Bewegende und fesselnde Nachkriegsgeschichte
FlüchtlingskindIn ihrem Roman ,,Flüchtlingskind -Ein Junge zwischen zwei Müttern " erzählt die Autorin Marion Kummerow die hochemotionale und dramatische Geschichte von Jakob, der als 4jähriger Junge im Winter 1945 ...
In ihrem Roman ,,Flüchtlingskind -Ein Junge zwischen zwei Müttern " erzählt die Autorin Marion Kummerow die hochemotionale und dramatische Geschichte von Jakob, der als 4jähriger Junge im Winter 1945 durch die Flucht vor den Russen aus seinem behüteten Leben gerissen wird.
Jakob lebt mit seinen Eltern Emma und Herbert, sowie seiner 7 Jahre alten Schwester Sophie in Lodz( Litzmanstadt ). Sein Vater ist als Soldat im Kriegsdienst. Vom Krieg ist hier außer der schlechteren Versorgung nicht viel zu spüren, bis die Front, die Rote Armee immer näher rückt und in den eroberten Gebieten sich barbarisch verhält. Aus Angst und Sorge um ihre Kinder entschließt Emma schweren Herzens, sich einem Treck gen Westen anzuschließen. Kein guter Zeitpunkt, denn es herrscht eisiger Winter, doch es geht nicht anders. Der Fußmarsch ist äußerst beschwerlich, geprägt von Hunger, Kälte , Entkräftung und auch Tod. Der kleine Jakob wird schwer krank und als sie endlich das von den Nazis besetzte Posen erreichen, kann Emma ihn endlich in ein Krankenhaus zur Behandlung bringen. Sie muß ihren kleinen Liebling alleine dort lassen und mit Sophie und den anderen Flüchtlingen aus Lodz im Lager übernachten. Die Lage spitzt sich zu, die Rote Armee rückt auch hier sehr schnell näher, weshalb das Krankenhaus evakuiert wird. Als Emma endlich nach Stunden dort ankommt, bietet sich ihr ein Bild der Verwüstung und Jakob ist nicht aufzufinden. Irena , die polnische Krankenschwester hat ihn mit zu sich nach Hause genommen, als sie ihn als letztes Kind weinend und verängstigt im Krankenzimmer vorfand, ohne Versorgung hätte er die Nacht außerdem wahrscheinlich nicht überlebt So schützt sie ihn vor den anrückenden Russen, die alles niedermetzeln , was deutsch ist. Sie selbst hat ihr ungeborenes Kind durch brutale SS-Soldaten verloren . Auch am nächsten Tag kann sie seine Mutter nicht finden, denn Emma musste mit Sophie als eine der letzten Deutschen die Stadt verlassen. Sie hofft, daß auch Jakob bei der Evakuierung in einen Zug nach Westen gesetzt wurde. Irena und Luka nehmen Jakob bei sich auf, kümmern sich um ihn, als sei es ihr eigenes Kind und so langsam fasst er Vertrauen in sie, nachdem er anfangs kein Wort polnisch versteht, die Sprache zügig lernt. Er wird beim Roten Kreuz als gemeldet, daß er seine Mutter sucht. Auch Enma meldet ihn als vermisst beim Suchdienst, als sie endlich im Westen im Lager Friedland ankommt. Durch das Ende des Krieges und der Einteilung in Besatzungszonen kann man nicht einfach überall hinreisen, um Angehörige zu suchen. Wird die Suche nacheinander erfolgreich sein? Wie ergeht es Jakob bei Irena und Luka , die ihn adoptieren, um ihn vor Anfeindungen als deutsches Kind zu schützen? Kann Emma es ertragen, daß eine Kind gerettet zu haben und dafür Jakob zurück gelassen zu haben?
Marion Kummerow hat mich mit ihrem flüssigen , mitreißendem, und sehr bildhaften Schreibstil schon nach wenigen Sätzen in den Bann gezogen. Ich fühlte mich mitten im Geschehen. Durch die wechselnden Perspektiven von Emma, Irena und Jakob konnte ich mich sehr gut in die Gefühle und Gedanken der Personen hineinversetzen. Ich habe durchgehend mit ihnen mitgefühlt, gehofft, um ihr Leben gebangt, große Ängste ausgestanden und auch ihre tiefe Liebe gespürt.
Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, hat diese gefühlvolle, tiefgründige und hochemotionale Geschichte genauso stattfinden können. Es wird unzählige Schicksale we die von Jakob und Emma gegeben haben.
Dieser Roman hat mich sehr berührt, so manches Mal hatte ich Gänsehaut und Tränen in den Augen. Uneingeschränkt empfehle ich diese dramatische und bewegende Geschichte weiter, die ich kaum aus der Hand legen konnte und die mich auch im Nachhinein sehr beschäftigt und sprachlos macht. . Auch heute ist dieses Thema u.a. durch den Ukraine-Krieg leider aktuell. Auch die weiteren Informationen im Nachwort haben mir sehr gefallen
Ich bedanke mich ganz herzlich bei Marion Kummerow für das Rezensionsexemplar.