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Veröffentlicht am 23.04.2025

Starke Männer?

Die Herzen der Männer
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Nelson ist 13, als er mit seinem Vater in ein Pfadfinderlager fährt. Er ist der absolute Außenseiter, denn er ist eine Art Streber, der alles immer und ständig richtig machen will. Er wird gemobbt und ...

Nelson ist 13, als er mit seinem Vater in ein Pfadfinderlager fährt. Er ist der absolute Außenseiter, denn er ist eine Art Streber, der alles immer und ständig richtig machen will. Er wird gemobbt und geschnitten. Sein Vater steht ihm nicht wirklich bei. Einziger Lichtblick ist der ein paar Jahre ältere Jonathan, der eine Art Freundschaft mit ihm eingeht. So richtig erfährt man den Grund nicht. Aber sie ist mit ein Anlass, warum Nelson sein Leben ändert. Nachdem der Vater die Familie verlässt, erhält Nelson die Möglichkeit, eine militärische Schule zu besuchen und diese Karriere einzuschlagen.
Jahre später ist es Jonathan, der seinem Sohn Trevor bei der Fahrt in das gleiche Pfadfinderlager mitteilt, dass er ebenfalls die Familie verlassen wird. Auch Trevor geht später zur Armee.
Leider stirbt er, bevor sein Sohn Thomas geboren wird. Dieser besucht das gleiche Pfadfinderlager widerwillig mit seiner Mutter Rachel. Dort ist inzwischen Nelson der Lagerleiter.

Das Pfadfinderlager zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch und verknüpft die Geschichten der Männer und Jungen miteinander. Obwohl es eigentlich für die guten Seiten, wie Freundschaft, Kameradschaft und Hilfe steht, gibt es auch immer wieder das genaue Gegenteil in allen Zeiten. Aus der Sicht eines Mannes, wunderbar be- und geschrieben, erzählt das Buch über wahre Werte und die Möglichkeit, sein Leben zu ändern. Gleichzeitig aber auch über immer wiederkehrende Geschehnisse. Und so bin ich mir ziemlich sicher, dass eigentlich gar nicht die Stärken der Männer beschrieben werden. Es sind hier die Frauen, die zwar oft nur am Rande erwähnt werden, die aber immer die Familie am Ende durchbringen und vor allem den Sohn erziehen mussten. Der Autor schreibt schonungslos. Aber auch mit sehr viel Respekt und Liebe. Ein tolles Buch.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Starker Beginn

Schlüssel 17 (Tom-Babylon-Serie 1)
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Die Pfarrerin des Berliner Doms hängt gefoltert und ermordet in der Kuppel. Mit dabei ist ein Schlüssel mit der Zahl 17. Tom Babylon vom LKA will unbedingt ermitteln, denn seine vor vielen Jahren als Kind ...

Die Pfarrerin des Berliner Doms hängt gefoltert und ermordet in der Kuppel. Mit dabei ist ein Schlüssel mit der Zahl 17. Tom Babylon vom LKA will unbedingt ermitteln, denn seine vor vielen Jahren als Kind verschwundene Schwester hatte ebenfalls so einen Schlüssel. Doch es wird schwierig. Ein unbeliebter Kollege wird Chefermittler, eine Psychologin zu Toms „Aufpasserin“, die eigene Vergangenheit hat starken Einfluss und die Pfarrerin bleibt nicht die einzige Tote …

Achtung: damit ich meine Beurteilung erklären kann, muss ich ein wenig spoilern. Allerdings betrifft das nicht den direkten Fall und die Aufklärung dazu.
„Schlüssel 17“ ist der starke Beginn einer Reihe um den Ermittler Tom Babylon. Kurze Kapitel in direkter knapper Sprache verleiten zum Festlesen. Der Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit sorgt zwischen den eigentlichen Ermittlungen und verschiedenen Verdächtigen für starke Spannung. Die Ermittler haben Ecken und Kanten, manchmal fast zu viele.
Die volle Punktzahl gibt es aber von mir nicht, weil mich einige Details an dem Buch störten. Zum einen die als Kind verschwundene Schwester, die quasi trotzdem in der Gegenwart als Erwachsene bei den Ermittlungen „dabei“ ist und „mitredet“. Das war mir dann doch zu viel – bei allem Verständnis, dass Tom seine Schwester noch sucht.
Zum anderen waren für mich einige kleinere Sachen nicht schlüssig: Tom sucht verzweifelt nach dem Autoschlüssel, findet ihn nicht, statt dessen ein Papier mit mysteriösem Pulver bei seiner Freundin, sitzt aber wenige Zeilen später im Auto. Wo der Schlüssel aufgetaucht ist, wird nicht erwähnt – aber er wird plötzlich im Zündschloss gedreht.
Oder Toms Freundin feiert alkohollastig mit einer Freundin und präsentiert ihm wenige Tage später ein Ultraschallbild. Bei der Vorgeschichte für mich nicht glaubwürdig.
Doch das sind eher Randerscheinungen, der eigentliche Fall ist sehr spannend und für eine Fortsetzung gibt es schon einige Handlungsstränge im Buch. Für mich eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Heftig

Dann schlaf auch du
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Das Buch beginnt mit dem Ende: dem Tod von 2 kleinen Kindern, ermordet durch das eigene Kindermädchen. Das ist schon sehr heftig. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte der Familie erzählt, wie und warum ...

