Unerwartet
Andere nennen es UrlaubNetti hat es nicht einfach. Vor ein paar Monaten ist ihre Mutter gestorben und ihr fast 80-jähriger Vater Bruno kommt damit überhaupt nicht zurecht. Auch mit dem Alltag nicht, denn die Mutter hat alle ...
Netti hat es nicht einfach. Vor ein paar Monaten ist ihre Mutter gestorben und ihr fast 80-jähriger Vater Bruno kommt damit überhaupt nicht zurecht. Auch mit dem Alltag nicht, denn die Mutter hat alle sehr verwöhnt. Von ihrer Schwester erhält sie relativ wenig Unterstützung. Also beschließt Netti, dass sie dringend Urlaub braucht. Und durch einen Zufall bekommt sie eine Mitfahrgelegenheit nach Italien nach Triest. Doch statt ihres Sohnes muss sie ihrem Vater mitnehmen und das bringt ganz schön Chaos in die Reise
Nach dem Cover und dem Klappentext hatte ich etwas anderes erwartet. Ein Buch, dass eher lustig ist und irgendwie kuriose Urlaubserlebnisse aufzählt. Es gab auch ein paar wirkliche Szenen, die ich mir als Verfilmung vorgestellt habe und wo ich herzlich lachen musste. Doch ehrlich gesagt war das Buch die meiste Zeit eher melancholisch. Das war für mich eine unerwartete, aber eigentlich freudige Überraschung. Zum einen war ich vor nicht allzu langer Zeit in einer ähnlichen Situation. Zum anderen hat es die Autorin geschafft, Familienprobleme so unterzubringen, dass keines der Familienmitglieder bemitleidenswert oder komisch dargestellt wird. Alle haben ihre Ecken und Kanten und alle ihre Probleme. Doch im Endeffekt schaffen sie es, vieles davon zu regeln. Und auch das hat mir gut gefallen: es gibt kein kitschiges Ende, aber sehr viel Hoffnung. Dafür gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung