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Veröffentlicht am 02.04.2026

"Frühling lässt sein blaues Band..."

Ein Zuhause im Frühling
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Ich habe alle Teile der „Romantic Escapes“ – Reihe von Julie Caplin gelesen, die Geschichten gefielen mir relativ gut. Lediglich „Die kleine Bucht in Kroatien“ fand ich sehr schwach.

Daher ...

Ich habe alle Teile der „Romantic Escapes“ – Reihe von Julie Caplin gelesen, die Geschichten gefielen mir relativ gut. Lediglich „Die kleine Bucht in Kroatien“ fand ich sehr schwach.

Daher war ich auf die neue Serie der Autorin gespannt. „Ein Zuhause im Frühling“ ist der Auftaktband der „Country Escapes“ – Reihe. Julie Caplin bleibt ihrem Erfolgsrezept treu – allerdings steht hier kein Städtetrip im Fokus, man bleibt in Good Old England, genauer gesagt im englischen Hinterland, wo die gestresste Londoner Illustratorin Ella ihren Frieden finden will. Ihre Beziehung steht auf der Kippe, der Job ist anstrengend und das Großstadtleben ermüdend. In einem schnuckeligen Cottage in der Pampa (praktischerweise gehört das Häuschen Ellas Tante) will die junge Frau zur Ruhe kommen, doch sie hat nicht mit der quirligen Labradorhündin Tess gerechnet. Der Dorftierarzt Devon scheint anfangs ein unfreundlicher Zeitgenosse zu sein, doch nach und nach findet die Protagonistin Gefallen am Landleben, nachdem sich die Rückkehr in die Heimat anfangs wie ein Scheitern anfühlte …

Es ist kein Ich-Erzähler, der hier durchs Geschehen führt. Diese personale Perspektive ist Caplins Spezialität und auch hier passt dieses Stilmittel gut zur Geschichte. Die Figuren sind gut ausgearbeitet, natürlich gibt es hin und wieder auch klischeehafte Elemente und etwas konstruiert wirkende Begebenheiten. Die Bewohner des Dörfchens Wilsgrave haben – wie könnte es anders sein – das Herz am rechten Fleck. Von einem Unterhaltungsroman zum Entspannen erwarte ich allerdings keinen Mann’schen Tiefgang. Auch die Tatsache, dass der Handlungsverlauf einigermaßen vorhersehbar ist, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Ich bin durchaus ein Tierfreund, die Szenen mit Hund haben mich allerdings nicht so wirklich begeistert. Manche Leser mögen es sicher, wenn Tiere in den Rang eines Protagonisten erhoben werden; ich hätte die Story in dieser Hinsicht etwas gestrafft, aber dann hätte wohl das gesamte Erzählkonzept nicht funktioniert, da der Schwarm der Heldin von Beruf Veterinär ist.

Fazit:

3/5.
Die ideale Lektüre „für Zwischendurch!“

„Ein Zuhause im Frühling“ von Julie Caplin hat mich insgesamt gut unterhalten; ich bin mir allerdings noch nicht sicher, ob ich auch den Folgeband („Ein Wiedersehen im Sommer“) lesen werde.


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Veröffentlicht am 15.11.2025

WOMEN ON FIRE

Hot Stuff
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Beherrschen Ernährungsratgeber im Sachbuchgenre (man denke nur an die „Ernährungsdocs“) den deutschen Buchmarkt?

In den 1990/2000er Jahren erfreute sich die sympathische Radiomoderatorin und Vjane Anastasia ...

Beherrschen Ernährungsratgeber im Sachbuchgenre (man denke nur an die „Ernährungsdocs“) den deutschen Buchmarkt?

In den 1990/2000er Jahren erfreute sich die sympathische Radiomoderatorin und Vjane Anastasia Zampounidis großer Beliebtheit. Mit dem Niedergang des Musikfernsehens musste ein neues Betätigungsfeld erschlossen werden – die Ratgeber, die die Berlinerin mit griechischen Wurzeln zum Thema „zuckerfreie Ernährung“ veröffentlichte, eroberten nicht selten die SPIEGEL- Bestsellerlisten.

