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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 02.01.2026

Schwierig

Niemands Töchter
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Das Buch erzählt von vier Frauen, die auf verschiedenen Wegen miteinander verbunden sind, ohne es eigentlich zu wissen. Und erst nach und nach kommt die gesamte Geschichte ans Tageslicht...

Für mich ...


Das Buch erzählt von vier Frauen, die auf verschiedenen Wegen miteinander verbunden sind, ohne es eigentlich zu wissen. Und erst nach und nach kommt die gesamte Geschichte ans Tageslicht...

Für mich war das Buch schwierig. Damit meine ich nicht die Geschichte und den Schreibstil, den fand ich sehr gut (bis auf kleine grammatikalische Fehler). Das alles war gut lesbar und im Wechsel der Zeiten und der Personen erfährt man so nach und nach immer ein wenig mehr vom Zusammenhang. Schwierig war es für mich allerdings deswegen, weil ich das Gefühl hatte, alle Mütter werden irgendwie „fehlerhaft“ dargestellt. Natürlich ist niemand perfekt im Leben und es gibt immer Fehler, aber hier waren für mich die Frauen einfach oft sehr negativ behaftet. Die Männerfiguren waren dagegen wieder sehr klischeehaft: entweder war jemand total schlecht oder er war der Traummann schlechthin. Dazwischen gibt es so gut wie nichts. Die Geschichte war sehr berührend und regt zum Nachdenken an. Allerdings hatte ich das Thema der Adoption in letzter Zeit einige Male in Büchern und frage mich immer, warum die Adoptierten so reagieren. Es ist mir klar, dass es ein ziemlicher Schock ist, wenn man - teilweise unbeabsichtigt - erfährt, dass man adoptiert wurde. Auch eine ablehnende Reaktion kann ich verstehen, zumal wenn man noch jünger ist. Doch als Erwachsener mit mehr Wissen und dem Erkennen, dass die Adoptiveltern einem so viel gegeben haben, sollte man über seinen Schatten springen können. Das alles sind für mich interessante Fragen, die das Buch aufwirft und über die man noch länger nachdenken kann. Von mir gibt es eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 02.01.2026

Guter Abschluss

Savannah – Hoffnung auf eine neue Freiheit
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Mittlerweile ist es 1748 geworden und die Kolonie Georgia entwickelt sich nach und nach. Noch steht sie auf wackeligen Beinen, doch die Wirtschaft wird mehr und mehr selbstständig. Innerhalb der Familien ...

Mittlerweile ist es 1748 geworden und die Kolonie Georgia entwickelt sich nach und nach. Noch steht sie auf wackeligen Beinen, doch die Wirtschaft wird mehr und mehr selbstständig. Innerhalb der Familien gibt es allerdings einige Probleme. So muss Elmer zur Ex-Frau seines Vaters ziehen und das nicht freiwillig. Das bringt großen Kummer in Nellies Familie. Aber es gibt auch eine Menge freudiger Ereignisse...

Das Buch ist der Abschluss der Reihe um die Auswanderer und die Gründung der Kolonie Georgia. Bei diesem dritten Teil hatte ich Anfang etwas Probleme, die vielen Menschen und ihre Zuordnung auseinanderzuhalten. So war das Personenverzeichnis am Ende unheimlich hilfreich. Der Autorin ist es wiederum gut gelungen, gesellschaftliche Probleme innerhalb der Familien unterzubringen. Auch das immer noch gefährliche Leben in Georgia ist gut beschrieben, seien es Umweltkatastrophen wie Stürme oder Heuschreckenplagen, die innerhalb weniger Minuten und Stunden die Arbeit von langer Zeit zunichte machen. Auf der anderen Seite zeigt sie auch auf, wie die Siedler versuchen, ihr Leben geordnet und einigermaßen fair zu verbringen. Und wie die Gesetze aus dem Mutterland England zum Teil große Probleme bringen. Ein herber Rückschlag für alle ist die Legalisierung der Sklaverei. Und noch etwas ist der Autorin sehr gut gelungen: das Ende ist hoffnungsvoll, aber nicht kitschig und sehr realitätsnah. Für dieses Buch und die gesamte Trilogie kann ich nur eine Leseempfehlung aussprechen

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Schwächer

Die verlassene Tochter
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Rose lebt in London und gerade ist ihre Mutter gestorben. Beim Aufräumen findet sie einen Brief aus Argentinien indem sie erfährt dass ihre Mutter einen gut in diesem Land geerbt hat sie fährt hin und ...

Rose lebt in London und gerade ist ihre Mutter gestorben. Beim Aufräumen findet sie einen Brief aus Argentinien indem sie erfährt dass ihre Mutter einen gut in diesem Land geerbt hat sie fährt hin und das Gut entpuppt sich als ein wertvolles Anwesen mit vielen polo-pferden. Dort lernt sie auch Benjamin kennen und lieben. Sie findet heraus, warum ihre Mutter das gut bekommen soll und wie alles mit der Familie zusammenhängt...

