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Veröffentlicht am 23.02.2025

Gut strukturierte Zusammenfassung zum Thema, aber nicht viel Neues

Digitale Diagnosen
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Die Autorin Laura Wiesböck veranschaulicht in ihrem Buch "Digitale Diagnosen" eindrucksvoll, in welchem Maße medizinische, psychologische und klinische Begriffe mittlerweile vor allem in den sozialen Medien ...

Die Autorin Laura Wiesböck veranschaulicht in ihrem Buch "Digitale Diagnosen" eindrucksvoll, in welchem Maße medizinische, psychologische und klinische Begriffe mittlerweile vor allem in den sozialen Medien präsent sind und dort in erster Linie von Nicht-Experten gestreut werden. Anhand vieler Beispiele legt sie die Gefahren dar, die von dieser durch absolute Laien befeuerten "Mainstreamisierung" und unverantwortlichen Vereinfachung teilweise hochkomplexer Diagnosen ausgehen.
Nur weil bei jemanden eine bestimmte Diagnose gestellt wurde, macht das diese Person noch nicht zu einem Experten dieses speziellen Krankheitsbildes. Und nur weil jemand mal gelesen hat, dass ein bestimmtes Symptom mit einer bestimmten Diagnose einhergehen kann, ist das nicht gleichbedeutend mit einer eindeutigen, von einem Laien zu stellenden Diagnose. "Das Kind kann sich schlecht konzentrieren, also hat es ADHS" => nein, so einfach ist es nicht...
Vor solchen gefährlichen Vereinfachungen und unverantwortlichen Laien-Diagnosen, die nebenbei auch die Arbeit der echten Experten behindern, weil ihre Expertise immer öfter in Frage gestellt wird, warnt die Autorin deutlich und zeigt Wege auf, wie man wieder zu einem erträglichen Maß an "Digitalen Diagnosen" kommen kann. Lesenswert.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Luxus-Bootsbauer leben gefährlich

Salute - Die letzte Fahrt
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Paul "Paolo" Zeitler, der ehemalige Kommissar aus München, ist mittlerweile voll und ganz in seiner neuen Wahlheimat Bardolino am Gardasee angekommen. Das Cafe des Neu-Baristas läuft gut, die Nachbarn ...

Paul "Paolo" Zeitler, der ehemalige Kommissar aus München, ist mittlerweile voll und ganz in seiner neuen Wahlheimat Bardolino am Gardasee angekommen. Das Cafe des Neu-Baristas läuft gut, die Nachbarn und Bekanntschaften sind nett - das Leben ist schön. Bis Zeitler eines Morgens am Ufer des Gardasees einem Mann zu Hilfe eilt, der offensichtlich eine Leiche aus dem Wasser fischt - ein Mord oder ein Unfall?
Und auch wenn der Ex-Polizist eigentlich nichts mehr mit Verbrechen zu tun haben will, läßt ihn diese Geschichte nicht los. Zunächst sehr zum Leidwesen des ermittelnden italienischen Kommissars Lanza, der aber schon bald die Nähe und die Hilfe von Zeitler sucht. Gemeinsam, aber doch getrennt, gehen die beiden dem Fall nach und stoßen auf einige dringend Tatverdächtige.
Der zweite Band der "Salute"-Reihe von Friedrich Kalpenstein überzeugt mit Witz, außergewöhnlichen Charakteren und einer gehörigen Portion Spannung. Der Fall ist knifflig, die Protagonisten unterhaltsam und die Lösung des Falles schlüssig. Ein rundum gelungenes Lesevergnügen, das Lust auf die kommenden Bände der Zeitler-Reihe macht.

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Veröffentlicht am 19.02.2025

Kurzweiliger und witziger Seniorenkrimi mit rüstigen, sehr eigenwilligen Charakteren

Crime im Heim
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Haus Silberblick ist eigentlich ein sehr ruhiges, idyllisches Seniorenheim. Die Bewohner vertreiben sich ihre Zeit mit dem, womit sich Senioren halt so die Zeit vertreiben. Aber Friedhelm Klemp, der "Impresario", ...

Haus Silberblick ist eigentlich ein sehr ruhiges, idyllisches Seniorenheim. Die Bewohner vertreiben sich ihre Zeit mit dem, womit sich Senioren halt so die Zeit vertreiben. Aber Friedhelm Klemp, der "Impresario", hat sich vorgenommen, mit seinen Mitbewohnern große Kunst auf die kleine Bühne des Seniorenstiftes zu bringen. Der Hamlet von William Shakespeare soll es sein, und mit seiner Angebeteten Katja Horenfeld, die aber ihrerseits einem anderen Bewohner wohlgesonnen ist, macht er sich an die Umsetzung. Das Treffen zur Formierung der Theatergruppe läuft gut, bis plötzlich eine Leiche zu beklagen ist - Ophelia, der bei allen ziemlich unbeliebte Hund einer angehender Darstellerin wurde erschossen. Und es bleibt nicht bei dieser einen Leiche.

Katja Horenfeld ermittelt auf eigene Faust - nicht ganz grundlos und nicht ganz uneigennützig, wie sich bald herausstellt...

"Crime im Heim" von Ida Tannert ist ein flüssig zu lesender, kurzweiliger Cosy Crime mit sehr eigenwilligen, aber durchweg hochinteressanten Charakteren. Die Story ist nicht gerade mit Überraschungen gespickt, aber trotzdem nie langweilig, sondern vielmehr durchaus spannend. Im Grundsatz erinnert die Geschichte an den "Donnerstagsmordclub" des englischen Autors Richard Osman, aber sie hat nicht dieselbe Tiefe und den ausladenden Hintergrund dieser außergewöhnlichen Reihe. Trotzdem ein absolut empfehlenswertes Buch, das sich zu lesen lohnt.

