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Veröffentlicht am 12.07.2019

Weder Fisch noch Fleisch

Die Magdalena-Verschwörung
2

Die deutsche Version des hier vorliegenden Romans weicht vom Original ab, denn für die „Magdalena Verschwörung“ wurde ein zweiter Handlungsstrang hinzugefügt, um das Buch am deutschen Markt auch als Thriller ...

Die deutsche Version des hier vorliegenden Romans weicht vom Original ab, denn für die „Magdalena Verschwörung“ wurde ein zweiter Handlungsstrang hinzugefügt, um das Buch am deutschen Markt auch als Thriller verkaufen zu können. Dies war ein Fehler, denn das Ergebnis ist weder Fisch noch Fleisch.
Historischer Roman plus Thriller? Funktioniert leider nicht, denn die beiden Teile verschmelzen nicht richtig miteinander.

Zur Handlung:


„Ein besonders grausamer Mord versetzt London in Angst und Schrecken: Im Tower taucht eine kopflose Frauenleiche auf, verkleidet als die englische Königin Anne Boleyn. Gleichzeitig stößt die amerikanische Journalistin Maureen Paschal bei ihren Recherchen über Anne Boleyn auf bislang unbekannte Details aus deren Leben. War Anne Teil einer europaweiten Verschwörung? Ihre Nachforschungen bringen auch Maureen in Gefahr, denn es scheint, als sei der Killer jederzeit über ihre Entdeckungen informiert. Doch wie kommt er an diese Informationen? Was treibt ihn an? Der Mörder ist brandgefährlich, denn schon bald taucht die nächste Frauenleiche auf ...“

Die Autorin Kathleen McGowan trägt für meinen Geschmack teilweise zu dick auf. Manches war mir zu „zeitgeistig“, es gibt Bezüge zu Clinton und Trump. Vieles war mir zu plakativ.
Ich bin wirklich kein Trump Fan, aber Clintons Kandidatur scheiterte nicht an ihrem Geschlecht allein. Viele Amerikaner finden die Clinton Foundation dubios, ganz zu schweigen von der abfälligen Rede von den fly over states. Zu gewollt auch die Nennung einer deutschen Politikerin. Und die ach so böse Wissenschaft, die angeblich aus Misogynie eine Rehabilitation Boleyns, die ja tatsächlich
Königin Katharina schadete, verhindern will rolleyes.
Kann eigentlich gar nicht sein, denn die Gender Studies sitzen fest im Sattel.
Thesen, die dem Leser mit dem Holzhammer verabreicht werden, mag ich nicht unbedingt, ich mag es subtiler. Die Figurenzeichnung ist auch Geschmackssache. Die schöne Protagonistin lebt mit ihrem tollen Mann in einem Schloss.

Der historische Teil beschäftigt sich mit Anne Boleyn, zeichnet unter anderem eine Pilgerreise nach.
Leider gibt es im Roman auch Längen, ich weiß daher nicht, ob ich die anderen Teile der Reihe lesen werde, denn „Die Magdalena Verschwörung“ ist der vierte Band einer Reihe, wobei er als stand alone auch funktioniert.

Fazit:


Der Roman konnte mich leider nicht überzeugen, hat mich aber zur eigenen Recherche animiert.
Daher vergebe ich für „Die Magdalena Verschwörung“ von Kathleen McGowan zwei von insgesamt fünf möglichen Sternen.

Veröffentlicht am 28.10.2017

Halloween kann kommen

Brandmal
2

„Brandmal“ bringt frischen Wind in die kultige Reihe der Heftromane rund um den Geisterjäger John Sinclair!
Worum geht’s?
„Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger ...

„Brandmal“ bringt frischen Wind in die kultige Reihe der Heftromane rund um den Geisterjäger John Sinclair!
Worum geht’s?
„Ein Fall von spontaner Selbstentzündung im Londoner Hyde Park bringt Geisterjäger John Sinclair auf den Plan. Für ihn liegt nahe, dass es sich bei dem Opfer um einen Vampir gehandelt hat. Doch warum sollte sich ein Vampir dem Sonnenlicht aussetzen? Weitere Vorfälle folgen, und auch in Deutschland kommt es an verschiedenen Orten zu spontaner Selbstentzündung. Dort wird der Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke zu einem solchen Fall hinzugezogen. Als John Sinclair davon erfährt, tut er sich mit dem bekannten Forensiker zusammen…“
Die Lektüre des Romans hat einfach Spass gemacht! Horror, Mystery und Suspense treffen auf Akzente aus der Wissenschaft. Vom eigentlichen Handlungsverlauf will ich eigentlich gar nicht viel verraten. Nur soviel – der Roman ist wirklich spannend! Gut ausgearbeitete, runde Figuren agieren in diversen settings. Der Schauplatzwechsel liess Langeweile erst gar nicht aufkommen!
Es macht Sinn, dass die Geschichte nun als Buch publiziert worden ist. Ich habe mich schon lange nicht mehr so gut unterhalten gefühlt!
Halloween kann kommen – wer noch auf der Suche nach einer schaurig – schönen Herbstlektüre ist, sollte auf jeden Fall zu „Brandmal“ greifen. Ich vergebe für die Publikation fünf von insgesamt fünf möglichen Sternen und ich spreche eine klare Leseempfehlung aus!

