Mord in der Lübecker Marienkirche
OstseehölleJürgen Poscher hat die Ausbildung zum Kirchen-Guide absolviert und die Abschlussprüfung bestanden. Jetzt steht seine erste Führung durch St. Marien an. Leider verläuft Poschners Premiere nicht wie erhofft. ...
Jürgen Poscher hat die Ausbildung zum Kirchen-Guide absolviert und die Abschlussprüfung bestanden. Jetzt steht seine erste Führung durch St. Marien an. Leider verläuft Poschners Premiere nicht wie erhofft. Teilnehmer seiner Gruppe entdecken auf dem Boden des Nordturms eine Leiche.
Eva Almstädt lässt ihre Ermittlerin, Hauptkommissarin Pia Korittki, bereits in ihrem 21. Fall ermitteln. Ich war schon sehr auf meinen Ausflug nach Lübeck gespannt und wurde nicht enttäuscht.
Die Identität des Opfers, das aus 20 m Höhe in den Tod stürzte, ist bald geklärt. Sibylle Freiwald war erst vor einem Jahr von Kiel in einen Vorort Lübecks gezogen. Die Obduktion ergibt, dass sie das Opfer eines Gewaltverbrechens wurde. Pia übernimmt die Leitung der Ermittlungen. Es ergeben sich einige Verdachtsmomente, doch ein echtes Motiv scheint keiner der Beteiligten zu haben. Dann übernimmt das LKA den Fall, da ein lokaler Politiker, der auf einer Todesliste angeblicher Terroristen steht, in den Kirchenmord involviert scheint. Die Lübecker Kripo untersucht einen Cold Case, der während ihrer Ermittlung in den Fokus geraten ist. Dem Leser ist dieser schon aus dem Prolog bekannt. Gehören die beiden Fälle zusammen?
Wie gewohnt, bewegt sich Pias Leben nicht in ruhigen Fahrwassern. Mit Freund Marten gerät sie mehrfach aneinander und auch das Berufsleben weist Turbulenzen auf. Ein Teammitglied scheint Probleme mit Pia zu haben, was zu Kompetenzgerangel führt.
Pia ist eine Frau mit Ecken und Kanten, die schon einiges erlebt hat. Auch dieses Mal überzeugt sie mit ihrem kriminalistischen Instinkt. Ihr Freund Marten ist gewillt, ein neues Kapitel in ihrer Beziehung aufzuschlagen. Ich bin gespannt, wie sich dies weiter entwickelt. Der Krimi weist dieses Mal eine Vielzahl an Personen auf, sodass ein Namensverzeichnis angenehm wäre.
Erneut konnte mich Eva Almstädt mit Pias neuestem Fall fesseln. Mir gefällt ihr ausgewogener Mix aus Ermittlung und Privatleben der Hauptkommissarin. Der flüssige Schreibstil und der anhaltende Spannungsbogen sorgen für großes Lesevergnügen. Das Lokalkolorit, wie die Erwähnung des auf dem Fünfzigmarkschein abgedruckten Holstentors, und die Möglichkeit des Mitratens sind für mich ein zusätzliches Plus.
Nach einigen Verwicklungen und Wendungen können gleich zwei Verbrechen aufgeklärt werden. Ein spannender Showdown läutet die Entlarvung der schuldigen Person ein. Dieses Mal kam ich dem Täter nicht auf die Spur. Die Auflösung war für mich überraschend, aber überzeugend. Die Umstände bzw. das Motiv für die Morde haben mich erschüttert. Der Fall wird logisch aufgeklärt und alle Fragen beantwortet. Nur die Verhaltensweise einer Person, die sich mit ihren miesen Taten brüstete, erschien mir unglaubwürdig. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. „Ostseehölle“ ist ein spannender Krimi, der seinen Titel zu Recht trägt. Ich wurde kurzweilig unterhalten und werde Pia auch bei ihrem nächsten Fall begleiten.