Cover-Bild Paradise Beach
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Eichborn
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 30.03.2026
  • ISBN: 9783847902379
Dara Brexendorf

Paradise Beach

Roman
Ada schläft kaum noch, seit sie nach ihrer Endometriose-OP Medikamente nimmt. Sie lauscht den Geräuschen ihres Wohnhauses und erinnert sich zurück: an den Sommer ihrer Jugend, den sie zusammen mit ihrer Cousine Lill in ihrer Heimat an der Ostseeküste verbringt. Die Tage sind bestimmt vom Perfektionieren des eigenen Körpers und der Begegnung mit Elja, die Adas Welt ins Wanken bringt. Doch mitten in diesem Jahrhundertsommer 2003 beginnt ein Schmerz, und mit ihm das Schweigen, das Ada zunehmend von ihrer Außenwelt trennt.
Ein berührender Coming-of-Age-Roman über die Erinnerung an einen flirrenden Sommer, der bis in die Gegenwart wirkt.
»Paradise Beach ist voller Körper. Dara Brexendorf zeigt sie aufrichtig in ihren kleinen wie großen Versehrtheiten. Poetisch-klangvoll begegnet Paradise Beach einer systemischen Sprachlosigkeit für weiblichen Schmerz und so wird der Text nicht nur zu einem literarischen Geschenk.« Paulina Czienskowski

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.03.2026

Zarter und doch einprägsamer Feminismus

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Ich freue mich immer sehr, wenn Themen, die "nur" Frauen* betreffen, mehr Sichtbarkeit bekommen - in diesem Roman war die Endometriose das Zentrum und gleichzeitig der Katalysator für ein Gesamtbild an ...

Ich freue mich immer sehr, wenn Themen, die "nur" Frauen* betreffen, mehr Sichtbarkeit bekommen - in diesem Roman war die Endometriose das Zentrum und gleichzeitig der Katalysator für ein Gesamtbild an "Symptomen", mit denen Mädchen und Frauen sich tagtäglich auseinandersetzen müssen und die sie stillschweigend ertragen, weil ihnen Scham dafür beigebracht wird.
Wir begleiten Protagonistin Ada kurz nach einer OP, von der sie sich Erinnerungen an ihre Teenagerzeit durchlebend erholt. Wir erfahren so gewissermaßen, "wie alles begann", in dem Sommer ihrer ersten Periode, und gleichzeitig, wie Adas aktuelle Lebensrealität aussieht. Unterschiedliche Nebenfiguren beeinflussen dabei ihr Erleben und ihr Handeln - andere Mädchen, die ebenfalls mit ihrer Rolle und den Erwartungen an sie kämpfen, erwachsene Frauen, die ihre schützende und leitende Position nicht ausfüllen können, und auch übergriffige, diskriminierende Männer. Was die Frauen alle vereint, ist ihr Schweigen - über den Schmerz, die Fragen, die Angst.
Das war für mich auch das Einprägsamste an diesem Roman: Wie gut diese gesamtgesellschaftliche Form des Kleinhaltens funktioniert, weil Frauen nicht erlaubt wird, sich zu verbünden, sondern ihnen für ganz normales Erleben so viel Scham eingeredet wird, dass sie nicht darüber sprechen.
Wer hier einen Ratgeber oder ein aufklärendes Sachbuch über Endometriose erwartet, ist an der falschen Stelle; dieses Buch ist so viel mehr. Klare Empfehlung!

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Sehr schmerzhafte und emotionale Geschichte

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In der Geschichte geht es um Ada. Sie hat gerade eine Endometriose-OP hinter sich und ihr rauben die Medikamente den Schlaf. Also lauscht sie den Geräuschen in ihrem Haus und verliert sich in alten Fotos ...

In der Geschichte geht es um Ada. Sie hat gerade eine Endometriose-OP hinter sich und ihr rauben die Medikamente den Schlaf. Also lauscht sie den Geräuschen in ihrem Haus und verliert sich in alten Fotos und Erinnerungen. Sie taucht ein in den Sommer 2003, wo sie mit ihrer Cousine Lill im Haus ihrer Großmutter an der Ostsee war. Dort hat sie Elja kennengelernt, in die sie heimlich verliebt war und auch ihre Endometriose ist zu dieser Zeit aufgetreten und geblieben, jedoch wusste sie lange nicht, dass die starken Schmerzen eine ernsthafte Erkrankung sind und es hat ein jahrelanger Leidensweg begonnen.

Ich fand, dass die Geschichte sehr schmerzhaft und emotional war. Die Krankheit Endometriose wird zwar weniger erwähnt, als ihn eigentlich erwartet hätte, weil es das Thema der Geschichte ist. Aber die Geschichte war trotzdem für mich sehr emotional und auch schmerzhaft, weil ich richtig mitfühlen konnte, wie Ada jahrelang darunter leidet. Für mich bräuchte es noch mehr Geschichten zu diesem Thema. Von mir gibt es sehr gerne 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, weil mich die Geschichte nicht mehr losgelassen hat und ich mich auch noch lange an diese Geschichte erinnern werde.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Einfühlsamer ruhiger Roman mit einigen Ecken und Kanten

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Im Mittelpunkt steht Ada, die nach einer Endometriose‑OP zwischen den verschiedenen Phasen der Erschöpfung, Medikamentenauswirkung und Erinnerungsfetzen an einen Sommer aus dem Jahr 2003 lebt.

