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Veröffentlicht am 23.04.2023

Bewegende und fesselnde Nachkriegsgeschichte

Flüchtlingskind
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In ihrem Roman  ,,Flüchtlingskind -Ein Junge zwischen zwei Müttern " erzählt die Autorin Marion Kummerow die hochemotionale und dramatische Geschichte  von Jakob, der als 4jähriger Junge im Winter 1945 ...

In ihrem Roman  ,,Flüchtlingskind -Ein Junge zwischen zwei Müttern " erzählt die Autorin Marion Kummerow die hochemotionale und dramatische Geschichte  von Jakob, der als 4jähriger Junge im Winter 1945 durch die Flucht vor den Russen aus seinem  behüteten Leben gerissen wird.

Jakob lebt mit seinen Eltern Emma und Herbert, sowie seiner 7 Jahre alten  Schwester Sophie in Lodz( Litzmanstadt ). Sein Vater ist als Soldat im Kriegsdienst. Vom Krieg ist hier außer der schlechteren Versorgung nicht viel zu spüren, bis die Front, die Rote Armee immer näher rückt und in den eroberten Gebieten  sich barbarisch verhält.  Aus Angst und Sorge um ihre Kinder entschließt  Emma  schweren Herzens,  sich einem Treck gen Westen anzuschließen. Kein guter Zeitpunkt,  denn es herrscht eisiger Winter, doch es geht nicht anders. Der Fußmarsch ist äußerst beschwerlich,  geprägt von Hunger, Kälte , Entkräftung und auch Tod. Der kleine Jakob wird schwer krank und als sie endlich das von den Nazis besetzte Posen erreichen,  kann Emma ihn endlich in ein Krankenhaus zur Behandlung bringen. Sie muß ihren kleinen Liebling alleine dort lassen und  mit Sophie und den anderen Flüchtlingen aus Lodz im Lager übernachten.  Die Lage spitzt sich zu, die Rote Armee rückt auch hier sehr schnell näher,  weshalb das Krankenhaus evakuiert wird. Als Emma endlich nach Stunden dort ankommt, bietet sich ihr ein Bild der Verwüstung und Jakob ist nicht aufzufinden.  Irena , die polnische Krankenschwester hat ihn mit zu sich nach Hause genommen,  als sie ihn als letztes Kind weinend und verängstigt im Krankenzimmer vorfand, ohne Versorgung hätte er die Nacht  außerdem wahrscheinlich nicht überlebt So schützt sie ihn vor den anrückenden Russen, die alles niedermetzeln , was deutsch ist. Sie selbst hat ihr ungeborenes Kind durch brutale SS-Soldaten verloren . Auch am nächsten Tag kann sie seine Mutter nicht finden, denn Emma musste mit Sophie als eine der letzten Deutschen die Stadt verlassen.  Sie hofft, daß auch Jakob bei der Evakuierung in einen Zug nach Westen gesetzt wurde. Irena und Luka nehmen Jakob bei sich auf, kümmern sich um ihn, als sei es ihr eigenes Kind und so langsam fasst er Vertrauen in sie, nachdem er anfangs kein Wort polnisch versteht, die Sprache zügig lernt. Er wird beim Roten Kreuz als gemeldet, daß er seine Mutter sucht. Auch Enma meldet ihn als vermisst beim Suchdienst,  als sie endlich im Westen im Lager Friedland ankommt. Durch das Ende des Krieges und der Einteilung in  Besatzungszonen kann man nicht einfach überall hinreisen, um Angehörige zu suchen. Wird die Suche nacheinander erfolgreich sein? Wie ergeht es Jakob bei Irena und Luka , die ihn adoptieren,  um ihn vor Anfeindungen als deutsches Kind zu schützen?  Kann Emma es ertragen,  daß eine Kind gerettet zu haben und dafür Jakob zurück gelassen zu haben? 

Marion Kummerow hat mich mit ihrem flüssigen , mitreißendem, und sehr bildhaften Schreibstil schon nach wenigen Sätzen in den Bann gezogen. Ich fühlte mich mitten im Geschehen.  Durch die wechselnden Perspektiven von Emma, Irena und Jakob konnte ich mich sehr gut in die Gefühle und Gedanken der Personen hineinversetzen.  Ich habe durchgehend mit ihnen mitgefühlt,  gehofft, um ihr  Leben   gebangt, große Ängste ausgestanden und auch ihre  tiefe Liebe gespürt.  

Auch wenn es eine fiktive Geschichte ist, hat diese gefühlvolle,  tiefgründige und hochemotionale Geschichte genauso stattfinden können.  Es wird unzählige Schicksale we die von  Jakob und Emma gegeben haben. 

