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Veröffentlicht am 09.03.2026

Die Erfindung der Halloren-Kugeln

Salz und Schokolade (Die Halloren-Saga 1)
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Halle an der Saale 1950. Die Schokoladenfabrik der Familie Mendel hat es sehr schwer. Noch ist sie nicht enteignet, hat aber kaum Material, um zu produzieren. Der Vater und Tochter Irene lassen sich alles ...

Halle an der Saale 1950. Die Schokoladenfabrik der Familie Mendel hat es sehr schwer. Noch ist sie nicht enteignet, hat aber kaum Material, um zu produzieren. Der Vater und Tochter Irene lassen sich alles mögliche einfallen, doch je länger dies dauert, desto größeren Repressalien sind sie von Seiten der neuen Machthaber in der DDR ausgesetzt. Irene soll einen Arzt heiraten, der aus einer reichen Familie stammt, um damit die Firma finanziell zu retten. Doch sie liebt Paul, der in der Saline arbeitet.

Das Buch lässt mich etwas zwiegespalten zurück. Die damaligen Umstände in Halle sind gut geschildert und die Traditionen der Halloren und der Schokoladenfabrik gut beschrieben. Auch was die Enteignung angeht, waren es damals schwierige Zeiten. Vieles hat sich geändert und die Menschen waren oft noch nicht so weit. Allerdings kenne ich aus meiner eigenen Familie nicht, dass man ohne Parteibuch so extrem drangsaliert wurde. Hier wurde vieles in dem Buch etwas stark verdichtet. Auch mit dem Ende bin ich nicht ganz glücklich. Damit meine ich nicht die Erfindung der Halloren-Kugeln, die in der DDR wohl jeder kannte und schätzte. Ich meine damit das doch irgendwie etwas abrupte Ende des Buches. Alles in allem war es gut lesbar, hinterlässt bei mir aber keinen sehr bleibenden Eindruck.

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Veröffentlicht am 06.03.2026

Realistisch

Die Langohrbande
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Ella verbringt mit ihren drei Freundinnen die Sommerferien auf einem Gnadenhof für Tiere. Der Birkenhof hat viele verschiedene Bewohner und bekommt vor allem alte, verletzte oder kranke Tiere. Der Hof ...

Ella verbringt mit ihren drei Freundinnen die Sommerferien auf einem Gnadenhof für Tiere. Der Birkenhof hat viele verschiedene Bewohner und bekommt vor allem alte, verletzte oder kranke Tiere. Der Hof kommt mit Mühe und Not über die Runden, als das ganze Geld gestohlen wird. Ella und ihre Freundinnen versuchen, den Fall aufzuklären.

Ich fand das Buch, gerade in Beziehung auf den Tierhof, extrem realistisch. Es wird beschrieben, wie die Tiere leben müssen, und zwar auf dem Hof, aber auch z. B. auf einer Geflügelfarm. Es werden Krankheiten angesprochen und auch der Tod. Es ist keine heile Welt und das hat mir gut gefallen. Gleichzeitig wird aber auch Mut gemacht, indem Tiere wieder gesund gepflegt werden oder Menschen eine Beziehung zu ihnen aufbauen, die Tiere werden zutraulicher und fassen wieder Vertrauen. Ebenfalls gut gefallen hat mir, dass auf dem Hof der Mann für die Küche zuständig ist.

Leider gibt es von meiner Seite allerdings auch kritische Anmerkungen: Die Zeichnungen haben mir insgesamt gut gefallen, allerdings standen sie manchmal im Gegensatz zum Text. Beispiel: Es wird beschrieben, dass eine eher scheue Katze plötzlich auf einem Esel sitzt. Auf dem Bild sieht man dann aber auch noch ein Huhn dazu, was so nicht geschrieben wird. Oder mehrere Katzen sitzen bei einem der Mädchen und beschrieben wird, dass die sehr weiße Katze sich so hingelegt hat, dass man den Bauch kraulen kann. Auf dem Bild ist es aber genau die dunkelste Katze, die das macht. Außerdem fand ich die Auflösung des Falls, was den Täter angeht, nicht stimmig. Genau die Person, die das Geld genommen hat, hätte am meisten Möglichkeiten gehabt, es anderweitig zu bekommen. Zumal sie es dann plötzlich ganz schnell in Raten zurückgeben kann.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Buch trotz der Anmerkungen immer noch gut lesbar ist.

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Veröffentlicht am 03.03.2026

Enttäuscht

Gift
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In Island werden Tote aufgefunden, deren Drogen vergiftet waren. Zuerst ein verunglückter Lkw-Fahrer, dann in einem Raumschiff in einem Filmset ein Sanitäter, der der Freund von Chefkommissar Ellidi ist, ...

In Island werden Tote aufgefunden, deren Drogen vergiftet waren. Zuerst ein verunglückter Lkw-Fahrer, dann in einem Raumschiff in einem Filmset ein Sanitäter, der der Freund von Chefkommissar Ellidi ist, und zum Schluss ein kleines Mädchen. Weil der Chef involviert ist, bekommen Dora und Rado den Fall. Die Ermittlungen werden gefährlich.