Das Buch ist ein weiterer Teil aus der Reihe der Töchter. Auch wenn ich nicht alle kenne, war dieses für mich das bisher schwächste. Natürlich ist diese Reihe eine Art Märchen für Erwachsene und man muss nicht alles wörtlich nehmen. Trotzdem sollte meiner Meinung nach der Inhalt einigermaßen stimmig sein und das war hier oft nicht. Ich hatte das Gefühl, und das Buch musste schnell fertig werden und so wurde z.B das volljährigkeitsalter nicht beachtet, auf dem großen gut gab es so gut wie kein Personal, jedenfalls kam es im Buch nicht vor. Ein Poloturnier wird innerhalb einer Woche organisiert. Auch wenn das mit Fremdfirmen und routiniert erfolgt, scheint es mir nicht wirklich realistisch. So sind es viele Kleinigkeiten, die mich irgendwie gestört haben dabei kann die Autorin eigentlich gut schreiben und vor allem die Geschichte in der Vergangenheit ist wie bei den anderen Büchern viel tiefer und stärker. Ich kann nicht wirklich eine Leseempfehlung aussprechen, möchte aber auch niemanden vom Lesen abhalten. Die Autorin hat weitere Bücher angekündigt und ich hoffe, dass diese dann wieder stärker werden.

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Veröffentlicht am 17.12.2025

Zum Verlieben

KUNTH Bonjour Bretagne
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„Bonjour Bretagne“ ist ein kleinerer, aber umso feiner Bildband. Das Buch ist kein Reiseführer im klassischen Sinn, sondern es werden auch mit wunderbaren Fotos verschiedene Orte, größere wie unbekanntere, ...

„Bonjour Bretagne“ ist ein kleinerer, aber umso feiner Bildband. Das Buch ist kein Reiseführer im klassischen Sinn, sondern es werden auch mit wunderbaren Fotos verschiedene Orte, größere wie unbekanntere, aber auch Eigenheiten der Bretonen oder bestimmtes Essen vorgestellt. Die Texte sind sehr kurz gehalten und unterstreichen eigentlich vor allem die Bilder. Wird, um ein Beispiel zu nennen, ein Museum vorgestellt, findet man am Ende die Internetadresse und kann sich weitere Informationen selbst holen.

Ich gebe zu: ich bin ein großer Fan der Bretagne. Und dieses Buch verführt dazu, sich noch mehr in dieses wunderbare Land zu verlieben. Beim Lesen und vor allem beim Ansehen der Bilder hatte ich gleich wieder eigene Erlebnisse vor Augen, konnte bestimmte Gerüche oder Geräusche wiedererkennen und hatte sofort wieder absolutes Fernweh. Einer der für mich schönsten Landschaften dieser Erde wird in dem Buch eine Art lebendiges Denkmal gesetzt. Dabei werden auch unbekanntere Ecken entdeckt und vorgestellt und so Anregungen für die nächste Reise gegeben. Von mir gibt es absolut eine Leseempfehlung

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Veröffentlicht am 16.12.2025

Die Vertriebenengeschichte berührt

Heimat aus Eis und Asche
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1945 in Ostpreußen. Der Zweite Weltkrieg nähert sich dem Ende und die Rote Armee kommt immer näher. Die Menschen fliehen. Ellie will sich mit ihrer Tochter auf den Weg machen, doch ihre Mutter will nicht ...

1945 in Ostpreußen. Der Zweite Weltkrieg nähert sich dem Ende und die Rote Armee kommt immer näher. Die Menschen fliehen. Ellie will sich mit ihrer Tochter auf den Weg machen, doch ihre Mutter will nicht mit. So warten sie im Prinzip viel zu lange und fliehen erst, als es eigentlich schon zu spät ist. Unterwegs werden sie von den Russen aufgegriffen und bei einer Gruppenvergewaltigung verliert Ellie ihre Tochter. Sie versucht alles, um sie wiederzufinden..

Das Buch wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zum einen geht es um die Flucht 1945. Zum anderen geht es im Jahr 1993 darum, dass Lena mit 52 Jahren erfährt, dass sie adoptiert wurde. Sie versucht, ihre richtige Familie zu finden. So wie es diese zwei Zeitebenen gibt, ist das Buch für mich auch zweigeteilt. Die Geschichte in der Vergangenheit ist unheimlich stark geschrieben und sehr berührend. Man hat immer das Gefühl, man ist in dem Geschehen direkt dabei, man spürt die Angst und die Kälte. Man spürt die Ausweglosigkeit und den Krieg.

Genau das ist in der Gegenwart leider nicht so. Dort ist die Hauptfigur, Lena, zum Teil extrem unsympathisch und man kann viele Entscheidungen von ihr nicht wirklich nachvollziehen. Manches geschieht extrem schnell und zu bleiben eine Menge Fragen offen und einige der Nebenfiguren waren für mich auch eher unnötig. Das Ende ist dann in meinen Augen nicht ganz so gelungen. Trotzdem war das Buch durchweg sehr gut lesbar. Und das Thema auch extrem wichtig.

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