Der Roman ...

Im Mittelpunkt steht Ada, die nach einer Endometriose‑OP zwischen den verschiedenen Phasen der Erschöpfung, Medikamentenauswirkung und Erinnerungsfetzen an einen Sommer aus dem Jahr 2003 lebt.

Der Roman springt in den Sommer 2003 an die Ostsee: Hitze, Salzwasser, die erste Liebe, Unsicherheiten – und der Beginn eines Leidenswegs, dessen Ursachen und Hintergründe in der Gegenwartsebene nur angedeutet werden.

Brexendorf verbindet die Leichtigkeit eines Teenagersommers mit den Belastungen einer chronischen Erkrankung sehr feinfühlig. Besonders stark ist, wie sehr alle schweigen und Ada keine Hilfe rund um weiblichen Schmerz und wie sehr Mädchen und Frauen lernen, ihn herunterzuspielen.

Es stiller, atmosphärischer Coming‑of‑Age‑Roman über Körper, Scham, erste Liebe und der Start eines Leidensweges. Der Roman hat nicht ganz meine Erwartung getroffen aber ich habe sehr schöne Lesestunden gehabt!

Ich bin gespannt quf den Nachfolgeroman von ihr!

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Veröffentlicht am 31.03.2026

Endometriose als wichtiges Thema in Romanform

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In der Gegenwart verarbeitet Ada ihre Endometriose-OP. Während sie heute Zugriff auf Online-Foren und Google hat, hatte sie damals keine Ansprechpartnerin, selbst die Verwandten haben ihre Schmerzen abgetan ...

In der Gegenwart verarbeitet Ada ihre Endometriose-OP. Während sie heute Zugriff auf Online-Foren und Google hat, hatte sie damals keine Ansprechpartnerin, selbst die Verwandten haben ihre Schmerzen abgetan und es wurde nicht darüber gesprochen. Trotzdem fand ich es erschreckend, dass man zwar auf digitale Foren zugreifen kann, diese aber nahezu die einzige Möglichkeit eines Austausches zu sein scheint und das auch nur aus eigener Erfahrung und kaum evidenzbasiert. Hier wirkte Ada auf mich so, als könnte sie das Thema noch nicht so ganz reflektieren. Darum haben mir noch ein paar Fakten, Zahlen und Infos gefehlt. Ich habe bei dem Roman etwas ganz anderes erwartet.
In Flashbacks aus ihrer Jugendzeit werden die ersten Blutungen und Schmerzen beleuchtet. Hier hat mir gefallen, wie sensibel an das Thema herangegangen wurde. Die Flachbacks bilden größten Teil der Geschichte. Es geht um Adas Sommer, unbeständige Freundschaften und wie sich der Körper eines Teenagers verändert, ohne dass dieser wirklich damit umzugehen weiß. Ada wird mit allem allein gelassen, spricht aber auch nichts von sich aus an, weil sie nicht weiß, dass ihre Schmerz nicht normal sind. Der Coming-of-Age Teil hat mir richtig gut gefallen, wenn er auch etwas unabgeschlossen wirkte hinsichtlich der Nebenfiguren.
In der Gegenwart habe ich mir mehr Fokus auf die Krankheit, ihr persönliches Erleben/Empfinden gewünscht, diese Szenen spielen (außer Spaziergängen mit dem Hund) ausschließlich in ihrem Zimmer. Das habe ich irgendwann als Eingesperrtsein im eigenen Körper interpretiert. Ebenso, wie ich den Nachbarn, durch den viel Spannung aufgebaut wurde, als Funktion für ihren Aufbruch betrachtet habe. Stellenweise konnte ich sie nicht nachvollziehen, z. B. als sie beim Nachbarn eingebrochen ist, um sich in Unterwäsche in sein Bett zu legen.

Der Schreibstil passt mMn. perfekt zum Plot: kurz, auf den Punkt gebracht, authentisch, ungeschönt, fast ein bisschen lyrisch.

Das Thema finde ich unheimlich wichtig. Ich bin mir nicht sicher, ob Leserinnen, die sich damit nicht auskennen, die gegebenen Infos reichen, um sich ein Bild zu machen. Und ob Betroffene mehr rausholen als ein "geht mir auch so". Allerdings handelt es sich ja um einen Roman und keinen Ratgeber.
Ich kann gar nicht so recht in Worte fassen, was mir gefehlt hat. Generell mochte ich die Geschichte aber gern und sie ist hängen geblieben. Ich glaube, es liegt eher an meiner Erwartung zum Thema selbst.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Jahrhundertsommer 2003: Erwachsenwerden, Liebe und körperlicher Schmerz zwischen Hitze, Leichtigkeit, Meer und Patriarchat

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Paradise Beach ist ein Coming of Age Roman, der die Hitze und Leichtigkeit des Jahrhundertsommers 2003 mit dem Erwachsenwerden der jungen Ada, der ersten Liebe aber auch den ersten körperlichen Schmerzen ...

