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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sirius

Sirius
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Sirius ist ein kleiner Foxterrier und wird 1938 geboren. Er wächst im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron auf und heißt erst einmal Levi. Als die Rassengesetze der Nazis immer schärfer werden, bekommt ...

Sirius ist ein kleiner Foxterrier und wird 1938 geboren. Er wächst im Haushalt der jüdischen Familie Liliencron auf und heißt erst einmal Levi. Als die Rassengesetze der Nazis immer schärfer werden, bekommt er seinen neuen Namen: Sirius. Er ist ein kleine schlauer Hund, lernt viele Kunststücke und ist überall beliebt. In letzter Minute gelingt es der Familie, nach Amerika zu emigrieren und Sirius kommt mit. Sie landen in Hollywood. Dort wird sein Herrchen Fahrer und Sirius ein berühmter Schauspieler unter dem Namen Hercules. Später kommt er sogar zum Zirkus, durch eine Verwechslung zurück nach Deutschland. Umbenannt in Hansi lernt er sogar den „Führer“ kennen …



Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Das Cover erinnert an ein Kinderbuch, die Schreibweise an manchen Stellen auch. Oft kurze einfache Sätze, leicht verständlich. Dabei ist es eine eher irrwitzige Geschichte mit viel schwarzem Humor und oft mehr als nur doppeltem Boden. Es gibt viele Anspielungen auf berühmte Leute dieser Zeit, auf Filme oder Handlungen. Sirius ist dabei die sympathische Hauptfigur und erlebt nahezu unmögliches. Ein ernstes Thema komisch verpackt – eine nette Idee. Trotzdem bleibt einem der Humor oft im Hals stecken.

Insgesamt hat mich das Buch aber nicht restlos überzeugt. Vielleicht war es einfach nicht meine Art von Humor, vielfach fand ich die Sachen einfach auch überzogen (Sirius „spricht“ mittels Klavier mit den Menschen).

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Himmelfahrt

Himmelfahrt
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Landshut versinkt im Hochwasser und überall herrscht Ausnahmezustand. Auch bei der Polizei, die im Dauereinsatz ist. Die Kommissare Peter und Flora helfen ihrem Freund beim Ausräumen des überschwemmten ...

Landshut versinkt im Hochwasser und überall herrscht Ausnahmezustand. Auch bei der Polizei, die im Dauereinsatz ist. Die Kommissare Peter und Flora helfen ihrem Freund beim Ausräumen des überschwemmten Kellers. Ansonsten gehen sie sich mehr oder weniger aus dem Weg oder streiten sich. Denn Flora ist bei Peter ausgezogen und hat ihre private Beziehung beendet. Ihr neuer Freund Vic passt Peter gar nicht. Dann wird eine Leiche gefunden. Die eines bekannten Landshuter Bauunternehmers – in einem Bordell. Der Polizeichef übergibt Flora die Aufklärung des Falls und verdonnert Peter zum Innendienst, was diesem natürlich überhaupt nicht passt. Und so macht er sich bald ziemlich eigenmächtig an die Lösung des Falles. Umso mehr, als eine Leiche nach der anderen auftaucht …
Der 2. Fall der Kommissare Peter und Flora ist auch einzeln lesbar und knüpft nur indirekt an das 1. Buch an. Die Ausnahmesituation von Landshut im Hochwasser wird sehr gut eingearbeitet. Wer selbst einmal diese Situation erlebt hat, kann das nur bestätigen. Da ist einiges anders als normal – und nicht nur das Wasser im Keller. Allerdings hat mich hier gestört, das Peter wirklich sehr im Alleingang arbeitet, was ich mir auch während eines Hochwassers so nicht vorstellen kann. Er landet für meinen Geschmack zu oft im Wasser.
Gut gelungen dagegen sind viele Dialoge, die ich oft – gewollt oder ungewollt – recht witzig fand. Die Spannung ist im ganzen Buch nicht allzu hoch, allerdings ist es auch keinesfalls langweilig. Zum Ende hin nimmt das Ganze einiges an Fahrt auf und die Lösung des Falls ist zwar nur teilweise überraschend, aber ganz gut gelungen.
Insgesamt ist das Buch wieder ein solider Krimi mit gutem Unterhaltungswert

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Männer wie Männer, Frauen wie Frauen

Männer wie Männer, Frauen wie Frauen
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Finnland, ein kleines Dorf im irgendwo. Eine Bauernfamilie – die Eltern und 2 Töchter. Leena, die ältere, ist gerade 18 und noch mitten drin zwischen Kind und Frau. Sie lernt einen 36-jährigen Straßenarbeiter ...

Finnland, ein kleines Dorf im irgendwo. Eine Bauernfamilie – die Eltern und 2 Töchter. Leena, die ältere, ist gerade 18 und noch mitten drin zwischen Kind und Frau. Sie lernt einen 36-jährigen Straßenarbeiter kennen. Direkt verliebt ist sie nicht, aber es reizt sie auch irgendwie, mit ihm zusammen zu sein. Schon bald wird sie schwanger. In den 1950er Jahren natürlich eine Katastrophe. Während die Mutter noch einigermaßen vernünftig reagiert, dreht der Vater regelrecht durch. Der Mann allerdings bietet Leena immer wieder an, sich scheiden zu lassen. Leena allerdings sucht sie erst einmal eine Stellung in der Stadt …
Das Buch ist nicht sehr dick, nur knapp 270 Seiten. Beschrieben wird eigentlich eine alltägliche Geschichte. Eine junge Frau entdeckt die Männer und wird ziemlich schnell schwanger und versucht, ihr Leben allein in den Griff zu bekommen. Tausendfach schon so gelesen oder gesehen und so hat das Buch keine besonderen Höhepunkte. Das Leben in der Familie wird ausführlich beschrieben. Die Familienmitglieder werden vorgestellt, die Schwester sogar mit Namen. Alle anderen Personen im Buch haben nämlich keine Namen, nicht einmal der Kindsvater. Es heißt immer nur „der Mann“, „der Sohn“, „die Alte“ usw. So wird eine Distanz um Leena aufgebaut und auch mit ihr wurde ich nicht so richtig „warm“. Trotzdem war das Buch gut lesbar, ich habe es in einem Rutsch gelesen und mich nicht gelangweilt. Es ist ein eher ruhiges Buch. Wer einfache Geschichten – gut geschrieben – mag, dem wird dieses Buch gefallen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Vergessen

