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Veröffentlicht am 02.11.2021

Zum "Sich darin versenken" bestens geeignet

Revolution der Träume
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Dieses Buch ist der zweite Teil der sogenannten „Wege der Zeit“-Reihe. Darauf hatte ich nicht geachtet, als ich es ausgesucht habe. Den ersten Teil kenne ich nicht. Aber das ist nicht so schlimm, denn ...

Dieses Buch ist der zweite Teil der sogenannten „Wege der Zeit“-Reihe. Darauf hatte ich nicht geachtet, als ich es ausgesucht habe. Den ersten Teil kenne ich nicht. Aber das ist nicht so schlimm, denn es handelt sich um einen in sich abgeschlossenen Roman. Es geht darin um drei Hauptpersonen Isi, Artur und Carl. Die drei sind Freunde und kennen sich von klein auf. Nun sind sie erwachsen und es hat sie nach Berlin verschlagen. Der erste Weltkrieg ist gerade vorbei.

Die drei sind so verschieden, wie man nur sein kann, aber ergänzen sich auf eine irgendwie anrührende Art und Weise. Carl arbeitet als Kameramann, Artur ist eine Unterweltgröße und Isi ist zunächst Revolutionärin. Die drei sind authentisch und alle sind mir sehr sympathisch. Sie haben das Herz auf dem rechten Fleck und immer eine Portion gesunden Menschenverstandes.

Die Geschichte – oder eigentlich sind es mehrere Geschichten, die dann zusammenführen – ist sehr anschaulich und unterhaltsam erzählt. Begonnen wird mit drei losen Enden, die dann zusammenfinden.

Irgendwie hat dieses Buch regelrecht einen Sog auf mich ausgeübt. Je weiter ich gelesen habe, desto schwerer konnte ich mich zwischendurch davon trennen. Von Anfang bis Ende ist und bleibt es spannend, denn es gibt immer wieder neue Herausforderungen.

Das ganze Buch ist unheimlich abwechslungsreich, dabei manchmal schockierend, aber auch nachdenklich und manchmal humorvoll. Ich fand es auch sehr gut, dass am Ende alles irgendwie abgeschlossen wurde. Ich werde wohl den nächsten Roman dieser Reihe ebenfalls lesen, wenn er herauskommt, denn die Protagonisten sind mir ans Herz gewachsen. Sicher werde ich auch den ersten Teil nachholen.

Nun aber zurück zu diesem Buch: Alles ist so gut beschrieben, dass ich beim Lesen direkt einen Film vor mir gesehen habe. Meiner Meinung nach könnte man das Buch – so wie es ist – in einem Mehrteiler direkt verfilmen. Wer weiß, vielleicht kommt ja noch jemand auf die Idee.

Nebenbei habe ich zwar noch ein wenig über die historischen Hintergründe gelernt, aber ich sehe dieses Buch eher als unterhaltendes Werk. Da ich in Berlin lebe, kenne ich die beschriebenen Viertel, Straßen und Plätze und hatte während des Lesens immer ein Bild dazu aus heutiger Sicht vor Augen. Aber ich konnte es mir auch gut in der damaligen Zeit vorstellen. Das hat das Ganze für mich noch interessanter gemacht.

Mein Fazit: Dieses Buch ist für Leser*innen geeignet, die sich gern in ein Buch versenken. Dann merkt man auch nicht wie dick es ist, sondern ist froh darüber, dass es noch nicht so schnell zu Ende sein wird.

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Veröffentlicht am 25.10.2021

Zum Nachdenken angeregt

Die Rebellion
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Ich mag Geschichten aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg sehr gerne, besonders dann, wenn sie so gut geschrieben sind, dass man sich in das Lebensgefühl bzw. die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit ...

Ich mag Geschichten aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg sehr gerne, besonders dann, wenn sie so gut geschrieben sind, dass man sich in das Lebensgefühl bzw. die Lebensverhältnisse der damaligen Zeit hineinversetzen kann. Ich erwarte von solchen Geschichten, dass die handelnden Personen irgendwie besonders sind.

