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Veröffentlicht am 31.10.2025

Grausamer Mord in schöner Umgebung

Düstere Abgründe in Saint Rémy
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Zwei Familien wandern in den Hügeln der Alpillen, einem Kalksandsteingebirge im Südwesten der Provence. Als die beiden Söhne in der Höhle eines aufgelassenen Steinbruchs auf Entdeckungsreise gehen, finden ...

Zwei Familien wandern in den Hügeln der Alpillen, einem Kalksandsteingebirge im Südwesten der Provence. Als die beiden Söhne in der Höhle eines aufgelassenen Steinbruchs auf Entdeckungsreise gehen, finden sie einen menschlichen Kopf, aufgespießt auf einem Holzpfahl …

Anna-Maria Aurel hat, mit „Düstere Abgründe in Saint Rémy“, bereits den vierten Band ihrer Reihe mit Capitaine Mathieu Dubois als Ermittlungsleiter geschrieben. Für mich war es der erste Band und ich habe mich gut zurechtgefunden.

Wer ist der Tote und wo befindet sich sein Körper? Capitaine Dubois von der Kripo Marseille, kurz PJ, wird mit dem mysteriösen Fall beauftragt. Ihm steht nur ein reduziertes Team zur Seite, denn in Marseille führt ein Kollege gerade eine riesige Ermittlung zu einem Islamisten-Netzwerk durch. Als zusätzliche Unterstützung erhält er den frisch gebackenen Lieutenant Laurent, der vorher als Berufsfeuerwehrmann arbeitete.

Das Mordopfer stellt sich als ehemaliger Polizist heraus, der wegen Korruption und schwerer Misshandlung eines Untersuchungshäftlings entlassen wurde. Eine seiner Ex-Ehefrauen hatte Francis Marchand wegen häuslicher Gewalt angezeigt. Bald rutschte dieser ins kriminelle Milieu ab. Als sich herausstellt, dass eine Frau den brutalen Mord begangen hat, führen die Ermittlungen die Beamten ins psychiatrische Krankenhaus Saint-Paul-de-Mausole, wo sich die Ex-Gattin des Toten aufhält. Dann wird der Sohn des Opfers entführt und die PJ gerät unter Druck ...

Anna-Maria Aurel schreibt flüssig und bildhaft. Ob das malerische Saint Rémy, das schon van Gogh faszinierte, oder das historische Glanum, die Gegend und das Ambiente werden so anschaulich beschrieben, dass man als Leser gleich den Rucksack packen möchte. Die Hauptcharaktere wie Mathieu, Nadia, Martine oder Laurent werden überzeugend beschrieben. Dagegen konnte ich die Handlungsweise einiger Nebencharaktere kaum nachvollziehen.

Die Ermittlungen kommen nur zäh voran. Die Identität des Toten ist zwar bald geklärt, aber dann stagniert die Untersuchung. Aus privaten Gründen muss Mathieu die Ermittlungen vorübergehend abgeben und die Wahl seiner Stellvertretung dezimiert das Team erneut. Überhaupt spielen private Themen eine (zu) große Rolle. Mathieu muss sich um seine Familie kümmern, ein Teammitglied verliebt sich in eine Verdächtige, zwei verhalten sich aus Neid und Frauenfeindlichkeit unprofessionell. Das ist zwar gut geschrieben, geht aber zu Lasten der Spannung.

Die Gelbwesten blockieren das ganze Land und behindern die Ermittlungen zusätzlich. Trotzdem werden beide Fälle, der Mord und die Entführung, letztlich aufgeklärt.

Obwohl mir das Privatleben der Ermittler zu großen Raum einnahm und es mir dadurch an Spannung zeitweise mangelte, hat mich der Krimi gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 28.10.2025

So kommt der Kommissar auf den Hund

NordOstWut (Flensburg-Krimi)
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So kommt der Kommissar auf den Hund

Während Kommissar Hendryk Larsson seinen Urlaub in Dänemark genießt, ruht das Verbrechen in Flensburg nicht. Der Leiter eines Shanty-Chors, Kurt „Kuddl“ Möller, wird ...

