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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.09.2020

Das Buch hat Suchtpotenzial...

Suchtpotenzial
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Das Cover ist mit einem etwas wilden Mix schon ein Hingucker, der knallpinke Hintergrund und dann davor das grüne Sofa und davor noch eine Ente, ein sehr bunter Mix, der sich aber dann im Buch erschliesst.
Katja ...

Das Cover ist mit einem etwas wilden Mix schon ein Hingucker, der knallpinke Hintergrund und dann davor das grüne Sofa und davor noch eine Ente, ein sehr bunter Mix, der sich aber dann im Buch erschliesst.
Katja Neumann, Mama von 3 Kindern und erfolgreich als Fachärztin für Psychatrie ist eigentlich glücklich in ihrem Leben, wäre da nicht das gewisse Etwas, was fehlt und ihr neuer Patient, der ihr Leben komplett durcheinander wirbeln könnte. Doch anstatt ihn dann weiter an einen Kollegen weiter zu überweisen, nimmt sie sich der Herausforderung an.
Doch was eigentlich ganz harmlos beginnt, entwickelt sich schnell zu einer Geschichte, die Katjas Leben eigentlich mit Ansage komplett verdreht und die Fachärztin selber zur Patientin machen soll...
Maria Kehlenbeck schreibt sehr frisch und lustig, man kommt sehr gut durch die Geschichte, weil der Schreibstil einfach klasse ist, auch wenn das Thema etwas ernster angelegt ist. Aber davon sollte man sich nicht scheuen, weil die Autorin versteht es sehr gut, den Leser sehr gut durch das Buch zu führen ohne das trübe Gedanken aufkommen. Ihr Buch spielt komplett im Alltagsleben und man hat das Gefühl, alle Protagonisten können auch Freunde oder Bekannte in unserem Leben sein und das macht die Geschichte einfach sympathisch und gleichzeitig authentisch, trotzdem hat man beim Lesen nie das Gefühl, eine ähnliche Geschichte schon x Mal gelesen zu haben.
Maria Kehlenbeck schafft es mit ihren vielschichtigen Charakteren schnell ins Herz des Lesers und die Protagonisten werden mit einer gewissen Augenzwinkern gezeichnet, man erlebt die Geschichte aus der Sicht von Katja in der Ich-Perspektive und erlebt wirklich Wendungen in der Geschichte, die man nicht erwartet, wird aber dadurch neugierig auf mehr und so wird das Buch ein echter Paigeturner.

Fazit:
Suchtpotenzial ist eine sehr lustige und zugleich spannende Geschichte, die einfach mit Humor erzählt wird und trotzdem dabei nicht den Tiefgang verliert. Man kann das Buch sehr gut in einem Rutsch lesen, weil das Buch einen einfach gut unterhält und danach weiss man auch, was die Gans und das grüne Sofa bedeuten.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 31.08.2020

Silvertjähn - ein vergessener Ort...

Das Dorf der toten Seelen
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Das Cover sieht sehr spannend aus, es wirkt wie in einer Fotografie aus einem alten Film, etwas verschwommen und durch die Wahl der Farben Schwarz, Grau (in Abstufungen) und Weiss passt es auch in die ...

Das Cover sieht sehr spannend aus, es wirkt wie in einer Fotografie aus einem alten Film, etwas verschwommen und durch die Wahl der Farben Schwarz, Grau (in Abstufungen) und Weiss passt es auch in die Zeit des Verschwindens der Einwohner.
Alice Lindstedt hat einen grossen Plan, sie will ihren ersten Dokumentarfilm drehen, über Silverjähn, ein Ort, der von heute auf morgen ausgestorben war und die sie vor allem wegen der Geschichte ihrer eigenen Oma fasziniert. Doch nicht nur die alte Geschichte macht den kleinen Ort zu einem perfekten Ort für den Thriller.
Die Entwicklung von Alice innerhalb des Buches ist allerdings etwas mau, sie ist am Anfang wirklich taff, aber sobald die Crew in Silvertjähn ist, wird sie mehr eine Mitläuferin, was bedingt durch ihre eigene Vergangenheit ist. Auch die andere Charakter sind leider keine wirklich ansprechenden Protagonisten und die männlichen Charaktere bleiben blass am Rand.
Die Kapitel wechseln sich zu Beginn zwischen damals und jetzt ab, wobei die Kapitel im Damals schon anschaulicher ausgeschmückt sind. Doch leider kann dieser gute Beginn nicht durchgehalten werden, was das Buch im Fluss auch etwas stört. Ich möchte nicht zu viel verraten, aber das Ende ist schon etwas zu surreal, das hätte man etwas anders anlegen können.
Camilla Sten schafft es durchaus in ihrem Buch gruselige Orte zu schaffen, allein schon Silvertjähn hat diesen Anstrich und das nicht nur, weil der Ort von heute auch morgen komplett ausgestorben war. Auch die Ereignisse, die innerhalb der Filmcrew geschehen, lassen den Leser immer wieder einen kalten Schauer über den Rücken jagen, wobei einige Elemente schon sehr an Low Buget Horrorfilme erinnern. Da hätte man mit etwas mehr Raffinesse mehr rausholen können, wobei man hier bedenken sollte, dass es sich um den Erstling der Autorin handelt.

