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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.04.2026

Mässiger Horror

REM
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Bei diesem Buch hat mich alleine das Wort Horror neugierig gemacht, das Autorenteam kannte ich bisher nur dem Namen nach. Der Klappentext klang dann auch ziemlich verheißungsvoll, und so stürzte ich mich ...

Bei diesem Buch hat mich alleine das Wort Horror neugierig gemacht, das Autorenteam kannte ich bisher nur dem Namen nach. Der Klappentext klang dann auch ziemlich verheißungsvoll, und so stürzte ich mich mit Alysee in die Suche nach ihrer Vergangenheit und dem Rätsel um den tödlichen REM-Schlaf. Die erste Hälfte des Buches war leider weder spannend und schon gar nicht gruselig - wo blieb denn da der Horror? Erst in der zweiten Hälfte wurde es dann blutig und fast ein bisschen unheimlich, allerdings wirkte es mehr so, als würden hier verschiedene Stationen perverser Mordszenarien abgehakt werden. Zu diesem Zweck wurden auch gleich drei zufällig dazugekommene "Mitstreiter" als Kanonenfutter verbraten. Die eigentliche Geschichte, was es denn nun mit REM auf sich hat, wieso Alysee bloß nicht träumen darf und ob es eine Heilung gibt - das wurde häppchenweise serviert und gefiel mir streckenweise sogar richtig gut und selbst die Auflösung war nicht schlecht, auch wenn ich noch hadere ob ich sie passend oder übertrieben abgehoben finde. Insgesamt habe ich mich gut unterhalten, war aber weder gefesselt noch schockiert, dafür kamen die Horrorszenen für meinen Geschmack zu sehr von der Stange. Während mich die Grundidee durchaus überzeugen konnte, war mir die Umsetzung etwas zu sehr effektheischender Mainstream.

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Veröffentlicht am 08.04.2026

Krimi trifft dunkle Geschichte

Unter dem Strand
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Das Buch widmet sich dem Schicksal der Cap Arcona, die kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs versenkt wurde, an Bord jedoch nicht die vermuteten deutschen Soldaten, sondern tausende KZ-Häftlinge. Auf zwei ...

Das Buch widmet sich dem Schicksal der Cap Arcona, die kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs versenkt wurde, an Bord jedoch nicht die vermuteten deutschen Soldaten, sondern tausende KZ-Häftlinge. Auf zwei Erzählebenen wird die Geschichte wiedergegeben. Dabei begleiten wir in der Vergangenheit den KZ-Häftling Leon und einige seiner Mitinsassen, und dieser Handlungsstrang ist auf jeden Fall der interessantere, schockierend und gleichzeitig voller Unbeugsamkeit, Hoffnung und einer gehörigen Portion Galgenhumor, der das Geschehen umso surrealer wirken lässt. In der Gegenwart findet die Journalistin Cay eine Leiche am Strand und vermutet einen Zusammenhang zu den dunklen Geheimnissen der Vergangenheit, die den Ort immer noch überschatten. Leider hat mir dieser Erzählstrang weniger gut gefallen, was vor allem an Cay lag, die immer mehr persönliche Probleme mitbrachte, was unnötig vom eigentlichen Geschehen ablenkte und in meinen Augen einfach überflüssig war. Die Auflösung schliesslich war trotzdem schlüssig und befriedigend und brachte einen guten Abschluss für beide Zeitebenen. Fazit: sehr lesenswerte Mischung aus historischem Roman und Krimi, dessen Stärke aber eindeutig im geschichtlichen Teil liegt.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Starker Anfang, mittleres Ende

Noch fünf Tage
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Das Buch fängt sehr spannend an, verliert im Laufe des Geschehens aber an Fahrt. In 5 Tagen wird Lis sterben - vergiftet, und die Polizei hält sie noch dazu für die Täterin, die als Köchin ihre Arbeitgeber ...

Das Buch fängt sehr spannend an, verliert im Laufe des Geschehens aber an Fahrt. In 5 Tagen wird Lis sterben - vergiftet, und die Polizei hält sie noch dazu für die Täterin, die als Köchin ihre Arbeitgeber ermorden und dabei einen Fehler begangen hat. Um ihre Tochter noch einmal sehen zu dürfen, muss Lis der Polizei einen anderen Mörder präsentieren, und natürlich folgt sie dabei erst einmal einer falschen Fährte. Als sie sich dann darüber klar wird, wie die Zukunft ihrer Tochter aussehen soll, muss sie erneut handeln und diesmal tatsächlich alles daran setzen, den wahren Verbrecher zu enthüllen. Und das alles nur anhand ihrer Erinnerungen und mithilfe ihrer Krankenpflegerin, mit der sie ihre Theorien und Verdachtsmomente austauscht.
Im Großen und Ganzen hat mich die Idee schon fesseln können, und als Lis in ihre Vergangenheit zurückgeht und sich erinnert, wie das Machtgefüge innerhalb der Familie und auch zu einigen Freunden oder Feinden aussieht, ist das durchaus spannend. Allerdings war mir zuviel Belangloses und Oberflächliches drumherum gepackt - Designermarken, abgehobene Kocherei, die verwöhnte Tochter der Arbeitgeberfamilie mit ihren ewigen Marotten - das hat die Spannung immer wieder ausgebremst und vom eigentlichen Thema abgelenkt. Auch wenn hier die Welt der Reichen und deren mögliche Mordmotive dargestellt werden sollten, fand ich diese Beschreibungen eher langweilig.
Insgesamt ein unterhaltsamer Krimi, der mit seiner einfallsreichen Idee punkten konnte, aber die Ausstattung und das Setting waren einfach nicht mein Geschmack.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