Vergessen
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Kommissarin Verena Irlenbusch hat Probleme. Privat wie dienstlich. Privat muss sie sich sehr um ihre Großmutter kümmern, die immer mehr an Demenz leidet und für die sie viel zu wenig Zeit hat. Sie versucht, ...

Kommissarin Verena Irlenbusch hat Probleme. Privat wie dienstlich. Privat muss sie sich sehr um ihre Großmutter kümmern, die immer mehr an Demenz leidet und für die sie viel zu wenig Zeit hat. Sie versucht, sich diese zu nehmen. Dies geht aber zu Lasten ihrer dienstlichen Verpflichtungen. So kommt es, dass ihre engste Mitarbeiterin verunglückt und mit Verdacht auf Querschnittslähmung im Krankenhaus landet. Der „Ersatz“ Christoph Todt hat selbst eine Menge Probleme am Hals und ist Verena gegenüber sehr arrogant, unnahbar und nicht hilfreich. Dabei haben sie mehrere Morde und eine Kindesentführung aufzuklären ..

„Vergessen“ ist ein sehr solider Krimi. Der Täter begeht mehrere Morde, die Kriminalisten stochern erst im Dunkel und klären so nach und nach alles auf. Das Buch ist gut und flüssig lesbar. Für mich persönlich fehlte etwas die Spannung bei den Ermittlungen. Einige „Erkenntnisse“ kamen mir ein wenig zu spontan und ich konnte nicht immer begreifen wieso. Auch hatte man nach etwa der Hälfte des Buches schon eine Ahnung, wer in die Taten verwickelt war – auch wenn es am Ende noch eine Überraschung bei der Auflösung gab. Der Reiz des Buches hat für mich einesteils der „Kampf“ zwischen den beiden Ermittlern ausgemacht und die behutsame und gut beschriebene Annäherung. Nur die Träume von Christoph waren mir manchmal etwas zu ausführlich. Gut gefallen hat mir ebenfalls die Beschreibung des Fortschreitens der Demenz bei der Oma und die damit zusammenhängenden Probleme und Gefühle. Das Motiv des Täters überzeugte mich anfangs nicht so ganz – bis ich die Erklärung im Nachwort gelesen habe. Doch zusammengefasst gesagt, würde ich das Buch jederzeit weiterempfehlen und auch gern eine Fortsetzung lesen.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Der Tag, an dem ich fliegen lernte

Der Tag, an dem ich fliegen lernte
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Luisa hat einen deutschen Vater und eine brasilianische Mutter. Kurz nach der Geburt wird sie von ihrer eigenen Mutter aus dem Fenster des Krankenhauses geworfen. Zufällig rettet sie der Engländer Fergus. ...

Luisa hat einen deutschen Vater und eine brasilianische Mutter. Kurz nach der Geburt wird sie von ihrer eigenen Mutter aus dem Fenster des Krankenhauses geworfen. Zufällig rettet sie der Engländer Fergus. Ihre Mutter verschwindet darauf und Luise wächst in der WG ihres Vaters Paul auf – zusammen mit ihrem Paten Fergus, mit Max und Ingrid. Ihre Mutter kommt gar nicht vor, nicht mal ihr Name darf erwähnt werden. Trotzdem hat sie mit der WG, Pauls Freundinnen und vor allem ihren Großeltern eine schöne Kindheit. Als sie 7 ist, fällt die WG aus verschiedenen Gründen auseinander und Luisa und Paul beschließen, nach Brasilien zu fahren und Aza zu suchen.

Das Buch ist dreigeteilt. Anfangs wird aus der Ich-Perspektive von Luisa ihre Geburt und ihr Aufwachsen in der WG erzählt. Das ist teilweise – auch unfreiwillig – komisch, wenn ein ein Tage altes Baby „berichtet“. Und obwohl aus Sicht des Kindes geschrieben, ist der Text weder kindlich noch naiv. Der 2. Teil handelt von Auswanderern, und zwar Azas und Luisas Vorfahren, die vor gut 100 Jahren von Deutschland nach Brasilien gezogen sind und teilweise wenigstens auf Besuch zurückgekommen sind. Der Schluss wiederum handelt von der Suche nach Luisas Mutter in Brasilien.
Mir fällt eine Beurteilung des Buches insgesamt schwer. Es war gut und flüssig lesbar und nicht langweilig. Aber ich hatte keine Sekunde das Gefühl, ich MUSS jetzt weiterlesen. Ich konnte auf jeder Seite aufhören und wieder einsteigen, aber es gab keinen Drang danach. Für mich die einzige Spannung im Buch war eigentlich nur, warum Aza ihr Kind aus dem Fenster geworfen hat bzw. ob es dazu eine Erklärung gibt. Ansonsten war es eine nette Familiengeschichte, die irgendwie so dahin plätscherte. Wenn ich das Buch mit einem Wort beschreiben müsste, wäre das „nett“. Meine Empfehlung: Man kann es lesen, aber wenn man es nicht tut, hat man für mein Dafürhalten nicht wirklich viel versäumt.

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