Fazit:
Camilla Stens Debütthriller wartet mit einer spannenden Idee auf und schreibt auch sehr anschaulich und wortgewandt. Der Plot der Geschichte ist gut, aber die Umsetzung lies leider etwas zu wünschen übrig, zu schnell wurde klar, was in dem kleinen Örtchen passiert ist und dadurch brach der Spannungsbogen leider ab. Unglücklicherweise sind auch die Charaktere, allen voran Alice, nicht wirkliche Sympathieträger und so wird die Geschichte etwas zäh. Auch wäre an einigen Stellen noch einiges an Potenzial da gewesen, was leider verschenkt wurde, wobei man bei einem Debütroman nicht so streng sein sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.08.2020

Eine etwas andere Liebesgeschichte...

Jeden Tag, jede Stunde
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Das Cover ist recht nett gemacht, wir sehen eine Frau am Meer, die Frau könnte durchaus Dora sein und das Meer das Meer hinter dem kroatischen Fischerdorf, aus dem Dora und Luka stammen, also ist das Cover ...

Das Cover ist recht nett gemacht, wir sehen eine Frau am Meer, die Frau könnte durchaus Dora sein und das Meer das Meer hinter dem kroatischen Fischerdorf, aus dem Dora und Luka stammen, also ist das Cover passend gewählt, aber sicher kein Highlight.
Dora und Luka sind noch Kinder als sie sich das erste Mal begegnen und verlieren sich dann durch den Wegzug von Doras Familie nach Frankreich aus den Augen, treffen sich aber Jahre später in Paris wieder, aber dann läuft nichts, wie geplant...
Mit Dora und Luka schafft Nataša Dragnić zwei wirklich sehr liebenswerte Charaktere, die man wirklich ins Herz schliesst, sie schaffe es, die Handlung wirklich gut zu tragen und bringen es nah an den Leser heran.
Man darf das Buch auf keinen Fall als klassischen Liebesroman sehen, es ist eher so, dass es eine Reise zu sich selbst ist, weniger mit dem Ziel, einen klassischen Liebesroman nah zu kommen. Man erlebt eine Vertrautheit von Kindesbeinen an bis ins Erwachsenenalter, die auf eine Probe gestellt wird, weil sich Menschen im Laufe des Lebens einfach verändern.
Der Schreibstil von Nataša Dragnić ist etwas speziell, er ist nicht zu kitschig oder zu blumig, sie schreibt klar auf ihr Ziel zu und das merkt man auch. Manchmal trägt sie etwas dick auf mit den Emotionen, aber das kann man leicht verzeihen.
Zeitweise ist der Roman dennoch etwas zäh, was aber nicht an einem ungeübten Schreibstil liegt sondern eher an den sehr langen Sätzen. Diese ziehen sich von der ersten Seite an durch und man muss sagen, manchmal wäre ein Punkt besser als ein weiteres und gewesen. Das macht das Buch einfach etwas zäh und man muss beim Lesen einiges an Konzentration aufbringen.

Fazit:
Nataša Dragnić schafft ein sehr spannendes Buch mit tollen Charakteren, einer recht guten Handlung, aber man muss beim Lesen wirklich etwas Ausdauer beweisen, weil die Satzstruktur doch etwas fordernd ist und man manchmal mit Kitsch etwas überrannt wird, trotzdem ist es ein wirklich lesenswertes Buch, was man immer wieder als Buch für Zwischendurch nehmen kann, nur eben sollte man sich vorher gewahr sein, dass man das Buch einfach auf sich wirklich lassen muss und sich nicht von den langen Sätzen abschrecken lassen sollte.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.07.2020

Thriller mit starken Charakteren...

In Gestalt eines Anderen
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Das Cover ist schon recht spannend gemacht, man erkennt auf dem Cover nicht viel, aber das passt sehr gut zum Buch, so düster und dunkel. Vor allem nur die Hälftes des Mannes zu sehen ist wahnsinnig passend, ...