So kommt der Kommissar auf den Hund

Während Kommissar Hendryk Larsson seinen Urlaub in Dänemark genießt, ruht das Verbrechen in Flensburg nicht. Der Leiter eines Shanty-Chors, Kurt „Kuddl“ Möller, wird erschlagen in der Sütterlingasse aufgefunden. Kommissarin Anne Anders ermittelt, unterstützt von Assistentin Swantje Meiers, die gerade eine Weiterbildung zur Kriminaltechnikerin absolviert. In „NordOstWut“ lässt
Nele Bruun ihr Flensburger Team erneut in einem spannenden Mordfall ermitteln, der mich zum Miträtseln inspiriert hat.

Wurde der Tote Opfer eines Raubmords oder weil er ein stadtbekannter Casanova war? Nicht weit entfernt vom Mordopfer wurde ein leeres Kellnerportemonnaie gefunden. Eigentlich wussten nur die Shantysänger, dass Kuddl an diesem Abend die Jahresbeiträge kassieren wollte. Die Ermittlungen veranlassen ein Chormitglied prompt zur Flucht. Schnell geht der Flüchtende den Fahndern ins Netz und kommt in Untersuchungshaft, da er zur Tatzeit in der Nähe der Sütterlingasse gesehen wurde. Aber ist er auch der Mörder? Weitere Verdachtsmomente ergeben sich durch die zahlreichen Affären Möllers und seine Geldgeschäfte, da er auch in der Rente noch seinen Beruf als Finanzberater ausübte. Kaum ist Hendryk aus dem Urlaub zurück, geschieht ein zweiter Mord, der dem ersten ähnelt. Bestand eine Verbindung zwischen Chorleiter Möller und dem ehemaligen Kapitän Holger Christiansen, der dem zweiten Anschlag zum Opfer fiel?

Nele Bruun schreibt gewohnt flüssig und bilderreich. Es gefällt mir, dass sie viel Lokalkolorit in ihre Geschichten einbringt. Ob Opa Nissen mit seinem nordischen Slang, der für mich als Süddeutsche exotisch anmutet oder die Beschreibungen von Läden auf dem Holm oder von Orten in der Umgebung, das alles gehört für mich zu ihren Flensburgkrimis. So entsteht eine angenehme, ganz besondere Atmosphäre. Auch das Wiedertreffen mit alten Bekannten macht mir viel Spaß, ob mit Annes und Hendryks muffeligem Chef Dünke, dessen Umgangston unverändert barsch ist, oder mit dem „Stadtlautsprecher“ Anneliese Runge. Dieses Mal kommt als Running Gag noch Hundewelpe Hubert alias Mütze dazu, der Swantjes kapriziöser Mutter Gundel gehört, aber ganz andere Ambitionen hat.

Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig. Motive ergeben sich einige, aber Verdächtige, die beide Opfer im Visier hatten, eher nicht. Um die Tätersuche voranzutreiben, findet sich Hendryk als neuestes aktives Mitglied des Shanty-Chors „De lustigen Seemannslüüd“ undercover wieder, während Anne im Casino von Odense Champagner schlürft. Letztlich helfen diese eher unkonventionellen Unternehmungen tatsächlich bei der Aufklärung und führen nach einigen Wendungen zur Lösung des Falls. Doch vorher gerät einer der Ermittler in große Gefahr …

Nele Bruun hat mich erneut gut unterhalten mit ihrem spannenden Regionalkrimi von der Flensburger Förde, den ich allen Freunden des Genres empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 24.10.2025

Der erste Oxford-Krimi

Die Oxford-Tragödie
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Francis Wheatley Winn, Dozent und Vizepräsident des St. Thomas-College in Oxford genießt das Abendessen zusammen mit den Kollegen. Heute nimmt ein Besucher aus Österreich, Ernst Brendel, Anwalt und Gastdozent, ...

Francis Wheatley Winn, Dozent und Vizepräsident des St. Thomas-College in Oxford genießt das Abendessen zusammen mit den Kollegen. Heute nimmt ein Besucher aus Österreich, Ernst Brendel, Anwalt und Gastdozent, daran teil. Die angenehme Atmosphäre des anschließenden geselligen Beisammenseins wird jäh zerstört, als im Büro des Dekans ein ermordeter Kollege aufgefunden wird.

