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Veröffentlicht am 09.04.2025

Ich kam wegen der Welt und blieb wegen ihr

Powerless - Das Spiel
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Ich sag’s gleich - Powerless hat mich nicht umgehauen, aber weggepackt hat es mich trotzdem. Nicht wegen dem großen Kampf, nicht wegen der Welt, die ein bisschen blass blieb - sondern weil Paedyn einfach ...

Ich sag’s gleich - Powerless hat mich nicht umgehauen, aber weggepackt hat es mich trotzdem. Nicht wegen dem großen Kampf, nicht wegen der Welt, die ein bisschen blass blieb - sondern weil Paedyn einfach eine Naturgewalt ist.

Wer hier mit "Panem in günstig" rechnet, der hat was falsch verstanden. Powerless ist NICHT einfach Tribute mit TikTok-Glitzer. Klar, da sind Spiele, Intrigen, Fallen und Blut - aber das Herzstück legt den Fokus auf das, was zwischen den Zeilen knistert: Paedyn und Kai. Kein Distrikt, kein Rebellionsplan - sondern eine Geschichte über Nähe, Angst, Zorn, Täuschung und die Magie zwischen zwei Herzen.

Dadurch kann Welt drumherum manchmal wie Deko für die Lovestory wirken - hübsch, aber nicht ganz ausgefüllt. Man merkt, dass der Fokus ganz klar auf der Chemie liegt. Da hätte mehr gehen können. Aber ehrlich? War mir egal. Denn Paedyn ist clever, keine Heldin mit Glow, sondern mit Intelligenz und Geschick.

War es perfekt? Nein. Aber spannend, besonders der Plot ist außergewöhnlich. Das Finale war wie ein Dolchstoß im besten Sinne.
Jetzt will ich mehr. Oder besser: Ich muss. Denn das Spiel ist noch lange nicht vorbei.

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Veröffentlicht am 04.04.2025

Seele ausgesaugt - aber nicht im guten Sinne

The Stars are Dying
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Ich weiß nicht mehr, wann genau ich ausgestiegen bin. Irgendwo zwischen "spannender Plot" und "was zur Hölle passiert hier eigentlich?" bin ich langsam verblasst. Vielleicht war’s das Buch, das mich aufgefressen ...

Ich weiß nicht mehr, wann genau ich ausgestiegen bin. Irgendwo zwischen "spannender Plot" und "was zur Hölle passiert hier eigentlich?" bin ich langsam verblasst. Vielleicht war’s das Buch, das mich aufgefressen hat.

Denn ja - The Stars are Dying hat eine wirklich starke Grundidee. Düstere Atmosphäre, Vampire, Magie, ein Hauch Tragik. Ich war da, ich war bereit. Aber dann kam ... nichts.

Der Anfang zieht sich wie kaltes Blut. Über die Hälfte lang hab ich mich durch seltsame Szenen gekämpft, die entweder ins Nichts führen oder einfach ... vergessen werden. Nix wird erklärt, nix ergibt Sinn, und man weiß oft nicht mal, ob das alles überhaupt wichtig ist.

Spoilern will ich nicht - aber ehrlich erst am Ende kommt dieser Aha-Moment. Aber da war ich längst innerlich tot. Die Geschichte hat mich müde gemacht. Ich hätte mir fast gewünscht, ein Vampir würde mir die Seele aussaugen - einfach, damit was passiert.

Für manche ist das vielleicht genau die Sorte Qual, die sie beim Lesen lieben. Ich bin mir unsicher, ob ich das Buch weiterempfehlen würde und ob sich diese ganze Tortur überhaupt lohnt. Derweil bin ich bereits 1000-mal gestorben. Innerlich. Emotional. Lesetechnisch.

Auch wenn Band zwei nach diesem Plot vermeintlich mehr verspricht - mich hat die Reihe verloren. Ich geh dann mal … zurück ins Licht.

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Veröffentlicht am 21.02.2025

Vermisstenbericht: Elisa – Letzte Sichtung vor der Flut

Nachtflut
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Tatbestand:
Die gesuchte Person, wurde zuletzt in einem Haus nahe der Küstenlinie gesehen. Berichten zufolge verweilte sie trotz offizieller Evakuierungsmaßnahmen noch vor Ort. Warum? Die Frage bleibt ...

Tatbestand:
Die gesuchte Person, wurde zuletzt in einem Haus nahe der Küstenlinie gesehen. Berichten zufolge verweilte sie trotz offizieller Evakuierungsmaßnahmen noch vor Ort. Warum? Die Frage bleibt offen, doch erste Hinweise deuten darauf hin, dass ihre Flucht nicht allein an ihr scheiterte.

Zeugen berichteten von einem mysteriösen Paar im Nachbarhaus. Zudem zweier Männer: Max und Paul. Letzterer ein entflohener Insasse, verurteilt wegen Totschlags.

Ermittlungsstand:
Die Lage vor Ort war katastrophal. Wasser drang unaufhaltsam ein, die Dunkelheit schnitt jede Fluchtmöglichkeit ab. Wer Freund, wer Feind war, ließ sich in der Panik schwer sagen. So beschrieben, wirkte es eher wie ein Film. Die Autorin hat mit Worten geschrieben, die bedrückender nicht hätten sein können.

