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Veröffentlicht am 10.06.2024

Etwas zu privat, bis es kriminell wird

Grenzfall – In den Tiefen der Schuld
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Rosa Szabo, die Kollegin von Chefinspektor Bernhard Krammer, ist spurlos verschwunden, in ihrer Wohnung finden die Beamten einen toten Mann, der zur Verblüffung aller eine Tauchermaske trägt. Krammer bittet ...

Rosa Szabo, die Kollegin von Chefinspektor Bernhard Krammer, ist spurlos verschwunden, in ihrer Wohnung finden die Beamten einen toten Mann, der zur Verblüffung aller eine Tauchermaske trägt. Krammer bittet Kriminaloberkommissarin Alexa Jahn von der Inspektion Weilheim um Hilfe, da ein erster Hinweis zum Walchensee führt. Rosa wurde dort zwar gesehen, aber es fehlt von ihr weiterhin jede Spur. Nur eines wird langsam klar; jemand ist hinter Rosa her und wird nicht aufgeben, sie schwebt in tödlicher Gefahr.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich bereits um den vierten Teil der Buchreihe mit Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Die Bücher sind so miteinander verbunden, dass ich dringend empfehlen möchte, diese nacheinander und in der richtigen Reihenfolge zu lesen, um die Zusammenhänge besser zu verstehen, besonders was das Verhältnis der Beteiligten zueinander betrifft. Zusätzlich gibt es viele Hinweise zu den vorangegangenen Fällen, die ein gewisses Vorwissen voraussetzen. Der letzte und wichtigste Grund ist natürlich, dass diese Reihe großartig ist!

Nachdem mich der dritte Teil unglaublich gut unterhalten und mit einem bösen Cliffhanger geendet hat, war ich sehr gespannt darauf, wie es weitergeht. Nahtlos knüpfte der vorliegende Band an die Ereignisse an, sodass ich mir vorab das letzte Kapitel erneut durchgelesen habe, um besser reinzukommen. Leider kam trotzdem bei mir lange keine Begeisterung auf, denn vorrangig fühlte ich mich wie in einem Beziehungsdrama, ob es nun die Beziehung von Alexa zu ihrem früheren Kollegen Jan betraf, oder die schwierige Beziehung zu ihrem Vater und umgekehrt. Seitenlang kämpften beide mit sich, wie es weitergehen soll und wird, was mich ziemlich gestört hat, denn eine aufregende Ermittlung wäre mir lieber gewesen.

Bedauerlicherweise muss ich auch in diesem Zusammenhang Kritik äußern, denn was da zu Beginn abgeliefert wurde, war fernab jeglicher Realität. Abgesehen davon, dass grenzübergreifend ein Fall untersucht wurde, in dem eine Polizistin verschwunden ist, wo es aber keine der beteiligten Personen für nötig gehalten hat, auch nur einen Vorgesetzten zu informieren, nein, es wurde zusätzlich eklatant fehlerhaft, um nicht zu sagen stümperhaft vorgegangen, was mögliche Spuren angeht. Rückwirkend kann ich mich an kaum eine Situation erinnern, wo mir solche Versäumnisse und Fehler aufgefallen wären in den letzten drei Büchern.

Glücklicherweise legte das Tempo im zweiten Teil des Buches erheblich zu, es kam sprichwörtlich Leben in die Bude, und meine Freude darüber war grenzenlos. Eine Vermutung von mir bestätigte sich bald, was jedoch vorrangig den immer wieder eingestreuten Hinweisen zu verdanken war, die zur Klärung beigetragen haben. Dies minderte allerdings in keiner Weise die nun aufgekommene Spannung oder den feinen Nervenkitzel, den ich verspürte. Die Ereignisse überschlugen sich, alles führte unaufhaltsam auf ein explosives Finale zu, dem ich ungeduldig entgegenfieberte, weil ich wissen wollte, welche Auflösung mir präsentiert wird. Und ich wurde nicht enttäuscht, das Ende hatte es wirklich in sich! Der Abschluss war gemacht, da ging es plötzlich weiter und ein neuer Fall wurde auf einem Silbertablett präsentiert. Ich freue mich drauf!

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Veröffentlicht am 06.06.2024

Ein atemberaubendes Abenteuer

Die Töchter des Bärenjägers
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Der berüchtigte Bärenjäger Heikki Leskinen ist tot, gestorben im Kampf mit einem Bären. Als kurze Zeit später die ungeliebte Mutter stirbt, machen sich die sieben Schwestern auf den Weg in die Wildnis, ...

Der berüchtigte Bärenjäger Heikki Leskinen ist tot, gestorben im Kampf mit einem Bären. Als kurze Zeit später die ungeliebte Mutter stirbt, machen sich die sieben Schwestern auf den Weg in die Wildnis, um sich hundertfünfzig Kilometer von der Zivilisation entfernt ein eigenes Leben aufzubauen. Völlig unbedarft und unvorbereitet stellen sich die jungen Frauen dem rauen Dasein, nicht ahnend, dass der nahende Winter keine Gnade kennt.

