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Veröffentlicht am 02.04.2019

Lotte in Berlin

Grüne Gurken
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Lotte ist neu in Berlin. Frisch umgezogen mit ihren Eltern aus einem kleinen Dorf in Hessen. Sie will Berlin nicht mögen, wird aber schnell hineingezogen in ihren Kiez und die Menschen dort. Zum Beispiel ...

Lotte ist neu in Berlin. Frisch umgezogen mit ihren Eltern aus einem kleinen Dorf in Hessen. Sie will Berlin nicht mögen, wird aber schnell hineingezogen in ihren Kiez und die Menschen dort. Zum Beispiel Yunus, dem Betreiber des Kiosk ihrem Haus gegenüber, der sie einfach mal so als Verkäuferin einstellt, als er schnell weg muss, und dessen Freundin Miri, die alles ist, was Lotte mal sein will. Und dann ist da ja auch noch der Junge, der jeden Montag 10 saure Grüne Gurken kauft. Vincent von Grüne Gurken, wie Lotte ihn nennt. Und plötzlich ist Berlin gar nicht mehr so doof!

Lotte ist herrlich. Ich mochte ihre selbstironische Art und ihre Tollpatschigkeit. Ihre Eltern, schon aus Familientradition Mitglieder in einem Club für Hochbegabte, erhoffen sich immer noch, dass Lotte das Familienerbe antritt, was aber nicht sehr wahrscheinlich ist. Die Aufenthalte im Kiosk von Yunus fand ich toll, Yunus, Miri und die Geschichten rund um den Kiosk fesselnd und gut unterhaltend. Das Kennenlernen von Vincent von Grüne Gurken, der eigentlich Luke heißt und hinter dessen Einkauf der sauren Leckereien eine ganz eigene Geschichte steckt, bringt Lotte die erste Liebe ein, während ihre Eltern einsehen müssen, dass ihre Tochter einen eigenen Kopf hat.

Das Buch hat mir Spaß gemacht, weil Lotte so herrlich ironisch und voller Inbrunst über ihre Missgeschicke redet, Statistiken erstellt und sich Hals über Kopf in eine Liebesgeschichte stürzt. Süß geschrieben und erzählt!

Veröffentlicht am 01.04.2019

Ein Telefongespräch

Kaschmirgefühl
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Gottlieb ruft Marie an. Sie inseriert eine Sex-Hotline in der Zeitung und er ruft sie an, um sich mit ihr zu unterhalten. Er erzählt ihr die tragische Geschichte von sich und einem Lottogewinn, dem Treffen ...

Gottlieb ruft Marie an. Sie inseriert eine Sex-Hotline in der Zeitung und er ruft sie an, um sich mit ihr zu unterhalten. Er erzählt ihr die tragische Geschichte von sich und einem Lottogewinn, dem Treffen mit einer jungen Selbstmörderin und anderen tragischen Ereignissen seines Lebens. Sie hört ihm zu, zunächst misstrauisch, doch immer neugieriger darauf, wie die Geschichte enden wird.

Die Geschichte wird über dieses mehrmals unterbrochene Telefongespräch erzählt, dass sich von 20.15 Uhr bis 05.46 Uhr abspielt. Wir sind live dabei, wie sich Gottlieb, der sich zuerst als Joe vorstellt, mit Marie spricht, die in ihm zunächst einen gewöhnlichen Kunden vermutet, aber sich immer mehr auf ein tieferes Gespräch einlässt. Das hat mich fasziniert, denn die Geschichte erzählt sich nur durch die Unterhaltung der beiden.

Mehr und mehr ließ mich allerdings Gottliebs Erzählungen am Wahrheitsgehalt seiner Geschichte zweifeln. Zu viele wirklich merkwürdige Vorfälle bei seinem Kennenlernen mit der jungen Frau namens Marie ließen mich innerlich aufstöhnen und zweifelnd den Kopf schütteln. Das hat mir die Geschichte ein wenig madig gemacht, auch wenn ich an der Auflösung interessiert war. Am Schluss wird zwar alles aufgelöst, doch die Geschichte nahm mich nicht von Anfang bis Ende mit.

