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Veröffentlicht am 04.12.2018

Bedrückend und spannend

... und morgen werde ich dich vermissen
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Der Ex-Polizist Thorkild Aske wird nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis mit der Suche nach einem jungen Mann beauftragt. Rasmus Moritzen hielt sich auf einer verlassenen Leuchtturmwärterinsel auf, ...

Der Ex-Polizist Thorkild Aske wird nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis mit der Suche nach einem jungen Mann beauftragt. Rasmus Moritzen hielt sich auf einer verlassenen Leuchtturmwärterinsel auf, auf der er ein Eventhotel eröffnen wollte. Es heißt, er wäre bei einem Tauchgang verschollen und vermutlich tot, doch seine Eltern wollen die Hoffnung nicht aufgeben. Als Thorkild eine Leiche findet, die nicht Rasmus ist, spitzen sich die Ereignisse zu.

Ich war fasziniert von Thorkild Aske und wollte die Fragen beantwortet haben, die über seinem Charakter hingen. Warum wurde er vom Polizeidienst suspendiert? Warum war er im Gefängnis? Warum ist er so besessen von dem Mädchen Frei? Thorkild ist ein Getriebener, vollgepumpt mit Medikamenten, immer einen Schritt vor dem Abgrund. Dazu die absolut finstere und trostlose Umgebung, in der er nach dem Jungen sucht. Alles ist Verzweiflung … die Umgebung ist grau, der Himmel ist grau, es regnet oder schneit, stürmt und windet. Dazwischen Thorkild mit seinen finsteren Gedanken. Das mochte ich sehr.

Nachdem die Fragen um Askes vorheriges Leben geklärt waren, blieben die Fragen nach dem aktuellen Fall. Wer ist das tote Mädchen – und vor allem: Wo ist Rasmus? Die Auflösung des Falls und alle Zusammenhänge waren für mich eine Überraschung, obwohl ich im Nachhinein dachte, dass man es sich hätte denken können. Der Showdown unter Wasser war spannend und ich machte mir nicht zum ersten Mal Sorgen um Thorkild.

Insgesamt fand ich das Buch spannend und gut erzählt. Ich freue mich auf eine neue Serie rund um Thorkild Aske, die im Januar 2019 mit dem zweiten Teil „Triff mich im Paradies“ fortgesetzt wird. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit Thorkild.

Veröffentlicht am 02.12.2018

Geheimnisse

Der Klang eines Augenblicks
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Britt kommt nach Irland, um mehr über den Tod ihres Vaters vor 20 Jahren zu erfahren. Sie glaubt, dass er ermordet wurde und sucht Declan Connolly auf, der das gleiche Fachgebiet an der Universität hatte ...

Britt kommt nach Irland, um mehr über den Tod ihres Vaters vor 20 Jahren zu erfahren. Sie glaubt, dass er ermordet wurde und sucht Declan Connolly auf, der das gleiche Fachgebiet an der Universität hatte wie ihr Vater. Sie fühlt sich direkt sehr zu ihm hingezogen, muss aber bald erkennen, dass er ein Geheimnis hat. Kann Britt alle Geheimnisse in Irland aufklären und Declan für sich gewinnen?

Britt und der Grund ihrer Anwesenheit in Irland gefielen mir gut. Es gibt spannende Fragen zu klären. Die irischen Familienmitglieder und Freunde Declans schloss ich auch direkt ins Herz, weil alle sehr liebenswert und herzlich miteinander umgehen. Die Annäherung Britts und Declans wurde schön erzählt und ließ mich einem Happy End entgegenfiebern, das aber nicht so leicht zu erreichen war. Der Tod von Britts Vater spielte dabei eine eher untergeordnete Rolle und die Aufklärung war mir am Ende ein wenig zu banal bzw. zu sehr aufgebauscht. Ich hielt sie irgendwie für wenig nachvollziehbar, aber es war schon okay. Die Liebesgeschichte zwischen Britt und Declan fand ich schön erzählt und auch die Geschehnisse rund um die Familie habe ich gerne gelesen.