„Die Oxford-Tragödie“ wurde von John Cecil Masterman 1933 geschrieben und ist jetzt auch auf Deutsch erhältlich. Meine Erwartungen an einen Kriminalroman aus dem „Goldenen Zeitalter“ wurden voll erfüllt.

Der Anwalt Ernst Brendel ist ein begeisterter Amateurdetektiv, der bereits bei einigen Kriminalfällen mitgearbeitet hat. Mit dieser Erfahrung ist er dazu prädestiniert, im vorliegenden Fall zu ermitteln, zumal sich der durchaus fähige Inspektor Cotter in der geschlossenen Gemeinschaft des Colleges schwertut. Francis Winn unterstützt Brendel als eine Art Dr. Watson bei den Ermittlungen. Die Geschichte wird aus seiner Perspektive erzählt. Aufschlussreich sind Finns Gedanken über die geladene Waffe auf dem Schreibtisch des Dekans, die der geselligen Runde nach dem Abendessen als Thema diente. Oder über die Fragen, die Brendel zu seinen Mordermittlungen gestellt wurden. Seine Selbstreflexionen habe ich gern gelesen. Wenn er grübelt, ob er sich angemessen verhalten hat oder sich wegen seiner Entscheidungen, die er (meist nicht) getroffen hat, grämt. Seine Reaktionen auf das Geschehen, das die Welt, in der er seit 40 Jahren lebt, in den Grundfesten erschüttert, und seine Versuche, damit klarzukommen, werden eindrücklich geschildert. Dadurch ist die Atmosphäre nach der Entdeckung des Mordes eher düster.

Masterman hat einen traditionellen Whodunit-Krimi geschrieben, der in einer nahezu geschlossenen Gemeinschaft spielt und einen überschaubaren Kreis an Verdächtigen aufweist. Sein Schreibstil wirkt etwas altmodisch, wie erwartet, aber gut lesbar und passend.
Neben Winn verfügt nur der Charakter Ernst Brendel über Tiefe, die übrigen Protagonisten sind eher als typische Vertreter ihrer Rollen angelegt.

Warum einen Krimi lesen, der bereits 1933 geschrieben wurde? Zunächst hat mich die beeindruckende Biografie des Autors John Cecil Masterman neugierig auf seine Erzählung gemacht. Zudem war ich gespannt auf den Roman, der als erster Oxford-Krimi überhaupt gilt. Viele sollten folgen. Von Autoren wie Michael Innes oder Edmund Crispin bis hin zur aktuellen Oxford-Krimireihe von Simon Mason. Außerdem liebe ich alte Krimis, vor allem britische. Mich interessiert daran vor allem die Zeitgeschichte. Hier das Universitätsleben in den 1930er Jahren. Da Masterman selbst Dozent in Oxford war, beschreibt er das Setting perfekt.

Der Fall wird nach einigem Rätseln und der Erläuterung mehrerer Hypothesen restlos aufgeklärt. Das Ende zieht sich ein wenig, aber das stört nicht besonders. Für Freunde von actionreichen Krimis mag der Roman eher langweilig sein, ich fand ihn dagegen sehr unterhaltsam. Es ist schade, dass der Autor, der auch Mitglied im legendären Detection Club war (wie Agatha Christie, Dorothy L. Sayers u.a.) nur zwei Kriminalromane geschrieben hat.

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Veröffentlicht am 20.10.2025

Ein sprechender Kater und spannende Abenteuer ...

Legende der Schattenwächter – Kampf um die magischen Schlüssel
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Hamburg, 1897. Der 15-jährige Armin Sturm führt ein schweres Leben. Seit dem Verlust seiner Frau ist der Vater Nodger, ein gebrochener Mann und sein Sohn versucht, mit Gelegenheitsjobs ihren Lebensunterhalt ...