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Veröffentlicht am 31.01.2025

Ein Gamechanger - kraftvoll und intensiv geschrieben

Sing mir vom Tod
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Florence "Florida" Baum ist eines dieser verwöhnten, attraktiven, reichen Mädchen, das durch falsche Freunde, mangelnde Wärme im Elternhaus und zu viele, meist illegale Möglichkeiten auf die schiefe Bahn ...

Florence "Florida" Baum ist eines dieser verwöhnten, attraktiven, reichen Mädchen, das durch falsche Freunde, mangelnde Wärme im Elternhaus und zu viele, meist illegale Möglichkeiten auf die schiefe Bahn geraten ist.
Diosmary "Dios" Sandoval kommt dagegen aus einfachen Verhältnissen, ist hochintelligent und hatte deshalb mehrere Stipendien von angesehenen Universitäten, die ihr eigentlich den Weg in eine Welt voller Chancen ebnen sollten.
Dennoch sitzen beide seit Jahren in der Wüste Arizonas im Knast - verurteilt wegen Beihilfe zum Mord, bzw. Mord.
Florida stellt sich als Mitläuferin dar, die nichts für die Tat, die sie hierher gebracht hat, kann, aber ihre ehemalige Zellengenossin Dios kauft ihr diese Opferrolle nicht ab. Sie meint, Floridas' wahres Ich durchschaut zu haben und will sie dazu bringen, dieses endlich zu akzeptieren und zu sich selbst zu stehen.
Als beide auf Bewährung entlassen werden, verschärft sich diese Obsession noch und so läuft es beinahe zwangsläufig auf einen großen Showdown zwischen den beiden, auf den ersten Blick grundverschiedenen Frauen hinaus.
Es bleibt aber nicht beim Zweier-Showdown, denn in Los Angeles, der durch die Pandemie fast zum Stillstand gekommenen und zum Moloch der Armut und Verzweiflung verkommenen Heimatstadt Floridas, macht sich Detective Lobos auf die Suche nach den beiden und muss sich dabei vor allem auch ihren eigenen Dämonen stellen - und die haben es in sich...

Der preisgekrönte amerikanische Krimi-Autor Dennis Lehane wird auf dem Umschlag dieses Buches mit den Worten "Sing mir vom Tod schlägt ein wie der Schuss aus einer Schrotflinte" zitiert - wie recht er hat. Die Story drängt sich mit solcher Macht, Kraft, Brutalität und Verhemenz in die Gedanken der Leser, dass es schwerfällt das Buch wegzulegen. Ein Thriller der hält was er verspricht und dem Leser Dinge nahebringt, die er nicht für möglich hält.
Ein wahnsinnig intensives Buch, das man so schnell nicht vergessen wird.

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Veröffentlicht am 28.01.2025

Mal ein etwas anderer Nordsee-Krimi

Mörderney: Der tote Wattführer
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Tilla ist ein echtes Kind der Nordsee - sie lebt schon ihr ganzes Leben auf Norderney, arbeitet für eine der kleinsten Lokalzeitungen Deutschlands, fühlt sich hier eigentlich auch sehr wohl, aber sie hadert ...

Tilla ist ein echtes Kind der Nordsee - sie lebt schon ihr ganzes Leben auf Norderney, arbeitet für eine der kleinsten Lokalzeitungen Deutschlands, fühlt sich hier eigentlich auch sehr wohl, aber sie hadert trotzdem mit dem Leben. Denn sie möchte als echte Journalistin arbeiten, als Investigativ-Journalistin bestenfalls, möchte Skandale ans Tageslicht bringen, auch und gerade auf der Insel, wo die Welt so klein und noch in Ordnung scheint. Aber da macht ihr ihre Schwester Angii einen Strich durch die Rechnung, denn die ist die Chefin der Zeitung, und auf einem kleinen Eiland - wo jeder jeden kennt - sind Skandale nicht gerne gesehen. Angii läßt Tilla lediglich als Fotografin arbeiten - schreiben darf sie kein Wort, und das hat einen triftigen Grund...
Tilla ist trotzdem rastlos und als der 102-jährige, scheinbar von jedem auf der Insel gemochte und respektierte ehemalige Wattführer Josef Monnsen auf bestialische Weise stirbt, sieht sie ihre Chance gekommen. Zusammen mit dem auf Abwege geratenen, extrem hypochondrischen Pfarrer Hark, der eigentlich nur eine Woche von seinem Chef verordneten Pflichturlaub hinter sich bringen will, jagt Tilla den vermeintlichen Mörder - aber war es überhaupt Mord? Die Ereignisse überschlagen sich und das ungleiche "Ermittlerpaar" gerät von einer Turbulenz in die nächste.
"Mörderney. Der tote Wattführer" ist der Auftakt einer neuen Nordsee-Krimireihe des Autoren Joachim F. Kuck, der Lust auf mehr macht. Die beiden eigenwilligen Hauptcharaktere Tilla und Hark haben das Potential, Kultfiguren zu werden. Die unangepasste, teils rotzige Ausdrucksweise der beiden "Ermittler" verstärkt das Lesevergnügen noch um ein Vielfaches und sorgt beim Leser mehr als einmal für Lacher und viel Spaß. Insgesamt ein schöner Auftakt einer neuen Reihe mit interessanten Charakteren, die vor der wunderbaren Inselkulisse Norderneys Kriminalfälle lösen. Macht Lust auf mehr...

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