Das habe ich in diesem Roman von Josef Roth gefunden. Der Protagonist Andreas Pum ist schon etwas ganz Besonderes. Der Krieg hat ihm übel mitgespielt. Er hat an der Front ein Bein verloren und ist nun ein Invalide. Trotzdem lässt er sich seinen Lebensmut nicht nehmen und glaubt an die Gerechtigkeit in der Welt. Er lebt in geordneten Verhältnissen, hat ein Auskommen und ist zufrieden.

Er ist ein hoch anständiger Typ und deshalb tut es besonders weh, von den Ungerechtigkeiten und der polizeilichen Willkür zu lesen, die ihm nach und nach widerfährt. So muss er sich selbst eines Tages eingestehen, dass es keine Gerechtigkeit gibt und jeder zum Sündenbock werden kann.

Seine daraufhin einsetzende „Rebellion“ ist bemerkenswert, denn letzten Endes findet sie nur im Geiste statt.

Mir hat dieses Hörbuch sehr gefallen. Die Charaktere und Szenen sind sehr nachvollziehbar geschildert. Ich denke, dass auch Christian Brückner, der das Ganze vorliest, seinen Anteil daran hat. Ich habe es von vorne bis hinten in fast einem Rutsch durchgehört. Es hat mich unterhalten und zum Nachdenken angeregt.

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Veröffentlicht am 21.10.2021

Motivationsschub

Power Hour
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Dieses Buch ist ein Ratgeber. Die Autorin Adrienne Herbert erklärt einen Weg, ohne zusätzlichen Stress mehr zu schaffen und Ziele zu erreichen. Der Schlüssel liegt darin, sehr früh morgens aufzustehen ...

Dieses Buch ist ein Ratgeber. Die Autorin Adrienne Herbert erklärt einen Weg, ohne zusätzlichen Stress mehr zu schaffen und Ziele zu erreichen. Der Schlüssel liegt darin, sehr früh morgens aufzustehen und die erste Stunde des Tages für sich selbst zu nutzen.

Die Idee finde ich prima und ich setze sie meistens für mich um – wenn auch nicht immer ganz konsequent.

Das Konzept ist nicht neu. Vor ein paar Jahren habe ich in „Miracle Morning“ von Hal Elrod darüber gelesen. So möchte ich hier einen Vergleich zwischen beiden Büchern anstellen bzw. „Power Hour“ von „Miracle Morning“ abgrenzen.

Mir selbst gefällt „Power Hour“ etwas besser, denn es ist herrlich unaufgeregt, nicht so amerikanisch sensationsheischend und übertrieben wie „Miracle Morning“. Auch „Power Hour“ beginnt mit einer sehr persönlichen Geschichte der Autorin zum Einstieg. Diese ist zwar auch bewegend, jedoch nicht so emotional überzeichnet wie die von Hal Elrod.

Während in „Miracle Morning“ genau vorgegeben wird, wie dieser Morgen zu verwenden ist – ausgehend von Meditation und Affirmation usw. – wird das in „Power Hour“ zu 100% dem Leser überlassen. Es gibt jedoch ein paar nützliche Beispiele und Vorschläge. Außerdem werden sehr viele Ratschläge rund um die physische und psychische Gesundheit gegeben, die ich als sehr fundiert und einleuchtend empfand.

Ich empfand das Buch als sehr angenehm zu lesen. Ich habe zwar dadurch nichts grundlegend Neues gelernt, jedoch einen Motivationsschub erfahren. Schon das war es wert.

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Veröffentlicht am 26.09.2021

Mehr als ein Krimi

Betongold
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Gleich nach den ersten Seiten habe ich mich beim Lesen dieses Buches wohlgefühlt. Irgendwie erschien mir das alles sehr anheimelnd. Das Buch lebt von Rückblenden mit den Erlebnissen der drei Freunde, von ...

Gleich nach den ersten Seiten habe ich mich beim Lesen dieses Buches wohlgefühlt. Irgendwie erschien mir das alles sehr anheimelnd. Das Buch lebt von Rückblenden mit den Erlebnissen der drei Freunde, von denen einer nun tot in der Baugrube aufgefunden wurde – ausgerechnet der „Immobilienhai“.