Hamburg, 1897. Der 15-jährige Armin Sturm führt ein schweres Leben. Seit dem Verlust seiner Frau ist der Vater Nodger, ein gebrochener Mann und sein Sohn versucht, mit Gelegenheitsjobs ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Nach der Arbeit am Hafen wird Armin unerwartet von einem Dämon angegriffen. In dieser Nacht verändert sich sein Leben grundsätzlich. Er verliert den Großvater und kommt zum ersten Mal mit Magie in Kontakt.

„Kampf um die magischen Schlüssel“ ist der spannende Auftaktband der neuen Fantasy-Reihe „Legende der Schattenwächter“ von Lars Meyer. Ich hatte großen Spaß beim Lesen.

Bei dem erfolgreichen Versuch, seinen Enkel vor dem Dämon zu beschützen, hat Hagen Sturm einen tödlichen Herzinfarkt erlitten. Sein Enkel ist überrascht, als er das ansehnliche Erbe in Besitz nimmt. Warum hat der Großvater ihn nie kontaktiert und unterstützt? Im Anwesen der Hagens in Greifheim trifft Armin Nari wieder, die ihm in jener schicksalsschweren Nacht geholfen hat. Ihr fällt es schwer, ihn zu akzeptieren, da sie ihm die Schuld an Hagens Tod gibt. Bei einem Streifzug in den naheliegenden Wald helfen Nari und Armin der mysteriösen Viktoria, die von Kobolden attackiert wird. Bald sehen sich die Drei zur Zusammenarbeit gezwungen, den Damasus, der Dämon, kehrt zurück und nimmt Armins Vater, Naris Tante und Viktorias Angestellte als Geiseln. Als Gegenleistung für deren Leben fordert er die Herausgabe von drei Schlüsseln von den Jugendlichen. Diese öffnen das Dunkeltor, das seit Jahrhunderten die Menschheit vor einer tödlichen Bestie beschützt. Seit vielen Generationen hüten die Familie Sturm und andere Schattenwächter dieses Verlies …

Die Geschichte gewinnt schnell an Tempo und hat mich bald in ihren Bann gezogen. Lars Meyer schreibt flüssig und bildhaft. Seine Charaktere wirken authentisch und er beschreibt anschaulich, was sie bewegt und wie schwer es ihnen fällt, einander zu vertrauen. Doch der gemeinsame Feind zwingt sie zum Handeln und bald ist klar, dass sie nur als Team erfolgreich sein werden. Die facettenreiche Jagd nach den magischen Schlüsseln fesselt und verläuft rasant. Dabei kommen die fantastischen Elemente nicht zu kurz, allein das Transportmittel der Drei ist faszinierend.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive der drei Hauptfiguren erzählt, was mir sehr gut gefallen hat und die Spannung erhöht. Ein Kapitel ist aus Sicht des Gegenspielers geschrieben und lässt erkennen, was ihn auf die Seite des Bösen getrieben hat. Die Atmosphäre ist eher düster, die Rätsel und Abenteuer fordernd. Immer, wenn ein Hindernis überwunden scheint, kommt die nächste Herausforderung.

Nach einer handlungsreichen Odyssee, die Abenteuer, Lebensgefahr und schmählichen Verrat mit sich brachte, finden die Drei zu wahrer Freundschaft. Doch der schwerste Kampf steht ihnen noch bevor und ihr einziger Verbündeter, meine Lieblingsfigur, ist ein magischer sprechender Kater …

Ich lese gern Fantasyromane, oft mit meiner bald 14-jährigen Nichte zusammen, und „Kampf um die magischen Schlüssel“ hat uns beiden gefallen. Es blieben einige wichtige Fragen offen, die uns einer Fortsetzung entgegenfiebern lassen.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

4879 Geschenke für Kleinfreudenstadt

Miss Merkel: Mord unterm Weihnachtsbaum
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Wer feiert Weihnachten auf Hawaii? Angela und Achim schon mal nicht. Nachdem sich der Urlaub mit den ewig turtelnden Obamas als Flop erweist, kommen die Merkels gerade noch rechtzeitig zurück nach Kleinfreudenstadt, ...