Gift ist der zweite Teil der Reihe um die beiden Ermittler. Der erste Teil hat mich überzeugt und hat mir gut gefallen, doch dieser hat mich sehr enttäuscht. Die handelnden Personen waren sehr speziell – für mich extremer als in Teil 1. Dora ist schmerzmittelabhängig (und niemand hat es gemerkt?), Ellidi ist Alkoholiker (und niemand hat es gemerkt?) und Rado hat einen schwerkriminellen Bruder, für den kann er zwar nichts, unternimmt aber auch nichts dagegen. Gefühlt (und in dem Buch so beschrieben) scheinen aller Isländer mehr oder weniger drogenabhängig zu sein. Kriminelle Banden beherrschen das Land und die Polizei übt eine Art Selbstjustiz aus, indem sie ohne Legitimation in Wohnungen einbricht, Leute verprügelt und bedroht und nichts passiert. Alles zusammen erscheint mir relativ wenig glaubwürdig und der Fall selbst ist für mich auch nicht sehr spannend. So kommt das Buch für mich maximal an ein Mittelmaß heran und ich glaube auch nicht, dass ich eine Fortsetzung lesen möchte.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Überzeugt

Wasserfasten
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Der Autor Prof. Dr. Schwarz ist Arzt an der Uniklinik Dresden und dort speziell in der Abteilung Prävention sowie Präsident des internationalen Diabetes-Verbandes. Er ist damit ein absoluter Spezialist ...

Der Autor Prof. Dr. Schwarz ist Arzt an der Uniklinik Dresden und dort speziell in der Abteilung Prävention sowie Präsident des internationalen Diabetes-Verbandes. Er ist damit ein absoluter Spezialist auf diesem Gebiet. In dem Buch stellt er das Wasserfasten vor. Und das sehr überzeugend.

Das Buch ist in mehrere Teile gegliedert. Am Anfang geht es um Fasten allgemein und natürlich besonders um das Wasserfasten und dazu neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Diese sind auch für einen Laien so aufbereitet, dass er problemlos dem Thema folgen kann und ohne große Vorkenntnisse oder medizinisches Fachwissen den Inhalt leicht versteht. Dazu ist es sehr populär geschrieben und liest sich wunderbar flüssig.

Im Teil 2 geht es um das Fasten an sich, natürlich hier auch wieder speziell um das Wasserfasten, es gibt Vorbereitungen und Nachbereitung und einen genauen Tagesfahrplan, wie das alles abläuft.

Das Buch endet mit einem Teil, wie man nach dem Fasten weitermachen sollte. Das alles ist gut strukturiert und wichtige Sachen werden in den Kapiteln noch einmal kurz zusammengefasst.

Wer sich schon mit dem Fasten beschäftigt hat bzw. - so wie ich - schon selbst einmal oder mehrmals gefastet hat, wird in dem Mittelteil nicht so viel Neues erfahren. Denn z. B. das Buchinger-Fasten ist gar nicht so weit entfernt von dem Wasserfasten. Trotzdem bieten auch diese Kapitel durch ihre konkreten Tagesabläufe bzw. Zusammenfassungen nochmals eine gute Übersicht auch für erfahrene Faster. Für diese sind wahrscheinlich die Teile 1 und 3 noch wesentlicher. Für Laien oder Erstfaster ist sicherlich der Mittelteil mit ganz konkreten Erklärungen auch über mögliche Probleme oder ernsthafte Schwierigkeiten der wichtigere Teil.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich für das Buch absolut eine Leseempfehlung ausspreche, weil es neben wichtigen Erkenntnissen und Tipps vor allem in einer Art geschrieben wurde, dass man zu dem Autor Vertrauen fasst und vor allem, dass man motiviert wird, es selbst auszuprobieren. Und ein weiterer wesentlicher Vorteil ist, dass der Autor klar erwähnt, dass er nicht vorhat, irgendwelche teuren Mittel oder Anwendungen zu verkaufen, sondern dass es in erster Linie um Gesundheit geht. Das kann man nur unterstützen.

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Veröffentlicht am 02.03.2026

Interessant

Sonny Boy
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Die Lebensgeschichte des Schauspielers und Menschen Al Pacino ist interessant. Ich habe nur wenige seiner Filme gesehen. Als er auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, war ich einfach zu jung, als dass ...

Die Lebensgeschichte des Schauspielers und Menschen Al Pacino ist interessant. Ich habe nur wenige seiner Filme gesehen. Als er auf dem Höhepunkt seiner Karriere war, war ich einfach zu jung, als dass mich diese Filme interessiert hätten. Trotzdem war für mich das Lesen des Buches nicht langweilig.

Pacino ist ein sehr spezieller Mensch und Schauspieler und wie er sein Leben beschreibt, hebt ihn schon von anderen ab. Er hat einiges erlebt, kommt als einfachen Verhältnissen und hat diese auch nie wirklich vergessen, auch wenn er als berühmter und auch reicher Schauspieler auch andere Sachen kennengelernt hat. Er erzählt sehr offen von seinem Alkohol- und Drogenproblem oder auch von seinem finanziellen Ruin. Er reflektiert seine Filme und genau das machte das Buch zu etwas Besonderem.

Allerdings hätte ich mir eindeutig mehr privates gewünscht. Damit meine ich jetzt keinen Blick in das Schlafzimmer oder ähnliches, er erwähnt seine Kinder manchmal in einem Nebensatz und anhand des Buches wusste man nie, wer ist gerade die Mutter zu den Kindern oder wie alt ist Pacino dann wirklich. Er hat lange Zeit versucht, nur Schauspieler zu sein und den weiteren in dem Zusammenhang stehenden Aufgaben zu entgehen. Das ist ihm nicht immer gelungen. In dem Buch hat er es relativ konsequent durchgezogen. Aber damit hat er dem Leser eine Seite von ihm doch in großen Teilen vorenthalten. Das bedauere ich.

Trotzdem spreche ich für das Buch eine Leseempfehlung aus.

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