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Veröffentlicht am 17.02.2019

Nachkriegszeit in Köln

Der Hunger der Lebenden (Friederike Matthée ermittelt 2)
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Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln ermittelt in dem Mordfall an einer ehemaligen Kollegin. Die Frau wurde im Bergischen Land auf ihrem Hof erschossen. Im Krieg war sie für die Einweisung ...

Friederike Matthée von der Weiblichen Polizei in Köln ermittelt in dem Mordfall an einer ehemaligen Kollegin. Die Frau wurde im Bergischen Land auf ihrem Hof erschossen. Im Krieg war sie für die Einweisung von jungen Mädchen in ein Schutzlager verantwortlich, wo die Kinder misshandelt wurden. Als eine junge Frau festgenommen wird, die eins der eingewiesenen Mädchen war, glaubt Friederike nicht an deren Schuld. Sie ermittelt weiter. Gleichzeitig ist Lieutenant Davies von der englischen Militärpolizei mit dem Fall der Ermordung von drei englischen Soldaten befasst, der ebenfalls im Bergischen Land stattgefunden hat. Hängen die Fälle irgendwie zusammen?

Schon den ersten Teil der Reihe (Echo der Toten) fand ich toll, weil er das Leben im ausgebombten Köln der Nachkriegszeit in lebendigen Bildern erzählte. Auch die Probleme der Überlebenden in den Ruinen konnte ich nachvollziehen und verstehen. Da ich in der Nähe von Köln lebe, sind mir auch die Handlungsorte bekannt, was die Romane für mich noch mal lebendiger macht.

Auch der neue Fall ist interessant. Er führt Davies und Friederike ins Bergische Land und beschreibt auch Friederikes Leben in Köln. Ein bisschen gestört hat mich, dass Davies und Friederike nicht von Anfang an zusammenarbeiten, sondern nur Friederike in dem Mordfall ermittelte. Für mich nahm das Buch Fahrt auf, als Friederike und Davies endlich wieder zusammenarbeiten konnten. Ich mag die Gefühle zwischen den beiden und hoffte darauf, dass sie endlich zusammenkommen könnten. Auch Friederikes persönliche Verbindung zu dem Fall hat mir gefallen, auch wenn ich nicht wollte, dass der Fall sich so lösen würde.

Wieder ein guter Fall für Friederike und Richard Davies. Gerne möchte ich mehr von den beiden lesen.

Veröffentlicht am 15.02.2019

Jack the Ripper is back

Dunkle Gebete - Lacey Flint 1
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Als die Detective-Anwärterin Lacey Flint eine Frau auffindet, die brutal niedergestochen wurde und kurz vor Eintreffen der Rettungssanitäter stirbt, beginnt in London eine Mordserie, die die Morde von ...

Als die Detective-Anwärterin Lacey Flint eine Frau auffindet, die brutal niedergestochen wurde und kurz vor Eintreffen der Rettungssanitäter stirbt, beginnt in London eine Mordserie, die die Morde von Jack the Ripper zu imitieren scheint. Obwohl Lacey auf ihrer eigenen Wache beurlaubt ist, nimmt sie die Leiterin der Ermittlungen in den Morden in ihr Team auf. Und Lacey ahnt zunächst nicht, dass der Fall sehr persönlich werden wird, weil Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit ans Licht zu kommen drohen.

„Dunkle Gebete“ ist der Auftakt zu der Lacey Flint-Reihe … und ich muss sagen, dass mir das Buch sehr gut gefallen hat. Lacey ist eine toughe Polizistin, bei der man als Leser schnell erkennt, dass sie einige Geheimnisse vor ihren Kollegen hat. Da ich für mich schnell ausgeschlossen habe, dass sie etwas mit den brutalen Morden zu tun hat, war mir klar, dass die Morde etwas mit ihrer Vergangenheit zu tun haben müssen. Die ganze Wahrheit hat mich am Ende wirklich überrascht. Gut dargestellt fand ich die Interaktion zwischen Lacey und ihrer neuen Chefin sowie dem Undercoverpolizisten Mark Joesbury. Allein für das Verhältnis zwischen Lacey und Mark würde ich einen weiteren Teil der Reihe lesen, denn die beiden sind für mich das ideale Paar, obwohl sie es selbst nicht so richtig merken.

Ein guter Thriller, den ich gerne gelesen habe. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Bücher um Lacey lesen. Spannend!

Veröffentlicht am 13.02.2019

Weil die Liebe immer gewinnt. Immer.

All In - Zwei Versprechen
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Nach Jonah versinkt Kacey in Trauer, verlässt Las Vegas und zieht nach New Orleans. Sie tritt solo in kleinen Clubs auf und betäubt ihren Schmerz mit Alkohol. Bis Theo – alarmiert von einem Barkeeper in ...

Nach Jonah versinkt Kacey in Trauer, verlässt Las Vegas und zieht nach New Orleans. Sie tritt solo in kleinen Clubs auf und betäubt ihren Schmerz mit Alkohol. Bis Theo – alarmiert von einem Barkeeper in einem der Clubs, in denen Kacey auftritt – bei ihr auftaucht und ihr hilft, ihre Trauer ohne den Alkohol zu bewältigen. Und es entwickelt sich eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Und da sind ja auch noch die Versprechen, die beide Jonah geben mussten.