Das Cover ist schon recht spannend gemacht, man erkennt auf dem Cover nicht viel, aber das passt sehr gut zum Buch, so düster und dunkel. Vor allem nur die Hälftes des Mannes zu sehen ist wahnsinnig passend, da hat sich wirklich jemand etwas bei dem Cover gedacht. Der Titel passt auch super zu dem Thriller.
Alexander Rupert ist in seinem Leben gerade an einem Punkt, an dem er sich selber nicht mehr wirklich helfen kann, sein gesamtes Leben geht den Bach runter und da kommt ihm ein neuer Fall gerade recht, einfach um einen letzten Strohhalm zu ergreifen um sein Leben wieder in die gewohnte Waage zu bringen. Mehr sollte man selber entdecken, denn die Ermittlungen gegen Drago Basta sind wirklich gut als Charakter angelegt und eingebettet und schaffen einen sehr interessanten Gegenpol zu den beiden Brüdern Rupert.
Alexander Rupert ist als Charakter sehr komplex und vielschichtig angelegt, er überrascht den Leser immer wieder, was ihn auch sehr schwer einschätzbar macht, gleichzeitig erscheint sein Bruder Max sehr offen für den Leser, aber auch er überrascht immer wieder mit seinen Handlungen im Laufe des Buches. Mit Alexander und Max sind also zwei sehr spannende und tiefgründige Charaktere geschaffen, die das Buch wirklich zu einer Überraschung werden lassen.
Ein besonders spannender Killer und auch der Gegenpol ist Drago Basta, ein sehr interessanter Charakter, der über die Jahre zu einem kaltblütigen Mörder geworden ist. Die Rückschauen in seinen Lebensweg offenbaren viel über sein Wesen und sind teilweise sehr erbarmungslos und hart, so ist Drago Basta nun auch - hart, unnachgiebig und abgebrüht.
Das Buch zieht den Leser in die menschlichen Abgründe, Drogen, Sex, tiefe psychische Abgründe, die im Buch immer wieder zum Tragen kommen, mit dem Diebstahl der Identität kratzt man nur an der Oberfläche des Buches, der Abgrund geht noch viel, viel tiefer.
Der Schreibstil von Allen Eskens ist wirklich gut, teilweise kalt und emotionslos, aber an den richtigen Stellen wirklich fesselnd und tiefgehend. Er verwickelt viele Handelsstränge und das macht das Buch spannend, obwohl man keine wirkliche Sogwirkung hat. Gleichzeitig erinnert die Atmosphäre im Buch wirklich an einen guten Agentenfilm und damit den Leser wirklich in dieses Gefühl des Geheimnisvollen bringt. Eskens legt viel Wert auf Realität in seiner Geschichte und auf die Ermittlungen gegen Drago Basta, trotzdem lernt man alle drei Hauptcharaktere sehr gut kennen.

Fazit:
"Im Gestalt eines Anderen" ist wirklich ein solider Thriller mit guten Momenten, entfaltet aber nicht die volle Sogwirkung, die man vielleicht erwartet. Eskens legt viel Wert auf die Arbeit als Detektiv und durch die Wendungen, die vor allem von den Charakteren ausgehen, wird das Buch spannend, auch ist die Atmosphäre im Buch sehr agententauglich. Trotzdem ist es eher ein ruhiger Thriller, der tief geht und sehr realistisch ist, aber es fehlt etwas das Highlight in dem Buch, da wäre noch Luft nach oben gewesen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2020

Urlaub in Deutschland...

HOLIDAY Reisebuch: Hiergeblieben! – 55 fantastische Reiseziele in Deutschland
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Urlaub in Deutschland muss nicht immer langweilig sein und Deutschland hat durchaus mehr zu bieten als nur die Nord- und die Ostsee oder die Alpen. Besondere Anregungen finden man hier in diesem netten ...

Urlaub in Deutschland muss nicht immer langweilig sein und Deutschland hat durchaus mehr zu bieten als nur die Nord- und die Ostsee oder die Alpen. Besondere Anregungen finden man hier in diesem netten Buch über Reiseziel in Deutschland, teilweise hat man hier sehr bekannte Sachen dabei, aber auch der ein oder andere Geheimtipp verbirgt sich darunter.
Natürlich findet man durchaus die Städte Berlin, München und Hamburg, aber auch Ecken von Deutschland, die man sich durchaus einmal ansehen kann. Unterteilt wird das Buch dabei nur in Nord und Süd, dabei wird ein grader Schnitt durch Deutschland gezogen, den sicher nicht alle Regionen gut finden, aber darüber kann man hinweg sehen.
Das Buch wird mit hochwertigen Fotos wirklich gut unterlegt, auch die Hotelpreise bewegen sich im mittleren Hotelsegment, man findet sicher bei einer gezielten Suche auch noch anderes, wenn man sich etwas anderes vorstellt. Die Tipps bei den Restaurants dagegen sind durchaus recht hochpreisig, das fällt auch bei allen Orten auf und da kann man sich auch andere Möglichkeiten für ein nettes Essen finden.
Neben den Angaben zur Unterkunft und zur Verpflegung werden auch noch weitere Aktivitäten vorgestellt, die man in der Region machen kann und damit kann man einen Ort durchaus auch mal als Kurzurlaub oder sogar als Jahresurlaub ausbauen.
Urlaub in Deutschland muss also nicht langweilig sein und wer keine Ideen hat, dem kann dieses Buch eine ganze Fülle von Anregungen bieten, die man teilweise wirklich auch gut miteinander kombinieren kann.

  • Cover