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Veröffentlicht am 19.08.2025

Düstere Neuinterpretation und Fortsetzung des Klassikers Peter Pan, in der Wendy die wahre Heldin ist.

Wendy, Darling – Dunkles Nimmerland (mit gestaltetem Farbschnitt)
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Wendy, Darling“ erzählt die bekannte Geschichte von Peter Pan und den Darling-Geschwistern, nachdem diese das Nimmerland verlassen haben. Zeitsprung. Wendy Darling ist mittlerweile eine erwachsene Frau ...

Wendy, Darling“ erzählt die bekannte Geschichte von Peter Pan und den Darling-Geschwistern, nachdem diese das Nimmerland verlassen haben. Zeitsprung. Wendy Darling ist mittlerweile eine erwachsene Frau und sitzt in St. Bernadette, einer „Heilanstalt“ in London. Eingewiesen von ihrem Bruder John. Denn was Wendy vom Nimmerland zu berichten hat, glaubt ihr niemand. In St. Bernadette findet sie in Mary, einer Mitpatientin, eine verwandte Seele. Als sie eines Tages überraschenderweise von ihrem Bruder wieder abgeholt wird und mit dem Versprechen auf eine vermittelte Heirat ein „normales“ Leben führen kann, hegen sie Schuldgefühle Mary gegenüber. Sie verspricht Mary, sie irgendwann aus St. Bernadette herauszuholen. Kann sie ihr Versprechen halten?
Mir hat die düstere Version dieser Interpretation sehr gut gefallen. Als eine mystische, feministische Geschichte mit queeren Charakteren konnte „Wendy, Darling“ absolut bei mir punkten. Allerdings hat das Ende für mich große Schwächen. Es liest sich zu langatmig und war dann doch etwas, sagen wir, wild... Für alle Fans der klassischen Peter Pan Geschichte muss ich allerdings sagen: Lest die Geschichte nur, wenn ihr auch damit klar kommt, dass Peter hier nicht so gut wegkommt. Denn die wahre Heldin ist hier eindeutig Wendy.

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Veröffentlicht am 24.06.2025

Ein weiteres Lesehighlight von Barbara Kingsolver

Die Unbehausten
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Willa hat das Haus ihrer Tante geerbt. Ein viktorianisches Gebäude in New Jersey. Es soll als Heim für sie und ihre Familie dienen. Schwierig ist nur, dass es baufällig ist und buchstäblich langsam aber ...

Willa hat das Haus ihrer Tante geerbt. Ein viktorianisches Gebäude in New Jersey. Es soll als Heim für sie und ihre Familie dienen. Schwierig ist nur, dass es baufällig ist und buchstäblich langsam aber sicher nach und nach auseinanderfällt. Die Familie kann sich einen Umbau nicht leisten. Während einer privaten Recherche entdeckt Willa, dass evtl. eine historische Persönlichkeit im 19 Jahrhundert in ebendiesem Haus gelebt haben könnte. Wenn dem wirklich so ist, könnte sie eine finanzielle Unterstützung zur Renovierung beantragen. Um welche Persönlichkeit handelt es sich und kann Willa zum Erhalt ihres Heimes beitragen?

Thatcher Greenwood ist der neue Lehrer an der Highschool in Vineland und ein großer Verfechter des Darwinismus. Sein neuer Arbeitgeber und der Direktor der Schule, Professor Cutler, ist allerdings wenig davon überzeugt und hält die Schöpfungslehre als einzig wahre Antwort, woher das Leben stammt. Als Thatcher eines Tages zufällig seine Nachbarin Mary kennenlernt, scheint er eine Gleichgesinnte getroffen zu haben. Mary führt in ihrem Zuhause aber auch in der angrenzenden Sumpflandschaft eigene wissenschaftliche Experimente durch. In der Welt von Flora und Fauna haben es ihr vor allem Spinnen und Ameisen angetan. Für eine Frau im Jahre 1874 absolut unschicklich.

Es ist unmöglich, sich dem Charme von Willa und ihrer Familie zu entziehen. Jedes Mitglied ist mit ihren/seinen Ecken und Kanten ganz besonders liebenswert und auch der meckernde, pflegebedürftige Schwiegervater wächst einem ans Herz. Die beiden Forscher*innen, Mary und Thatcher, sind ebenfalls sehr zugänglich gezeichnet und man möchte beide so gerne an die Hand nehmen und ihnen sagen, dass es in der Zukunft besser um die Wissenschaft bestellt ist. Wie viele vor ihnen, waren sie ihrer Zeit voraus.
In "Die Unbehausten" spielt Barbara Kingsolver mit historischen Parallelen zur Gegenwart und beweist einmal mehr, wie stilsicher und wortgewandt sie ist. Auch wenn ich zugeben muss, dass mich dieses Buch nicht ganz so fesseln konnte wie "Demon Copperhead", empfehle ich es mit großer Freude weiter.

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Veröffentlicht am 21.05.2025

Emotionale Geschichte zum Nachdenken

Gestern waren wir unendlich
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Louis und Henry sind das absolute Traumpaar. Sie gelten schon seit ein paar Jahren als Dreamteam bei Freund*innen und Familie. Umso schwieriger ist es für beide, als eines Tages ein schwerer Streit zwischen ...

