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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.07.2025

Eine eigene Welt

Der Totengräber und die Pratermorde (Die Totengräber-Serie 4)
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Zum Inhalt:
Julia erlebt den tödlichen Ausgang eines Zaubertricks, als sie für ihre Zeitung unterwegs ist. Dass sie dadurch wieder auf Leo trifft, macht die Sache nicht leichter, denn trotz der Trennung ...

Zum Inhalt:
Julia erlebt den tödlichen Ausgang eines Zaubertricks, als sie für ihre Zeitung unterwegs ist. Dass sie dadurch wieder auf Leo trifft, macht die Sache nicht leichter, denn trotz der Trennung kann sie ihre Gefühle nicht verbergen. Da es ihm nicht nur ähnlich geht, sondern sich beide durch ihre Arbeit oft über den Weg laufen, nähern sie einander wieder an und spüren gemeinsam den geheimnisvollen Begebenheiten im Wiener Prater nach.

Mein Eindruck:
Der Prater ist ein Ort in Wien, den wohl jeder Besucher kennt. Dass sich Oliver Pötzsch in seinem neuesten Buch um Leopold von Herzfeldt, Julia Wolf und Totengräber Augustin Rothmayer hierhin begibt, führt zu einem wohligen Gefühl, - einerseits des Wiedererkennens und andererseits des Grusels, wenn gleich zu Beginn eine Verfolgungsjagd in bester Inspector Barnaby Manier stattfindet: Im Dunkeln und mit tödlichem Ausgang. Pötzsch spielt nicht nur an dieser Stelle auf der Klaviatur der Gefühle, denn zusätzlich zu der spannenden Polizeiarbeit entwickelt er die Beziehungen im Umfeld seiner Hauptcharaktere weiter. Egal, ob Nickeligkeiten im Polizeibereich, das Schreiben eines neuen Buches oder die häusliche Umgebung - man sieht die bekannten Gesichter immer wieder gerne und erfreut sich an den noch unbekannten. Selbst dann, wenn diese hässliche Seiten offenbaren.
Die Seiten fliegen nur so dahin, der Spannungsbogen bleibt straff gespannt und - wenn man möchte - bekommt man noch eine Gratis-Geschichtsstunde zum Mitteleuropa vor dem ersten Weltkrieg.

Mein Fazit:
Unbedingt lesenswert

Veröffentlicht am 17.07.2025

Der letzte Kampf

Not Quite Dead Yet
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Zum Inhalt:
Jet wird im Haus ihrer Familie niedergeschlagen und das so brutal, dass ihr nach der vorerst rettenden Operation die Diagnose ihres Todes innerhalb einer Woche gestellt wird. Bei der sonst ...

Zum Inhalt:
Jet wird im Haus ihrer Familie niedergeschlagen und das so brutal, dass ihr nach der vorerst rettenden Operation die Diagnose ihres Todes innerhalb einer Woche gestellt wird. Bei der sonst ewig prokrastinierenden Jet stellt sich dadurch ein Sinneswandel ein: Sie will eine Sache zu Ende bringen, sie will ihren Mord aufklären. Und das gemeinsam mit Billy, einem Freund aus Kindertagen, der schon sie nach dem Überall gefunden hat.

Mein Eindruck:
Holly Jackson ist fast ein Meisterstück gelungen. Trotz einer absolut klaren Aussage möchte man an ein Happy-End glauben und obwohl der Krimi in der dritten Person geschrieben ist, hält sich die Autorin an Jet, zeigt nur ihre Perspektive und gibt keine Informationen preis, die ihre Protagonistin nicht besitzt. So bleibt man nah an Jet, spürt ihre Angst und ihr Durchsetzungsvermögen, die Wut und die aufkommende Liebe zu Billy. Kompromisslosigkeit wird groß geschrieben, da Jet wirklich nichts mehr zu verlieren hat. Die Konfrontation mit sämtlichen Personen, die für den Mord an ihr verdächtig sind, verläuft klar, scharf und deshalb für die Leser extrem kurzweilig. Jet deckt einige fragwürdige und kriminelle Aktionen der Personen aus ihrem Umfeld auf, die letztendlich für den Mord verantwortliche Person vermag die Autorin jedoch lange bravourös zu verschleiern. Trotzdem leitet Holly Jackson das Motiv gut her und bietet damit den Feinschmeckern an Whodunnits die Möglichkeit, auf diese Person zu kommen. Einzig die finale Tat des Epilogs verstört, - aber das ist dann wohl künstlerische Freiheit.

Mein Fazit:
Unbedingt lesen, bei aller Tragik stellenweise charmant witzig

Veröffentlicht am 23.06.2025

Drama!

