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Veröffentlicht am 06.05.2022

quid pro quo

Schreib oder stirb
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David ist Literaturagent und beruflich ziemlich erfolgreich. Als er aus den Nachrichten erfährt, dass ein in einer psychiatrischen Privatklinik eingesperrter Patient behauptet, er hätte vor Monaten ein ...

David ist Literaturagent und beruflich ziemlich erfolgreich. Als er aus den Nachrichten erfährt, dass ein in einer psychiatrischen Privatklinik eingesperrter Patient behauptet, er hätte vor Monaten ein siebenjähriges Mädchen entführt und würde darüber nur mit ihm sprechen wollen, denkt er im ersten Moment an einen Scherz. Er trifft sich mit dem Mann sowie dessen Anwalt und hört sich an, was er zu sagen hat. David soll dem Insassen einen Vorschuss auf ein Buch verschaffen, das dieser noch gar nicht geschrieben hat. Sobald der Vorschuss von einer Million Euro auf das noch zu benennende Konto eingegangen sei, würde der Patient den Aufenthaltsort des Kindes verraten. Falls der Deal platzt, wird das Leben von David zerstört und auch das Kind sterben.

Laut Aussage von Sebastian Fitzek sei dies eine Geschichte, über die man auf der einen Seite herzhaft lachen kann – und beim Umblättern bleibt einem genau dieses Lachen vor Spannung im Halse stecken. Nach dem Zuklappen des Buchdeckels kann ich bestätigen, dass diese Beschreibung hundertprozentig zutreffend ist. Die Story selbst ist ein typischer Fitzek-Thriller, der mit unerwarteten Wendungen überrascht. Aufgelockert wird die Geschichte durch den grandiosen Humor, der sich durch das ganze Buch zieht und mich mehr als einmal dazu gebracht hat, laut aufzulachen. Diese Mischung hat mir sehr gefallen, obwohl ich humorvolle Bücher ansonsten so meide, wie der Teufel das Weihwasser. Das Buch war spannend, der Fall aufregend und die Auflösung schlüssig. Die Hin- und Verweise auf Autoren und Verlage waren göttlich und sorgten für viele Lacher meinerseits. Besser geht es nicht und ich würde mir wünschen, dass die Zusammenarbeit von Fitzek und Beisenherz wiederholt wird. Danke für die wirklich unterhaltsamen Lesestunden, für die ich gerne die volle Punktzahl vergebe.

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Veröffentlicht am 04.05.2022

Hinter den Mauern

Kleine Dinge wie diese
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Der Kohlen- und Holzhändler Bill Furlong lebt mit seiner Frau Eileen und den fünf Töchtern in der Stadt ein gutes Leben. Obwohl er im Jahre 1946 als uneheliches Kind eines minderjährigen Mädchens zur Welt ...

Der Kohlen- und Holzhändler Bill Furlong lebt mit seiner Frau Eileen und den fünf Töchtern in der Stadt ein gutes Leben. Obwohl er im Jahre 1946 als uneheliches Kind eines minderjährigen Mädchens zur Welt kam, ist er fast privilegiert aufgewachsen, weil deren Arbeitgeberin eine herzensgute Frau war. Er hält sich aus allem raus und führt ein gottesfürchtiges Leben, es ist das Jahr 1985. Nur durch Zufall bekommt er Einblick hinter die Mauern des Nonnenklosters am Rande der Stadt und macht im Kohlenschuppen desselben eine verstörende Entdeckung.

Dieses schmale Buch widmet sich einem dunklen Kapitel in der Geschichte Irlands, das fast in Vergessenheit geraten ist, nämlich der Geschichte der Magdalenenheime. So wurden Einrichtungen genannt, in die „gefallene“ Mädchen und Frauen aufgenommen wurden, um ihnen einen Weg zurück zu Gott und in die Gesellschaft zu ermöglichen. Die Realität sah indes ganz anders aus, denn diese mussten beispielsweise Wäsche waschen, gärtnern, Kleidung und Waren herstellen, alles ohne einen Lohn zu erhalten und überwiegend unter schlimmsten Bedingungen. Das letzte Heim dieser Art wurde erst 1996 geschlossen und beendete damit die Qual und das Sterben unzähliger Mädchen und Frauen sowie deren Babys.

