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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2026

Bleibt im Gedächtnis

Solange ein Streichholz brennt
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Das Buch ist mir durch die vielen Erwähnungen in Diskussionsrunden aufgefallen - im Laden hätte ich es wohl keines zweiten Blickes gewürdigt, da das Cover mich überhaupt nicht anspricht und der Titel keinerlei ...

Das Buch ist mir durch die vielen Erwähnungen in Diskussionsrunden aufgefallen - im Laden hätte ich es wohl keines zweiten Blickes gewürdigt, da das Cover mich überhaupt nicht anspricht und der Titel keinerlei Assoziation weckt. Etwas politisches? Ein Sachbuch, möglicherweise über Geschichte? Nee, alles falsch und so wurde ich mit einer einzigartigen Geschichte überrascht, die mich sofort gefesselt hat und zur Folge hatte, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlesen "musste", um zu erfahren wie es für Bohm und Alina ausgeht. Die Höhen und Tiefen in beider leben, bei Bohm natürlich um einiges drastischer, haben mich sehr bewegt, und die Auflösung, wieso Bohm auf der Straße gelandet ist, war gleichzeitig so traurig, aber auch undramatisch und schleichend, dass man sich tatsächlich vorstellen kann, dass Bohms Schicksal unter entsprechenden Randbedingungen jeden in unserer Gesellschaft treffen kann. Wie Alina Bohm auf Augenhöhe und ohne jedes Vorurteil oder Abscheu begegnet fand ich sehr beeindruckend und gut: sie sieht einfach nur den Menschen, und der hat viel zu bieten. Manchmal hatte ich die Befürchtung, es könnte kitschig oder künstlich werden, aber das Geschehen verlief so natürlich und glaubhaft, dass ich einfach nur wie gebannt an den Zeilen hing. Besonders toll finde ich, wie ein ernstes und wichtiges Thema hier in einer absolut lesenswerten und auch unterhaltsamen Geschichte verpackt wird, ohne ein Urteil zu fällen oder den moralischen Zeigefinger zu erheben: es ist einfach.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Auszeit vom Alltag

Statt aus dem Fenster zu schauen
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Das Buch hat mir richtig gut gefallen: Sophie kauft ganz spontan ein völlig verfallenes Haus irgendwo im Nirgendwo und lässt sich auf ein Abenteuer ein, das sie so auch erst einmal nicht erwartet hat. ...

Das Buch hat mir richtig gut gefallen: Sophie kauft ganz spontan ein völlig verfallenes Haus irgendwo im Nirgendwo und lässt sich auf ein Abenteuer ein, das sie so auch erst einmal nicht erwartet hat. Aber alles ist besser als im langweiligen trüben Büroalltag zu sitzen und aus dem Fenster zu schauen.
Und so lernt Sophie nicht nur einiges über Reparaturarbeiten, sondern auch über Gemüseanbau oder das Halten von Hühnern. Dabei geht auch einiges schief, was mir die Geschichte gleich ein ganzes Stück sympathischer gemacht hat. Sophie ist eben keine Superheldin, sondern eine Frau wie Du und ich - mit Ängsten und Sorgen, zum Beispiel wenn ihre beste Freundin an dem Vorhaben und Sophies Verstand zweifelt, aber auch dem Mut und Willen, etwas eigenes und dies alleine zu schaffen. Ob das abgeschiedene Landleben auf Dauer etwas ist oder nur eine Auszeit bedeutet, muss Sophie noch herausfinden, aber bis dahin lernt sie den Augenblick zu geniessen und sich an den kleinen Dingen zu erfreuen. Fazit: ein tolles Buch, das den Blickwinkel auf das Leben neu justiert und Mut macht aus den gewohnten Strukturen auszubrechen und einfach mal etwas Neues auszuprobieren, es muss ja auch nicht gleich ein Hauskauf sein.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Magische Lebkuchen

Mehl, Magie und Machenschaften
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Das Buch bietet alles, was ich in meiner Jugend mit Begeisterung verschlungen hätte - und auch jetzt noch weiß die Geschichte zu überzeugen. Eine junge und eigentlich gar nicht mutige Heldin wider Willen, ...