Das Buch beginnt mit dem Ende: dem Tod von 2 kleinen Kindern, ermordet durch das eigene Kindermädchen. Das ist schon sehr heftig. Im weiteren Verlauf wird die Geschichte der Familie erzählt, wie und warum das Kindermädchen in die Familie kam. Und dann auch immer wieder über das eigene Leben des Kindermädchens.
Der Autorin ist ein ganz starkes Buch gelungen. Obwohl man das Ende kennt, ist durchweg die ganze Zeit eine hohe Spannung vorhanden. Sie verhält sich völlig neutral. Macht keine Schuldzuweisungen an die Eltern, dass sie hätten weniger arbeiten sollen und kein Kindermädchen engagieren. Oder dass sie dem Kindermädchen mehr Schranken gestellt hätten. Und am Ende gelingt es sogar, dass man mit der Täterin Mitleid bekommt, auch wenn die Tat unfassbar bleibt.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Nicht schlecht

The Woman in Cabin 10
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Laura, genannt Lo, ist Journalistin und soll in Vertretung ihrer Chefin die Jungfernfahrt einer Luxusyacht mitmachen und darüber berichten. Kurz zuvor wird in ihre Wohnung eingebrochen und sie verletzt. ...

Laura, genannt Lo, ist Journalistin und soll in Vertretung ihrer Chefin die Jungfernfahrt einer Luxusyacht mitmachen und darüber berichten. Kurz zuvor wird in ihre Wohnung eingebrochen und sie verletzt. So kommt ihr die Fahrt gerade recht. Der erste Abend an Bord ist sehr alkohollastig und in der Nacht bemerkt sie, dass eine Frau über Bord gegangen ist. Doch niemand glaubt ihr. Die Nachbarkabine ist leer, niemand wird vermisst ..

Das Buch ist nicht schlecht. Auch wenn mir Lo nicht sehr sympathisch war. Viel zu viel Alkohol, viel zu wenig echte Arbeit. Aber die Geschichte erinnert anfangs an Agatha Christie. Abgeschlossener Raum, übersichtliche Personenzahl als mögliche Täter. Doch dann kommt alles ganz anders und die Spannung läuft auf zwei Ebenen. Zum einem dem Geschehen auf dem Schiff selbst, zum anderen in der Handlung an Land. Leider ist der Mittelteil ein wenig zu langatmig und hat sich für mich etwas zu lang gezogen. Doch da das Ende noch einige Überraschungen birgt, ziehe ich nicht viele Punkte ab.

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Veröffentlicht am 23.04.2025

Stark

Echo der Toten. Ein Fall für Friederike Matthée (Friederike Matthée ermittelt 1)
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1947, der Hungerwinter nach Kriegsende. In der Eifel wird ein Mann ermordet, in einer Scheune zusammengeschlagen. Er war ein Schwarzmarkthändler. Die Tat wird von einem kleinen Jungen beobachtet, der daraufhin ...

1947, der Hungerwinter nach Kriegsende. In der Eifel wird ein Mann ermordet, in einer Scheune zusammengeschlagen. Er war ein Schwarzmarkthändler. Die Tat wird von einem kleinen Jungen beobachtet, der daraufhin verstummt. Um ihn zum Reden zu bringen, verlangt die britische Militärpolizei Unterstützung der deutschen Weibliche Polizei an und so ermittelt Friederike Matthée zusammen mit Richard Davies. Doch bald geraten sie selbst in Lebensgefahr...

Das Buch ist ganz stark. Eines der besten überhaupt, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Der Autorin gelingt es sehr gut, verpackt in einen Kriminalfall, die damalige schwere Zeit aufleben zu lassen. Der Hunger in der deutschen Bevölkerung, die Kriegsschäden, die Verluste auf allen Seiten, die Schwierigkeiten der Menschen, zu überleben und langsam überhaupt in so etwas wie eine Normalität zurückzufinden. Dabei versucht sie, die beteiligten Personen nicht statisch und stereotyp zu zeichnen, sondern vielschichtig in Leid, Schuld, Vergeben und Neuanfang. Die beiden Hauptpersonen sind sympathisch, aber es entsteht keine kitschige Liebesgeschichte. Da auf dem Klappentext steht: der erste Fall für Friederike, dürfte es also eine Fortsetzung geben. Ich hoffe, sie kommt bald in der gleichen Qualität. Und ein bisschen hoffe ich auch, dass Richard darin ebenfalls eine Rolle spielen wird. Auf jeden Fall von mir eine unbedingte Leseempfehlung und die absolute Höchstpunktzahl.

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