Ein gelungenes Debüt
PauseHanna kann nicht mehr. Seit einem Zusammenbruch auf der Arbeit wohnt sie vorübergehend bei ihren Eltern. Zurück ins ehemalige Kinderzimmer, was nun Papas Arbeitszimmer ist; zurück in die Kinderrolle, die ...
Hanna kann nicht mehr. Seit einem Zusammenbruch auf der Arbeit wohnt sie vorübergehend bei ihren Eltern. Zurück ins ehemalige Kinderzimmer, was nun Papas Arbeitszimmer ist; zurück in die Kinderrolle, die so leicht einzunehmen ist. Als wäre sie eine auferlegte Regel innerhalb des Familienbundes. Generell ist jedes Familienmitglied danach bestrebt, die zugeschriebene Rolle einzuhalten. Mama sitzt nie still für mehr als 5 Minuten, Papa hält seinen wohlverdienten Mittagsschlaf, Sara ist die kleine Schwester die stets nach Unterstützung fragt und alle zusammen halten daran fest nie über die wirklich schlimmen Dinge zu sprechen, nie wird etwas aufgearbeitet es wird einfach immer weitergemacht. Bis man nicht mehr "einfach so weitermachen" kann, wie Hanna schmerzlich feststellen muss.
Auch wenn es jetzt danach klingt, als wäre "Pause" schwere Kost, habe ich es so gerne gelesen und viel gelacht. Lena Kupke schafft mit ihrer besonderen Art und ihrem Humor, auch auf die schwierigen Themen im Leben hinzuweisen. Hanna und ihre Familie werden so herzerwärmend schrullig dargestellt, dass es sich schon fast beruhigend anfühlt, diese Familie und ihre Dynamiken zu beobachten. Mehr als einmal fühlt sich vermutlich jede*r Lesende ertappt, denn hier wird ein bemerkenswert breites Spektrum menschlicher Verhaltensweisen abgebildet.
"Pause" schafft die Balance zwischen unterhaltsamer Sommerroman und Mental-Health-Check.
Den einzigen Minuspunkt muss ich leider für die Auflösung am Ende vergeben. Das war mir dann doch ein bisschen zu sehr "the easy way out".
Alles in allem ist "Pause" ein gelungener Debütroman und ich freue mich schon darauf, noch mehr von Lena Kupke zu lesen.