Das Buch bietet alles, was ich in meiner Jugend mit Begeisterung verschlungen hätte - und auch jetzt noch weiß die Geschichte zu überzeugen. Eine junge und eigentlich gar nicht mutige Heldin wider Willen, die eigentlich nur in Ruhe backen möchte, ein paar fiese Bösewichte am Hofe der Herzogin, die Arges im Schilde führen und Jagd auf magisch Begabte machen, ein unerschrockener und findiger Gefährte, der Mona zur Seite steht um seine Schwester zu rächen - alle Charaktere sind mit viel Herzblut erdacht worden, und das merkt man. An Mona gefällt mir besonders gut, dass sie anfangs gar nicht mutig ist und auch im Verlauf der Handlung immer wieder betont, dass es eigentlich nicht die Aufgabe einer Vierzehnjährigen sein sollte, das Herzogtum zu retten - und doch stellt sie sich tapfer allen Herausforderungen und gibt ihr Bestes. Und das kann sich letztlich wirklich sehen lassen, und natürlich habe ich Sauerteig Bob und den kleinen Lebkuchenmann sofort ins Herz geschlossen. Eine unglaublich fantasievolle, magische und dabei auch düstere (was ganz nach meinem Geschmack ist) Geschichte die zeigt, dass auch aus kleinen Dingen Großes entstehen kann, wenn man sich traut. Uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.03.2026

Girl Power

Tödliche Freundinnen
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Mein erster Eindruck: das Buch hat einfach Spaß gemacht. Es war eine Mischung aus abgedrehtem Revenge-Thriller, B-Movie und tougher Girl Power, in der die Frauen eindeutig das Sagen und vor allem den Grips ...

Mein erster Eindruck: das Buch hat einfach Spaß gemacht. Es war eine Mischung aus abgedrehtem Revenge-Thriller, B-Movie und tougher Girl Power, in der die Frauen eindeutig das Sagen und vor allem den Grips haben, während die Männer, ganz ehrlich gesagt, durchweg wie Idioten dastehen. Das ist durchaus witzig (ich sag nur Aufmarsch der Pfauen), kommt aber immer wieder auch sehr überzogen rüber. Und das ist für mich auch der Schwachpunkt: vieles war in der geballten Kombination einfach unglaubwürdig, und insgesamt wurden so viele Zufälle und konstruierte Zusammenhänge in die Story hineingepackt, dass es mir einfach ein bisschen zu viel war und die Ernsthaftigkeit flöten ging. Auch die (Re)Aktionen von Mel und Chloe wurden zwar halbwegs plausibel begründet, konnte ich selbst aber oft nicht nachvollziehen. Aber ohne die vielen Geheimnisse hätte es auch keine Handlung geben können, also nehme ich das mal so hin. Trotzdem blieb der Eindruck, dass hie zu viel gewollt wurde und die Autorin sich nicht so recht entscheiden konnte, ob dies nun eine dramatische Liebesgeschichte, ein durchgeknallter Rachetrip oder ein knallharter Thriller werden sollte. Als B-Movie wäre die Geschichte das perfekte anderthalb-Stunden-Popcorn-Unterhaltungsprogramm zum Abschalten. Als Buch ist sie immer noch äusserst unterhaltsam, aber auf die längere Lesedauer auch ein bisschen anstrengend.

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Veröffentlicht am 12.03.2026

Reise durch die Erinnerungen

Die Geister von La Spezia
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Der Einstieg ins Buch ist mir leicht gefallen und ich hatte mich auf eine spannende und fantastische Reise durch die Erinnerungen von Mary Shelley gefreut. Leider war der Mittelteil dann sehr dröge und ...

Der Einstieg ins Buch ist mir leicht gefallen und ich hatte mich auf eine spannende und fantastische Reise durch die Erinnerungen von Mary Shelley gefreut. Leider war der Mittelteil dann sehr dröge und es schien nicht viel mehr zu passieren, als dass die illustre Gesellschaft rund um Lord Byron inklusive der Shelleys mal hier, mal da in Italien residierte, Phrasen schwang und ansonsten diversen Lastern fröhnte. Pat als Beobachterin war immer dabei, und ab und zu wurde auch die Technik hinter ihrem Eintauchen in die Gedanken der Personen angesprochen, aber so richtig umfassend erklärt wurde es für meinen Geschmack nicht. So blieb das ganze immer etwas vage und geheimnisvoll, abgesehen davon dass ich die vielen Sprünge durch Zeit und Erinnerung sehr unruhig und abrupt fand. Erst gegen Ende, nach ca. 80%, nahm die Handlung dann - endlich - Fahrt auf und es wurde sogar richtig spannend. Zugegebenermaßen habe ich der Einbindung von Mary Shelleys Meisterwerk von Anfang an wohl zu sehr entgegengefiebert, auch wenn diese nicht explizit als Thema genannt wird. Nun ja, wie der Autor schreibt hat er sich an vielen tatsächlichen Begebenheiten orientiert, aber abgesehen von den klangvollen Persönlichkeiten geben die leider nicht allzu viel her. Erst als er seine eigene Fantasie ins Spiel bringt, gelingt es ihm aus der nicht allzu spannenden Vergangenheit eine doch noch faszinierende und düstere Geschichte zu weben, wie ich sie mir für das ganze Buch gewünscht hätte.

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