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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.09.2025

Speziell

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge
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Heinz Labensky ist nicht die hellste Kerze auf der Torte. Schon zu tiefsten DDR-Zeiten wird ihm bescheinigt, dass er förderunfähig ist. Nur mit Mühe und Not und seiner Freundin Rita schafft er es, lesen ...

Heinz Labensky ist nicht die hellste Kerze auf der Torte. Schon zu tiefsten DDR-Zeiten wird ihm bescheinigt, dass er förderunfähig ist. Nur mit Mühe und Not und seiner Freundin Rita schafft er es, lesen und etwas schreiben zu lernen und ein paar Jahre Schule zu überstehen. Auch Rita ist ein Außenseiter, denn als sogenanntes Russenkind ohne Mutter hat sie es im Dorf sehr schwer. Dabei ist sie super begabt und will zum Studium nach Berlin. Heinz macht es sich zur Aufgabe, sie immer zu beschützen, obwohl sie das so gar nicht will. Die Wege trennen sich, für Heinz ungewollt. Die Jahre vergehen und mittlerweile ist Heinz Rentner in einem Seniorenheim, als er plötzlich einen unerwarteten Brief bekommt. Absender: Ritas Tochter....

Das Buch ist speziell. Die Hauptfigur Heinz ist eine Art Mischung aus einem naiven und auch dummen Jungen/Mann, gleichzeitig ist es er aber auch eine Art Schwejk oder Eulenspiegel. Seine Erlebnisse spiegeln viel DDR-Geschichte wieder. Ich glaube, das Buch wird auch im Osten insofern besser ankommen, als viele Begriffe und Redewendungen wiedererkannt werden. Die eingearbeiteten wirklichen historischen Ereignisse sind teilweise etwas wild verbunden, aber keinesfalls unlogisch. Ich habe mich oft darüber amüsiert, was durch diese Verbindung herausgekommen ist. Gleichzeitig werden aber auch viele der schlechten Seiten der damaligen Zeit angesprochen. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich das Buch so richtig beschreiben soll. Mir persönlich hat es aber gefallen und ich konnte es gut lesen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Schwierig für mich

Gestehe
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Inspektor Jacket ist seit vier Jahren der Star der Wiener Polizei. Damals rettete er ein kleines Mädchen und löste einen spektakulären Fall. Seitdem ermittelt er eher wenig und präsentiert umso mehr. Jetzt ...

Inspektor Jacket ist seit vier Jahren der Star der Wiener Polizei. Damals rettete er ein kleines Mädchen und löste einen spektakulären Fall. Seitdem ermittelt er eher wenig und präsentiert umso mehr. Jetzt wird in der Nachbarschaft ein brutaler Mord durchgeführt. Jacket erschrickt sehr, denn er kennt den Tatort und dies nur, weil er ein neues Buch schreibt, in dem das alles vorkommt. Und er weiß, der erste Mord ist nicht der letzte…

Mich lässt das Buch zweigeteilt zurück. Ich musste mich anfangs ein wenig zum Lesen zwingen, weil die Hauptfigur so unheimlich unsympathisch ist und ich keine Lust hatte, noch mehr darüber zu lesen. Der Mittelteil wird dann allerdings sehr spannend, so dass damit das Lesen flüssig vorwärts ging. Die Auflösung selbst hat mich nicht komplett überzeugt, es blieben zu viele Enden offen und der Schluss des Buches ist zwar schön, aber auch für mich nicht unbedingt restlos glaubhaft. Über manche Seitenhiebe zur aktuellen Politik in Österreich oder zu bekannten Persönlichkeiten habe ich mich amüsiert, manches war in meinen Augen aber für mich zu überzogen. Ich habe immer zwischen zwei extremen Polen geschwankt und bin mir immer noch nicht schlüssig, ob ich das Buch eher loben oder eher davor „warnen“ soll. Es ist von allem etwas dabei: viel Gutes, aber auch einiges an schwachen Sachen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Berührend

Sturmmädchen
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1933 in einem kleinen Dorf in der Eifel. Elli, die aufgrund von Kinderlähmung ein verkrüppeltes Bein hat und damit Außenseiter im Dorf ist, Margot die mit ihrer jüdischen Familie dort ein Ferienhaus hat, ...