80er Feeling

Tainted Love
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Der Krimi besticht durch seine 80er Jahre Vibes, die vor allem durch die erwähnten Titel, die dann in meinem Kopf als Hintergrundmusik spielten, zum Leben erweckt wurden. Aber auch viele weitere kleine ...

Der Krimi besticht durch seine 80er Jahre Vibes, die vor allem durch die erwähnten Titel, die dann in meinem Kopf als Hintergrundmusik spielten, zum Leben erweckt wurden. Aber auch viele weitere kleine Details wecken nostalgische Gefühle, die mich in meine Jugendzeit zurückversetzt haben. In der Grundstimmung kann das Buch also mit Leichtigkeit punkten. Aber auch was die Charaktere angeht, war ich sehr angetan, sind die Hauptfiguren doch so ganz "normale" Leute, zwar natürlich auch mit kleinen und großen Alltagsproblemen, aber es gibt keine Extreme wie es für meinen Geschmack mittlerweile (zu) oft vorkommt. Der Krimi an sich konnte ebenfalls überzeugen, war er doch undurchsichtig genug, dass erst gegen Ende alle Puzzleteile an den richtigen Platz fanden, jedoch ohne dass die Auflösung aus dem Nichts gezaubert wurde - im Nachhinein waren die Anzeichen nicht zu übersehen. Lediglich das Ende mit ebendieser Auflösung kam mir etwas zu schnell, hätte ich doch zu gerne noch länger in dem kleine Ort und vor allem in der damaligen Zeit verweilt. Aber der solide Grundstein für eine Fortsetzung wurde hiermit gelegt - es gibt auch einige offene Fragen, auf die ich in Teil 2 gefälligst eine befriedigende Antwort erwarte ;) Fazit: sehr gelungen, bitte mehr davon!

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Faszinierender Einblick in die japanische Mythologie

Der Tengu von Tokio
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Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es vielleicht: ausbaufähig. Die Idee der Story und vor allem die zugrundeliegende japanische Mythologie haben mich sehr fasziniert, aber die Umsetzung ...

Sollte ich das Buch mit einem Wort beschreiben, wäre es vielleicht: ausbaufähig. Die Idee der Story und vor allem die zugrundeliegende japanische Mythologie haben mich sehr fasziniert, aber die Umsetzung weist doch einige Schwächen auf. So ist Leo erwachsener Student, der auch mal Sake trinkt, benimmt sich aber und klingt wie ein jüngerer Teenager. In der ersten Hälfte ist er ein nörgeliger Miesepeter, der andauernde kritisiert was ihm nicht passt, dabei aber relativ passiv rüber kommt statt selbst etwas zu entscheiden.. Das bessert sich zum Glück im Verlauf der Geschichte, als Leo merkt das Tokio doch gar nicht so übel ist wie er es sich eingeredet hat. Trotzdem hatte ich in meinem Kopf immer das Bild eines 15-16 jährigen Jungen, nicht das eines erwachsenen jungen Mannes. Abgesehen davon hat das Buch viele Längen, in denen gefühlt gar nichts passiert. Es braucht weit über die erste Hälfte, bevor es interessant und vor allem spannend wird. Davor gibt es zwar viel informative Details über Tokio, Tee und anderes, und man merkt wie begeistert der Autor sein Faible für Japan mitteilen möchte, doch die Handlung treibt das leider so gar nicht voran. Auch fehlte mir dann letztlich ein Glossar, in dem man verschiedene Begriffe noch einmal genauer erklärt bekommt. Die Idee mit dem Tengu hingegen fand ich klasse, andersartig und ja auch ein wenig exotisch, bringt sie mir doch die japanische Mythologie näher, mit der ich mich bisher kaum beschäftigt habe. Darüber möchte ich gerne noch mehr erfahren, was hoffentlich in der Fortsetzung geschieht. Dafür wünsche ich mir auch, das Leo erwachsener dargestellt als es im ersten Band der Fall ist. Dann stürze ich mich gerne wieder mit Leo in die Fabelwelt Tokios.

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