Ich habe zwar kaum einen Bezug zu Bayern, aber dennoch gefällt mir, wie hier mit der Mundart gearbeitet wurde, dadurch erhält der Roman meiner Meinung nach ein gewisses Etwas. Irgendwie waren mir die Personen schnell vertraut.

Ganz schnell war mir klar, dass der Kriminalfall in den Hintergrund rücken würde. Es ging hier nicht um die Ermittlungen der Polizei, sondern allenfalls um die eigenen privaten Ermittlungen von Sepp alias „Smokey“. Die verliefen aber so ganz nebenbei.

Für einen Kriminalroman recht ungewöhnlich, aber mir gefällt das ausgezeichnet. Am Ende gab es natürlich eine zufriedenstellende Aufklärung. So muss es sein.

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Veröffentlicht am 16.09.2021

Thriller!

Die andere Tochter
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„Die andere Tochter“ von Dinah Marte Golch ist ganz einfach als Roman gekennzeichnet. Das ist meines Erachtens tief gestapelt. Die Geschichte hat mich schon nach wenigen Seiten gefesselt. Für mich ist ...

„Die andere Tochter“ von Dinah Marte Golch ist ganz einfach als Roman gekennzeichnet. Das ist meines Erachtens tief gestapelt. Die Geschichte hat mich schon nach wenigen Seiten gefesselt. Für mich ist das kein einfacher Roman, sondern ein Thriller, von dem ich mich kaum lösen konnte.

Wir begleiten das ganze Buch hindurch die Hauptheldin Antonia. Es spielt in zwei Zeitebenen: in der Gegenwart im Oktober 2019, kurz nachdem Antonias Mutter Brigitte umgebracht wurde, und in der Rückblende in eine jüngere Vergangenheit ab April 2019. Die beginnt damit, dass Antonia durch einen Arbeitsunfall ihr Augenlicht verliert, dieses durch eine Hornhauttransplantation zurückerlangt und dann auf unerklärliche Weise mit der Familie der Organspenderin und deren Umfeld konfrontiert wird. Irgendwie scheint es dabei auch eine mystische Komponente zu geben. Außerdem stimmt mit der Familie Mertens, die zu ihrer Organspenderin gehört, etwas nicht.

Nach und nach werfen sich völlig andere Fragen nach Antonias Vergangenheit auf, vor allem nach ihrer Kindheit. Wir erfahren schnell, dass ihre Kindheit alles andere als normal verlaufen ist. Ab ihrem fünften Lebensjahr wuchs sie bei der Oma auf und kam dann im Alter von zwölf Jahren doch wieder zu ihren Eltern zurück. Das sind Familienverhältnisse, die Antonia selbst nicht so richtig versteht und der sie im Laufe der Handlung auf die Spur kommen wird.

Die Vergangenheitsebene bewegt sich auf die Gegenwartsebene zu und holt diese schließlich ein. Außerdem bekommt die Erinnerung an die weiter zurückliegende Vergangenheit in Antonias Kindheit im Laufe des Buches immer mehr Raum und Bedeutung. Das ist alles sehr gelungen konstruiert.

Besonders aufgefallen ist mir dabei, dass in der aktuellen Zeitebene Antonia, oder kurz Toni, in der Ich-Form zum Leser spricht, während die Szenen der Vergangenheit in der dritten Person geschrieben sind – eine nette Würze.

Ich habe beim Lesen des Buches direkt einen äußerst spannenden Film ablaufen sehen. So wundert es mich nicht, als ich über die Autorin las, dass sie auch eine erfolgreiche Drehbuchautorin ist. Ich kann mir vorstellen, dass ihr Roman eine sehr gute Vorlage für ein Drehbuch bilden könnte.

Am Ende wird alles zufriedenstellend aufgelöst. Dabei gibt es etliche Überraschungen. Ich bin total begeistert von diesem Buch, aber auch ein wenig traurig, dass ich es schon ausgelesen habe.

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