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Veröffentlicht am 19.07.2022

Fesselnder Pageturner

Das Nebelhaus
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Ein packender Thriller, bei dem der Spannungsbogen ganz langsam gespannt wird, um sich in einem überzeugenden Finale zu entladen. Ich mag Geschichten mit parallelen Handlungssträngen, und auch hier werden ...

Ein packender Thriller, bei dem der Spannungsbogen ganz langsam gespannt wird, um sich in einem überzeugenden Finale zu entladen. Ich mag Geschichten mit parallelen Handlungssträngen, und auch hier werden zwei Zeitebenen miteinander verbunden: das Damals, als das Verbrechen geschah, und das Jetzt, in dem Doro Kagel die Geschehnisse wieder aufrollt. Dabei war das Jetzt die deutlich angenehmere Variante, da mir die Charaktere im Damals durchweg unsympathisch waren. Ein zusammengewürfelter Haufen aus Angebern, selbstmitleidigen und selbstzerstörerischen Existenzen, die sich nach Jahren wiedertreffen, nur um festzustellen dass sie rein gar nichts mehr miteinander anfangen können. Die Katastrophe ist vorprogrammiert, auch wenn sie schlussendlich ganz anders über die kleine Gruppe hereinbricht als gedacht. Und hier kommt das Jetzt ins Spiel, denn Doro Kagel, die eigentlich nur über die grausamen Hiddensee-Morde berichten soll, entdeckt Ungereimtheiten und macht sich auf die Suche nach bislang unverfolgten Spuren. Dabei kommt sie der unglaublichen Wahrheit näher als gut für sie ist. Fazit: ein ausgeklügelter, spannend erzählter Pageturner mit überraschenden Wendungen und ein gelungener Serienauftakt, nach dem ich mich auf eine Fortsetzung freue.

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Veröffentlicht am 18.07.2022

Sympathischer Krimi-Auftakt

Mord in Montagnola
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Mit 'Mord in Montagnola' startet eine neue Krimireihe mit der Übersetzerin Moira als Hauptperson, die zu ihrem Vater ins Elternhaus in Montagnola im Tessin zurückkehrt. Als eine Leiche gefunden wird, soll ...

Mit 'Mord in Montagnola' startet eine neue Krimireihe mit der Übersetzerin Moira als Hauptperson, die zu ihrem Vater ins Elternhaus in Montagnola im Tessin zurückkehrt. Als eine Leiche gefunden wird, soll Moira bei den Zeugenbefragungen als Dolmetscherin für der Polizei einspringen. Gemeinsam mit der Kommissarin Chiara begibt sie sich auf Spurensuche. Da Moira sich in Montagnola auskennt, erfährt sie Dinge, die der Polizei verborgen bleiben und kann so die Ermittlungen unterstützen. Natürlich bleibt es nicht aus, dass Moira hier und da auch eigene Nachforschungen anstellt. Und dann ist da noch ihre Jugendliebe Luca, der inzwischen als Gerichtsmediziner arbeitet, so dass sich beider Wege immer wieder kreuzen.

Mit Moira hat die Autorin eine sympathische, wenn auch manchmal etwas naiv-verpeilte Protagonistin geschaffen. Und auch wenn der Kriminalfall zugunsten der Charaktere und ihrer Geschicke ein wenig in den Hintergrund tritt, hat mich das Buch von der ersten Seite total gefesselt und ich konnte es gar nicht mehr weglegen. Dabei hat es mich auch kaum gestört, dass manche Begebenheiten eher unglaubwürdig waren - zum Beispiel wie intensiv Moira von der Polizei einbezogen wurde und wie unsicher die Kommissarin dargestellt wurde.

Fazit: ein echter Wohlfühl-Krimi mit Urlaubsflair.

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Veröffentlicht am 18.07.2022

Leider gar nicht abgefahren

Bullet Train
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Leider konnte ich mit dem Buch so gar nicht warmwerden und das einzige, das hier Fahrt aufnahm, war der Shinkansen, in dem die Geschichte spielt. Dem eigenwilligen trockenen Humor konnte ich nur wenig ...

Leider konnte ich mit dem Buch so gar nicht warmwerden und das einzige, das hier Fahrt aufnahm, war der Shinkansen, in dem die Geschichte spielt. Dem eigenwilligen trockenen Humor konnte ich nur wenig abgewinnen und einige Running Gags, wenn man sie so nennen will, fand ich ausgesprochen nervig. Trotz der filigran verwobenen Handlungsstränge, bei denen die Akteure immer wieder in unterschiedlichen Konstellationen aufeinandertreffen, wollte einfach keine Spannung aufkommen. So konnte ich der Handlung nur mit Mühe folgen - aber nicht weil sie zu komplex war, sondern weil sie mich einfach nicht fesseln konnte. So ertappte ich mich auch ein ums andere Mal dabei, wie meine Gedanken vom Buch abschweiften. Fazit: streckenweise interessanter Plot, aber die Umsetzung war einfach nicht meins.