Am Anfang hat mich die wörtliche Rede ein bisschen genervt, weil ich die Gespräche der Charaktere irgendwie unschön fand, sie fühlten sich für mich gekünstelt und falsch an, aber das hat sich dann schnell gelegt. Was mich bis zum Ende gestört, ja regelrecht genervt hat, war, wenn Declans Eltern ihre Tochter im Gespräch immer „Tochter“ nannten, also wenn sie sagten: „Das habe ich nicht so gemeint, Tochter.“ Ich meine, wer redet denn so miteinander? Darüber bin ich von Anfang bis Ende des Buches gestolpert.

Insgesamt habe ich die Geschichte gerne gelesen und verfolgte Britt und Declan gerne bei ihren Bemühungen, ein gemeinsames Leben miteinander zu führen. Schön!

Veröffentlicht am 01.12.2018

Reise in die Vergangenheit

Hypoxie
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Emilia erhält einen Brief, in dem sie vom Tod ihres Onkels in Portugal unterrichtet wird. Obwohl sie sich nicht an den Mann erinnern kann, entschließt sie sich, zusammen mit ihrem Freund Lukas eine Reise ...

Emilia erhält einen Brief, in dem sie vom Tod ihres Onkels in Portugal unterrichtet wird. Obwohl sie sich nicht an den Mann erinnern kann, entschließt sie sich, zusammen mit ihrem Freund Lukas eine Reise nach Portugal zur Beerdigung zu unternehmen. Ein Roadtrip beginnt, bei dem mehr ans Tageslicht kommt, als Emilia lieb sein kann.

Ich mochte Emilia und Lukas. Ihre abenteuerliche Reise im Bully von Hamburg nach Portugal habe ich sehr gerne begleitet. Während zunächst Urlaubsstimmung den Ton des Buches ausmachte, begann schon kurz nach der Ankunft der beiden in Portugal mein Unbehagen. Schnell war klar, dass Emilia Dinge verdrängt, die nun mehr und mehr Raum einnehmen. Ihre Veränderung faszinierte mich, aber auch meine Sorge um die beiden wuchs.

Die Geschichte lebt dabei eher von Andeutungen, in die der Leser Dinge hineininterpretieren kann. Man kann nie sicher sein, ob wirklich Gefahr von Emilia ausgeht. Die Reise bleibt weiter ein Erlebnisbericht, auch wenn unterschwellig Angst erzeugt wird.

Am Ende hätte ich mir mehr Klarheit über die Ereignisse im früheren Leben von Emilia gewünscht, aber auch so bleibt es eine gut erzählte und spannende Geschichte, die beim Lesen Unbehagen erzeugt.

Insgesamt ist es ein gut erzählter, spannender Roadtrip-Thriller, den ich gerne gelesen habe.

Veröffentlicht am 29.11.2018

Sei du selbst!

Lotti und Otto (Band 1)
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Das Kinderbuch „Lotti & Otto“ erzählt die Geschichte der Otterkinder Lotti und Otto, die sich im Ferienlager kennenlernen. Während Otto gerne backt und näht, tollt das Ottermädchen Lotti gerne draußen ...

Das Kinderbuch „Lotti & Otto“ erzählt die Geschichte der Otterkinder Lotti und Otto, die sich im Ferienlager kennenlernen. Während Otto gerne backt und näht, tollt das Ottermädchen Lotti gerne draußen herum und fängt Fische. Aber sollte es nicht andersherum sein?

Jungssachen, Mädchenkram … eigentlich ist es doch vollkommen egal, womit sich Kinder beschäftigen. Schon das Cover dieses wunderschön illustrierten Kinderbuchs zeigt, dass Mädchen genauso gut angeln und Jungs auch Blumenketten mögen dürfen. Auch der Titel „Lotti & Otto – Eine Geschichte über Jungssachen und Mädchenkram“ sagt direkt aus, worum es in dem Buch geht.