Eine interessant erzählte Geschichte , die allerdings mit ihren 188 Seiten, auf denen nur das Gespräch zwischen Gottlieb und Marie aufgeführt ist, sehr schnell zu lesen ist. Durch die unglaubwürdige Geschichte, die Gottlieb erzählt, fühlte ich mich allerdings ein wenig veräppelt. Geht so.

Veröffentlicht am 01.04.2019

Amor auf vier Pfoten

Eine Samtpfote zum Verlieben
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Jamie ist mit ihrem Kater nach Los Angeles umgezogen und lebt in einem kleinen Haus am Storybrook Court. Schnell lebt sich Jamie in der neuen Umgebung ein und lernt nach und nach ihre Nachbarn kennen. ...

Jamie ist mit ihrem Kater nach Los Angeles umgezogen und lebt in einem kleinen Haus am Storybrook Court. Schnell lebt sich Jamie in der neuen Umgebung ein und lernt nach und nach ihre Nachbarn kennen. Und auch Mac – eigentlich MacGyver und ein Hauskater – findet Wege, sich in der neuen Umgebung umzusehen. Denn er riecht, dass viele Menschen seine Hilfe brauchen, denn sie sind einsam und brauchen Unterstützung dabei, glücklich zu werden. Er heckt einen Plan aus, der das Viertel ziemlich durcheinander bringt.

MacGyver ist ein toller Kater und für mich als Katzenmensch sehr unterhaltend. Viele Verhaltensweisen erkannte ich aus meinen Jahren, die ich mit Katzen verbracht habe, wieder. Ich mochte es, wie er durch die Nachbarschaft stromert und versucht, die Leute in seiner Umgebung – vor allem seine Jamie – glücklich zu machen. Die Kapitel aus der Sicht von Mac brachten mich zum Schmunzeln, denn die Sicht des Katers auf uns Menschen und auf Hunde fand ich sehr lustig. Obwohl einige „Kunststücke“, die Mac vollbrachte, ein bisschen übertrieben auf mich wirkten, fand ich das Ergebnis so amüsant, dass ich über die – meiner Meinung nach – Unmöglichkeit hinweg sehen konnte.

Die von Mac angestoßene Freundschaft zwischen seiner Jamie und dem in der Nachbarschaft lebenden verwitweten David fand ich sehr schön. Überhaupt waren die Menschen in dem Roman herrlich durchgeknallt und ich fühlte mich oft wie in einem Hollywoodfilm, der in einer besonderen Nachbarschaft spielte.

Das Buch hat mich gut unterhalten und ich begleitete Mac gerne bei seinen nächtlichen Diebestouren, genau so gerne wie ich die Menschen um ihn herum bei ihren Bemühungen begleitete glücklich zu werden. Süße Unterhaltung nicht nur für Katzenfans!

Veröffentlicht am 30.03.2019

Wenn Wünsche in Erfüllung gehen

Vom Himmel zum Meer
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Die Waise Agnes Martin ist 21 und muss das Waisenhaus im Elsass verlassen, um als Gesellschafterin bei der Pfarrerswitwe Tilly Bevenkamp zu leben. Als die Cholera in Hamburg ausbricht, fliehen die Frauen ...

Die Waise Agnes Martin ist 21 und muss das Waisenhaus im Elsass verlassen, um als Gesellschafterin bei der Pfarrerswitwe Tilly Bevenkamp zu leben. Als die Cholera in Hamburg ausbricht, fliehen die Frauen mit Kindern, die unter der Obhut des örtlichen Pfarrers stehen, in eine kleine Kate an der Ostsee. Um sich und die Kinder ernähren zu können, verkauft Agnes Selbstgebackenes an reiche Sommerfrischler. Als sie in der Nähe der Kate ein verlassenes Herrenhaus entdeckt, beschließt sie, die große Küche dort zu benutzen, um mehr Leckereien herstellen zu können. Doch das gefällt nicht jedem, schon gar nicht den Eigentümern des Herrenhauses.

