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Veröffentlicht am 02.11.2025

Kurzweilige Fortsetzung der Gardasee-Krimireihe

Salute - Das letzte Gebet
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"Salute. Das letzte Gebet" ist der mittlerweile dritte Band der Krimireihe um den vor einiger Zeit an den Gardasee nach Bardolino ausgewanderten ehemaligen Münchner Kommissar Zeitler und den ortsansässigen ...

"Salute. Das letzte Gebet" ist der mittlerweile dritte Band der Krimireihe um den vor einiger Zeit an den Gardasee nach Bardolino ausgewanderten ehemaligen Münchner Kommissar Zeitler und den ortsansässigen italienischen Commissario Lanza. Mit seinem flüssigen, gefälligen Schreibstil schafft der Autor Friedrich Kalpenstein auch diesmal wieder eine angenehme Atmosphäre, in der sich der Leser problemlos auf die neuen (kriminellen und gesellschaftlichen) Ereignisse rund um den malerischen Ort Bardolino und seine eigenwilligen, aber sympathischen Bewohner einlassen kann.

Zeitler steht vor einer ungewissen Zukunft. Der ehemalige Kommissar, der vor einiger Zeit nach Bardolino am Gardasee ausgewandert ist und dort erfolgreich als Barista das Cafe "Monaco" betreibt, betrauert den plötzlichen Tod seiner Vermieterin und mütterlichen Freundin Sofia Barone. Nach ihrem Tod ändern sich die Besitzverhältnisse und Zeitler weiß, nicht wie es mit dem Mietvertrag für sein Cafe und die darüber liegende Wohnung weitergehen wird.
Auf dem Weg zur Beerdigung von Sofia wird Zeitler darüber hinaus Zeuge eines Menschenauflaufs vor der örtlichen Kirche. Ein Mann ist offenbar zu Tode gekommen und nach einem natürlichen Tod sieht es nicht aus. Statt das Ganze auf sich beruhen zu lassen und sich mit seiner Trauer und Unklarheiten in seinem eigenem Leben zu beschäftigen, kommt der alte Ermittler-Spürsinn wieder hoch und Zeitler schaut sich die Umstände und den Tatort etwas genauer an. Sehr zum Missfallen des örtlichen Commissario Lanza, der ohnehin seit langem ein misstrauisches Auge auf den Deutschen hat. Lanza nimmt die Ermittlungen auf, aber der Fall erweist sich als äußerst knifflig...

Ein schöner Wohlfühlkrimi vor der malerischen Kulisse des Gardasees mit einer überraschenden, sich erst ganz am Schluss abzeichnenden Auflösung - auf jeden Fall sehr lesenswert.

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Veröffentlicht am 31.10.2025

Wunderbare Unterhaltung - der Donnerstagsmordclub hält was er verspricht

Der Donnerstagsmordclub und der unlösbare Code (Die Mordclub-Serie 5)
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Der mittlerweile fünfte Band der außergewöhnlichen "Donnerstagsmordclub"-Serie aus der Feder des genialen Autors Richard Osman hält wieder ohne Einschränkung was er verspricht. Eine tolle, abgefahrene ...

Der mittlerweile fünfte Band der außergewöhnlichen "Donnerstagsmordclub"-Serie aus der Feder des genialen Autors Richard Osman hält wieder ohne Einschränkung was er verspricht. Eine tolle, abgefahrene Haupt-Storyline, mehrere spannende, abwechslungsreiche und bereichernde Nebenlinien, die ebenso eigenwilligen wie liebenswerten Charaktere - es stimmt auch diesmal wieder einfach alles.

Es war um den in der Seniorenresidenz Coopers Chase angesiedelten Donnerstagsmordclub seit dem letzten Fall ein wenig ruhig geworden. Die Mitglieder waren - jedes für sich - längere Zeit mit ihren eigenen Dingen beschäftigt. Vor allem Elisabeth, die "Anführerin" der Rentnerermittler, hat mit ihrem vor kurzem erlittenen schweren persönlichen Schicksalsschlag zu kämpfen und sie hat mit der Bewältigung alle Hände voll zu tun. Joyce, Ibrahim, Ron und vor allem auch Bogdan helfen ihr so gut es geht, aber sie ist noch längst nicht wieder die Alte.