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Veröffentlicht am 12.07.2022

Wenn die Vergangenheit Dich einholt

Sturmrot
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Dieser Krimi lebt von seinen Charakteren, allen voran der Polizistin Eira Sjödin. Vergangenheit und Gegenwart treffen aufeinander, als Olof Hagström, der mit vierzehn Jahren einen Mord gestand, in seine ...

Dieser Krimi lebt von seinen Charakteren, allen voran der Polizistin Eira Sjödin. Vergangenheit und Gegenwart treffen aufeinander, als Olof Hagström, der mit vierzehn Jahren einen Mord gestand, in seine Heimat zurückkehrt und seinen Vater tot auffindet. Wie sich herausstellt, wurde dieser ermordet - und Olof gerät in Verdacht. Doch auch wenn er seinen Vater nicht ermordet hat, bleibt er für die Bewohner doch der Mörder von Lina. Eira war damals, als das Mädchen verschwand, neun Jahre alt, doch die Geschichte hat sie nachhaltig beeindruckt und so setzt sie alles daran, die Wahrheit nicht nur über den Mord an Olofs Vater, sondern auch den alten Fall herauszufinden. Dabei führen sie die Ermittlungen ganz nah an ihre persönliche Vergangenheit, ihre Familie und Freunde heran. Was geschah damals wirklich - und will sie das wirklich wissen?
Mit Eira Sjödin hat die Autorin eine authentische, sehr menschliche Ermittlerin geschaffen, und ich kann man gut eine Fortsetzung vorstellen. Kritikpunkt meinerseits ist allerdings die Länge der Handlung, die sich einige Male zu oft in Nebenschauplätzen und Anekdoten verliert, die die Spannung ausbremsen und das Buch unnötig in die Länge ziehen. Auch haben mir einige Spuren nicht so gut gefallen, die zu abrupt wie aus dem Nichts auftauchten. Dafür gab es andererseits auch Wendungen, die absehbar waren - wenn auch nicht für Eira, die etwas länger brauchte um auf den Trichter zu kommen. Aber dafür hat sie vielleicht zu tief im Geschehen drin gesteckt. Fazit: ein gelungener Auftakt zu einer neuen Reihe um eine durchaus sympathische Ermittlerin, die lediglich ein paar unnötige Längen aufweist.
Zum Hörbuch: auch wenn ich die Vorlese-Stimme sehr angenehm fand, hätte das Tempo etwas mehr Fahrt aufnehmen können. Und zwischen den Kapiteln gab es zu lange Pausen, so dass ich tatsächlich mehrfach nachgeschaut habe ob die Wiedergabe vielleicht aus unerfindlichen Gründen angehalten wurde.

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Veröffentlicht am 07.07.2022

Eigentlich neu und irgendwie doch nicht

Als das Böse kam
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Zu Beginn weiß man noch gar nicht so genau, wo die Reise bei diesem Buch hingeht. Die ersten Szenen und auch der Schreibstil haben mich ein wenig an Titel wie Harz und Dunkelsommer erinnert, aber das blieb ...

Zu Beginn weiß man noch gar nicht so genau, wo die Reise bei diesem Buch hingeht. Die ersten Szenen und auch der Schreibstil haben mich ein wenig an Titel wie Harz und Dunkelsommer erinnert, aber das blieb nicht lange so. Mehr als eine unerwartete Wendung machen aus der Handlung ein ausgeklügeltes und spannendes Verwirrspiel. Juno, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird, ist ein typischer Teenager - und doch wieder nicht. Die Lebensumstände in Junos Familie sind nämlich alles andere als normal, aber trotzdem steckt auch sie jetzt in der Phase, in der alles hinterfragt und den Worten der Eltern nicht mehr blindlings geglaubt wird. Und so stößt Juno auf ein ungeheuerliches Familiengeheimnis, das ihr ganzes bisheriges Leben in Frage stellt. Für Juno gibt es nur eine Lösung: sie muss die Insel, auf der sie aufgewachsen ist, verlassen und irgendwo da draussen die Wahrheit finden...
Auch wenn das Buch sehr spannend war, hat mich der Schreibstil doch irgendwann ein wenig ausgebremst. Das liegt zum einen daran, dass aus Junos junger, teils naiver Perspektive erzählt wurde. Zum anderen gab es immer wieder Szenen, die ich unglaubwürdig bis unlogisch fand. Fazit: spannende Unterhaltung mit interessantem Plot.

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