Absolut lesenswert
Die BriefträgerinAnna kommt mit ihrem Mann Carlo 1934 zurück in den Heimatort von Carlo nach Apulien. Anna selbst stammt aus dem Norden Italiens und ist für lange Zeit - eigentlich für immer – in der neuen Heimat die Fremde. ...
Anna kommt mit ihrem Mann Carlo 1934 zurück in den Heimatort von Carlo nach Apulien. Anna selbst stammt aus dem Norden Italiens und ist für lange Zeit - eigentlich für immer – in der neuen Heimat die Fremde. Trotz ihrer freundlichen Art wird sie nur schwer anerkannt. Ihre Entscheidung, als Briefträgerin arbeiten zu wollen, weil sie keine Stelle als Lehrerin findet, wird von vielen belächelt und zum Teil „verteufelt“. Carlo steht allerdings immer zu ihr und nach und nach findet sie Freunde und zumindest zum Teil auch Anerkennung.
Das Buch ist absolut lesenswert. Zum einen erzählt es die Geschichte einer wahnsinnig interessanten Frau in einer Zeit, als es das Wort Feminismus noch gar nicht gab. Trotzdem lebt sie es und trifft viele Entscheidungen, die ungewöhnlich und in der Zeit auch mutig sind. Zum anderen wird aber auch eine Familiengeschichte über rund 30 Jahre erzählt und auch eine Geschichte über das südliche Italien der damaligen Zeit. Es werden viele Themen angerissen und man will einfach nur weiterlesen. Der Stil der Autorin ist geradlinig, aber mit viel Empathie. Die Geschichte versetzt den Leser gleichzeitig in eine andere Welt, aber ebenfalls in Probleme, die es noch heute gibt. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung