Metafiktion
„Die Fiktion überschreibt nicht dein altes Leben; sie läuft parallel.“
Kate Eberles Roman „If books could kill” ist ein Paradebeispiel für Metafiktion.
Das beginnt schon beim Titel, denn er lautet nicht ...
„Die Fiktion überschreibt nicht dein altes Leben; sie läuft parallel.“
Kate Eberles Roman „If books could kill” ist ein Paradebeispiel für Metafiktion.
Das beginnt schon beim Titel, denn er lautet nicht „if looks could kill“. Wortspiel ahoi!
Einen ähnlich kreativen deutschen Titel hätte ich aber auch gut gefunden…
Worum geht’s?
- Roxie Mitchells größter Wunsch ist es, ihren book boyfriend zu treffen, zu diesem Zweck muss sie natürlich in ihrem Lieblingsbuch eine Rolle spielen. Wider Erwarten geht ihr Wunsch in Erfüllung – dumm nur, dass sie mitten in einem Thriller landet (dabei wollte sie so gerne die Heldin in einer Liebesgeschichte ihrer Lieblingsautorin Anna Matthews sein
Anna Matthews indes will nicht mehr als Schnulzenautorin belächelt werden und wechselt klammheimlich das Genre, da ist guter Rat teuer, denn aus dem romantischen Helden ist - wie bereits erwähnt - ein eiskalter Mörder geworden. Roxie muss sich mit Grant Hoffman (einem launischen Literaturwissenschaftler) verbünden. Nur wenn es ihnen gelingt, die verschollene Anna Matthews zu finden, kann die Geschichte ein buchstäblich gutes Ende finden. Im Verlauf der Handlung erfährt die desillusionierte Roxie, dass auch „echte Männer“ ihre Vorteile haben können. Vielleicht muss es nicht immer der perfekte book boyfriend sein?
Kate Eberle präsentiert in ihrem Debutroman einen spritzigen Mix aus RomCom und Thriller. Die humorvollen Passagen mochte ich sehr gerne. Die Autorin schöpft aus den Vollen – Tropen, Topoi, Klischees werden ad Absurdum geführt. Als Leser hat man oft ein Déja-Vu. Man muss natürlich bereit sein, sich auf die Geschichte einzulassen. Die Figurenzeichnung konnte mich überzeugen und die Einbettung in einen realen nordamerikanischen Kontext erzeugt Urban Fantasy Vibes. Als Autorin hätte ich den plot aber stellenweise etwas gestrafft. Gewisse Längen traten für mich durch die schiere Erzählfreude Eberles in den Hintergrund, andere Leser werden das vielleicht nicht so sehen.
Fazit:
Mal was Anderes! Es hat mir großen Spaß gemacht, Kate Eberles Erstlingswerk zu lesen und ich kann es allen Lesern empfehlen, die Metafiktion schätzen und lieben. Auch das Audiobook hat mir gut gefallen - der Vortrag von Viola Müller konnte mich begeistern, obwohl ich eigentlich ein „Hörbuch-Muffel“ bin.
Volle Punktzahl!