen Leslies Großmutter Fiona und den künftigen Eheleuten, so dass die Feier auseinanderbricht und jeder seiner Wege geht. An dem Abend wird Fiona erschlagen.
Zunächst erinnert die Art des Mordes an einen früheren Mord im Ort: Vor einigen Monaten wurde eine Studentin ebenfalls erschlagen. Daher geht die Polizei erst einmal davon aus, dass die Morde in Verbindung miteinander stehen.
Im Verlauf der Story tauchen Briefe von Fiona an Gwens Vater auf, in der sie in der Art eines Tagebuchs die Zeit des zweiten Weltkrieges beschreibt. Fiona wurde damals aufs Land verschickt, und mit ihr ein kleiner geistig behinderter Junge aus der Nachbarschaft, der seine Familie bei einem Bombenangriff verloren hat. Das Schicksal dieses "anderen Kindes" ist unmittelbar mit dem von Fiona und Gwens Vater verbunden und hat auch auf die nächste Generation Auswirkungen. Was dies mit dem Mord zu tun hat, will ich hier noch nicht verraten, aber es bleibt spannend.
Der Roman hat an keiner Stelle unnötige Längen - ich konnte immer weiter lesen, aber auch nachdem ich das Buch aus Zeitgründen für längere Zeit weglegen musste, kam ich gut wieder in die Handlung rein.
Die Geschichte ist glaubwürdig - sie könnte sich genau so zugetragen haben.

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Veröffentlicht am 30.01.2021

Der Ursprung von Kingsbridge

Kingsbridge - Der Morgen einer neuen Zeit
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Ich habe lange gebraucht, um in das Buch einzutauchen, aber am Ende hat es mich mal wieder gepackt.

Die Geschichte rund um Edgar, Ragna und Aldred beschreibt, wie aus dem Dorf Drengs Ferry die Stadt ...

Ich habe lange gebraucht, um in das Buch einzutauchen, aber am Ende hat es mich mal wieder gepackt.

Die Geschichte rund um Edgar, Ragna und Aldred beschreibt, wie aus dem Dorf Drengs Ferry die Stadt Kingsbridge wird. Vielleicht lag es an den ungewohnten Namen, die ich anfangs kaum einordnen konnte, vielleicht an der Zeit, die ich nicht kannte, aber von den 700 Seiten habe ich etwa 450 gebraucht, um mich von der Story mitreißen zu lassen.

Dem Vergleich mit den Säulen der Erde kann Kingsbridge nicht standhalten, aber am Ende hätte ich gerne weiter gelesen.

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Veröffentlicht am 14.11.2020

Zu viel hin und her

Mieses Karma hoch 2
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Insgesamt gefällt mir das Hörbuch von David Safier sehr gut. Die Idee aus seinem Roman Mieses Karma wird noch einmal aufgegriffen - diesmal werden 2 Personen als Ameisen wiedergeboren und müssen gutes ...

Insgesamt gefällt mir das Hörbuch von David Safier sehr gut. Die Idee aus seinem Roman Mieses Karma wird noch einmal aufgegriffen - diesmal werden 2 Personen als Ameisen wiedergeboren und müssen gutes Karma sammeln, um sich aus dem Ameisendasein hochzuarbeiten.
Die Handlung ist von vornherein klar und schnell erzählt. Der Erzählstil ist das Besondere, was David Safier gut beherrscht. Er hat so viele witzige Ideen, die er auf liebevolle und ein wenig tiefgründige Art einbringt.
Für meinen Geschmack hat sich der Roman aber ein wenig zu lang gezogen. Mir war das am Ende zu viel Hin und Her. Trotzdem insgesamt eine nette Geschichte, die man gut zwischendurch lesen oder hören kann.

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Veröffentlicht am 07.10.2020

Typisch Hammesfahr

An einem Tag im November
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Ich liebe die meisten Bücher der Autorin, weil sie so unverfälscht sind. Das hier ist eines der besten!
Die Spannung steigt unaufhörlich, obwohl man schon im Prolog erfährt, dass das verschwundene Kind ...

Ich liebe die meisten Bücher der Autorin, weil sie so unverfälscht sind. Das hier ist eines der besten!
Die Spannung steigt unaufhörlich, obwohl man schon im Prolog erfährt, dass das verschwundene Kind überfahren wird. Trotzdem möchte man unbedingt wissen, was passiert ist. Immer wieder öffnet Petra Hammesfahr weitere Möglichkeiten, aber immer wieder tappt man in die Falle.
Die Lösung hätte man sich eigentlich schon denken können, weil sie so naheliegend war, aber ich bin nicht darauf gekommen...
Klasse Roman, tolle Autorin!

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