Dieser Roman hat mich sehr berührt,  so manches Mal hatte ich Gänsehaut und Tränen in den Augen. Uneingeschränkt empfehle ich diese  dramatische und bewegende Geschichte weiter, die ich kaum aus der Hand legen konnte und die mich auch im Nachhinein sehr beschäftigt und sprachlos macht. . Auch heute ist dieses Thema  u.a. durch den Ukraine-Krieg leider aktuell.  Auch die weiteren Informationen im Nachwort haben mir sehr gefallen

Ich bedanke mich ganz herzlich bei Marion Kummerow für das Rezensionsexemplar.  

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Veröffentlicht am 22.04.2023

Jetzt ein leckeres Eis am Stiel

Träume aus Eis
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In ihrem Roman ,,Träume aus Eis " lässt die Autorin Franziska Winkler den Leser am Leben und Wirken der Münchner Familie Pankhofer teilhaben.
Im April 1929 geht ein großer Traum von Josef und Erna Pankhofer ...

In ihrem Roman ,,Träume aus Eis " lässt die Autorin Franziska Winkler den Leser am Leben und Wirken der Münchner Familie Pankhofer teilhaben.
Im April 1929 geht ein großer Traum von Josef und Erna Pankhofer in Erfüllung. Sie eröffnen ihren eigenen Eissalon in der Kaufingerstraße nahe der Frauenkirche. Damit sind die Zeiten vorbei, mit dem Eiswagen durch die Stadt zu fahren , um ihren Lebensunterhalt zu verdienen . Sie erhoffen sich mit der Eisdiele ein finanziell besseres Leben. Ihre 18 jährige Tochter Frieda und die 2 Jahre jüngere , etwas tolpatschige Lotte müssen im Geschäft mit anpacken. Als Frieda sich verliebt schwebt sie zunächst auf Wolke 7 , doch es ist ausgerechnet der Sohn des Kaffeehauses Großglockner , den ihr Vater als große Konkurrenz ansieht und daher diese Verbindung nicht akzeptieren würde. Wird es für Frieda und Erich eine gemeinsame Zukunft geben ?
Als es zu einem Streit zwischen Frieda und Lotte kommt, passiert ein großes Unglück, bei dem Lotte sehr schwer verletzt wird. Die Familie hofft auf komplette Heilung, doch wird sie es schaffen?
Auch im Eissalon läuft es nicht so üppig wie Josef und Erna es sich erträumt hatten. Um neue Kunden anzulocken , experimentiert Joseph an neuen Geschmacksrichtungen, mal mehr und mal weniger genießbar, bis er auf die Idee kommt, das Eis am Stiel herzustellen.
Diese Erfindung von dem real existierenden Josef Pankhofer,hat Franziska Winkler zum Anlass für diese Geschichte genommen. Er hat tatsächlich 1929 das JoPa - Eis erfunden, das erste Steckerl- Eis.
Den Leser erwartet eine interessante Geschichte mit starken Frauen, alles für die Familie tun, aber auch für ihren Weg kämpfen. Es gibt Höhen und Tiefen, Freude und Leid, Träume , Hoffnungen und Verluste und auch die Liebe ist dabei.
Die Protagonisten habe ich schnell liebgewonnen : Erna als Ehefrau und Mutter ;Frieda und Lotte als Geschwister, die sich auch streiten , aber trotzdem füreinander da sind ; Josef als Träumer und Erfindergeist und besonders Fanny, die gute Seele vom Eissalon mit ihrem charmanten bayrischem Dialekt ( konnte sogar ich als Norddeutsche gut verstehen).
Das charmante Münchner Leben , die Schauplätze und Straßen, sowie die Mode sind anschaulich und bildhaft beschrieben. Ich hatte schnell das Gefühl mittendrin zu sein und ein leckeres Eis zu genießen.
Der Text liest sich richtig schön flüssig, die Seiten fliegen nur so dahin. Die einzelnen Kapitel sind jeweils mit dem Datum versehen und aus den Perspektiven der verschiedenen Protagonisten geschildert. Dadurch bleibt die Geschichte lebendig und ich konnte mich in alle Personen gut hineinversetzen.
Das Buchcover passt sehr gut zur Geschichte. Ein Paar ( Josef und Erna oder Frieda und d Erich ) laufen dem Betrachter händchenhalten entgegen. Abgebildet auf der Silhouette eines Eis am Stiel. Mir gefällt es auch in der Farbgebung sehr gut, passend zur damaligen Zeit.
Wer gerne in Familiengeschichten eintaucht, ist mit dieser gelungenen Geschichte gut versorgt. Am besten man hat etwas Eis im Haus, denn der Appetit darauf kommt bestimmt.