Dieses Buch beschäftigt sich mit einem solchen Heim, aber überwiegend geht es um die Frage, wie die Gesellschaft mit dem Wissen um diese Einrichtungen umgeht. Hinschauen oder ignorieren, hinnehmen oder verhindern, helfen oder froh sein, dass man selbst keine Hilfe braucht? Es geht um Güte und um Menschlichkeit, es geht darum, nicht wegzuschauen, auch wenn dies einfacher wäre, als sich einzumischen und damit Ärger zu provozieren. Mit treffenden Worten und in einer eindringlichen Sprache schildert die Autorin die Geschichte von Bill, einem einfachen Kohlen- und Holzhändler, der selbst nicht viel hat und trotzdem seinen Blick nicht abwendet. Die Erzählung ist zurückhaltend und dennoch so kraftvoll, dass es fast weh tut. Volle Punktzahl für dieses kleine Schmuckstück von Buch.

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Veröffentlicht am 02.05.2022

Stürmische Zeiten

Sturmopfer
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Lucy und Daniel leben in einem Haus auf den Klippen an Englands Südwestküste, mit ihren zwei Kindern Fin und Billie führen sie in dem kleinen Städtchen ein glückliches Leben. Als Lucy eines Tages die Nachricht ...

Lucy und Daniel leben in einem Haus auf den Klippen an Englands Südwestküste, mit ihren zwei Kindern Fin und Billie führen sie in dem kleinen Städtchen ein glückliches Leben. Als Lucy eines Tages die Nachricht erhält, dass die Segelyacht der Familie auf dem Meer treibend gefunden wurde, kann sie sich keinen Reim darauf machen, da sie davon ausgeht, dass Fin in der Schule und Billie an der Universität ist, Daniel ist bereits vor Stunden in seine Firma gefahren. Als sich herausstellt, dass alle drei gemeinsam auf der Yacht waren, diese aber beim auffinden verlassen gewesen ist, mobilisiert Lucy alle Kräfte. Die gesamte Stadt ist in Aufruhr und sucht, allerdings braut sich über dem Meer ein Jahrhundersturm zusammen, der erst die Suche erschwert und dann fast unmöglich macht. Als nur eine Person aus dem Wasser gerettet wird, zerbricht Lucys Welt und nichts wird wieder so sein, wie es vorher war.

Die Geschichte fängt langsam und ganz unschuldig an, fast gemächlich und ausschweifend kommen wir zu dem Punkt, an dem klar wird, was passiert sein muss. Die unterschwellige Gefahr ist immer vorhanden, wird aber so unerträglich in die Länge gezogen, dass ich fast nicht mehr glaube, dass es irgendwann mal richtig losgeht. Die ein oder andere Erinnerung zerteilt die Erzählung, einen richtigen Sinn ergibt diese aber noch nicht. Dann gibt es eine Wendung, die mich überrascht und völlig unerwartet ergibt eine der Rückblenden einen Sinn, ich habe einen bestimmten Verdacht, aber gleichzeitig tauchen so viele neue Fragen auf, dass ich unsicher bin, ob dieser zutreffend sein kann.

Das Ganze wird begleitet von einer Spannung, die mich das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. Jedes kleine Fitzelchen an Information wird begleitet von einem neuen Rätsel, vor das der Autor mich stellt, immer wieder wirft er mir einen Teil der Lösung hin, ohne dass ich auch nur einen kleinen Schritt weit einer möglichen Erklärung näher komme. Ich lechze danach und bin unfähig, an etwas anderes auch nur zu denken, so sehr nimmt das Buch mich gefangen. Als ich glaube, dass man das nicht mehr toppen kann, wirft mir der Autor eine Bombe zu, zündet diese genüsslich an und alles, was ich vermutet habe, geht im großen Knall unter. Natürlich war das nicht alles, denn nun geht es erst richtig los. Die Spannung steigt noch weiter und ich kann kaum glauben, wie die Sache ausgeht. Die Auflösung ist nicht das, was ich erwartet habe, deswegen aber nicht minder gut. Das war ein Höllentrip, und zwar ein richtig guter. Volle Punktzahl gibt es von mir und eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 29.04.2022

Mörderisches Lexikon

Bogmail
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Als der Pubbesitzer Tim Roarty Briefe seiner Tochter an den bei ihm angestellten Barmann Eamonn Eales findet, ist ihm klar, dass er schnellstens etwas dagegen unternehmen muss, hat Eales bekanntlich nicht ...