Und die Geschichte ist sehr niedlich. Unterstützt durch die wunderschönen Illustrationen von Carola Sieverding hat Collien Ulmen-Fernandes ein wichtiges Thema in einer lustigen kleinen Geschichte verpackt. Die Otterkinder und alle anderen Figuren sind gut getroffen und die Geschichte räumt mit Rollenklischees auf.

Eine süße Geschichte, die aufzeigt, dass jeder so sein soll wie er ist. Lasst euch nicht verbiegen und steht zu euch, das ist die Botschaft, die sehr wichtig ist. Wirklich schön!

Veröffentlicht am 29.11.2018

Vergebung

Nur einen Horizont entfernt
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Die Fernsehmoderatorin Hannah Farr erhält einen Brief mit zwei Kieselsteinen, den ihr eine Widersacherin und Mobberin ihrer Schulzeit mit der Bitte um Vergebung zusendet. Während Hannah noch überlegt, ...

Die Fernsehmoderatorin Hannah Farr erhält einen Brief mit zwei Kieselsteinen, den ihr eine Widersacherin und Mobberin ihrer Schulzeit mit der Bitte um Vergebung zusendet. Während Hannah noch überlegt, ob sie die Geste annehmen soll, wird ihr klar, dass auch sie selbst Grund hat, sich bei einem Menschen aus ihrer Vergangenheit zu entschuldigen: Ihre Mutter.

Dieses Buch lässt mich ehrlich gesagt zwiespältig zurück. Zum einen mochte ich die Idee hinter den Kieselsteinen, die als Zeichen der Bürde und der Bitte um Verzeihung stehen. Daher erhoffte ich mir eine zu Herzen gehende Geschichte, die ich aber nur in Teilen bekam. Zuerst störte es mich, dass gefühlt jeder in Hannahs Umfeld ein so schlimmes Geheimnis mit sich herumträgt, das an die Öffentlichkeit gezerrt werden muss, um Vergebung zu erlangen. Denn mal ehrlich, wie viele Leute kennt jeder von uns, die in ihrer Vergangenheit etwas so Schlimmes gemacht haben, dass sie Kieselsteine mit der Bitte um Vergebung durch die Welt schicken müssen. Wie gesagt: In Hannahs Umfeld war es gefühlt jeder, was ich sehr unrealistisch fand. Als nächstes störte mich Hannahs Art. Sie – die toughe Fernsehmoderatorin, die mit dem Bürgermeister von New Orleans liiert ist – war dermaßen naiv, dass ich oft nur fassungslos den Kopf schütteln konnte. Wie sie sich von ihrer karriereorientierten neuen (natürlich jüngeren und hübscheren) Kollegin an der Nase herumführen lässt, wie sie sich von ihrem Freund Michael, dem Bürgermeister, hinhalten lässt und als einzigen Tipp in Bezug auf ihre Mutter (die sie seit 20 Jahren nicht gesehen hat) bekam, dass sie es nicht an die Öffentlichkeit zerren soll, weil es seinem Ansehen schaden könnte, das hat mich einfach so wahnsinnig gestört, weil Hannah eigentlich ein netter und kompetenter Mensch zu sein schien.

Leider geriet auch das Wiedersehen mit ihrer Mutter und die lange fällige Versöhnung ein bisschen zum Nebenschauplatz und berührte mich deshalb nicht mehr so sehr. Hier hatte ich einfach viel mehr Gefühl und Schönes erwartet, das ich leider nicht bekam. Nachdem ich „Morgen kommt ein neuer Himmel“ der Autorin verschlungen habe und dabei auch ein paar Tränen weinte, konnte mich diese Geschichte leider nicht überzeugen.

Insgesamt eine Geschichte mit einer wunderschönen Grundidee. Die Umsetzung fand ich leider nicht so gelungen.