Auf der Hochzeit von Joyce' Tochter Joanna wird Elisabeth dann von dem augenscheinlich sehr nervösen Trauzeugen Nick Silver direkt kontaktiert und um Hilfe gebeten. Elisabeth bringt sich in Stellung, aber dann verschwindet Nick unmittelbar nach der Hochzeit spurlos und seltsame Entwicklungen nehmen ihren Lauf. Ein neuer Fall für den Donnerstagmordclub tut sich auf und plötzlich sind die vier Rentner wieder mitten drin in Ihren Ermittlungen - mit etwas veränderten Schwerpunkten, aber gerade das macht es spannend.

Die Bücher dieser Serie fesseln den Leser - nicht zuletzt durch den noch immer außergewöhnlichen Erzählstil von Richard Osman - von der ersten bis zur letzten Seite. Mich macht der "Donnerstagsmordclub" jedes Mal glücklich und traurig zugleich. Glücklich, weil ich endlich wieder Abenteuer mit diesen fantastischen Protagonisten erleben darf, und traurig, weil das beglückende Leseerlebnis immer so schnell vorbei ist und ich dann wieder ein gutes Jahr auf "Nachschub" warten muss...

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Veröffentlicht am 15.10.2025

Trotz unzähliger Skandale - die Beckhams sind noch da

The House of Beckham
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"The House of Beckham" des britischen Investigativ-Journalisten Tom Bower hält was es verspricht. Auf über 400 Seiten werden die Skandale und Skandälchen die sich um eine der bekanntesten Familien Großbritanniens ...

"The House of Beckham" des britischen Investigativ-Journalisten Tom Bower hält was es verspricht. Auf über 400 Seiten werden die Skandale und Skandälchen die sich um eine der bekanntesten Familien Großbritanniens ranken, in aller Ausführlichkeit und durch Fakten untermauert genüsslich ausgebreitet.

Dabei kommen die beiden Hauptprotagonisten David und Victoria Beckham überhaupt nicht gut weg.

David, einstmals ein leidlich guter Fußballspieler, erweist sich als Person, der der "Ruhm", der sportliche Erfolg und irgendwann auch der finanzielle Erfolg völlig zu Kopf steigt. Victoria dagegen hält sich nach dem Erfolg mit den Spicegirls für einen Weltstar und verhält sich - trotz zahlloser Misserfolge auf unternehmerischer und menschlicher Ebene - auch dementsprechend: wie eine Diva.

Beide betonen am Anfang ihrer Karrieren, wie sehr sie sich lieben und dass die Familie an erster Stelle steht. Der weitere Verlauf der Geschichte dieser Ehe, die eigentlich ehrlicherweise nur eine Geschäftsbeziehung darstellt, die einzig auf die Marke Beckham und ein Saubermann-Image abzielt, torpediert dieses Ansinnen vollkommen.

Das Buch "The House of Beckham" ist britischer Boulevard- und Enthüllungsjournalismus in Reinform. Wie die Protagonisten durch die Mangel gedreht werden ist schon beispiellos. Trotzdem ist das Buch tatsächlich überraschend lesenswert, denn auch wenn einem die Beckhams schon immer ein wenig suspekt waren - dass es so schlimm ist und diese Famile ein reines Moloch an Unwahrheiten, Schauspielerei, Falschheit und Schönfärberei, gepaart mit zweifelhaften menschlichem Verhalten und undurchsichtigem Finanzgebähren der übelsten Sorte darstellt, ist in diesem Ausmaß schon überraschend - und gerade deshalb sehr unterhaltsam für den Leser. Fremdschämen und Kopfschütteln pur - wer es mag...

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Außergewöhnlich bewegender Roman

Grand Hotel Avalon
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Der Autorin Maggie Stiefvater ist mit dem Roman, "Grand Hotel Avalon" ein außergewöhnlich guter, ebenso berührender wie spannender Roman gelungen, der die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs auf die USA ...