Paradise Beach ist ein Coming of Age Roman, der die Hitze und Leichtigkeit des Jahrhundertsommers 2003 mit dem Erwachsenwerden der jungen Ada, der ersten Liebe aber auch den ersten körperlichen Schmerzen und Beginn einer chronischen Erkrankung verknüpft. Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen. Da ist einerseits Ada mit 28 Jahren in der Gegenwart, unmittelbar nach ihrer Endometriose-OP in einer lethargischen Zwischenwelt aus Schmerz, Zweifeln, Erinnerung und Selbstfindung. Den weit größeren Raum nimmt jedoch die Erzählebene im Sommer 2003 ein, als Ada gerade 13 ist, und ihre erste Liebe aber auch ihren ersten körperlichen Schmerz mit Beginn ihrer chronischen Endometrioseerkrankung erlebt.

Die Lebenswelt als erwachsene Frau mit Endometriose und der aktuellen medizinischen Behandlung dieser verbindet die Autorin nachvollziehbar mit dem Auftreten der ersten Periode Adas im Jahrhundertsommer 2003 und zeichnet so eine Kontinuität und Kontextualisierung vom Beginn der Erkrankung bis in die Gegenwart. Die Leichtigkeit eines Sommers an der Ostsee mit regelmäßiger Verpflegung im Kiosk Paradise Beach kontrastiert hier mit der Verlorenheit in der Pubertät und dem ersten Auftreten des unglaublichen Schmerzes, für den Ada keine Worte findet und dem auch die Familie, Freunde und Gesellschaft um sie herum keinen Raum geben, keinen Namen. Für Ada kommt dabei viel zusammen, typische Teenagerherausfoderungen, wie Peer Groups, Anerkennung, Selbstfindung, erste Liebe, Abgrenzung und Zugehörigkeit und sich Auszuprobieren. Daneben erfährt sie mit der ersten Periode nicht nur den Schmerz, der sie zusätzlich verunsichert, verängstigt und für sie ein Leben mit einer chronischen Erkrankung bedeuten wird. Die Periode und das Erwachsenwerden, in der Zwischenwelt zwischen Mädchen und Frau versetzt Ada fast plötzlich auch in eine neue Position, in der sie erfahren muss, wie sehr Mädchen- und Frauenkörper in einer patriarchal geprägten Gesellschaft zum Objekt gemacht werden, als ob die Verfügungsgewalt über ihren Körper nun nicht mehr ihr selbst gehört. Diese beiden Aspekte, die nachvollziehbare Darstellung einer Lebenswelt mit Endometriose und das in einer Gesellschaft, in der Sexismus und körperliche Übergriffigkeit gegenüber Mädchen und Frauen zum guten patriarchalen Ton gehören, sind für mich die stärksten im Roman. Gerade in der Gegenwartsebene war die Story für mich jedoch letztlich nicht ganz stimmig, wirkte stellenweise überkonstruiert. Gleichzeitig fehlte mir auch mit Blick auf die Erkrankung in der Gegenwartsebene Entwicklung und Erklärung. Von der ersten Periode zur OP ist es ein weiter Weg mit der Erkrankung und doch beleuchtet der Roman nur diese beiden Endpunkte. Ich persönlich hätte gerne mehr darüber erfahren, wie Ada endlich eine Sprache für ihren Schmerz und ihre Erkrankung findet, welche Hürden sie dabei im Gesundheitssystem erlebt und wie sie letztlich zu der Erwachsenen Ada wird, einer jungen Frau mit einer chronischen Erkrankung, die noch immer viel zu wenig Anerkennung erfährt, gesellschaftlich und medizinisch.

Sprachlich ist der Roman für mich nicht ganz rund. Irritierend fand ich die häufigen Erwähnungen von Markennamen von Kleidung. Manche Formulierungen wirken gestelzt, wie der Ball beim Volleyball, der „in Empfang genommen“ statt angenommen wird, andere sind sprachlich nicht korrekt, wie wenn etwa von Lavasand die Rede ist, womit im Roman schlicht heißer Sand gemeint sein soll, der jedoch eben nicht aus vulkanischem Gestein besteht, wie es eben für Lavasand semantisch charakteristisch wäre. Derartige Ungereimtheiten haben mich regelmäßig irritiert und mein Leseerlebnis etwas getrübt.

Insgesamt ist Paradise Beach aufgrund des Themas und einiger starker Momente trotzdem ein wichtiges Buch für mich, jedoch mit leichten Schwächen in der Umsetzung.

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