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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.03.2019

Berührend

Eine eigene Zukunft
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Maria Duenas´ zweiter Roman führt den Leser in ein Abenteuer dreier Schwestern, die mit ihrer Mutter zu ihrem Vater und Ehemann nach New York reisen.
Kaum angekommen und noch nicht eingelebt, ...

Maria Duenas´ zweiter Roman führt den Leser in ein Abenteuer dreier Schwestern, die mit ihrer Mutter zu ihrem Vater und Ehemann nach New York reisen.
Kaum angekommen und noch nicht eingelebt, verlieren sie den Vater, der ein Lokal betreibt, Schulden hat,den sie kaum kennenlernen konnten.
Und dann geht es so richtig los. In den Jahren um 1936 war in New York die Einwandererquote sehr hoch, alles floh aus Europa vor dem drohenden Krieg, alle hatten Wünsche und Träume, Amerika sollte sie erfüllen.
Allein die Realität sah anders aus.
Die drei Schwestern, der englischen Sprache noch unkundig, waren mitsamt der Mutter kaum imstande, genügend Geld zu verdienen, um ihren täglichen Bedürfnissen gerecht zu werden.
Hoffnung, aber auch Armut, Betrug, falsche Versprechungen spielten im Leben der vier Frauen eine Rolle. Verunsichert und eingeschüchtert wie sie waren, fällten sie so manche falsche Entscheidung. Aber sie gewannen auch Freunde, mit deren Hilfe sie sich leichter taten.
Der Roman ist sehr intensiv geschrieben, Gefühle sind so gut beschrieben, dass man total in das Leben der Schwestern eintaucht.
Auch in ihrem ersten Roman: " Wenn ich jetzt nicht gehe " beschreibt Duenas das Geschick eines Mexikaners, den es nach Spanien verschlägt, mit großer Eindringlichkeit.
Absolut lesenswert.

Veröffentlicht am 26.03.2019

Gefühlswelten

ALLES WAS ICH DIR GEBEN WILL
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Das ist ein Roman nach meinem Geschmack.
Dolores Redondos " Alles was ich dir geben will" hat mich so richtig gepackt.
Der Schriftsteller Manuel Ortega und sein Mann Alvaro leben in Madrid. Alvaro ...

Das ist ein Roman nach meinem Geschmack.
Dolores Redondos " Alles was ich dir geben will" hat mich so richtig gepackt.
Der Schriftsteller Manuel Ortega und sein Mann Alvaro leben in Madrid. Alvaro ist in Geschäften immer wieder für einige Tage weg. Und eines Tages wird Manuel die Nachricht vom Unfalltod Alvaros überbracht. Manuel kann es nicht glauben, vor allem, weil Alvaro in einer ganz anderen Gegend verunglückt ist als er sein sollte.
Manuel fährt dort hin und muß erkennen, dass Alvaro vor ihm Geheimnisse gehabt hatte.
Ein Polizist der Guardia Civil und ein Priester, die beide der offiziellen Todesursache misstrauisch gegenüberstehen, helfen Manuel bei seinen Nachforschungen . Manuel weiss nicht mehr, was und wem er glauben soll.
Alvaro war ein Graf mit einer alten, äusserst traditionsverbundenen Familie, in der keine unschönen oder kriminellen Tatsachen Raum gegeben werden durfte. Also wurde vertuscht und gelogen.
Und genau diese Lügen sollte Manuel und seine mittlerweile schon Freunde gewordenen Helfer aufdecken.
In einem sehr rasanten Roman, in dem nichts beschönigt wird, liest man die Geschichte dieser spanischen Grafenfamilie und wird Zeuge einer schonungslosen Recherche, die auch Opfer fordert.
Die Provinz Galicien bildet den prachtvollen Hintergrund dazu.
Spannend, gefühlvoll, nachvollziehbar.
Man muß diesen Roman einfach gelesen haben.

Veröffentlicht am 21.03.2019

Aufarbeitung

Das Haus meiner Eltern hat viele Räume
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Im Buch von Ursula Ott, auf das ich mich sehr gefreut habe, sind mir leider die Antworten, die ich dem Titel nach erwartet habe, nicht gegeben worden. Nichtsdestotrotz und trotz vieler Allgemeinplätze,(die ...

