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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.10.2024

Träume

Ein tugendhafter Mann
1

Zum Inhalt:
Lewis lebt einen Traum: Den des immerwährenden häuslichen Glücks mit einer Frau an seiner Seite, tugendhaft, schön und errettet von ihm als Ritter in der schimmernden Rüstung. Leider meint ...

Zum Inhalt:
Lewis lebt einen Traum: Den des immerwährenden häuslichen Glücks mit einer Frau an seiner Seite, tugendhaft, schön und errettet von ihm als Ritter in der schimmernden Rüstung. Leider meint es das Schicksal nicht gut mit ihm.

Mein Eindruck:
Es gibt Bücher, bei denen einem von allen Seiten suggeriert wird, dass man sie lieben muss. "Ein tugendhafter Mann" fällt in diese Sparte. Und man bemüht sich redlich, dieser Erwartungshaltung seitens des Feuilleton gerecht zu werden. Aber man zweifelt, liest die nächsten Seiten, scheitert, liest immer weiter, weil man sich dieses Scheitern nicht eingestehen will. Liest noch ein Kapitel, wird immer verzweifelter, da sich der versprochene Genuss nicht einstellt. Schließlich sehnt man sich nach dem versprochenen Ende - eines "der überraschendsten der Literaturgeschichte" - und steht dann da mit der letzten Seite, ist nicht überrascht sondern nur enttäuscht. Und fragt sich, warum dieser langweilige Schinken in heutiger Zeit so gehypt wird.

Mein Fazit:
Schöne Sprache um ihrer selbst willen reicht nicht für einen echten Lesegenuss

Veröffentlicht am 15.10.2024

Fremdscham

Der User: Willst du dich mit mir treffen?
0

Zum Inhalt:
Mehrere Frauen werden entführt, - später findet man auch Leichen. Auffallend dabei ist, dass im Umfeld ein alter Gamemaster liegt und die Frauen Bekanntschaften im Internet gesucht haben. Der ...

Zum Inhalt:
Mehrere Frauen werden entführt, - später findet man auch Leichen. Auffallend dabei ist, dass im Umfeld ein alter Gamemaster liegt und die Frauen Bekanntschaften im Internet gesucht haben. Der Journalist Steffen versucht gemeinsam mit seinen Freunden von der Polizei das Rätsel zu lösen, obwohl er selbst große Probleme mit dem Exmann seiner Freundin zu haben scheint.

Mein Eindruck:
Die Figuren sind wie aus einer Scripted-Reality-Sendung von RTL2, die Dialoge künstlich und das Ende haarsträubend (aus Spoilergründen gehe ich nicht auf die Konversation ein, die mit der verdächtigen Person bis zur Überführung derselben geführt wird). Die meisten Frauen verhalten sich strunzdumm und die meisten Männer sind hormongesteuert. Ich bin enttäuscht von diesem Buch.

Mein Fazit:
Braucht kein Mensch

Veröffentlicht am 07.10.2024

Ein monströses Verbrechen

Kein Land in Sicht
0

Zum Inhalt:
Nach einem Filmriss wacht Sarah auf einem Kreuzfahrtschiff auf. Hier arbeitet sie vordergründig als Animateurin, in Wirklichkeit ist sie aber gemeinsam mit Kollegen einem Verbrecherring auf ...

Zum Inhalt:
Nach einem Filmriss wacht Sarah auf einem Kreuzfahrtschiff auf. Hier arbeitet sie vordergründig als Animateurin, in Wirklichkeit ist sie aber gemeinsam mit Kollegen einem Verbrecherring auf der Spur. Als sie realisieren muss, dass ihr engster Kollege verschwunden ist, wächst ihr Misstrauen gegenüber den Kollegen, - und das mit recht.

Mein Eindruck:
Die Autorin Christina Pertl lässt ihre Protagonistin gemeinsam mit den Lesern im Dunkeln tappen. Gemeinsam erforscht man die Tiefe des Auftrags, des Schiffs und die Größe des Verbrechens - und alles erweist sich als ungeheuerlich. Wie Sarah an ihrer Menschenkenntnis zweifeln muss, während gleichzeitig ihr Kollege um sein Leben kämpft, wie abgrundtief verkommen und/oder verzweifelt Figuren sind, gelingt der Autorin wirklich wunderbar darzustellen. Super auch die Wahl von Ort und Zeit: Ein so großes Schiff bietet viele Möglichkeiten, sperrt die Charaktere trotzdem ein; der Zeitdruck durch die Begrenzung der Reisezeit begünstigt die Nervosität beim Lesen. Gelungen ist das Ende mit seinen Seitenhieben zur Vertuschung von Unbill seitens der Kreuzfahrtgesellschaften und der Ohnmacht gegenüber dem organisierten Verbrechen. Es ist eben wie es ist und ein glamouröses Happyend würde dem Thema nicht gerecht werden.

