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Veröffentlicht am 06.09.2022

Es wird persönlich

Wer mit den Toten spricht
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Nachdem Cassie Raven erfahren hat, dass ihr Vater vor vielen Jahren ihre Mutter ermordet hat und seitdem im Gefängnis sitzt, taucht dieser plötzlich bei ihr auf und beteuert seine Unschuld. Voller Zweifel ...

Nachdem Cassie Raven erfahren hat, dass ihr Vater vor vielen Jahren ihre Mutter ermordet hat und seitdem im Gefängnis sitzt, taucht dieser plötzlich bei ihr auf und beteuert seine Unschuld. Voller Zweifel begibt sich Cassie auf Spurensuche und erfährt einmal mehr Hilfe von Phyllida Flyte, die selbst mit den Geistern der Vergangenheit zu kämpfen hat.
Der zweite Teil der Reihe ist sehr persönlich. Wir bekommen tiefe Einblicke in die Vergangenheit von Cassie Raven und Phyllida Flyte, die einige der Fragen über die ungleichen Frauen beantworten, die sich bereits im ersten Teil stellten.
Spannend und emotionsgeladen gestalten sich die privaten und inoffiziellen Ermittlungen von Cassie und Flyte, begleitet von dem nicht minder fesselnden Fall eines toten Jugendlichen, den Cassie 'auf den Tisch' bekommen hat und dessen Tot Rätsel aufgibt.
Die ungewöhnliche Protagonistin macht diese Reihe zu etwas besonderem, und ihre Zwiesprache mit den Toten, die manchmal zu ihr zu sprechen zu scheinen, verleiht den Büchern eine individuelle geheimnisvolle Aura.
Einzig die zu oft wiederholten Beschreibungen von Camden und dem Kanalweg, den Cassie ein ums andere Mal entlanggeht, bremsen die Handlung unnötig aus, was dem Unterhaltungswert des Buches am Ende aber keinen Abbruch tut.

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Veröffentlicht am 05.09.2022

Ungleiches Ermittlerteam

Bruch: Ein dunkler Ort
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Nicole Schauer kommt als neue Partnerin für Ermittler Felix Bruch nach Dresden. Doch so hatte sie sich ihre neue Dienststelle nicht vorgestellt: Bruch ist mehr als wortkarg, emotionslos und undurchschaubar. ...

Nicole Schauer kommt als neue Partnerin für Ermittler Felix Bruch nach Dresden. Doch so hatte sie sich ihre neue Dienststelle nicht vorgestellt: Bruch ist mehr als wortkarg, emotionslos und undurchschaubar. Irgendetwas kann man mit diesem Mann einfach nicht stimmen, der Schauer an den Rande des Wahnsinns treibt. Und die Ermittlungen gestalten sich als ebenso schwierig: nach dem Verschwinden eines zwölfjährigen Mädchens stoßen Schauer und Bruch bei den Angehörigen und Nachbarn entweder auf Schweigen oder auf abergläubische Andeutungen. Was geht auf dem verfallenen Hof vor sich, auf dem sich die Kinder herumgetrieben haben? Spukt es dort wirklich?
Je weiter der Fall voranschreitet, desto weniger ist sich Schauer ihrer Beobachtungen sicher, und Bruch ist wahrlich keine große Hilfe.
Grandios stellt der Autor das neue Ermittlerteam vor: die emotionsgeladene Nicole Schauer und Felix Bruch, dem Gefühle fremd zu sein scheinen und der fast schon wie ein Roboter spricht und handelt. Der Fall des verschwundenen Mädchens und die Spurensuche auf dem unheimlichen Hof bieten die perfekte Kulisse, um das Zusammenspiel oder eher Zusammenraufen von Schauer und Bruch zu präsentieren, ihre Schwächen, aber auch Stärken auszuloten.
Abgesehen von ein paar Längen ein absolut fesselnder und origineller Krimi-Auftakt, der Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 18.08.2022

Erschütternd

Denk ich an Kiew
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Wie viele historische Romane wird das Buch in zwei Zeitebenen erzählt: da ist die Geschichte von Cassie in 2004, die nach dem Tod ihres Mannes den Lebensmut verliert und schließlich von ihrer Mutter nach ...