Louis und Henry sind das absolute Traumpaar. Sie gelten schon seit ein paar Jahren als Dreamteam bei Freund*innen und Familie. Umso schwieriger ist es für beide, als eines Tages ein schwerer Streit zwischen ihnen losbricht. Sie gehen sich den ganzen Tag aus dem Weg, wobei die große Familienfeier auf der sie eingeladen sind, nicht wirklich hilft. Als sie endlich auf dem Heimweg sind, ereignet sich ein schwerer Unfall. Als Louis zu sich kommt, kann er nur noch wenige Worte mit Henry wechseln, bevor dieser vor seinen Augen verstirbt. Louis driftet wieder weg und erwacht in seinem Zimmer, am Tag der Familienfeier und des Unfalls. Der Tag läuft ganz genau so ab und er wird wieder damit enden, dass Henry bei dem Unfall ums Leben kommt. Louis ist der Einzige, der von dieser Zeitschleife weiß. Kann er diese durchbrechen und seine große Liebe retten?

In "Gestern waren wir unendlich" nimmt uns Dominik Gaida auf eine emotionale und tiefgründige Reise mit. Dabei geht es nicht nur um die allumfassende und große Liebe, sondern auch um das eigene Verständnis von Glück und den Umgang mit Trauer. Louis und Henry (und Cooper!) sind mir sehr ans Herz gewachsen. Ich finde den Weg, welchen das Buch eingeschlagen hat, sehr gelungen und habe damit nicht so ganz gerechnet.
Da ich bereits ein großer Fan von Brynmor University bin, waren meine Erwartungen entsprechend hoch und ich wurde nicht enttäuscht.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Lesetipp nicht nur für Gamer*innen

Cyberworld 1.0
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In Cyberworld 1.0 – Mind Ripper lernen wir die Zwillinge Jemma und Jamie und ihren Freund Zack kennen. Wir befinden uns in London im Jahr 2038, in dem bereits eine Gamerevolution stattgefunden hat. Onlinespiele ...

In Cyberworld 1.0 – Mind Ripper lernen wir die Zwillinge Jemma und Jamie und ihren Freund Zack kennen. Wir befinden uns in London im Jahr 2038, in dem bereits eine Gamerevolution stattgefunden hat. Onlinespiele und Spielkonsolen wie wir sie kennen, sind längst out. Die CyberWorld beansprucht das Monopol der VR-Games für sich. Mit den Cyberspecs (Hightech VR Brillen) lässt sich jede beliebige Abenteuerwelt oder angesagte Clubs besuchen.
Klingt nach einer netten Freizeitbeschäftigung für unsere Hauptprotagonisten. Wäre da doch bloß nicht der Mind Ripper, der in dieser virtuellen Welt sein Unwesen treibt! Drei Jungen hat er in der simulierten Welt schon aufgelauert und ihnen, ihres Geistes beraubt.
Die Charaktere und die (zukünftige) Welt in der sie leben sind großartig beschrieben und das ganze Geschehen scheint unserer Gesellschaft doch näher, als man anfangs glauben mag.
Die Protagonisten sind Menschen, mit Ecken und Kanten. Das macht sie sympathisch und nahbar. Besonders gefallen hat mir, dass Thematiken wie Homosexualität und körperliche Handicaps aufgegriffen wurden. Sie flechten sich dabei so natürlich in die Handlungsstränge ein, wie es nur irgendwie geht.
Hier nochmal ein herzliches Danke an Nadine Erdmann für ihre schnellen und engagierten Antworten.
„CyberWorld 2.0 – House Of Nightmares“ kommt auf meine Wunschliste!

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Komplexe Beziehungen

Töchter wie wir
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In ihrem dritten Buch erzählt uns Barbara Kunrath von Hella, Mona und Shirin. Erstere stehen in besonderer Beziehung, da sie eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung zueinander pflegen.
Mona steht kurz ...

In ihrem dritten Buch erzählt uns Barbara Kunrath von Hella, Mona und Shirin. Erstere stehen in besonderer Beziehung, da sie eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung zueinander pflegen.
Mona steht kurz vor ihrem 40. Geburtstag und fragt sich, was sie vom Leben eigentlich erwartet. Sie ist geschieden, kinderlos und mit ihrer Arbeit unglücklich. Regelmäßige Familientreffen sind ihr ein Gräuel. Ihr einziger Halt bietet ihr ihre beste Freundin Judith und ihr Pferd Chester.
Zu ihrer Mutter Hella verbindet sie keine gute Beziehung. Diese ist mit Mitte 60 verwitwet, alkoholabhängig und lebt einsam in einem, teuren Haus mit antiquarischem Interieur.
Als Mona eines Morgens der 11-jährigen Shirin begegnet, ahnt sie noch nicht, dass sich bald ihr Leben verändern wird.
Welche Rolle Shirin dabei spielt und warum Mona keinerlei liebevolle Bindung zu Hella pflegt, wird auf 362 Seiten erzählt.
Die Autorin beschreibt die Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft ihrer Charaktere auf eine authentische Art. Die Figuren wirken mit ihren Ecken und Kanten real und der Leser bekommt das Gefühl, dass es sich hier um eine echte Familie handelt. Nach und nach werden Familiengeheimnisse offenbart und die Eigendynamik der familiären Beziehungen über die Jahrzehnte plausibel geklärt.
Mir persönlich, kommt die Geschichte rund um Shirin etwas zu kurz. Für mich verkörpert sie in diesem Buch ebenfalls eine starke Rolle als Tochter und ich hätte mir für sie noch mehr aktive Präsenz gewünscht.
Das Buch hat mir auf Grund seiner Nähe zur Realität gut gefallen. Die Thematik der Mutter-Tochter-Beziehung finde ich sehr passend und einfühlsam dargestellt. Aber das Buch handelt nicht nur davon. Es geht auch darum, mitten im Leben zu stehen und sich zu hinterfragen: Was habe ich bisher geschafft? , Wo möchte ich noch hin? , Was tut mir gut und was nicht?

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