Mein Fazit:
Fast unerträgliche Spannung mit Gefahr, auf das Ende zu spinxen!

Veröffentlicht am 06.10.2024

Die Liebe und der Tod

Agatha Raisin und der tödliche Biss
5

Zum Inhalt:
Agatha hat es nicht leicht. Das neueste Objekt ihrer Begierde beißt unfreiwillig ins Gras - der Gärtner stirbt wenigstens an der frischen Luft. Nichtsdestotrotz kann Agatha bei einem Mord nicht ...

Zum Inhalt:
Agatha hat es nicht leicht. Das neueste Objekt ihrer Begierde beißt unfreiwillig ins Gras - der Gärtner stirbt wenigstens an der frischen Luft. Nichtsdestotrotz kann Agatha bei einem Mord nicht die Finger vom Ermitteln lassen und bei persönlicher Verstrickung schon gleich gar nicht. Dadurch bringt sie sich und auch ihr Team in Gefahr.

Mein Eindruck:
Dieses Buch ist Teil einer Reihe, doch es lässt sich auch ohne Kenntnis der Vorgänger lesen, - mit macht jedoch mehr Spaß. Denn ein großes Pfund des Wohlfühlens in dieser Serie liegt an den vielen über Jahre liebgewonnenen Charakteren, die gemeinsam mit Agatha älter, aber nicht unbedingt weiser werden. So schaut man nicht nur der Detektivin beim Kriminalisieren zu - und das macht diese inzwischen wirklich meisterhaft -, sondern ergötzt sich zusätzlich an den vielen Nickligkeiten, die das Leben ihr und ihrem Team bereitet.
M.C. Beaton hat für dieses Buch ebenfalls sehr viel "tödlichen Biss" ausgepackt. Es gehört definitiv zu den spannenderen der Serie und bietet allerlei Gefahren nicht nur für Agatha, sondern auch für Teile ihres Teams. Doch auch der Humor kommt nicht zu kurz, - dafür sind ihre Sidekicks prädestiniert: Ihr aufgedrehter Ex-Kollege Roy, die besonnene Pfarrersgattin Mrs Bloxby und - last but not least - ihr im wahrsten Sinne "HopOn-HopOff-Lover" Sir Charles. Die Autorin schafft es meisterhaft, die Konstellationen am Schweben zu halten ohne zu nerven und damit perfekt auf den neuen Band anzufüttern.

Mein Fazit:
Es ist immer wieder lustig, es ist immer wieder spannend, es ist immer wieder großartig!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Cover
  • Spannung
Veröffentlicht am 25.09.2024

Dritter Streich

Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bürgermeister
0

Zum Inhalt:
Als der allseits beliebte Bürgermeister vergiftet wird, ruft das die drei Hobbydetektivinnen Judith, Suzie und Becks auf den Plan. Dieses Mal werden sie von der ermittelnden Polizistin mit ...

Zum Inhalt:
Als der allseits beliebte Bürgermeister vergiftet wird, ruft das die drei Hobbydetektivinnen Judith, Suzie und Becks auf den Plan. Dieses Mal werden sie von der ermittelnden Polizistin mit der offiziellen Funktion von Beraterinnen ausgestattet und das erleichtert nicht nur das Befragen von Verdächtigen, sondern auch die Zusammenarbeit mit der Polizei und die drei können das machen, was sie am liebsten tun: Ermitteln.

Mein Eindruck:
Da der Konfliktherd "Die Polizei und ihr Umgang mit Bürgern, die sich in ihre Arbeit einmischt" entfällt, kann sich der Autor Robert Thorogood ganz auf den Fall konzentrieren. Diesen entwickelt er gekonnt und streut ebenso geschickt kleine Erläuterungen ein, die seinen Lesern die Möglichkeit schenken, sich - ähnlich den drei Damen - als Hobbydetektiv zu fühlen und selber auf die Lösung zu kommen. Dazu gibt es ein paar skurrile Begebenheiten und eine Schwiegermutter aus der Hölle (spricht der Autor da aus Erfahrung?) zu verkraften. Wie die drei Damen perfekt aufeinander abgestimmt agieren und der Autor die jeweiligen Charaktere weiterentwickelt, macht sehr viel Spaß. Einzig die Polizistin Tanika bleibt blass, da sie kaum Zeilenanteil besitzt.
Christine Prayon spricht wie bei den ersten beiden Malen den Krimi, sorgt mit ihrer Stimme insbesondere für einen hohen Wiedererkennungswert der Hauptcharaktere und verhilft damit zu einem entspannten und gut gelaunten Hörerlebnis.

Mein Fazit:
Mögen die Damen noch lange kriminalisieren