Wie viele historische Romane wird das Buch in zwei Zeitebenen erzählt: da ist die Geschichte von Cassie in 2004, die nach dem Tod ihres Mannes den Lebensmut verliert und schließlich von ihrer Mutter nach Hause geholt wird, wo sie mit ihrer kleinen Tochter Birdie bei der Großmutter Bobby leben und sich um diese kümmern soll. Tatsächlich aber handelt das Buch von Bobbys Geschichte, die im Jahre 1930 in der Ukraine begann und die schreckliche Zeit des Holodomors beschreibt. Bobbys, bzw. Katjas, wie sie eigentlich heißt, Geschichte ist überwältigend ergreifend und die Gräueltaten der damaligen Zeit sind fast unvorstellbar. Anfangs fand ich Cassies Geschichte viel zu seicht, das selbstverständliche Auftauchen von Nick, mit dem sich eine Romanze anbahnt, zu gefällig und vorhersehbar. Andererseits boten diese Kapitel eine willkommene, wenn nicht gar notwendige Pause von den unfassbaren Schrecken, die Katja erleben musste. Daher bin ich letztendlich froh, dass die Geschichte in Romanform geschrieben wurde: zum einen, weil ich sie sonst zugegebenermaßen gar nicht erst zur Hand genommen hätte, zum anderen, da sie sehr persönlich das Schicksal einer Familie beschreibt und somit für mich viel greifbarer und verständlicher ist als eine reine Dokumentation. So wurde mir ein weiteres bislang wenig bekanntes, aber wichtiges geschichtliches Kapitel nahe gebracht, und dafür bin ich dankbar.
Wie die Autorin schreibt, fällt die Veröffentlichung zufällig und leider in die jetzige Zeit, was zeigt, dass sich Geschichte einmal mehr in all ihren Facetten wiederholt.

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Veröffentlicht am 17.08.2022

Historisches Abenteuer

Matrix
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Liest sich über weite Strecken wie ein historischer Abenteuerroman, der nur ab und an durch Maries traumartige Visionen unterbrochen wird. Dabei sind die handlungsbasierten Kapitel, in denen 'etwas passiert', ...

Liest sich über weite Strecken wie ein historischer Abenteuerroman, der nur ab und an durch Maries traumartige Visionen unterbrochen wird. Dabei sind die handlungsbasierten Kapitel, in denen 'etwas passiert', wesentlich spannender als die Abschnitte, in denen Maries Gedanken und Gefühle - meiner Meinung nach zu wiederholend - beschrieben werden. Interessant war allerdings Maries Entwicklung, denn im Laufe der Jahre hat sie neben ihrer ohnehin beeindruckenden körperlichen Kraft eine unglaubliche Willensstärke erlangt.
Inwieweit das Buch historische Fakten korrekt wiedergibt mag und will ich nicht beurteilen, da mir das nötige Hintergrundwissen fehlt. Ob das Kloster also tatsächlich so ausgesehen hat und ob es das Labyrinth dahin wirklich gab sei also dahingestellt - faszinierend fand ich die Leistung der Nonnen, die all dies aufgebaut haben, allemal. Insofern für mich ein über weite Strecken unterhaltsamer historischer Roman.

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Veröffentlicht am 06.08.2022

Der blanke Horror

Dunkle Gemäuer
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Das Setting dieses Krimis hat mich gereizt, verspricht es doch düstere Atmosphäre und einen Hauch von Grusel in einem dafür eher untypischen Lokalkrimi. Leider konnte mich das Buch jedoch nicht überzeugen. ...

Das Setting dieses Krimis hat mich gereizt, verspricht es doch düstere Atmosphäre und einen Hauch von Grusel in einem dafür eher untypischen Lokalkrimi. Leider konnte mich das Buch jedoch nicht überzeugen. Was ganz interessant begann, vorkam bald zu einer Ansammlung nicht ernst zu nehmender Charaktere, lachhafter Situationen und alberner Einlagen. Leider lag der - ob absichtlich oder unabsichtlich vorherrschende, ich weiß es nicht - Humor so gar nicht auf meiner Wellenlänge, so dass zwar meine Mundwinkeln des häufigeren zuckten, aber mehr aus dem gequältem Gefühl im falschen Film zu sein, denn ob guter Unterhaltung. Alles wirkte übertrieben und an den Haaren herbeigezogen, so dass letztendlich auch der Fall einer Flut von Absurditäten zum Opfer fiel und gnadenlos darin versank. Dabei hatte die Geschichte durchaus Potential und hätte einen soliden Lokalkrimi hergeben können, hätte sich die Autorin nicht in dem ganzen unnötigen und nervigen Drumherum ausgetobt. Trotzdem noch zwei Sterne, weil immerhin der Esel seinen Part glaubhaft gespielt hat.

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