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Veröffentlicht am 14.04.2023

Großartige Geschichte über Mut , Verlust, Vergebung und Zusammenhalt in der Familie

Die Sterne über Venedig
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In ihrem Roman  ,,  Die Sterne über Venedig " erzählt die Autorin Anja Saskia Beyer die sehr berührende   Geschichte der Schwestern Nicola und Caterina und ihrer Großmutter,  ihrer Nonna . 

Nicola ist ...

In ihrem Roman  ,,  Die Sterne über Venedig " erzählt die Autorin Anja Saskia Beyer die sehr berührende   Geschichte der Schwestern Nicola und Caterina und ihrer Großmutter,  ihrer Nonna . 

Nicola ist seit einiger Zeit vom Vater ihrer Tochter Lotta getrennt. Nachdem Ihr Leben jetzt eh schon schwieriger ist, zieht sich Ihre Schwester Caterina immer mehr vor ihr zurück.  Sie weiß nicht warum und das belastet sie sehr. Als sie beide nach Venedig gerufen werden, weil es  ihrer hochbetagten  Großmutter in Venedig nicht gut geht, reisen sie umgehend in die Lagunenstadt ,um die geliebte Nonna Miranda  und auch ihre Mutter Gina zu besuchen.  Soviele schöne Erinnerungen an wunderbare Besuche lassen Nicola träumen.  Als sie in Venedig ankommen,  hat sich die geliebte Nonna etwas erholt. Sie spürt, daß etwas zwischen den Enkelinnen steht. Um ihnen zu zeigen , wie wichtig ein intaktes Verhältnis innerhalb der Familie ist, beginnt sie ihre Geschichte zu erzählen. Noch nie zuvor hat sie erzählt,  was sie selbst als junge Frau in den furchtbaren Jahren unter deutscher Besatzung erlebt hat. Auch nicht warum sie das Haus,  in dem sie seit sovielen Jahren lebt, geschenkt bekommen hat. Es ist eine äußerst spannende , mutige und sehr berührende Vergangenheit,  die Nonna  Miranda nun preis gibt. Sie erzählt von ihrer jüdischen Freundin,  der deutschen Besatzung,  ihrer Unterstützung der Partisanen als Stafette,  ihrer großen Liebe,  von Freude ,Glück , Verrat und Verlust. Wird sie  dadurch es schaffen, daß die Schwestern sich wieder annähern ? 

Anja Saskia Beyer hat eine berührende Geschichte über eine starke Frau geschaffen,  die mit ihrem Mut, ihrem Handeln und allen  Widrigkeiten  zum Trotz ein wunderbares Leben genießen konnte. Sie zeigt auf ,daß Familie ein äußerst wichtiges Gut ist. Daß man auch mal über seinen Schatten springen muß und miteinander sprechen und Vergebung wichtig ist. 

In dieser Geschichte,  die mich ins wunderschöne Venedig in die Jahre 1943 und 2019 entführt hat , war alles enthalten,  was mich fesselt. Spannung,  Drama,   Liebe und wahnsinnig leckere venezianische Spezialitäten, die ich am liebsten alle probiert hätte.  

Die Protagonisten sind allesamt so liebevoll und lebendig beschrieben,  daß ich sie schnell in mein Herz geschlossen habe. Mirandas damaliges Handeln bewundere ich sehr und die Hartnäckigkeit mit der Nicola und der sympathische Arzt Diego ein Zerwürfnis der Familie klären , hat mich begeistert.  

Die Sprecherinnen des Hörbuches Sabine Blasius und Lana Ghafoor haben die Hörstunden zusätzlich zu einem großartigen Erlebnis gemacht.  

Am Ende befinden sich noch die Rezepte Nachbacken / Kochen der Köstlichkeiten wie die Sehnsuchtskekse  Saletti  und Buranelli . 

Sehr gerne empfehle ich diese spannende Reise nach Venedig weiter. 

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Zuflucht und Hoffnung in der Bücherei Bethnal Green

Die Bibliothek der Hoffnung
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In ihrer Geschichte,, Die Bibliothek der Hoffnung " nimmt die Autorin mit in die unterirdische Bücherei nach Bethnal Green.
Auf wahren Begebenheiten basierend wird die Geschichte von Clara und ihrer Freundin ...