Elisa selbst hat alles verloren: Eltern, Schwester, Ehe. Trotzdem bleibt bei ihrem Charakter ein fahler Nachgeschmack - da sie selbst schuld an ihrer Lage war!? Ihre Hilflosigkeit war für mich schwer nachvollziehbar.

Fazit:
Dieser Psychothriller ist hochgradig spannend. Die bedrückende Atmosphäre fühlte sich an, als wäre man selbst mittendrin. Erst auf den letzten Seiten entwirrten sich die Fäden und die Auflösung kam dazu noch unerwartet.

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Veröffentlicht am 11.02.2025

Neugierig, aber nicht fasziniert

Love Letters to a Serial Killer
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Lieber William,

Hannah konnte auch nicht anders und hat dir geschrieben. Eine leere Existenz, perspektivlos, antriebslos, also füllt sie die Lücke mit dir. Mit Briefen. Und du? Du antwortest. Natürlich ...

Lieber William,

Hannah konnte auch nicht anders und hat dir geschrieben. Eine leere Existenz, perspektivlos, antriebslos, also füllt sie die Lücke mit dir. Mit Briefen. Und du? Du antwortest. Natürlich tust du das. Weil Worte fangen können … oder zumindest so tun, als ob.

Ich wollte eure Briefe lesen. Wegen ihnen habe ich dieses Buch aufgeschlagen. Ich suchte Abgründe, fand aber nur leere Zeilen. Es ist nicht schlecht, wirklich nicht, aber auch nicht herausragend. Ein True-Crime-Fall, eine Frau in der Krise, ein Serienmörder mit Charisma. Doch wenn sich die Story aufbaut, wartet man auf die Tiefe … Ich habe mir mehr erhofft. Mehr Intensität, mehr Wahnsinn, mehr von allem.

Hannah ist planlos und antriebslos. Sie irrt durchs Leben und ihr Denken ist seltsam entrückt … Sie war nicht nachvollziehbar. Und so blättert man die Geschichte dahin … vorhersehbar und ohne große Erschütterungen. Man liest weiter - weil es nicht nervt, aber auch nicht begeistert. Es ist eines dieser Bücher, die man liest und dann einfach weglegt.

Würde ich dir noch einen Brief schreiben? Nein, William. Das war der letzte. Wir haben uns nichts mehr zu sagen.

Unbeeindruckt, aber lebendig …

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Veröffentlicht am 24.01.2025

Sternenstaub erhalten, Wüstenstaub gefunden

Der Sternenstaubdieb
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Handelspartner: Loulie al-Nazari, Mitternachtshändlerin
Ware: Der Sternenstaubdieb

• Beschreibung der Ware •
• • Handlung und Figuren • •
Loulie, die scharfzüngige Mitternachtshändlerin, wird vom Sultan ...

Handelspartner: Loulie al-Nazari, Mitternachtshändlerin
Ware: Der Sternenstaubdieb

• Beschreibung der Ware •
• • Handlung und Figuren • •
Loulie, die scharfzüngige Mitternachtshändlerin, wird vom Sultan gezwungen, eine magische Lampe in einer gefährlichen Wüstenreise zu bergen. Begleitet wird sie von ihrem loyalen Dschinn Qadir, dessen trockener Humor die Wüste erhellt.
• • Schreibstil • •
Wortgewandt und atmosphärisch mit einer Prise Humor - nur manchmal zu überwältigend.

• Verhandlungsdetails •
• • Eingetauscht • •
Stunden meiner Zeit, Geduld und das Versprechen, mich in eine magische Welt entführen zu lassen.
• • Erhalten • •
Ein Wüstenabenteuer mit einem arabischen Setting, detailreich und farbenprächtig. Geschichten, die an 1001 Nacht erinnern – aber auch langatmige Passagen, verlorene Spannung und Charaktere, zu denen ich keinen Zugang fand.

• Geliefert wurde •
Ein Flickenteppich aus Märchen und Mythen, die zwar schön leuchten, aber nicht zusammenhalten. Die Ware war trügerisch - nicht alles, was glänzt, ist Sternenstaub.

• Zusammenfassung •
Die Mitternachtshändlerin Loulie hat mich mit ihrem Cover und Klappentext zu einem Handel überredet, den ich nur halb bereue. Ich hatte auf eine epische Reise mit Relikten, Intrigen und Sandstürmen voller Überraschungen gehofft. Stattdessen fühlte sich das Abenteuer an wie ein schwerfälliger Kamelritt durch die Wüste.
Auch empfinde ich den Titel als irreführend. Der Sternenstaubdieb findet kaum Verwendung und wird ein-/zweimal im Nebensatz erwähnt. Zudem mag die gender-neutrale Übersetzung der Dschinn zwar modern sein, ließ mich aber immer im Lesefluss stolpern.

Das Einzige, was meine Reise wirklich bereichert hat, waren das schöne Setting und die Geschichten, die verwoben wurden. Sie erinnerten an arabische Märchen. Die Spannung, die ich suchte, fand ich jedoch nicht.

Für mich war das ein Handel, der leider nicht erfüllte, was er versprach. Die Mitternachtshändlerin wird ohne mich weitermachen müssen.

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