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Veröffentlicht am 16.01.2025

Musste ich abbrechen, wie ein Geist der verfliegt

Empire of Sins and Souls 2 - Das gestohlene Herz
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Aaaahhh, ich bin ein Geist... oder war es das Buch, das mich langsam verblassen lies? Wer von uns hat wen verlassen? Ich weiß es nicht. Jedenfalls, als ich an einem Punkt war, wo das Ganze nur noch anstrengend ...

Aaaahhh, ich bin ein Geist... oder war es das Buch, das mich langsam verblassen lies? Wer von uns hat wen verlassen? Ich weiß es nicht. Jedenfalls, als ich an einem Punkt war, wo das Ganze nur noch anstrengend wurde, musste ich aufhören. Es war wie ein seelischer Abstieg. Ich musste abbrechen, bevor mich das Buch weiter quälte.

Das Setting und die Atmosphäre, die düstere, mysteriöse Welt habe ich wirklich gemocht. Sie war perfekt inszeniert, doch wirkten die Charaktere auf mich gestelzt und künstlich - besonders die Männer, deren endlosen Geheimnissen und Mysterien mich irgendwann nur noch nervten und uninteressanter wurden. Zoe schien mir später auch nur noch eine leere Hülle und ein bloßer Spielball der Geheimnisse. Es ging nicht mehr vorwärts, nur noch im Kreis. Es wurde einfach nur noch anstrengend, nicht spannend.

Für viele Leser mag das genau der schönste Albtraum sein, aus dem sie nicht erwachen wollen. Doch mein Geistergang fand bei 70 % sein Ende. Und weißt du was? Es ist okay, ein Buch zu beenden, wenn es einen nicht mehr erreicht. Manchmal muss man loslassen, um weiterzuziehen.

Und so verließ ich das Buch und es verließ mich. BUH.

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Veröffentlicht am 04.01.2025

Ein versteckter Brief hinter einem Schattenrunenbuch

Lord of Shadows
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Emma,

manchmal frage ich mich, wie viel Gewicht ein Herz tragen kann, bevor es endgültig zerbricht. Das Parabatai-Band zieht uns jetzt in die Tiefe. Du glaubst, Marks Nähe könnte mich retten? Doch alles, ...

Emma,

manchmal frage ich mich, wie viel Gewicht ein Herz tragen kann, bevor es endgültig zerbricht. Das Parabatai-Band zieht uns jetzt in die Tiefe. Du glaubst, Marks Nähe könnte mich retten? Doch alles, was ich sehe, ist das Feuer, in dem wir beide brennen - selbst wenn wir versuchen, uns voneinander zu lösen.

Die Welt um uns herum zerfällt in Scherben. Das Institut ist voller Schatten und nicht nur jener, die wir bekämpfen. Kit - der verlorene Herondale - trägt die Last seiner Herkunft, auch wenn er seinen Platz langsam findet. Ty und Livvy sind wie Licht und Dunkelheit untrennbar verbunden. Und dann Mark, Kieran und Cristina - ihre Liebe ist wie ein Lied in drei Stimmen - Polyamorie - so wild und chaotisch wie die Feenwelt, aus der sie stammen. Wir kämpfen, lieben, verlieren. Jeder Schlag hinterlässt neue Risse in unserem Schicksal.

Cassandra hat uns eine Welt geschenkt, die so lebendig ist, dass ich den Sand von Idris auf meiner Haut spüre. Ihre Magie liegt in den Details und ausführliche Charakterzeichnungen, die uns gefangen nehmen.

Emma, du bist Kriegerin, Heldin - und meine unerreichbare Sehnsucht. Verloren in einer Geschichte, die uns zerbricht. Doch trotz aller Länge, trotz aller Tragik bleibe ich hier, gefangen zwischen Pflicht und Verlangen.

Immer dein,
Julian

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Veröffentlicht am 31.12.2024

Überlebensbericht: Gestrandet im perfekten Alptraum

One Perfect Couple
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Es sollte doch nur eine Show sein. Ich wollte dabei sein - Teil dieses "perfekten" Experiments. Und ich dachte: Warum nicht? Sand, Sonne und ein bisschen Drama - das kann ich doch locker wegstecken, oder? ...

Es sollte doch nur eine Show sein. Ich wollte dabei sein - Teil dieses "perfekten" Experiments. Und ich dachte: Warum nicht? Sand, Sonne und ein bisschen Drama - das kann ich doch locker wegstecken, oder? Fünf Paare, die Sonne glitzert auf dem Wasser und irgendwo die Versprechung eines halben Vermögens. Was sollte schon schiefgehen? Aber die Kameras filmen nicht die Dunkelheit in uns.

Die ersten Tage waren ein Mix aus Langeweile und Cliquendynamik. Nico glänzte in der Hauptrolle, Lyla war still. Zu still. Und ich? Beobachterin, Mitläuferin und irgendwann mittendrin. Dann kam der Sturm und mit ihm die Spannung. Die Masken begannen zu rutschen. Reality-TV? Was für eine Ironie. Plötzlich war Überleben keine Inszenierung mehr, sondern bitterer Ernst. Gewalt lag in der Luft und Freundschaft wurde zum gefährlichsten Spiel von allen.

Der Mensch ist kein Held, sondern nur ein Überlebender. Ruth Ware zeigt, dass der Mensch am gefährlichsten ist, wenn er nichts mehr zu verlieren hat. Sie erzählt von Gewalt, toxische Beziehungen, Machtspiele und dazwischen Female Empowerment. Die Charaktere wurden in ihren schlimmsten Facetten entblößt.