Nun hat sie mit „Hot Stuff. Natürlich und entspannt durch die Wechseljahre.“ ein Sachbuch zum Thema Menopause vorgelegt.
Mittels einer speziellen Ernährung (natürlich zuckerfrei!) soll frau leichter durch diese Lebensphase gehen. Auch auf Sport und Co. wird eingegangen, eine medikamentöse Begleitung wird eher kritisch betrachtet, was ich persönlich nicht unproblematisch finde. Jeder Hormonhaushalt ist anders. Wie verändert sich der weibliche Körper, was bedeutet die Transformation für das Liebesleben? Auch diese Aspekte werden in „Hot Stuff“ angeteasert.
„Mehr als 50 Rezepte“ werden angeboten.
Das Format des Buches ist recht ansprechend, auch die verspielte Umschlaggestaltung gefällt. Etwas irritierend finde ich jedoch die „denglischen“ Wendungen wie „Hot Tipp“. Andererseits stellt der rein englische Titel „Hot Stuff“ ein gelungenes Wortspiel dar.
Positiv hervorzuheben ist die klare Gliederung des Buches – ich liebe es, wenn ein Text gut strukturiert ist.
Eine Spotify – Playlist zum Thema Wechseljahre ist eigentlich redundant, dieser Tipp wirkt dann auch wie eine Art Lückenfüller. Auch auf die Fotos im Buch, auf denen die Autorin abgebildet ist, kann eigentlich verzichtet werden. Die Bilder, auf denen Rezepte und diverse Gerichte prangen, gefallen sehr.

Fazit:

Es kann sicher nicht schaden, diesen vegetarischen Ernährungsratgeber zu konsultieren. Das Augenhöhe-Prinzip spielt hier eine große Rolle, ergänzend könnte frau jedoch auch Publikationen von Gynäkologinnen oder Nuklearmedizinerinnen zu Rate ziehen.
Das Buch „Hot Stuff“ von Anastasia Zampounidis bietet eine kompakte Einführung in das Thema ‚Wechseljahre‘.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Identität & Emanzipation

Mein Name ist Emilia del Valle
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Mit „Mein Name ist Emilia del Valle“ hat die chilenisch – amerikanische Autorin Isabel Allende einen fesselnden Roman vorgelegt, den ich gerne gelesen habe.
Die Geschichte beginnt in San Francisco. ...

Mit „Mein Name ist Emilia del Valle“ hat die chilenisch – amerikanische Autorin Isabel Allende einen fesselnden Roman vorgelegt, den ich gerne gelesen habe.
Die Geschichte beginnt in San Francisco. Bereits im 19.Jahrhundert wird die Stadt zum Schmelztiegel der Kulturen, kein Wunder also, dass Emilia del Valle, die Hauptfigur, eine Irin zur Mutter und einen Chilenen zum Vater hat. Diese Mischung macht Emilia zu der Person, die sie ist, und beeinflusst alles, was sie später erlebt. (Insofern ist Allende mit ihrem Roman am Puls der Zeit). Der Vater bekennt sich nicht zu seiner Erbin; Emilias Stiefvater ist ihr jedoch eine große Stütze.

Die Heldin strebt zunächst eine Karriere als Schriftstellerin an. Mit ihren Groschenromanen, die sie natürlich unter männlichem Pseudonym veröffentlichen muss, begeistert sie eine treue Leserschaft. Doch das ist Emilia nicht genug – sie möchte Journalistin werden. Es gelingt ihr, sich in einer Männerdomäne durchzusetzen. Von ihrem Chefredakteur wird sie mit einem Kollegen als Auslandskorrespondentin nach Südamerika geschickt, wo sie als Frontberichterstatterin den Bürgerkrieg in Chile porträtiert & sich auf die Suche nach ihrem leiblichen Vater macht…

