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Veröffentlicht am 18.10.2024

Rauhnacht

Rauhnacht
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Kommisar Kluftinger erhält eine Einladung in ein nobles Berghotel. Er hat der Besitzerin im vorherigen Fall das Leben gerettet und aus Dank erhält er mit seiner Frau eine Einladung über Silvester – all ...

Kommisar Kluftinger erhält eine Einladung in ein nobles Berghotel. Er hat der Besitzerin im vorherigen Fall das Leben gerettet und aus Dank erhält er mit seiner Frau eine Einladung über Silvester – all inklusive. Das Ehepaar Langhammer begleitet sie, worüber Kluftinger nicht wirklich glücklich ist. Dabei ist es nicht einfach nur ein schöner Urlaub, sondern alles wird noch aufgewertet durch ein Kriminalspiel. Kluftinger ist selbstverständlich auch hier ein berühmter Detektiv, nämlich Hercule Poirot. Doch was wie ein schönes Silvester aussieht, entpuppt sich schon am 1. Abend als sehr ernst, als ein weiterer Gast tot aufgefunden wird. Kluftiger hat seine Zweifel an einem natürlichen Tod und beginnt zu ermitteln. Leider ist er da nur auf Dr. Langhammer angewiesen, denn aufgrund eines Schneesturms sind alle im Hotel eingeschlossen…



Natürlich hat man beim Lesen sofort Erinnerungen an berühmte andere Detektivromane, allen voran Agatha Christies. Das ist sicher auch so gewollt. Trotzdem ist es nicht etwa ein einfacher „Abklatsch“. Statt dessen eher ein großer Spaß. Denn nicht nur die vielen Marotten von Kluftiger (wie das Einstecken diverser Hotelkleinigkeiten oder das Benutzen des Frühstücksbüfetts) sind öfter zum Schmunzeln, auch die von Dr. Langhammer und vor allem der Schlagabtausch zwischen beiden. Da wird die Tätersuche fast zur Nebensache. Obwohl sie sich hier große Mühe geben. Diverse Seitenhiebe auf die moderne Technik eingeschlossen. Auch wenn vielleicht die ganz große Spannung fehlt, was mich nicht gestört hat. Das Ende kommt dann doch etwas überraschend, was den Täter angeht. Das Ende des Buches war dann für mich schon ein bißchen übertrieben … aber lassen wir Kluftinger auch hier seine Besonderheiten. Auf jeden Fall wieder absolut empfehlenswert.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Lämmerweid

Lämmerweid
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Der Journalist Robert Walcher findet am Rande einer Wiese eine Leiche. Der Mann hat die Machenschaften der Agrarindustrie recherchiert und wollte mit Walcher darüber sprechen. Nach seinem Tod verfolgt ...

Der Journalist Robert Walcher findet am Rande einer Wiese eine Leiche. Der Mann hat die Machenschaften der Agrarindustrie recherchiert und wollte mit Walcher darüber sprechen. Nach seinem Tod verfolgt Walcher die Spuren weiter und gerät selbst unter Mordverdacht. Noch dazu, als weitere Morde stattfinden – zuerst ein Almbiobauer, später auch Bekannte in Walchers Umfeld. Und die Täter kommen näher und näher …

Ich muss gestehen, dass ich mit dem Buch meine Schwierigkeiten hatte. Das Thema – Agrar- und Lebensmittelindustrie – ist unheimlich interessant und auch wenn man nicht alles in dem Buch glauben mag oder belegen kann, es ist sicher sehr viel Wahrheit dabei. Und genau das ist wohl auch das Problem. Im ersten Teil wird sehr viel theorisiert, um die Hintergründe zu beleuchten. Dadurch verliert der Krimi stark an Spannung. Im letzten Teil überschlagen sich dann quasi die Ereignisse und alles geht so schnell, dass man die Lösung auch nicht wirklich glauben mag. Während um Walcher herum einer nach dem anderen ermordet oder zumindest verletzt wird, kommt er nicht wirklich in Bedrängnis. Noch dazu seine Mitbewohnerin Mathilde, die Seherin ist und übersinnliche Kräfte hat. Das war mir dann doch einfach zu viel. Ich musste das Lesen mehrfach unterbrechen, habe zwischendurch ein komplett anderes Buch gelesen und kam trotzdem immer in Versuchung, „Lämmerweid“ ganz wegzulegen. Es traf einfach überhaupt nicht meinen Geschmack.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Sommer der Freiheit

Der Sommer der Freiheit
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Text auf dem Buchrücken: Selma, die Tochter eines angesehenen Zeitungsverlegers, fährt mit ihrer Familie wie jedes Jahr in die Sommerfrische nach Baden-Baden. Man genießt das elegante Ambiente, die Konzerte ...