Der Autorin Maggie Stiefvater ist mit dem Roman, "Grand Hotel Avalon" ein außergewöhnlich guter, ebenso berührender wie spannender Roman gelungen, der die Auswirkungen des zweiten Weltkriegs auf die USA mit feiner Feder zum Thema macht. Die USA sind ja eigentlich ein Land, das - abgesehen von Pearl Harbour - so gut wie keine Kriegshandlungen auf seinem Staatsgebiet hatte, aber die Folgen ebendieses japanischen Angriffs sind der Anlass für die Entwicklungen, die dieser Roman zum Thema hat.

Das legendäre Grand Hotel Avalon steht für Luxus pur. Den erlesenen, meist hochrangigen Gästen des exquisiten Hotels in den Appalachen fehlt es an nichts - ihnen wird jeder Wunsch von den Augen abgelesen. Mehr noch - die Wünsche werden den Gästen bereits erfüllt, bevor diese sich darüber im Klaren sind, dass sie diese Wünsche überhaupt hegen.

Verantwortlich dafür zeichnet die Hoteldirektorin June Porter Hudson - eine junge Frau, die sich von der Aushilfskraft bis zur Chefin von über 1000 Angestellten hochgearbeitet hat und die eine feines Gespür - sowohl für die Angestellten, als auch für die Gäste- hat. Und die vor allem ein Gespür für das äußerst defizile Gleichgewicht des alterwürdigen Hauses mit den eng verbundenen Heilquellen hat, die unter dem Haus fließen. Wohl und Wehe des Hauses hängen von diesem Gleichgewicht ab.

Mitten im zweiten Weltkrieg wird das Avalon zum Schauplatz wichtiger Geschehnisse, die den Krieg beeinflussen, die aber noch viel mehr das Gleichgewicht des Hotels bedrohen. Diese Gefahr abzuwenden erweißt sich als Mammutaufgabe für June.

Die Autorin Maggie Stiefvater hat einen einzigartigen Erzählstil, der den Leser von Beginn an in den Bann zieht und bis zum Ende nicht mehr losläßt. Ein toller Roman zu einem schwierigen Thema, der die Menschlichkeit in den Vordergrund stellt und zeigt, wie man auch in schweren Zeiten mit "Feinden" human umgehen kann.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Ein tolles Experiment, das Potenzial für mehr bietet

Pagans - Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter
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Dem Autor James Alistair Henry ist mit "Pagans. Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter" ein richtig gutes Buch vor außergewöhnlicher Kulisse gelungen.

Die Idee eines modernen Großbritannien - allerdings ...

Dem Autor James Alistair Henry ist mit "Pagans. Ein Killer. Zwei Cops. Hunderte Götter" ein richtig gutes Buch vor außergewöhnlicher Kulisse gelungen.

Die Idee eines modernen Großbritannien - allerdings ohne industrielle Revolution - vor dem Hintergrund einer völlig veränderten Welt- und Gesellschaftsordnung ist fantastisch.

Wenn man in der Lage - und nicht zuletzt Willens - ist, sich in diese Welt, die so völlig anders daher kommt als das moderne Großbritannien wie es insbesondere durch die Weltstadt London verkörpert wird, einzulesen und einzufühlen, dann hat der Leser richtig viel Spaß.

Die beiden Haupt-Protagonisten Aedith, ihres Zeichens angelsächsischer Kriminalhauptmann (im Großbritannien dieses Buches gibt es keine weibliche Formulierung für diesen Beruf) und Drustan, keltischer Kriminal-Inspektor, kommen trotz der unterschiedlichen Stammeszugehörigkeiten sehr gut miteinander aus und finden schon bald Gefallen an der Zusammenarbeit im Fall eines ermordeten keltischen Diplomaten, der bei dem anstehenden (Ver-)Einigungsgipfel eine wichtige Rolle einnehmen sollte. Steht der Mord in Zusammenhang mit der politischen Brisanz der Zeit? Oder geht es um etwas völlig anderes?

"Pagans" vereint mehrere Genre in einem sehr guten Buch und ist deshalb für viele Leser absolut empfehlenswert. Wer sich erstmal in die veränderte Gesellschaftsordnung eingelesen hat und sich dort gut zurechtfindet, der hat sehr viel Spaß beim Lesen. Das Buch ist kein Pageturner, aber die gute, abwechslungsreiche Story bietet viel Potenzial für eine Fortsetzung.

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