Schon den ersten Teil der Reihe (All In: Tausend Augenblicke) fand ich wirklich schön, weil er sich erfreulich von den zuletzt beliebten Serien abhebt. Das Thema ist ein trauriges, das aber von der Schriftstellerin super umgesetzt wurde. Ich habe schon im ersten Teil mit Theo und Kacey gelitten und war sehr gespannt, wie es mit ihnen weitergeht. Ihre Beziehung in diesem Teil ist wunderschön erzählt und ließ mich mitfiebern, wann sie endlich ihre Liebe zueinander eingestehen würden.

Das Buch versöhnt mit dem schrecklichen Ende des ersten Teils, weil die Liebe gewinnt und die Trauer um Jonah vergeht, ohne dass die Liebe von Theo und Kacey zu ihm weniger wird. Das hat mir gefallen. Auch die Reaktionen aller um die beiden fand ich realistisch und gut erzählt.

Die All-In-Bücher sind eine sehr schön erzählte Liebesgeschichte mit drei tollen Protagonisten, die ich gerne begleitet habe … weil die Liebe immer gewinnt!

Veröffentlicht am 12.02.2019

Überlebenskampf

Davor und Danach
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Mhairi ist 14 und allein. In einer Welt, in der nichts mehr so ist wie davor. Im Danach. Sie hat nichts, außer den Sachen, die sie im Leib trägt, einer Wasserflasche, Papieren, die sie als 14jährige Schottin ...

Mhairi ist 14 und allein. In einer Welt, in der nichts mehr so ist wie davor. Im Danach. Sie hat nichts, außer den Sachen, die sie im Leib trägt, einer Wasserflasche, Papieren, die sie als 14jährige Schottin ausweisen, und einer Pistole ohne Patronen. Und sie versucht, die schottische Insel zu erreichen, auf der ihre Großmutter lebt. Bis sie einen kleinen Jungen trifft, dem sie eigentlich nicht helfen will, nicht helfen kann.

Die Welt steht am Abgrund. Nichts ist mehr wie es war. Die Grenzen zu Ländern, in denen es noch Ressourcen gibt, sind dicht. Und Mhairi versucht, den Weg nach Hause zu finden. Als das Davor unterging, war sie mit ihren Eltern im Sudan. Alle Erlebnisse auf dem Weg nach Hause hat Mhairi hinter einer dicken Mauer verborgen, der FESTUNG. Und sie kämpft. Das hat mich beeindruckt. Dieses 14jährige Mädchen, das kämpft, schlau ist und so viele Gedanken hat. Ein Mädchen, das weiß, dass der kleine Junge keine Chance hat, weil er ein Illegaler ist, das ihn aber trotzdem nicht sich selbst überlassen kann.

Bis zu einem gewissen Punkt etwa zur Hälfte des Buches habe ich die Geschichte gerne gelesen. Der Schreibstil, der anders ist, abgehackt, weil er Mhairis Gedanken widerspiegelt, bis zu dem Punkt, wenn sie die FESTUNG aktiviert, so dass ein Teil der Geschichte immer im Dunkeln bleibt, hat mir gefallen, weil sich der Leser seine eigenen Gedanken machen muss über das, was mit ihren Eltern und Begleitern passiert ist.

Dann kippte die Geschichte für mich. Ab der Flucht aus dem Lager folgte ich Mhairi und ihrem kleinen Begleiter nur noch widerwillig bis zum trostlosen Ende, das aber zur Geschichte passt, die die Welt in trostlosen Bildern zeigt.

Trotz des tollen Beginns am Ende leider nur eine durchschnittliche Geschichte.

Veröffentlicht am 11.02.2019

Der Liebe eine Chance geben

Sie dürfen den Nachbarn jetzt küssen
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Die Scheidungsanwältin Victoria Slade verkauft ihr Haus und mietet vorübergehend eine Wohnung in demselben Haus, in dem der Journalist Ford Dixon wohnt. Schnell erkennen beide, dass sie sich zueinander ...

Die Scheidungsanwältin Victoria Slade verkauft ihr Haus und mietet vorübergehend eine Wohnung in demselben Haus, in dem der Journalist Ford Dixon wohnt. Schnell erkennen beide, dass sie sich zueinander hingezogen fühlen. Doch beide sind eigentlich nicht an einer festen Beziehung interessiert. Doch wie so oft, kommt es anders als erwartet.

Ich liebe die Anwalts-Reihe von Julie James, weil sie es immer schafft, witzige und leidenschaftliche Beziehungsgeschichten zu erzählen. Das ist auch hier so. Victoria und Ford sind witzig und ihre Wortgefechte brachten mich mehr als einmal zum Lachen. Auch ihre Beziehung ist schön erzählt und ich litt mit ihnen, als sie sich wegen Victorias Ängsten getrennt haben. Die Rahmengeschichte ist hier eher nebensächlich, auch wenn Fords Schwester und ihr Problem, den Vater ihrer kleinen Tochter wiederzufinden, sich schön in die Geschichte einfügen.

Das Buch hat mir wieder sehr viel Spaß gemacht, auch weil einige alte Bekannte aus vorangehenden Teilen der Reihe eine kleine Rolle gespielt haben. Daumen hoch für die schöne Nachbarschaftsgeschichte!