Veröffentlicht am 23.12.2018

Graue Nächte, dunkle Tage

Graue Nächte
1

"Graue Nächte“ ist der zweite Teil einer Reihe, ich finde aber, dass man den (historischen) Krimi auch gut als stand-alone lesen kann, denn ich kenne Band 1 („ Der Reisende“) nicht.
Worum geht’s ?

Die ...

"Graue Nächte“ ist der zweite Teil einer Reihe, ich finde aber, dass man den (historischen) Krimi auch gut als stand-alone lesen kann, denn ich kenne Band 1 („ Der Reisende“) nicht.
Worum geht’s ?

Die Handlung ist im Zweiten Weltkrieg angesiedelt.
- Schauplatz Island, 1943: In der Hauptstadt herrscht eine angespannte Stimmung, die Insel ist von Amerikanern besetzt. Kommissar Flovent und sein Kollege Thorson, ein Kanadier von der Militärpolizei, müssen Ermittlungen aufnehmen, als nahe einer Soldatenkneipe eine männliche Leiche aufgefunden wird. Weshalb wurde der Mann erstochen? Bald gibt es einen weiteren Toten – am Strand der Nautholsvikbucht wird eine männliche Leiche angespült. Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten, und welche Rolle spielt das Kriegsgeschehen dabei? Schon bald geraten die beiden Kommissare selbst in Gefahr…

Ich weiß nicht viel über Island, daher war die Lektüre des Romans besonders interessant für mich. Das harte Leben in den 1940er Jahren wird vom Autor sehr anschaulich beschrieben, auch erhält man als Leser Einblicke in die isländische Mentalität.
Der Zweite Weltkrieg bietet meist einen spannenden Hintergrund für Krimis – mit seinen Bündnissen und Feindschaften, Seilschaften und Widerstandsgruppen. Achsenmächte versus Alliierte, neutrale und nicht ganz so neutrale Staaten bieten viel Spielraum für spannende stories.
Ich musste mich beim Lesen aber konzentrieren, weil die Geschichte auf zwei Zeitebenen spielt, was mir zu Beginn nicht unbedingt klar war. „Graue Nächte“ ist kein Krimi, den man en passant lesen kann und es ist kein Roman, der heitere Unterhaltung bietet. Mir gefiel die düstere Grundstimmung jedoch gut, und wenn man sich einmal auf die Geschichte eingelassen hat, möchte man unbedingt wissen, wie das Ganze endet. Der Erzähler verzichtet auf Effekthascherei und berichtet in einem kühlen, gar distanzierten Stil von den Ereignissen.
Daher vergebe ich für „Graue Nächte“ vier von insgesamt fünf möglichen Sternen, und ich werde auch den „Reisende[n]“ lesen.

Veröffentlicht am 10.07.2018

Reinfall

Ewiges Seelenband | Erotischer Roman
1

Die deutsche Studentin Mila befindet sich in Dänemark. Ihre Mentorin Caro nimmt sie unter ihre Fittiche, lädt sie ein, zusammen mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Familienanschluß total. Mila schwärmt ...

