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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.03.2026

Eine berührende Reise zurück zu sich selbst

Mit anderen Augen
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„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist für mich ein echtes 5-Sterne-Buch – klug und überraschend tiefgründig, ohne dabei zu langatmig oder schwermütig zu wirken.

Mit der Protagonistin, Tilda, habe ich ...

„Mit anderen Augen“ von Jane Tara ist für mich ein echtes 5-Sterne-Buch – klug und überraschend tiefgründig, ohne dabei zu langatmig oder schwermütig zu wirken.

Mit der Protagonistin, Tilda, habe ich mich gut identifizieren können. Vom Alter, den Zwillings-Mädels und Scheidung - hier gab es Parallelen, die das Buch umso faszinierender für mich gemacht haben.

Sie ist eine Frau, die scheinbar alles unter einen Hut bringt: Mutter, Geschäftsfrau, Freundin – und trotzdem scheint etwas Elementares zu fehlen. Als sie plötzlich beginnt, im wahrsten Sinne des Wortes unsichtbar zu werden, wirkt das zunächst skurril. Doch genau dieses Element macht den Roman so besonders. Denn hinter der ungewöhnlichen „Unsichtbarkeits-Erkrankung“ steckt eine unglaublich starke Metapher: das Gefühl, im Alltag, im Älterwerden – und vielleicht auch mit seinen eigenen Träumen und Visionen – immer mehr zu verschwinden.

Aus dem Schockmoment, den die Diagnose bei Tildas hervorruft, entsteht eine Suche nach sich selbst. Eine Wendepunkt in ihrem Leben, der sie veranlasst, auf eine spirituelle und psychologische Reise zu gehen. Der Sehsinn wird im Buch auf verschiedenste Art beleucht: vom rein körperlichen Sehen, zum tieferen Wahrnehmen und dem achtsamen Erkennen mithilfe unseres Herzens.

Themen wie Selbstwert, Selbstliebe und die Fragen „Wer bin ich eigentlich – unabhängig von meinen Rollen?“ oder "Wie sehe ich mich selbst?" ziehen sich durch die gesamte Geschichte.

Für mich ein absolut gelungenes Buch mit einer originellen Idee und viel Herz.

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Veröffentlicht am 16.03.2026

Über den Mut und die Chance, das eigene Schicksal neu zu schreiben

Zweimal Karma und zurück
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„Zweimal Karma und Zurück“ ist ein Roman, der mich auf eine unerwartet unterhaltsame und anregende Reise mitgenommen hat. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, Anne und Cathy, die sich in Indien bei einem ...

„Zweimal Karma und Zurück“ ist ein Roman, der mich auf eine unerwartet unterhaltsame und anregende Reise mitgenommen hat. Im Mittelpunkt stehen zwei Frauen, Anne und Cathy, die sich in Indien bei einem Palmblatt-Reading begegnen. Was dort vorhergesagt wird, wirkt zunächst wie ein Schatten über ihrem Leben – und wird gleichzeitig zum Auslöser für eine Reise, die für eine deutliche Horizonterweiterung sorgt.

Besonders spannend fand ich die Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Anne klammert sich an das, was schon lange nicht mehr gut für sie ist. Cathy hingegen zeigt mehr Mut und versucht bewusst, ihr Leben in eine neue Richtung zu lenken. Gerade diese Gegensätze machen die Dynamik zwischen den beiden so interessant. Man begleitet sie dabei, wie sie alles daran setzen, ihr Leben wieder in die richtige Bahn zu lenken. Dabei treffen sie auf Menschen, die ihnen dabei helfen, auf den neuen Lebenswegen Fuß zu fassen.

Mich hat vor allem die Botschaft des Buches berührt: wir dürfen unser Schicksal selbst in die Hand nehmen - egal, was die Vergangenheit hervorgebracht hat. Die Mischung aus spirituellen Gedanken, Selbstreflexion und den sehr menschlichen Momenten macht das Buch absolut lesenswert - auch für jene, die spirituellen Themen noch distanziert gegenüber stehen.

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Veröffentlicht am 14.03.2026

Ruhiger Roman mit kleinen Längen

Die Rätsel meines Großvaters
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„Die Rätsel meines Großvaters“ von Masateru Konishi ist der zweite Band der Reihe um Kaede und ihren Großvater. Der Autor verarbeitet darin auch persönliche Erfahrungen aus der Pflege seines demenzkranken ...

„Die Rätsel meines Großvaters“ von Masateru Konishi ist der zweite Band der Reihe um Kaede und ihren Großvater. Der Autor verarbeitet darin auch persönliche Erfahrungen aus der Pflege seines demenzkranken Vaters – und das merkt man der Geschichte an. Viele Szenen wirken sehr einfühlsam und authentisch.

Der Roman verbindet eine Art Cozy Mystery mit einer eher ruhigen, literarischen Erzählweise. Die Struktur ist dabei recht klar: Kaede bringt ihrem Großvater einen neuen Fall, und er löst ihn ausschließlich durch logisches Kombinieren anhand ihrer Schilderungen. Die einzelnen Fälle leben weniger von Action, sondern eher von Beobachtung, kleinen Details und den Beziehungen zwischen den Figuren.