1933 in einem kleinen Dorf in der Eifel. Elli, die aufgrund von Kinderlähmung ein verkrüppeltes Bein hat und damit Außenseiter im Dorf ist, Margot die mit ihrer jüdischen Familie dort ein Ferienhaus hat, und Käthe sind Freundinnen. Doch das Erstarken der Nazis wirft seine Schatten voraus und nur wenige Jahre später wird ihre Freundschaft auf eine starke Probe gestellt. Käthe entscheidet sich auch auf Druck der Familie für die Nazis. Margot muss unter den Judengesetzen leiden und Elli versucht, Margot und ihrer Familie zu helfen. Die Freundschaft zerbricht...

Das Buch ist sehr berührend, weil es aus Sicht drei unterschiedlicher junger Frauen die damalige Zeit beschreibt. Man kann alle Entscheidungen irgendwie nachvollziehen. Man merkt auch, dass gerade in den Dörfern viele Menschen überhaupt keine Ahnung hatten, was wirklich passiert ist und wie vorsichtig man damals sein musste und wie schnell sich alles änderte. Das alles ist sehr gut beschrieben und lässt sich gut lesen. Man hat sofort Mitgefühl und ich persönlich würde mir eine Fortsetzung wünschen, damit man weiß, wie die Geschichte der drei Frauen weitergeht. Auf jeden Fall von mir eine Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Kälte

White Zero
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Deutschland und die umliegenden Länder versinken seit Monaten in Dauerkälte. Entsprechend groß sind die Auswirkungen: kaum noch Verkehr, Heizungspreise steigen ins Unendliche, Probleme bei der Müllabfuhr, ...

Deutschland und die umliegenden Länder versinken seit Monaten in Dauerkälte. Entsprechend groß sind die Auswirkungen: kaum noch Verkehr, Heizungspreise steigen ins Unendliche, Probleme bei der Müllabfuhr, bei Gebäuden, geschlossene Geschäfte, Lieferungen nur eingeschränkt möglich. Kein Ende in Sicht und bisher weiß auch niemand, warum es trotz der Erderwärmung auf einmal so lange so kalt ist. Die Bundesregierung setzt eine Sonderkommission ein aus Wissenschaftlern, Politikern, Militär usw…

Das Buch lässt mich bei der Beurteilung etwas unentschlossen zurück. Oder sollte ich besser sagen: zweigeteilt. Die Abschnitte, in denen es um die Beschreibung der Situation, die wissenschaftlichen Erklärungen usw. geht, die sind richtig gut und realistisch nachvollziehbar. Und zeigen die entsprechend zu erwartenden Probleme auf (die ja schon eintreten, wenn es nur mal 3 Tage richtig schneit). Die Fakten waren für mich sehr gut und informativ. Die Teile z. B. in der Mine waren mir dann doch etwas zu abenteuerlich und vor allem zu viel Klischee (der böse Chinese, die guten Europäer mit ein paar afrikanischen Helfern). Es wurde auch sehr viel Bezug auf aktuelle Situationen genommen. Das war mir manchmal zu viel (ich brauche z. B. Oliver Pocher echt nicht noch in einem Buch, auch wenn nur kurz erwähnt) und zu dick aufgetragen. Alles in allem kann ich das Buch weder empfehlen noch jemandem vom Lesen abraten.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Solider Krimi

Grenzfall – In den Tiefen der Schuld
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Chefinspektor Krammers Kollegin Roza Szabo ist spurlos verschwunden. In ihrer Wohnung wird eine Leiche gefunden. Kurz zuvor gab es zwei Anschläge auf Roza. Doch es ist nicht klar, ob Roza Opfer oder vielleicht ...

Chefinspektor Krammers Kollegin Roza Szabo ist spurlos verschwunden. In ihrer Wohnung wird eine Leiche gefunden. Kurz zuvor gab es zwei Anschläge auf Roza. Doch es ist nicht klar, ob Roza Opfer oder vielleicht doch Täter ist. Krammer bitte die Kollegen auf der deutschen Seite um Hilfe. Doch auch sie bekommen Probleme …

Das Buch ist der 4. Teil der Reihe und ein sehr solider Krimi mit genügend Spannung. Ich kenne die Vorgängerteile nicht (noch nicht, wird nachgeholt), so dass mir einige Feinheiten der Handlung nicht ganz klar waren. Allerdings war das nichts wesentliches, der eigentliche Fall war verständlich und nachvollziehbar. Schnörkellos beschrieben, hat man zwar durch die Rückblenden eine Ahnung, um was es gehen könnte. Aber insgesamt gibt es genug offene Fragen, die im Laufe des Buches beantwortet werden. Daher von mir eine Leseempfehlung.

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