Text auf dem Buchrücken: Selma, die Tochter eines angesehenen Zeitungsverlegers, fährt mit ihrer Familie wie jedes Jahr in die Sommerfrische nach Baden-Baden. Man genießt das elegante Ambiente, die Konzerte und Bälle. Selma hat gerade – zum Entsetzen der Mutter! – das Autofahren gelernt und wartet ungeduldig auf die Ankunft ihres Verlobten Gero. Da lernt sie bei einem Ausflug ins nahe gelegene Elsass den französischen Fotografen Robert kennen – und verliebt sich unsterblich in ihn. Doch wir schreiben das Jahr 1913, und bald wird der Geliebte zu den Feinden zählen …

Atmosphärisch, sinnlich, dramatisch – Heidi Rehn beschwört eine untergegangene Welt herauf.



Sorry, ich muss ein anderes Buch gelesen haben. Statt „atmosphärisch, sinnlich, dramatisch“ fand ich das erste Drittel des Buches so langweilig, dass ich mehrfach versucht war, das Buch ganz wegzulegen. Selma ist die verwöhnte Tochter aus höheren Kreisen. Unsterbliche Liebe zu Robert? Für mich Fehlanzeige. Statt dessen das Tändeln zwischen ihrem Verloben und später auch Ehemann und ihren Geliebten. Ist sie mit dem einem nicht glücklich, wechselt sie zu dem anderen. Aber bei keinem von beiden konnte ich richtige Liebe entdecken. Sie genießt das Leben und ihre (geheime) Freiheit und nutzt viele Leute stark aus. Erst als sie ein Kind erwartet, trifft sie überhaupt eine Entscheidung. Bis dahin war sie mir als Figur mehr als unsympathisch und das änderte sich im Laufe des Buches nicht wirklich. Ihre Entscheidungen kann ich kaum nachvollziehen. Sie erschien mir kalt und oft herzlos. Und als Hauptfigur eines so dicken Buches auch irgendwie „flach“.

Besser gefallen haben wir da einige eher Nebenfiguren, so an erster Stelle die lebenskluge Großmutter, ihr Bruder oder ihre Freundin Constanze. Diese waren nachvollziehbar und liebevoll beschrieben, zeigten Gefühle und wirkten menschlich. Dadurch wurde das Buch dann aber der Mitte ebenfalls lebendiger und besser zu lesen.

Insgesamt war es für mich aber eher eine Enttäuschung. Alles spielte sich zwar im Zeitraum des 1. Weltkrieges ab, aber irgendwie war dieser nur eine „Randerscheinung“. Die Hauptfiguren hatten nur Sorge, dass es keinen guten Kleiderstoff, keinen Champagner oder kein Mehr-Gänge-Menü mehr gab. Kein Benzin für Ausfahrten, keine Bälle, keine Vergnügungen mehr. Erholung in der Schweiz – was schert mich der Rest der Welt? Es gab sicher solche Personen, doch sie sind eine verschwindet kleine Minderheit. Diese als tragende Figuren für eine Zeit im Umbruch zu nehmen, erscheint mir wenig glaubhaft. Wenn Frauenbefreiung ist, dass Frauen sich jetzt offiziell Geliebte nehmen können, habe ich eine andere Auffassung davon. Hier wird das so wichtige Wahlrecht der Frauen am Rande erwähnt, wie fast alle wichtigen Sachen in dieser Zeit. Mir hat diese reine Reduzierung auf eine private (und teilweise sehr versnobte) Familie aus höheren Kreisen nicht gefallen. Da wäre viel mehr möglich gewesen. Schade.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Deutscher Meister

Deutscher Meister
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Johann (Heinrich Rukelie) Trollmann ist ein junger Boxer im Deutschland Anfang der 30er Jahre. Er kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet. Dabei sind seine Trainingsmethoden und sein ...