Obwohl ich nicht regelmäßig historische Romane lese, sprach mich hier direkt der Klappentext an. Ich wollte Agnes und Tilly unbedingt bei ihrer Reise an die Ostsee begleiten … und kann nur sagen: zum Glück. Der Roman ist toll und ich liebte die starken Frauen in diesem Buch. Agnes ergibt sich nicht, wenn es schwierig wird, sondern stellt sich den Herausforderungen und findet immer einen Ausweg. Das mochte ich sehr. Auch Tilly ist eine starke Persönlichkeit, die in ihrer Jugend schlimmes erlebt hat und nicht gerne zurück in der kleinen Kate ist. Doch sie unterstützt Agnes und hilft ihr mit den Kindern. Auch die Liebesgeschichte in dem Buch ist sehr schön erzählt. Der Sohn der Eigentümer des Herrenhauses, Benjamin von Reiker, läuft Agnes ständig über den Weg und schleicht sich mehr und mehr in ihr Herz … auch das war sehr schön zu lesen.

Ein historischer Roman über starke Frauen, den ich sehr gerne gelesen habe. Eine klare Leseempfehlung von mir!

Veröffentlicht am 29.03.2019

Eine Reise zu sich selbst

Und plötzlich Liebe
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Maja lebt ihr kleines Leben als Angestellte eines Reisebüros, mit ihrem Freund Stephan zusammen in einer Wohnung. Alles hat seinen Platz, alles hat seine Ordnung. Doch Maja hat ein Problem, denn sie kann ...

Maja lebt ihr kleines Leben als Angestellte eines Reisebüros, mit ihrem Freund Stephan zusammen in einer Wohnung. Alles hat seinen Platz, alles hat seine Ordnung. Doch Maja hat ein Problem, denn sie kann einfach nicht Nein sagen und wird so von allen ausgenutzt. Als ihre Chefin sie auf eine Reise nach Südamerika schickt, ist die mit Flugangst gestrafte Maja fix und fertig. Doch das Abenteuer, in das sie sich stürzen muss, zeigt ihr auch, dass sie stärker ist als alle denken.

Ich mochte Maja, auch wenn ich über ihre Naivität oft den Kopf schüttelte. Wie sie sich von allen ausnutzen lässt, hat mich total geärgert. Ihre Chefin, die mal eben so über ihr Leben bestimmt, ihre sogenannten Freundinnen, die ihr ständig über den Mund fahren, ihr gar keine Gelegenheit geben, mal Nein zu sagen, wenn sie wieder mal ihre Kinder bei ihr abladen, um ins Spa zu gehen, denn das Kindermädchen hat sich krank gemeldet. Ich fand es furchtbar. Ja, ich kenne auch solche Leute, die immer und überall helfen, und ich selbst bin auch jemand, der gerne mal einspringt, wenn jemand in der Familie oder im Freundeskreis Hilfe benötigt, aber ich ziehe eine Grenze, wenn ich merke, dass ich ausgenutzt werde. Und das hätte Maja auch mal gut getan.

Fand ich ihre Art und die Art, wie alle mit ihr umgehen, am Anfang noch witzig, hat es mich im Laufe des Buches doch etwas genervt. Besonders negativ ist mir aufgestoßen, als Maja ihre Reise nach Südamerika antritt und es nicht schafft (ich meine: Hallo, sie ist Angestellte in einem Reisebüro, bei der ich wohl lieber keine Reise buchen würde!) die Reise so zu buchen, dass sie auch nach der Ankunft in einem Hotel unterkommt. Das mochte ich nicht. Und auch Nilo, der Tourguide, mit dem sie sich treffen muss, und der mit seiner schleimigen Art irgendwie widerlich rüberkam, habe ich nicht gemocht. Und ich mochte nicht, dass Maja zu ihm nicht einfach Nein sagen konnte, obwohl klar war, dass ihre Chefin sie auf diese Reise geschickt hat, obwohl der Deal gar nicht zustande kommen sollte.

Na ja, insgesamt fand ich Majas Geschichte schon irgendwie witzig, aber über weite Strecken nervte mich ihre Art dann halt doch sehr. Eine Sommerlektüre, die ich ganz nett fand, aber leider nicht mehr!