Als der Pubbesitzer Tim Roarty Briefe seiner Tochter an den bei ihm angestellten Barmann Eamonn Eales findet, ist ihm klar, dass er schnellstens etwas dagegen unternehmen muss, hat Eales bekanntlich nicht nur den Ruf eines Frauenverstehers, er ist tatsächlich hinter jedem Frauenrock her, der ihm unter die Augen kommt, und das ziemlich erfolgreich. Leider versagt das von Roarty liebevoll zubereitete Omelette inclusive der Giftpilze kläglich, sodass er bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit mit einem Lexikon zuschlägt. Wider Erwarten ist Eales sofort tot und wird durch Roarty gewissenhaft im Moor entsorgt. Kurze Zeit später bekommt Roarty Post von einem selbsternannten Bogmailer (zusammengesetzt aus bog wie Moor und blackmailer wie Erpresser), der eine hohe Summe wöchentlich auf sein Konto fordert. Roarty muss nun herausfinden, wer von seinen Stammgästen dies sein könnte, um sich auch diesen unauffällig vom Hals schaffen zu können. Dies erweist sich als gar nicht so einfach wie gedacht.

Der Aufdruck auf dem Buch besagt, dass es sich um einen Roman mit Mörder handelt. Dies ist richtig, denn von einem Krimi ist dieses Buch weit entfernt. Zwar war immer wieder mal eine leichte Spannung zu spüren, aber überwiegend verlor sich die Geschichte für mich in Nebensächlichkeiten und Belanglosigkeiten, sodass jeder mögliche Nervenkitzel schnell im Keim erstickt worden ist, was ich sehr schade fand. Immer wieder driftete die Erzählung ab, verlor sich in Nebenschauplätzen und nahm mein Interesse mit. Dabei ist das Grundgerüst solide und der Plot außergewöhnlich; wäre der Autor dabeigeblieben, statt immer wieder neue Komponenten einzubringen, hätte es ein Highlight werden können, denn der Humor war göttlich. Leider gab es hier zu viele fremdländische Wörter, zu viele mir unbekannte Ausdrücke und immer wieder Themen, von denen ich nichts verstand. Die interessanten Abschnitte sind der Grund, warum ich drangeblieben bin, aber bedauerlicherweise reicht es für mich trotzdem nur für eine mittlere Bewertung.

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Veröffentlicht am 27.04.2022

Versteckter Schatz

Waldinneres
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Gottfried Messmer ist erstaunt, als ihn die Zürcher Bank kontaktiert und ihm mitteilt, dass es ein Konto auf den Namen seines verstorbenen Vaters gibt, zu dem ein Schließfach gehört, da sein Vater bereits ...

Gottfried Messmer ist erstaunt, als ihn die Zürcher Bank kontaktiert und ihm mitteilt, dass es ein Konto auf den Namen seines verstorbenen Vaters gibt, zu dem ein Schließfach gehört, da sein Vater bereits seit über vierzig Jahren tot ist. Im Schließfach selbst findet er einen Spazierstock, in dessen Innern ein echtes Bild des Malers Gustav Klimt versteckt ist. Ein Brief des Vaters enthüllt hierzu eine unglaubliche Geschichte, die über siebzig Jahre zurückliegt. Der Vater möchte, dass Gottfried den echten Besitzer des Bildes ausfindig macht, um diesem Stock und Gemälde zu übergeben. Bevor er dies tun kann, fangen einige Personen an, Fragen zu stellen und es gibt Interessenten für das Bild, die alles dafür tun würden, um es in die Finger zu kriegen.

Durch Zufall bin ich auf das Buch aufmerksam geworden und war mir erst nicht sicher, ob ich es lesen will. Der Klappentext ging mir aber einfach nicht mehr aus dem Kopf und auch das Cover selbst finde ich einfach wunderschön. Alles dreht sich um ein Gemälde mit dem Namen Waldinneres. Dieses Bild von Gustav Klimt (1862-1918) existiert tatsächlich, allerdings gehört es nicht zu den populärsten Werken des österreichischen Malers. Anfangs habe ich ein wenig gebraucht, um in die Story reinzufinden. Es gibt immer wieder Zeitsprünge, die ausgefallene und passende Überschriften tragen und zeitlich gekennzeichnet sind, aber zu Beginn half mir das nicht weiter. Diese Sprünge waren verwirrend, ergaben dann aber nach und nach einen Sinn. Plötzlich entfaltete die Geschichte einen unglaublichen Sog, sprang von interessant zu spannend und zwar so mächtig, dass ich zwischendurch nachschauen musste, ob ich den Zusatz Krimi nicht irgendwie übersehen habe. Es geht um Familie, ein Versprechen und Schuld. Der Zweite Weltkrieg und das Thema Raubkunst spielen ebenfalls eine Rolle. Eine tolle Geschichte, die mir spannende Lesestunden beschert und mich sehr begeistert hat. Von mir gibt es fünf Sterne und eine Leseempfehlung.

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