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Veröffentlicht am 13.11.2018

Weihnachtlich angehauchtes Familiendrama

Sieben Tage Wir
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Die Familie Birch verbringt die Feiertage auf dem Landsitz der Familie in Quarantäne, denn Tochter Olivia kommt aus Liberia zurück, wo sie Haag-Patienten behandelt hat. Um eine Ansteckung auszuschließen, ...

Die Familie Birch verbringt die Feiertage auf dem Landsitz der Familie in Quarantäne, denn Tochter Olivia kommt aus Liberia zurück, wo sie Haag-Patienten behandelt hat. Um eine Ansteckung auszuschließen, ist jeglicher Kontakt zur Außenwelt für sieben Tage ausgeschlossen. Natürlich kommt es trotzdem anders als erwartet, als George, der Verlobte von Olivias Schwester, und Jesse, der uneheliche Sohn von Olivias Vater, auftauchen - und gezwungenermaßen bleiben müssen.

Obwohl die Geschichte zur Weihnachtszeit spielt, liefert Weihnachten eigentlich nur die 'Hintergrundmusik', spielt aber keine Hauptrolle. Viel mehr geht es um die Familiendynamik, um aufgestaute Enttäuschungen, fehlende Kommunikation und gut gehütete Geheimnisse, die natürlich doch ans Licht kommen.

So richtig warm wurde ich zwar mit keinem der Charaktere, andererseits fand ich es gut dass alle ihre Fehler und Macken hatten. Und auch wenn es nicht 'die eine' Identifikationsperson gab, gab es eigentlich bei allen kleine Eigenheiten, die mir vertraut vorkamen - ob an mir selbst oder in meiner Familie. Und obwohl die Handlung, die durchaus zu überraschen wusste, wenig Anlass zu Fröhlichkeit gab, waren da doch auch kleine Momente, in denen trockener (britischer?) Humor durchblitzte und einem eine kleine Verschnaufpause von all den Dramen gönnte.

Wer genug hat vom ewigen Weihnachts-Romantik-Kitsch, ist bei diesem weihnachtlich angehauchten Familiendrama gut aufgehoben.

Veröffentlicht am 08.11.2018

Vielversprechender Auftakt

Echo Killer
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Mit 'Echo Killer' hat die Autorin einen vielversprechenden Auftakt für eine neue Thriller-Serie hingelegt. Harper McClain ist Polizeireporterin, aber als sie von einem grausamen Mord erfährt, der dem an ...

Mit 'Echo Killer' hat die Autorin einen vielversprechenden Auftakt für eine neue Thriller-Serie hingelegt. Harper McClain ist Polizeireporterin, aber als sie von einem grausamen Mord erfährt, der dem an ihrer Mutter haargenau gleicht, kann sie nicht einfach nur darüber berichten. Sie muss wissen, ob es einen Zusammenhang gibt und beginnt ihre eigenen Ermittlungen. Dabei kommen ihr der Job und ihre Beziehungen bei der Polizei, die sie seit dem Mord an ihrer Mutter unter die Fittiche genommen hatte, zugute. Letztendlich wird sie gleich in doppelter Hinsicht von ihren Enthüllungen enttäuscht...

Der Plot war interessant aufgebaut, und obwohl ich irgendwann ab der Hälfte wusste, wer der Täter war, hat das der Spannung keinen Abbruch getan. Obwohl Harpers Handlungen mehr als einmal zwischen Naivität und Dummheit schwankten, waren ihre sehr persönlichen Motive nachvollziehbar. Die Ermittlungsarbeit der Polizei kam mir allerdings etwas zu kurz, und ich fand es unrealistisch, dass die Polizei nicht ähnliche Spuren fand und verfolgte wie Harper. Hier hätte es mehr Berührungspunkte geben müssen, so aber machte es den Eindruck als hätte die Polizei den Fall aufgrund ihrer Unfähigkeit lieber gleich zu den Akten gelegt.

Die Romanze mit Luke war mir ein wenig zu kitschig, nahm aber zum Glück nur eine Nebenrolle ein. Die Charaktere waren mit einer Tiefe ausgestattet, die sie sehr plastisch und real wirken ließ. Zwar überschlugen sich die Ereignisse nicht, aber es herrschte die ganze Zeit eine unterschwellige Spannung und das etwas gemächlichere Tempo passte hervorragend in die stickige Hitze Savannahs.

Ein gelungener Einstieg, der mich mit Neugier und Spannung auf die Fortsetzung zurück lässt.

Veröffentlicht am 05.11.2018

Originelle Geisterwelt

Emily Bones
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Das Buch war doch 'erwachsener' als erwartet. Zwar merkt man an der Sprache immer noch, dass es aus der Sicht eines Teenagers und für ebensolche Leser geschrieben wurde, aber inhaltlich ist es doch düsterer ...