Julia Nachtmann hat das Hörbuch von DAV zum Leben erweckt. Ihre Stimme ist angenehm rauchig und präzise. Jede Betonung hat die Spannung getragen, ließ Lylas Ängste und meine eigenen auf der Insel entstehen. Ein absolutes Hörerlebnis und ein Monatshighlight für mich.

Dieses Buch ist keine Story, es ist ein Überlebenskampf. Und ich habe überlebt.

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Veröffentlicht am 24.12.2024

Ein Duell mit Stil und Herz

Die Duellantin. Kein Herz ist unbesiegbar
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Schiedsrichterwertungen aus dem Fechtkampf „Leser gegen Buch“

Runde 1: Inhaltsangabe – Treffer!
Mailand 1850 schwingt den historischen Degen mit voller Wucht. Prachtvolle Bälle, enge Korsetts - und eine ...

Schiedsrichterwertungen aus dem Fechtkampf „Leser gegen Buch“

Runde 1: Inhaltsangabe – Treffer!
Mailand 1850 schwingt den historischen Degen mit voller Wucht. Prachtvolle Bälle, enge Korsetts - und eine Elena, die sich lieber auf dem Fechtboden statt im Ballsaal beweist. Wie oft sieht man eine Frau, die mit dem Schwert ficht, statt mit dem Fächer? Der Leser taumelt, beeindruckt vom schillernden Kontrast aus Tradition und Rebellion. Punkt für das Buch.

Runde 2: Elena greift an
Mutig, entschlossen, facettenreich - Elena führt eine perfekte Finte. Der Leser versuchte, sich zu wehren, doch wie kann man gegen eine Heldin kämpfen, die so tapfer für ihre Träume streitet? Es ist absolut mitreißend, wie Elena kämpft - nicht nur gegen Valentino, sondern gegen eine ganze Gesellschaft. Ihre Attacken zielen präzise auf das Herz der Leser, und ihre Stärke ist unwiderstehlich. Ein Doppeltreffer für das Buch und Applaus für diese außergewöhnliche Frau.

Runde 3: Der Schreibstil kontert
Mit einem geschickten Hieb zieht der atmosphärische Schreibstil den Leser in Elenas Welt. Es ist fast, als halte man selbst den Degen in der Hand, während man für Gerechtigkeit und Freiheit kämpft. Doch dann, eine Schwachstelle: Manche Szenen treten auf der Stelle, die Spannung droht zu sinken. Der Leser kontert mit einer meisterhaften Parade und punktet.

Finale: Das Hörbuch setzt zum entscheidenden Stoß an
Gelesen von Madiha Kelling Bergner, bringt Elenas Stimme Lebendigkeit ins Duell. Anfangs wirkt sie jung, fast zu zart - wie eine Finte, die den Leser in Sicherheit wiegt. Doch bald zeigt sich ihre Präzision: Jede Emotion, jede Bewegung wird hörbar. Ein finaler Stoß, der mitten ins Leserherz trifft. Sieg für das Buch!

Endergebnis: 4:1 für Die Duellantin!
Ein spannendes Duell mit leichten Schwächen, aber einer Protagonistin, die wie ein gezielter Stoß mitten ins Leserherz trifft. Wer sich nach einer fechtenden Bridgerton-Version sehnt, ist hier am richtigen Turnierplatz.

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Veröffentlicht am 20.12.2024

Ein Dialog mit deinem Seelentier

Serpent Queen 1. In Power She Rises
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In meinem Inneren, da wohne ich. Nein, nicht ich – dein Seelentier. Wir haben noch nicht viel geredet, oder? Vielleicht wird’s Zeit. Du liest da grade was Spannendes, oder? Dieses Buch über Cahira. Lass ...

In meinem Inneren, da wohne ich. Nein, nicht ich – dein Seelentier. Wir haben noch nicht viel geredet, oder? Vielleicht wird’s Zeit. Du liest da grade was Spannendes, oder? Dieses Buch über Cahira. Lass uns drüber reden, okay?

„Weißt du, was sie getan hat?“ fragt es dich, während die Erinnerung an Cahira in dir aufsteigt. Eine Wächterin, gefallen und verraten. Die Grube der Schlangen hat sie nicht verschlungen - sie hat sie gezeichnet. Eine lebendige Schlange, die auf ihrer Haut pulsiert, und ein Herz voller Rache. „Du hast gesehen, wie sie kämpft. Spürst du nicht ihren Zorn, ihren Schmerz?“

Du nickst unbewusst, denn der Anfang hat dich gepackt. Cahira ist alles, was du in einer Heldin suchst: schlagfertig, ungebrochen, mutig. Doch dann erhebt sich Atlas, der Thronfolger – und mit ihm diese seltsame Liebesgeschichte. Dein Seelentier faucht leise. Du versuchst zu erklären: „Es war... flach und unverständlich, irgendwie. Nur Freundschaft hätte besser gepasst, oder gar nichts. Die Story ist stark genug ohne!“

Die Seiten flogen nur so dahin, die Spannung – unaufhaltsam. Die Grundidee gefällt dir, die Geschichte ist... spektakulär, so faszinierend. Und das Seelentier? Es schnurrt zufrieden. Dass Buch ist ein Abenteuer, das dich nicht loslässt.

Am Ende fragt es: „Würdest du zurückkehren?“
„Ja,“ antwortest du. „Aber vielleicht nicht wegen Atlas.“

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