In ihrer Geschichte,, Die Bibliothek der Hoffnung " nimmt die Autorin mit in die unterirdische Bücherei nach Bethnal Green.
Auf wahren Begebenheiten basierend wird die Geschichte von Clara und ihrer Freundin Ruby erzählt, die im 2. Weltkrieg in Londoner Stadtteil Bethnal Green in einem stillgelegten U-Bahnschacht eine Bücherei betreiben.
Dieser U-Bahnschacht hat für viele Menschen , die bei einem Luftangriff 1940 , dem Blitz, die einzige sichere Zuflucht bedeutet. Dort lebten mehrere tausend Menschen. Es war wie eine kleine unterirdische Stadt, mit Theater, Café, Tanzschule und eben den vielen geretteten Büchern.
Die verwitwete Kinderbibliothekarin Clara Button rettet nach dem verheerenden Bombenangriff die Bücher ihrer Bücherei und baut mit Hilfe ihrer Freundin Ruby Munroe die unterirdische Bibliothek auf. Diese Bücher geben den vielen Menschen im Shelter( dt. Zuflucht, Schutz ) ein wenig das Gefühl eines normalen Lebens. Obwohl Clara und Ruby selbst schwere Päckchen zu tragen haben, sind sie für ihre Besucher immer da. Besonders Clara kümmert sich liebevoll um die Kinder,die auch Tunnelratten genannt werden, und zum Teil gar kein normales Leben außerhalb kennen. So bringt sie Sparrow zum Lesen , kümmert sich um Marie und Beatie, die von den Jersey-Inseln evakuiert wurden.
Als sie auf ihrem Weg im Dunkeln überfallen wird, kommt ihr der Rettungssanitäter Billy zu Hilfe. Es knistert zwischen ihnen, doch Clara traut sich nicht zu lieben, obwohl ihr Mann schon seit einigen Jahren gefallen ist. Auch Billy scheint ein Geheimnis zu haben. Ruby dagegen ist nach außen hin eine Frohnatur, doch auch sie hat Schlimmes erlebt , was sie nicht vergessen kann.
Die Freundinnen sind immer füreinander da und meistern gemeinsam Hindernisse, die ihnen das Leben und Menschen in den Weg legen. Sie sind unglaublich, eine Stütze für die Gemeinschaft. Die Bücher geben so viel Kraft , Mut und Hoffnung, lassen die Menschen die Welt draußen vergessen, geben Hoffnung auf ein normales Leben, wenn der Krieg endlich vorbei ist.
Trotz aller Widrigkeiten und Grausamkeiten versuchen sie ihr Leben zu meistern und ihr eigenes Glück zu finden. Immer wieder müssen sie Rückschläge hinzunehmen. Ein Wunder, daß sie an manchem nicht zerbrechen, sondern immer wieder nach vorne schauen.
Die Geschichte hat mich sehr berührt, bei den liebevollen Beschreibungen ging mir das Herz auf und ich habe so mit Clara und Ruby gehofft, daß alles gut wird und sie eine glückliche Zukunft haben werden.
Den einzelnen Kapitel , aus den Perspektiven von Clara und Ruby erzählt, ist immer ein Spruch oder eine Aussage von Menschen, die mit Büchern zu tun haben, vorangestellt.

Die Sprecherin hat eine so tolle und mitreißende Art zu erzählen, daß ich am liebsten alles in einem Rutsch gehört hätte. Für alle Personen hatte sie jeweils eine besondere Stimmlage, die es einfach machte, alle auseinander zu halten. Besonders die Stimmung kam dadurch gut hervor.
Mich hat diese Geschichte sehr berührt. Besonders interessant fand ich, daß am Ende der Geschichte Kate Thompson über ihre Recherche berichtet. Die Aussagen von Zeitzeugen haben mich sehr bewegt.
Die Autorin hat ein Werk geschaffen, welches ich nicht so schnell vergessen werde. Die Menschen, die unter den ungewöhnlichen , schwierigen Umständen diesen Ort der Hoffnung geschaffen haben , verdienen Hochachtung.
Eine grandiose Verknüpfung von wahren Begebenheiten mit einer fiktiven Geschichte. Liebevoll dargestellte Charaktere , eine kraftvolle Gemeinschaft und eine ganz besondere Atmosphäre.
Ganz klare Leseempfehlung/ Hörempfehlung .

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Veröffentlicht am 12.04.2023

Grandioses Romandebüt! Tolle emotionale Familiengeschichte im traumhaften Timmendorf an der Ostsee

Die Frauen der Villa Sommerwind. Das Glück am Horizont.
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,, Das Glück am Horizont- Die Frauen der Villa Sommerwind " ist der erste Roman von Anna Husen. Was für ein grandioser Start! 