The Favourites
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Zum Inhalt:
Seit sie im Alter von 4 Jahren den Sieg einer Eistänzerin bei den olympischen Spielen hat, gibt es für Katherine Shaw nur noch ein Ziel: Selbst oben auf dem Treppchen zu stehen. Gegen alle ...

Zum Inhalt:
Seit sie im Alter von 4 Jahren den Sieg einer Eistänzerin bei den olympischen Spielen hat, gibt es für Katherine Shaw nur noch ein Ziel: Selbst oben auf dem Treppchen zu stehen. Gegen alle Widrigkeiten und gemeinsam mit dem Pflegekind Heath startet sie einen Kampf gegen alle, - und manchmal auch sich selbst.

Mein Eindruck:
Aus der Sicht von Katherine kämpft man sich erst durch finanzielle und dann durch menschliche Probleme - und nie wird der Berg kleiner, der sich vor ihr auftut. Obwohl die Autorin Layne Fargo ihre Protagonistin sehr durchsetzungsfähig und kompromisslos zeichnet, gibt es auch Momente großer Verletzlichkeit und Liebe und das nicht nur zum Eislaufen. Die Idee, den Rückblick auf eine Karriere nicht nur mit den Gedanken Katherines, sondern auch mit Interviews (fiktiver) Persönlichkeiten des Sports zu garnieren, gelingt Fargo so gut, dass man beginnt, die Namen nachzuschlagen, weil sich die Skandale auf und jenseits der glatten Fläche absolut echt anfühlen und die Charaktere sehr lebensnah erscheinen.

Mein Fazit: Großes Kino auch für Menschen, die keine Verbindung zum Sport haben

Veröffentlicht am 15.06.2025

Graue Eminenzen

Die Tea Ladies
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Zum Inhalt:
Seltsame Dinge gehen rund um die Bekleidungsfirma vor, in der Tea-Lady Hazel arbeitet: Eine Frau im Nebenhaus schreibt auf russisch etwas auf ein Fenster, kurz danach geht das Gebäude in Flammen ...

Zum Inhalt:
Seltsame Dinge gehen rund um die Bekleidungsfirma vor, in der Tea-Lady Hazel arbeitet: Eine Frau im Nebenhaus schreibt auf russisch etwas auf ein Fenster, kurz danach geht das Gebäude in Flammen auf, der Buchhalter stirbt und der Juniorchef verschwindet. Gemeinsam mit drei anderen Damen macht sich Hazel daran, die Vorgänge aufzuklären. Und dann gibt es zusätzlich noch eine ganz private Herausforderung...

Mein Eindruck:
Auch wenn Cover und Klappentext es suggerieren, handelt es sich bei diesem Buch nicht um den üblichen Cosy Crime mit viel Humor und - auch wenn es Spaß macht - absolut unglaubwürdigen Charakteren. Der Roman ist eher bittersüß und sehr oft traurig. Die Charaktere haben alle ihr Päckchen zu tragen, manchmal offensichtlich, manchmal im Geheimen und nicht alle Stränge der Geschichte gehen gut aus. Aber zu einem Ende finden sie und das zu einem, das passt und gefällt, - auch wenn es nicht in jeder Hinsicht ein Happy End ist.

Mein Fazit:
Eine Institution, die es wert gewesen wäre, bewahrt zu werden

Veröffentlicht am 15.06.2025

Abgründe

Der Weg – Jeder Schritt könnte dein letzter sein
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Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Julia steht kurz vor der Hochzeit mit Lars, als ihre alte Freundin Nicki sie zu einem ganz speziellen Junggesellinnen-Abschied einlädt: Eine Wanderung auf ...

Diese Rezi behandelt das Hörbuch


Zum Inhalt:
Julia steht kurz vor der Hochzeit mit Lars, als ihre alte Freundin Nicki sie zu einem ganz speziellen Junggesellinnen-Abschied einlädt: Eine Wanderung auf dem Kungsleden im Norden Schwedens. Doch irgendwie will sich die alte Vertrautheit nicht mehr einstellen und als Julia in der Wildnis erwacht, ist Nicki plötzlich weg... und mit ihr die Wanderkarte...

Mein Eindruck:
Die ständigen Wechsel zwischen der Vergangenheit mit Lars und dem Kampf in Schwedens Wäldern hält die Spannung hoch. Stückchenweise erhalten die Leser Infos, die sich erst spät zu einem Gesamtbild fügen, welches das des Beginns ad Absurdum führt. Die Sprecherin versucht die Versatzstücke durch eine andere Stimmenmodulation voneinander abzusetzen. Das gelingt leider nur teilweise, so dass beim Hörbuch erst spät auffällt, welche Abgründe sich im Zusammenspiel der Charaktere auftun. Wie die Autorin dann die Handlungsweisen erklärt und zu einem spannenden und zufriedenstellendem Ende führt, ist aller Ehren wert.

Mein Fazit:
Wirklich spannend, - und das bis zum Schluss