„Ich konnte den Blick nicht von den drei Schwestern wenden. Sie zogen mich an, so diskret wie möglich umkreiste ich ihren Stand. Notierte ihre groben, von Kratzern und Wunden übersäten Hände, ihre langen Finger und die Schmutzränder unter den Nägeln, als sie ihren Kunden Pilze in Papiertüten reichten.“ (Seite 9)

Eine zu Beginn namenlose Erzählerin nahm mich mit auf die Reise in die finnischen Wälder, bekundete ihre Faszination für die Familie Leskinen und erzählte eine Geschichte über die sieben Schwestern, die unterschiedlicher nicht hätten sein können, obwohl sogar zwei Zwillingspaare darunter waren. Anfangs tat ich mich schwer mit dem Buch und befürchtete schon, dass ich es abbrechen würde, als der Zauber zu wirken begann. Dies lag nicht etwa an den Schwestern oder ihrem Umgang miteinander, denn dieser war wild und ungestüm, von schwesterlicher Liebe gab es keine Spur, im Gegenteil war ich entsetzt darüber, wie barbarisch es zwischen ihnen zuging. Es lag auch nicht an der Sprache, die derb und oft mit den schlimmsten Schimpfausdrücken und unflätigsten Wörtern gespickt war. Anscheinend war ich einfach der gleichen Faszination erlegen, wie es der Erzählerin passiert ist, und konnte den Blick nicht mehr abwenden.

Ich bin froh, das Buch gelesen zu haben, obwohl mich bis kurz vor dem Ende jede der sieben Schwestern regelrecht abgeschreckt, um nicht zu sagen abgestoßen hat. Es gab nichts, was dazu beigetragen hätte, dass bei mir auch nur ein Funken Sympathie für eines der Mädchen beziehungsweise jungen Frauen gewachsen wäre. Dies muss man bei einer solchen Geschichte aber aushalten können und das habe ich mit großem Genuss getan. Auf den letzten Seiten versöhnte ich mich mit einigen der Schwestern, spürte fast so etwas wie Stolz auf die Leistung manch einer von ihnen. Es war eine aufregende, manchmal anstrengende, insgesamt aber eine atemberaubende Reise in eine andere Welt. Große Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 04.06.2024

Tödliche Wanderroute

Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück
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Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat ...

Anna, ihr Verlobter Henrik und ihre beste Freundin Milena fahren jeden Sommer zusammen zum Wandern. Dieses Jahr verschiebt Anna die Wanderung aus beruflichen Gründen in den September hinein, außerdem hat sich Jacob, der neue Freund von Milena, der Gruppe angeschlossen. Dieser schlägt ein gänzlich anderes Ziel vor und setzt sich durch. Die von ihm angestrebte Route ist anspruchsvoller, aber auch gefährlicher und die Dynamik zwischen den Personen entwickelt sich immer mehr in die falsche Richtung. Bald eskaliert eine Situation und das Misstrauen wird größer.

Aus der Sicht der Ich-Erzählerin Anna erfuhr ich, was passiert ist, unterbrochen wurde diese Erzählung durch Wechsel der Perspektive, Anna wurde vernommen und beantwortete Fragen zum Geschehen. Anna war keine gute Erzählerin, sie verlor sich in seitenweisen Beschreibungen der Natur, hängte sich an Kleinigkeiten fest, manches mal sehnte ich mich nach den Passagen mit der Vernehmung zurück, die im Laufe der Geschichte mein einziger Lichtblick waren im Buch. Die restlichen Charaktere blieben bis zum Ende für mich nicht greifbar, ich weiß nicht, ob dies geheimnisvoll wirken sollte, oder der fehlenden Phantasie geschuldet ist.

Die komplette Story hätte gekürzt wahrscheinlich ihre Wirkung nicht verfehlt, so aber bleibe ich enttäuscht zurück. Nur wenig Spannung war zu spüren, ein minimaler Nervenkitzel hier und da, und lediglich die Hoffnung auf eine gute Auflösung hielt mich im Buch, aber auch da hatte ich kein Glück. Für Fans von sehr ruhigen Spannungsromanen, die gleichzeitig naturliebend sind, wäre dies sicherlich das passende Buch.

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Veröffentlicht am 03.06.2024

Mehr Schein als Sein und der Tod

Alles schweigt
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Mae Pruett arbeitet als Krisenspezialistin bei einer PR-Agentur, die sich in Hollywood um VIPs und Stars kümmert, deren sprichwörtlichen Brände löscht und Probleme im Keim erstickt. Als ihr Vorgesetzter ...