Diese äußerst gelungene Geschichte um Henriette und ihre Familie spielt in ...

,, Das Glück am Horizont- Die Frauen der Villa Sommerwind " ist der erste Roman von Anna Husen. Was für ein grandioser Start! 

Diese äußerst gelungene Geschichte um Henriette und ihre Familie spielt in  den Jahren 1903 bis 1929 in Timmendorfer Strand, einem  beschaulichen Ort an der Ostsee. 

Henriette kommt mit ihrem Vater und ihren zwei jüngeren Geschwistern nach Timmendorf,  um dort die Villa Sommerwind als Hotel zu führen.   Mit ihren 22 Jahren und dem Abschluss der Hotelfachschule steht sie dem Vater tatkräftig zur Seite. Nach dem Tod ihrer Mutter bei der Geburt ihres jüngsten Bruders vor 8 Jahren haben sie ein sehr inniges Verhältnis.  Sie macht alles, um ihren Geschwistern die Mutter zu ersetzen und die Familie zusammen zu halten.  Eines Taged kommt es jedoch zu einem verheerenden Streit mit ihrem Vater.  Enttäuscht und wütend läuft sie am Strand entlang und trifft im Nachbarort Niendorf auf den Fischersohn Ole, der sie vom ersten Moment an fasziniert.  Es ist die sprichwörtliche Liebe auf den ersten Blick. Eine Liebe , die nicht sein darf, denn ihr Vater hat bereits beschlossen,  daß sie Eduard Graff heiraten wird, den Sohn eines Architekten.  Sie fügt sich , bekommt die wunderbaren Zwillinge Julia und Christine.  Doch glücklich ist sie in dieser arrangierten und kalten Ehe nicht. Das Hotrl floriert, doch es beginnen unruhige Zeiten , die im 1. Weltkrieg münden. Das Hotel kämpft, genau wie die Männer, ihr Vater,  ihr Bruder und ihr Herzensmensch Ole , ums Überleben.  Sie arbeitet hart und sorgt dafür , daß das Hotel bestehen bleiben kann  und die Familie zusammen hält.  Halt und moralische Unterstützung erfährt sie von ihrer besten Freundin Mareike, die sie am ersten Tag in Timmendorf kennen lernte. Eine Freundin,  die immer zu ihr hält und iauch mal unverblümt ihre Meinung kund tut. So eine tolle Freundin sollte jeder haben. 

Anna Husen hat die Personen so sympathisch und liebevoll gezeichnet,  daß sie mir schnell ans Herz gewachsen sind. Durch die authentischen Beschreibungen fühlte ich mich wie ein Teil der Familie.  Die emotionale und gefühlvolle Geschichte hat mich begeistert.  Ich habe mich  mit Henriette gefreut , geliebt, gelitten,  gehofft , gebangt und auch geweint . Nicht nur einmal im Leben muß sie große Hürden überwinden,  gerade als Frau hat sie gegen Vorurteile und Widrigkeiten zu  kämpfen.  Sie ist eine starke Frau, die alles für ihre Familie macht. 

Durch die spannungsreichen,  abwechslungsreich aus den Perspektiven von Henriette,  Ole und Christine erzählt,  konnte ich tief in die Geschichte,  Gefühle und Gedanken der Protagonisten eintauchen.  Unerwartete Wendungen haben mich überrascht. 

Der Ort, der Strand , die Mode wurden so bildhaft beschrieben,  daß ich die salzige Meeresluft schmecken,  den Wind  und den Sand unter den Füßen spüren konnte. Gerne hätte ich die wundervollen Kleider , geschneidert von Mareike und ihrer Mutter Friederike, anprobiert. 

Von der ersten Seite an , hat mich diese Geschichte in den Bann gezogen.  Das Buch konnte ich kaum aus der Hand legen., wollte doch unbedingt erfahren,  ob Henriette ihr eigenes Glück erfahren darf. Sehr gut haben mir auch die stillen Zwiegespräche von Henriette mit ihrer  verstorbenen Mutter gefallen,  aus denen sie viel Kraft,  Mut und Hoffnung schöpft, 

Anna Husen hat einen fulminanten Roman geschaffen,  der aufzeigt,  daß Freude, Trauer, Glück und Unglück manchmal ganz nah beieinander liegen und in allen Menschen etwas Gutes steckt, auch wenn es manchmal nicht so scheint. 

Von ganzem Herzen empfehle ich  diese wunderbare,  spannungsreiche  und berührende Geschichte weiter. Schon jetzt warte ich sehnsüchtig auf die Fortsetzung von dieser Geschichte.  




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