Die Selbstfindung Emilias wird verstärkt durch die dramatischen Ereignisse, denen sie beiwohnt. Die wechselvolle Geschichte eines Kontinents fungiert als Katalysator, der Bürgerkrieg in Chile lässt Emilia zur Heldin werden.
Ihre Emanzipation und ihr sexuelles Erwachen werden in den Mittelpunkt gerückt, womit Allende sich einmal mehr als feministische Autorin profiliert. Es hat mich nicht gestört, dass die Romantik relativ viel Raum in der Erzählung einnimmt, manche Leser werden die Story stellenweise vielleicht kitschig finden. Viel irritierender fand ich die teils ahistorische Figurenzeichnung. Emilia wirkt teilweise wie ein dem 21. Jahrhundert entsprungener Mensch und wie eine „Superfrau“. Diese Eigenschaften erklärt Allende mit dem Einfluss der patenten (Stief)Eltern. Stellenweise wird für mein Empfinden zu dick aufgetragen.
Allendes farbefrohe Beschreibungen, ihre kraftvolle Erzählweise und -freude sind jedoch die großen Stärken der Geschichte, die manchmal wie ein Reisebericht wirkt. Ihr Können stellt die Autorin einmal mehr unter Beweis, daher habe ich den Roman trotz kleiner Schwächen – wie bereits erwähnt - sehr gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 14.08.2025

Power Imbalance

Bittersüß
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Mit „Bittersüß“ hat die Autorin Hattie Williams, die unter anderem in einem Verlag arbeitete, ihr Debut vorgelegt. Man fragt sich beim Lesen, ob es sich bei der Geschichte in Teilen um einen ...

Mit „Bittersüß“ hat die Autorin Hattie Williams, die unter anderem in einem Verlag arbeitete, ihr Debut vorgelegt. Man fragt sich beim Lesen, ob es sich bei der Geschichte in Teilen um einen autofiktionalen Roman handelt, da es inhaltlich um die junge Verlagsassistentin (und Ich-Erzählerin) Charlie geht, die mit einem älteren Starautor namens Richard Aveling eine Affäre hat.

Charlie bezeichnet sich selbst als „Kuckuckskind“, da ihr Dad nicht ihr richtiger Vater ist. Mit 16 Jahren verliert das Mädchen, das schon als kleines Kind hypersensibel war, seine Mutter und damit auch den Halt im Leben. Der Vater orientiert sich um, hat rasch wieder eine neue Partnerin, die schnell schwanger wird.

Später soll es Charlie gelingen, ihr Studium in Brighton trotz aller Widrigkeiten abzuschließen. Manchmal fragte ich mich beim Lesen, woher sie als junge Frau das Geld für „Drogen“ hatte, da später von ihren überaus wohlhabenden Freunden Eddy & Ophelia die Rede ist, welche zum britischen (Geld)adel gehören. Aber auch Charlie scheint nicht der klassische working class underdog zu sein, obwohl es für Oxford oder Cambridge nicht reichte, und sie heuert schließlich auch in einem renommierten Londoner Verlag an. Ist das ganz ohne ‚Vitamin B‘ möglich?

Ihre Freundin Ophelia ist immer für Charlie da, auch als die Protagonistin in Depressionen versinkt. Die Liebe zu einem älteren, berühmten Mann tut der Heldin indes nicht gut, auch gibt sie zu, schon immer für den Schriftsteller geschwärmt zu haben.
Die Geschichte einer toxischen Beziehung, die Story vom Scheitern & von der Emanzipation ist sicher nicht neu. Böse Zugen würden von "Play stupid games, win stupid prizes " sprechen. Die Erzählung liest sich aber flüssig und spannend, auch wenn die deutsche Übersetzung manchmal etwas geschliffener sein könnte („Kurz vor dem Bankrott, konnte er sich kaum noch über Wasser halten.“). Die Erzählung nimmt sich selbst sehr ernst & Williams Stil ist stellenweise (gewollt) naiv, doch auch packend.