Das Buch war doch 'erwachsener' als erwartet. Zwar merkt man an der Sprache immer noch, dass es aus der Sicht eines Teenagers und für ebensolche Leser geschrieben wurde, aber inhaltlich ist es doch düsterer als ein typisches Jugendbuch. Daher macht m.E. die Altersempfehlung als Mindestalter Sinn, aber selbst mit 13 mag das Buch manchen Lesern schlaflose Nächte bereiten.

Der grobe Handlungsverlauf war zwar in weiten Teilen vorhersehbar, aber die im Detail originelle und vielschichtige Umsetzung war es eben nicht - es wird eine völlig eigene Welt der Geister mit ungewöhnlichen Regeln und Eigenschaften geschaffen, teils skurril, teils komisch.

Das Ende deutet eine mögliche Fortsetzung an, die ich ebenfalls sofort lesen würde.

Veröffentlicht am 29.10.2018

Es geht tierisch weiter

Ein Haus voller Tiere, Band 02
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Ein weiteres tierisches Abenteuer erwartet Dix und seine Freunde im Tierhotel Fellnase. Obwohl die Geschichte viele Parallelen zum ersten Teil aufweist, war die Spannung, welches Tier diesmal als Gast ...

Ein weiteres tierisches Abenteuer erwartet Dix und seine Freunde im Tierhotel Fellnase. Obwohl die Geschichte viele Parallelen zum ersten Teil aufweist, war die Spannung, welches Tier diesmal als Gast erwartet wird, wieder genauso groß wie die Überraschung bei der Auflösung am Ende des Buches. Falls die Serie fortgesetzt wird, sollte der Autor allerdings ein paar neue Ideen einbringen, sonst droht das Schema auf Dauer langweilig zu werden - zumindest für die großen Vorleser...

Veröffentlicht am 23.10.2018

Ungewöhnlich und ausdrucksstark

Die kleinen Wunder von Mayfair
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Das Cover und der Titel lassen auf den ersten Blick eine fantastische, vielleicht kitschige und romantische Weihnachtsgeschichte vermuten - was das Buch aber keineswegs ist. Obwohl es eine große Portion ...

Das Cover und der Titel lassen auf den ersten Blick eine fantastische, vielleicht kitschige und romantische Weihnachtsgeschichte vermuten - was das Buch aber keineswegs ist. Obwohl es eine große Portion Magie zwischen den Buchdeckeln zu entdecken gibt, handelt die Geschichte ebenso von den Schrecken des Krieges und seinen Auswirkungen auf die Menschen, und so wurde ich mehr als einmal von den Wendungen überrascht.

Wir begleiten die junge schwangere Cathy ins Emporium, einen Spielzeugladen, wo sie eine Zuflucht und an der Seite von Kaspar auch bald ein neues Zuhause findet. Während Kaspar wie sein Vater die Gabe besitzt, magische Spielzeuge herzustellen, kann sein Bruder Emil zwar besonders detailreiche und technisch ausgetüftelte Spielzeugsoldaten, das Markenzeichen des Emporiums, erfinden, ihnen fehlt aber die Magie. Als Kaspar aus dem Krieg zurückkehrt, werden die kämpfenden Spielzeugsoldaten zu einer Erinnerung an die erlittenen Schrecken, und er verändert die Figuren. Das hat bald ungeahnte Auswirkungen auf das Emporium und aller, die darin leben...

Ich habe sehr lange gebraucht, um eine Beziehung zu den Protagonisten aufzubauen - bis zuletzt vermisste ich eine spürbare Nähe und Sympathie gegenüber Cathy und den Brüdern Kaspar und Emil. Lediglich der stille Papa Jack, Spielzeugmacher und Gründer des Emporiums, des magischsten Spielzeugladens aller Zeiten, konnte mich von Anfang an für sich gewinnen, ebenso wie der aus Patchworkhund Sirius. Während Kaspar anfangs zu sehr von sich überzeugt wirkt und Emil der kleine, ihm nacheifernde und zunächst sympathischere Bruder ist, wendet sich die Perspektive im Laufe des Buches, und zuletzt konnte ich beide nur noch bemitleiden - Emil für seine Taten und Kaspar, der sie zu spüren bekam. Währenddessen schwebte Cathy wie ein Geist über allem, ohne jedoch wirklich Farbe anzunehmen. Ihre Tochter Martha hingegen, die so ausdrucks- und willensstark durch das Emporium wirbelte, habe ich sofort ins Herz geschlossen.

Die Momente im Emporium, in denen die Magie des Spielzeugs beschrieben wurde, sind etwas ganz besonderes, aber leider werden sie im Laufe des Buches immer seltener. Der Krieg naht und verdrängt die Magie fast, die am Ende zum Glück aber doch wieder zurückkehrt...und vielleicht nie ganz verschwunden ist.

Fiel die Spannung nach der Hälfte ein wenig ab, hat das magische Ende mich doch wieder überzeugen können. Eine sehr ungewöhnliche und ausdrucksstarke Geschichte, die mich überrascht und auf manchen Seiten sehr nachdenklich gestimmt hat.