Johann (Heinrich Rukelie) Trollmann ist ein junger Boxer im Deutschland Anfang der 30er Jahre. Er kommt aus einfachen Verhältnissen und hat sich hochgearbeitet. Dabei sind seine Trainingsmethoden und sein Leben alles andere als das, was man heute mit einem Leistungssportler verbinden würde. Und er muss noch einen „Nachteil“ ausgleichen. Er und seine Familie gehören zu den Sinti und waren in Deutschland damit schon verpönt. Das wird noch schlimmer, als 1933 die Nazis an die Macht gekommen die Rassengesetze verabschieden. Inzwischen hat Trollmann einen professionellen Manager und auch Trainer. In mehreren Kämpfen wurde er um den Sieg betrogen. Jetzt hat Hitler den Boxsport sozusagen „geadelt“ und die Führung des Boxverbandes setzen als erstes radikal die Rassengesetze um und entfernen alle Juden aus dem Verband, bei den Trainern, Boxern, Boxställen und Managern. Damit fehlt aber auf einmal ein Herausforderer für den Kampf um den Deutschen Meister und Trollmann soll als Ersatz einspringen. Der Verband stellt sich ihn als Verlierer vor, doch Trollmann hat eigene Vorstellungen und trainiert hart…
Das Buch erzählt die Geschichte des Boxers Trollmann in einer kurzen Zeit und zwischen und über wenige Kämpfe. Ich bin kein Boxfan und wußte daher nicht, dass Trollmann eine reale Person war. Auch im Verlaufe des Buches hat sich mir dies nicht erschlossen. Trotzdem gefiel mir das Buch gut. Auch als Laie konnte ich dem Geschehen gut folgen, es wurde nicht wirkliches Fachwissen verlangt, die Beschreibung der Kämpfe war manchmal etwas zu lang für mich. Andererseits fand ich bewundernswert, wie man überhaupt einen Boxkampf über mehrere Runden beschreiben kann. Die schwierige Situation von Trollmann wurde gut beschrieben, auch die der anderen Boxer und der einfachen Leute und Boxfans. Nicht so gut gefallen hat mir der Stil, dass die beteiligten Personen fast ausschließlich mit dem Nachnamen benannt wurden und ganz wenige direkte Rede erfolgte bzw. es kaum Dialoge gab, sondern immer nur „über“ etwas berichtet wurde. Das schuf in meinen Augen eine ständige Distanz zu den Personen. Man kam auch Trollmann nicht „näher“. Das fand ich schade. Doch ansonsten ist es eine gut gelungene Zeitbeschreibung zu Beginn der Naziherrschaft aus dem Bereich des Sports.

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Veröffentlicht am 18.10.2024

Mystery Girl

Mystery Girl
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Samuel (Sam) Kornberg ist ein ziemlicher Loser. Er nennt sich Schriftsteller, doch seine 3 geschriebenen Bücher vergammeln im Schreibtisch. Ab und zu macht er einen Job, doch die letzten 5 Jahre hat er ...

Samuel (Sam) Kornberg ist ein ziemlicher Loser. Er nennt sich Schriftsteller, doch seine 3 geschriebenen Bücher vergammeln im Schreibtisch. Ab und zu macht er einen Job, doch die letzten 5 Jahre hat er mehr oder weniger von seiner Frau gelebt, die in der Modebranche arbeitet. Dann verlässt sie ihn und fordert als erstes, das er eine ordentliche Arbeit annehmen soll, sonst würde sie nicht zurückkommen. Er bemüht sich zumindest darum und landet bei Solar Lonsky. Er ist Privatdetektiv, verlässt aber niemals das Haus. Und so wird Sam sein Assistent. Er soll eine mysteriöse Frau beschatten, doch da geht so einiges schief …
Was sich wie eine Art lustiger Krimi anhört oder zumindest wie eine nette Geschichte, war für mich der größte Reinfall seit langer Zeit. Die ersten Seite fand ich den Stil noch ganz witzig, doch das nutzte sich sehr schnell ab. Danach quälte ich mich von Seite zu Seite und war regelmäßig in großer Versuchung, das Buch einfach in die Ecke zu schmeißen. Die Figuren sind durchweg fast alle irgendwie sehr schräg (um nicht das Wort durchgeknallt zu benutzen), die Geschichte ist unglaubwürdig und teilweise auch gähnend langweilig. Dazu kommen noch die seitenlangen Ausführungen zur Freudschen Psychologie und zu allen möglichen (vor allem älteren) Filmen und immer wieder auch viel Pornografie. Möglich, dass ich das Buch einfach nicht verstanden habe, denn in Psychologie habe ich nur Grundwissen und bei den genannten Filmen kenne ich mich kaum aus. Wenn das allerdings die Vorbedingung ist, um das Buch zu verstehen, wird es nicht viele verständige Leser finden. Für mich war es eine einzige Enttäuschung und selbst der eine Punkt dafür ist noch zu viel.

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