Im Buch von Ursula Ott, auf das ich mich sehr gefreut habe, sind mir leider die Antworten, die ich dem Titel nach erwartet habe, nicht gegeben worden. Nichtsdestotrotz und trotz vieler Allgemeinplätze,(die gehören aber auch irgendwie dazu) hat mir das Buch gut gefallen. In gut lesbarer, dahinwallender Art schreibt Ursula Ott von ihrer Aufarbeitung und wie sie erlebt hat, das Haus ihrer Eltern leer zu räumen, und wie sie damit umgegangen ist. Oft mußte ich ja schmunzeln, denn sie lockert damit auf, daß zwar nicht ihr, aber so manchen anderen bei dem selben Problem passiert ist, daß etwas gefunden wurde, nach dem keiner suchen wollte.
Hinweise auf Bücher, die man eventuell zu Rate ziehen könnte, sowie ein im Anhang zu findendes ABC der Dinge sind sicher hilfreich, wenn man nicht so recht weiterweiss.
Alles in allem ein schnell zu lesendes interessantes Buch.
Das Cover spricht für sich

Veröffentlicht am 17.03.2019

Es geht weiter

EDELFA UND DER TEUFEL
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Im zweiten Teil der Edelfa-Trilogie finden wir uns in der Gegenwart wieder, Edelfa, die Freunde um Lauro, Emanuele, seine Mutter, auch Edelfas Sohn und natürlich ER.

Es ist wirklich bewundernswert, wie ...

Im zweiten Teil der Edelfa-Trilogie finden wir uns in der Gegenwart wieder, Edelfa, die Freunde um Lauro, Emanuele, seine Mutter, auch Edelfas Sohn und natürlich ER.

Es ist wirklich bewundernswert, wie die Autorin mit viel Gefühl für den Piemont, wo sie ja wohnt, lebt und arbeitet, ihre Romanfiguren wie selbstverständlich dort ansiedelt.
Obwohl die Handlung nun alles andere als alltäglich ist, findet man sich sofort darin zurecht und zittert, kämpft, bangt und lacht mit.
Sehr anschaulich und bildhaft geschrieben, führt der Roman den Leser durch halb Italien, man hat nie das Gefühl, dass hier viel konstruiert wurde, es ist alles ( bis auf IHN) irgendwie vorstellbar.
Auch der Teil, als Edelfa nach Indien geht, ist teils glaubhaft, teils so fantasievoll geschrieben, dass es nicht stört. Es gehört einfach zur Handlung.
Ich bin schon total gespannt auf den Ausgang im 3. Teil.
Autor: Caroline Sesta

Veröffentlicht am 10.03.2019

Keiner wird zurückgelassen

Rückwärtswalzer
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Dies ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, aber das werde ich nicht lange behaupten können.
In ihrem RückwärtsWalzer beschreibt Vea Kaiser einerseits völlig banale, alltägliche ...

Dies ist das erste Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, aber das werde ich nicht lange behaupten können.
In ihrem RückwärtsWalzer beschreibt Vea Kaiser einerseits völlig banale, alltägliche Dinge, andererseits erfährt man auf einer rasanten Achterbahnfahrt die Schicksale aller, die im Zuge einer irren Aktion in einem Fiat Panda nach Montenegro reisen.
Ich habe jedenfalls eine Menge Kopfkino gehabt.
Zum Beispiel: drei alte Damen in Pelzmänteln auf der Rückbank des Panda. Vorne auf dem Beifahrersitz ein tiefgefrorener Mann, der unbedingt in seiner Heimat begraben werden will. Und als Fahrer ein noch junger, zur Zeit liebeskranker, nicht besonders erfolgreicher Schauspieler mit permanentem Kontoüberzug, Neffe der Leiche.
Eine wirklich begeisternde Art, eine Familiengeschichte zu schreiben.
Das Cover in Türkis-grün zeigt sich überkreuzende Schlangenlinien, stellvertretend wohl für die Lebensbewegungen der beschriebenen Personen.
Und ich habe mich schlaugemacht: Manen sind in der Römischen Kultur die Geister jener Toten, die von ihren Hinterbliebenen mit allen Ehren begraben wurden und auch immer geehrt wurden.