Trotz kleiner Schwächen habe ich „Bittersüß“ gerne gelesen.

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Veröffentlicht am 28.06.2025

Edie & Elliot gegen den Rest der Welt

Und plötzlich ist es wunderbar
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Vorab:

Mhairi McFarlane ist eine meiner liebsten Chicklitautorinnen. Sie schreibt Liebesromane ohne Pathos, daher braucht sie das Lob einer Emily Henry (die für eine neue Zielgruppe steht) eigentlich ...

Vorab:

Mhairi McFarlane ist eine meiner liebsten Chicklitautorinnen. Sie schreibt Liebesromane ohne Pathos, daher braucht sie das Lob einer Emily Henry (die für eine neue Zielgruppe steht) eigentlich nicht.

Die Umschlaggestaltung des Romans „Und plötzlich ist es wunderbar“ macht richtig Lust aufs Lesen. Ein besonderes Plus: Die Filmrollen auf dem Cover haben einen Bezug zum Buchinhalt, da es unter anderem um den Schauspieler Elliot geht. Die Figurenkonstellation erinnert ein wenig an den Hollywoodstreifen „Notting Hill“, in welchem ein Normalo – Brite (verkörpert von Hugh Grant) auf eine amerikanische Schauspielerin (Julia Roberts) trifft. Nur sind die Rollen in „Und plötzlich ist es wunderbar“ vertauscht: Die Britin Edie soll dem Tinseltown-Mimen Elliot eine zweite Chance geben. Kennengelernt hatten sich die beiden, als die 36jährige die (Auto)biographie des Superstars verfassen sollte. Nun gilt es, die Liebesbeziehung nicht scheitern zu lassen, doch da gibt es die Yellow Press und allerlei Hindernisse, außerdem hat Edie einen neuen (sehr charmanten) Arbeitskollegen.

Wird es für Elliot und Edie ein Happy End geben?

Mhairi McFarlanes neuer Roman ist die Fortsetzung von „Irgendwie hatte ich mir das anders vorgestellt“ – dies war mir vor der Lektüre nicht klar. Man kann „Und plötzlich ist es wunderbar“ aber prima als Einzelband lesen (natürlich kann es nie schaden, die Vorgeschichte zu kennen).
Man merkt, dass die Autorin sehr viel Erfahrung hat – sie entwirft ein interessantes Szenario mit eigenwilligen Figuren. Die Kapitel sind kurz, der Stil einfach, was bewirkt, dass man das Gefühl hat, mittendrin statt nur dabei zu sein. Da es keine Ich-Erzählerin gibt, wird andererseits eine gewisse Distanz zum Leser aufgebaut, was mir aber schon vor der Lektüre klar war, da ich weiß, dass McFarlanes bevorzugte Perspektive die des auktorialen Erzählers ist, aufgelockert wird das Ganze durch Dialoge. Mir gefällt der trockene britische Humor dabei besonders gut, ich kann mir aber vorstellen, dass die Anspielungen und Witzchen im englischen Original noch lustiger sind. Instagram spielt in der Geschichte eine nicht unerhebliche Rolle, dies wirkt in der TikTok – Ära fast liebenswert altmodisch, schließlich gehören die Protagonisten nicht zur Gen Z. Mhairi Mc Farlane schreibt Chicklit mit Anspruch, daher ist die Handlung (wie in dem Genre üblich) einigermaßen vorhersehbar, was mich aber nicht gestört hat. Die Erzählung bietet gute Unterhaltung, als Autorin hätte ich die Geschichte jedoch stellenweise gestrafft.

„Und plötzlich ist es wunderbar“ von Mhairi McFarlane ist eine locker-leichte Lektüre für Zwischendurch. Da die Handlung im Winter (an Weihnachten) beginnt, ist das Buch auf den ersten Blick vielleicht nicht die klassische Strandlektüre. Eine routiniert geschriebene RomCom für laue Sommerabende ist „Und plötzlich ist es wunderbar“ allemal.

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