Die deutsche Studentin Mila befindet sich in Dänemark. Ihre Mentorin Caro nimmt sie unter ihre Fittiche, lädt sie ein, zusammen mit ihrer Familie Weihnachten zu feiern. Familienanschluß total. Mila schwärmt seit langen für Caros Vater, einen dänischen Schauspieler, der bereits über 50 Jahre (!) alt ist. Sie bildet sich ein, er sei ihr „Seelenverwandter“. Der Roman ist durchzogen mit esoterischen Elementen, es gibt „Seelentiere“ und Ähnliches. Aber irgendwie wirkt dieses Element wie ein Fremdkörper in der Geschichte. Mila beginnt eine Affäre mit dem Mimen, der sich über den „jungen Körper“ freut, er hält seine Ehe sowieso für gescheitert. Aber der Sohn des Darstellers Jerrik Andersson hat auch ein Auge auf Mila geworfen. Die gehörnte Ehefrau lässt Mila zusammenschlagen, als sie aus dem Koma erwacht, geht’s zurück nach Deutschland. Sie sehnt sich nach ihrem sugardaddy, gibt sogar offen zu, daddy issues zu haben, das fand ich wirklich gruselig. Als Freundin Caro Mila die Freundschaft kündigt und sich einsilbig äußert, versteht Mila die Welt nicht mehr (mit dem Vater der Freundin schlafen ist selten eine gute Idee,nur so eine Ahnung von mir. ). Aber dann zählt Mila doch zwei und zwei zusammen. Und Mila wird entführt. Als sie wieder freikommt, ist ihr Beau in Hollywood, und wie soll die Studentin ihn erreichen? Klar wie Kloßbrühe, sie muss ein Buch schreiben, das – oh Wunder – in Hollywood verfilmt wird …vom weiteren Handlungsverlauf will ich nichts mehr verraten. Wenn man meint, die storyline sei absurd, wird es noch absurder. Sprachlich ist das Buch schlecht geschrieben, es kann an einem Nachmittag gelesen werden. Mir war der Stil teils zu mündlich, teils zu gestelzt. Verben werden wie in gesprochener Sprache abgekürzt, und sogar die Jugendsprache wirkt deplatziert („er steht volle Möhre auf dich!“). Die erotischen Szenen wirken teils unfreiwillig komisch auf mich. Es tut mir leid, das so deutlich sagen zu müssen: Ich habe selten so einen Quatsch gelesen. Es gibt wirklich bessere erotische Romane.

Veröffentlicht am 06.04.2018

Aus der schönen Grundidee hätte die Autorin mehr machen können

Hummersommer
1


Der Titel „Hummersommer“ und das wunderschöne Cover machen unheimlich Lust auf’s Lesen!
Mir gefiel auch das setting unglaublich gut.

Worum geht’s in „Hummersommer“?
- Eliza Barnes führt ein Upper – ...


Der Titel „Hummersommer“ und das wunderschöne Cover machen unheimlich Lust auf’s Lesen!
Mir gefiel auch das setting unglaublich gut.

Worum geht’s in „Hummersommer“?
- Eliza Barnes führt ein Upper – Class – Leben in der Ostküstenmetropole Boston. Als Mutter zweier Töchter ist sie eigentlich perfekt abgesichert, und ihr Mann ist recht attraktiv. Eigentlich ein Leben wie aus dem Bilderbuch.

- Aus familiären Gründen muss Eliza jedoch unversehens in ihre alte Heimat zurück, in den Bundesstaat Maine. Es wird enthüllt, dass die Protagonistin als Fischertochter aus kleinen bzw. einfachen Verhältnissen stammt und einst die Kleinstadt und ihre Jugendliebe mit dem Wunsch nach sozialem Aufstieg verliess, um Medizin zu studieren.

- Eliza wird länger daheim gebraucht, als sie vor ihrer Heimreise glaubte, ihre Rückkehr ist auch eine Reise in die Vergangenheit, mit der sie als soziale Aufsteigerin eigentlich abgeschlossen hatte – oder doch nicht? Den inneren Konflikt Ellas, die Diskrepanz zwischen Herkunft und Statur beschreibt die Autorin meines Erachtens recht gut und plausibel.

Ich finde aber, dass die Autorin aus dem Stoff viel mehr hätte machen können, denn das Grundgerüst der Erzählung gefiel mir gut, und so hatte ich hohe Erwartungen. Meg Mitchell Moore fiel es meines Erachtens schwer, einen richtigen Schwerpunkt zu setzen, denn sie präsentierte sehr viele Figuren, deren Entwicklung aber leider zu wünschen übrig liess; wünschenswert wäre eine stärkere Fokussierung auf die eigentliche Protagonistin gewesen. Es gab in der Erzählung durchaus anrührende Szenen und ein hoffnungsvolles happy ending, das die Geschichte schön abrundete, aber in der Gesamtschau gab es einfach zu wenig Spannung und Dynamik in der Geschichte. Stellenweise plätscherte der plot so vor sich hin, was ich schade fand, da das Potential der Grundidee nicht voll ausgeschöpft wurde.

Teils wirkte das ganze etwas seifenopernhaft, was nicht hätte sein müssen, ein stärkeres Herausarbeiten der Konflikte und Interaktionen hätte der story einen Tick mehr Tiefgang verleihen können. Ich fand den Ansatz nämlich interessant und vielversprechend, vielleicht hatte ich einfach zu hohe Erwartungen, so blieb es bei einem locker – leichten Unterhaltungsroman.

Fazit:

Ich mochte das setting unheimlich gerne. Der Anfang war vielversprechend, dann hat sich die Autorin schlicht verzettelt, finde ich. Im Verlauf fehlte es etwas an Spannung, das happy ending gefiel mir jedoch gut. Daher vergebe ich für „Hummersommer“ drei von insgesamt fünf möglichen Sternen!