Wer feiert Weihnachten auf Hawaii? Angela und Achim schon mal nicht. Nachdem sich der Urlaub mit den ewig turtelnden Obamas als Flop erweist, kommen die Merkels gerade noch rechtzeitig zurück nach Kleinfreudenstadt, um dort traditionell Weihnachten zu feiern. Der tote Santa Claus im Kamin stört dabei allerdings gewaltig. Autor David Safier lässt Angela in ihrem fünften Fall an Weihnachten ermitteln. Ein unterhaltsames, aber leider kurzes Abenteuer.

Angela, Achim und Mike freuen sich auf ein gemütliches Weihnachtsfest in der Uckermark: Nachdem sich Ferien mit Michelle und Barack samt Gemüse-Protein-Shakes und Jet-Skifahren als wenig prickelnd entpuppt hatten, locken jetzt Glühwein und Gänsebraten. Der Fund eines toten Weihnachtmanns im heimischen Kamin beschert ihnen ein ungewolltes Wiedersehen mit dem selbsternannten Starkommissar Hannemann und Gerichtsmedizinerin Dr. Radzinski. Wie zu erwarten, stuft der laut Angela "Andy Scheuer unter den Kommissaren" den toten Santa Claus als Unfallopfer ein. Weit mehr als dieses Urteil schockiert die Merkels, dass Hannemann und Radzinski, neuerdings ein Paar, die Kosenamen der Merkels, Puffel und Puffeline, gekapert haben. Der Kommissar und sein sprödes Herzblatt haben es eilig, in den gemeinsamen Weihnachts-Wellness-Urlaub zu entschwinden. Also bleibt Angela nichts Anderes übrig, als selbst zu ermitteln.

Das Opfer Egon Kerner war der einzige buchbare Santa Claus in Kleinfreudenstadt. Ein Weihnachtsfreak und leider auch ein Erpresser, der seine ehrenamtliche Konkurrenz so ausschalten wollte. Hauptverdächtige sind also die drei Amateur-Weihnachtsmänner von Kleinfreudenstadt und die Bürgermeisterin, als einzige Weihnachtsfrau. Angela ermittelt unter Hochdruck, denn bis Heiligabend soll der Täter gefasst sein ...

David Safier lässt Miss Merkel in einem neuen Fall ermitteln. Auch dieses Mal nimmt die Amateurdetektivin einiges auf sich, nicht zuletzt ein Wetttrinken. Der Autor schreibt flüssig und humorvoll, wie gewohnt. Speziell die kleinen Spitzen gegenüber Angelas politischen Mitstreitern sorgen für Schmunzeln, bspw. Macrons originelle Weihnachtsgeschenke der letzten 5 Jahre. Auch Achim und Mick sind wieder mit von der Party. Die anderen gewohnten Protagonisten werden nur erwähnt wie Marie und Adrian oder haben nur kurze Auftritte wie Hannemann und Radzinski. Überhaupt ist dieser Fall recht knapp geraten und schnell gelöst. Auch die Spannung kam etwas zu kurz, selbst für einen Cosy Crime. Das können die weihnachtliche Stimmung und die perfekte Nana Spier nicht ganz ausgleichen.

Grandios fand ich erneut die großartige Sprecherin Nana Spier, die die Figuren so vielseitig und treffend interpretiert, dass ich sie mühelos unterscheiden konnte. Auch den Humor transportiert sie wunderbar. Ein wahres Hörvergnügen.

Der Fall wird restlos aufgeklärt und das Buch endet in harmonisch weihnachtlicher Stimmung. Der kleine Adrian spielt mit seinem heißersehnten Bone Crusher Transformer, Mikes Gäste feiern begeistert mit seiner Familie und den Merkels. Puffel überrascht seine Puffeline mit einem kostbaren Geschenk. Und Angela? Schämt sich, weil sie kein Geschenk für ihren Liebsten hat. Doch sie hat die Rechnung ohne den Weihnachtsmann gemacht.

Zwar war die Geschichte dieses Mal recht kurz und nicht besonders spannend, trotzdem hat sie mich gut unterhalten und schmunzeln lassen. Auch die festliche Stimmung passt am Ende. Deshalb werde das Hörbuch an Weihnachten wieder anhören. Knappe 4 von 5 Sternen.

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