Mae Pruett arbeitet als Krisenspezialistin bei einer PR-Agentur, die sich in Hollywood um VIPs und Stars kümmert, deren sprichwörtlichen Brände löscht und Probleme im Keim erstickt. Als ihr Vorgesetzter Dan Hennigan erschossen wird, glaubt sie der offiziellen Version eines gewöhnlichen Raubüberfalls nicht und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Ein schwangeres Mädchen, seltsame Partys und berühmte Personen scheinen in die Geschichte verwickelt zu sein, die Strippenzieher sitzen ganz weit oben und bald wird Mae klar, dass sie in ein Wespennest gestochen hat. Mit Hilfe ihres Ex-Freundes, des Ex-Polizisten Chris Tamburro, sucht Mae nach der Wahrheit, muss aber bald feststellen, dass die Mächtigen ihnen immer einen Schritt voraus zu sein scheinen.

„Man kann eine Ameise töten, aber wenn der Zucker auf dem Boden liegen bleibt, werden weitere Ameisen kommen. Vielleicht eine andere Art, aus einer anderen Kolonie. Genauso ist es mit Menschen - man kann Monster bekämpfen, aber wenn Geld, Sex und Macht locken, tauchen schon bald andere Monster auf.“ (Seite 298)

Vor Jahren konnte mich Jordan Harper mit seinem abgefahrenen Thriller „Die Rache der Polly McClusky“ wunderbar unterhalten, umso gespannter war ich auf sein neues Buch, das mich mindestens genauso gut, wenn nicht sogar noch ein bisschen mehr begeistern konnte, wie ich zugeben muss. Die Scheinwelt von Hollywood, wo Träume wachsen und manchmal schneller als Seifenblasen platzen, dazu ein mysteriöser Mordfall, zwei außergewöhnliche Charaktere mit einer interessanten Vergangenheit und eigenen Dämonen und schon haben wir eine Geschichte, die durch überraschende Wendungen und einen spannenden Plot überzeugt. Gewisse Parallelen zu lebenden Personen können nicht vermieden werden, der letzte riesige Skandal ist in der realen Welt noch immer nicht abgeschlossen, beim Gedanken daran kommen bei mir erneut Wut und Abscheu zum Vorschein. Die hässliche Fratze der Filmindustrie, hier trat sie ins Licht. Großes Kino und mehr als lesenswert!

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Veröffentlicht am 01.06.2024

Eine bühnenreife Katastrophe

Romeos Tod
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Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die ...

Der Theaterschauspieler Jan Jespik geht in seiner Rolle als Hamlet auf, er spielt mit einer Intensität, die seinesgleichen sucht. Seine Mutter Dorothea bringt zur Premiere des Stücks eine Frau mit, die sie kurz davor in einem Zug kennengelernt und kurzerhand eingeladen hat. Monas einziger Besitz passt in eine Sporttasche, die geheimnisvolle Frau fasziniert Jan vom ersten Augenblick an. In den nächsten Tagen verbringen die beiden jede freie Minute zusammen und Mona erzählt Jan ihre Lebensgeschichte. Erbost darüber, was ihr zugestoßen ist, macht sich Jan kurz darauf auf den Weg nach Italien, um das Unrecht, das seiner Geliebten zugestoßen ist, zu rächen.

„Denn dieser Schauspieler mochte vielleicht genial sein - das konnte er nicht beurteilen -, aber er hatte unter Garantie einen an der Waffel. Und insgeheim rechnete Wolf jeden Abend damit, dass er nicht erschien.“ (Seite 119)

Ich bin mir nicht ganz sicher, wo ich das Buch einordnen soll, ich bin immer noch etwas irritiert von der Geschichte. Kein Roman, kein Krimi, mehr Tragödie oder Drama, aber vorrangig wahrscheinlich eine Hommage an den verstorbenen Schauspieler Klaus Kinski, der ähnliche Charakterzüge aufwies, wie der Protagonist im vorliegenden Werk. Die cholerischen Momente, die Beschimpfungen und Beleidigungen, die zuweilen vulgäre Art und Weise beider Hauptfiguren sollten wahrscheinlich schocken, erzeugten bei mir allerdings eher das gegenteilige Gefühl.

„Es gibt Katastrophen, die brechen aus heiterem Himmel über einen herein, und andere nähern sich langsam und unaufhörlich. Das hier war so eine von den langsamen.“ (Seite 92)

Leider hatte ich stellenweise das Gefühl, einen Groschenroman zu lesen, aber keinen von den Guten, wie ich sie früher wirklich gerne gelesen habe, sondern eher einen, der sich nicht um einen literarischen Anspruch schert und eher auf Schockmomente sowie billige körperliche Reize setzt. So etwas bin ich von der Autorin nicht gewohnt und bleibe enttäuscht zurück. Da half auch die Enthüllung am Ende nichts, die folgende Auflösung konnte ebenfalls nicht mehr retten, was nicht zu retten war. Schade, denn dies habe ich nicht erwartet und nicht gewünscht. Ich hoffe, das nächste Buch wird mich besser unterhalten.

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