Besonders berührt hat mich die Beziehung zwischen Enkelin und Großvater. Die Demenz des Großvaters bildet den emotionalen Mittelpunkt des Buches. Eine gewisse Meloncholie kommt beim Lesen immer wieder auf. Themen wie Erinnerung, Identität und Vergänglichkeit werden sehr sensibel behandelt.

Allerdings hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass ein klarer roter Faden fehlt. Die Handlung springt häufig zwischen einzelnen Fällen, wodurch die Geschichte manchmal fragmentiert wirkt. Wer eine durchgehend spannende Krimihandlung erwartet, könnte daher etwas enttäuscht sein.

Für Fans von sanften, nachdenklichen Geschichten aber durchaus lesenswert.

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Veröffentlicht am 10.03.2026

Ein stiller Blick hinter die Kulissen

Letzter Akt
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„Letzter Akt“ von Andreas Schäfer ist ein nachdenklicher Roman, der sich Zeit für seine Figuren nimmt. Schon das Cover – ein abstraktes Gemälde – passt richtig gut zum Inhalt des Buches und zur künstlerischen ...

„Letzter Akt“ von Andreas Schäfer ist ein nachdenklicher Roman, der sich Zeit für seine Figuren nimmt. Schon das Cover – ein abstraktes Gemälde – passt richtig gut zum Inhalt des Buches und zur künstlerischen Atmosphäre der Geschichte.

Im Mittelpunkt steht Dora, eine Schauspielerin Anfang vierzig, die nach vielen Jahren beim Film wieder auf der Theaterbühne steht. Nach einer Premiere lernt sie in einer Bar den Maler Victor kennen. In ihrer Begegnung sieht Dora auch eine Möglichkeit, sich ein Stück weit vor ihrem eigenen Leben zu verstecken: vor der ständig anrufenden Mutter aus Frankfurt, der ehrgeizigen Agentin und einem unangenehmen Kollegen.

Der Roman ist in drei Akte gegliedert und entfaltet seine Geschichte eher leise. Besonders gelungen fand ich die emotionale Tiefe der Figuren. Nach und nach erfahren wir mehr über Doras Jugend in den 1980er-Jahren – eine Zeit voller verdrängter Erinnerungen und alter Wunden. Victors Porträt von ihr wird dabei zu einer Art Spiegel ihrer Seele und verbindet Kunst und Vergangenheit auf spannende Weise.

Allerdings ist das Tempo sehr ruhig. Gerade im Mittelteil musste ich mich manchmal etwas motivieren weiterzulesen, weil wenig Handlung passiert. Gegen Ende gewinnt die Geschichte aber wieder an Intensität, und die Rückblicke wirken plötzlich wie ein starker Schnitt im Leben der Protagonistin.

Insgesamt ein sensibler Roman über Schuld, Erinnerung und ein Künstlerleben zwischen Erfolg, Selbstzweifeln und Befreiung. Kein Pageturner, aber ein Buch, das nachwirkt.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Magisch, nachdenklich und voller Fantasie

Flora Brimble und der verlorene Frühling
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Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach kein Ende nehmen zu wollen. Alles wirkt grau und ein bisschen trostlos – und genau so fühlt sich auch Flora Brimble. Zu ihrem 13. Geburtstag kauft ...

Im englischen Küstenort Rye scheint der Winter einfach kein Ende nehmen zu wollen. Alles wirkt grau und ein bisschen trostlos – und genau so fühlt sich auch Flora Brimble. Zu ihrem 13. Geburtstag kauft sie sich eine besondere Tinte, und damit nimmt eine Reihe seltsamer Ereignisse ihren Lauf. Auf ihrer Suche nach dem Frühling trifft sie die unterschiedlichsten Kreaturen und viele Abenteuer entstehen.

Sprachlich schlägt Marcus Raffel eher leise, stimmungsvolle Töne an. Die Atmosphäre ist oft ein wenig melancholisch, und viele Passagen sind fast schon poetisch formuliert. Manche Kapitel wirken wie kleine, verwunschene Märchen. Dazwischen sorgen Floras ungewöhnliche Weggefährten immer wieder für ein paar lockerere Momente. Besonders das redselige Eichhörnchen und der etwas kauzige Kobold bringen gelegentlich Humor hinein – auch wenn die Geschichte insgesamt eher nachdenklich bleibt.

Inhaltlich geht es dabei sehr fantasievoll zu. Figuren verschwinden in Wandteppichen, springen in Brunnen, die einfach auf dem Boden stehen, und landen in einer Welt voller skurriler Einfälle.

Die Illustrationen von Maximilian Meinzold fügen sich wunderbar in die märchenhafte Stimmung ein. Zusammen mit dem Farbschnitt wird das Buch damit auch äußerlich zu einem echten Schmuckstück.

Fazit: Eine magische, fantasievolle Geschichte für ältere Kinder.

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