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Veröffentlicht am 11.10.2024

Die Welt auf dem Kopf

Die Welt auf dem Kopf
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Es geht um ein größeres Haus in Italien. Sozusagen in der Mitte wohnt die Erzählerin, eine junge Studentin. In der Kellerwohnung wohnt die Signora von unten – Anna, 65, gemeinsam mit ihrer erwachsenen ...

Es geht um ein größeres Haus in Italien. Sozusagen in der Mitte wohnt die Erzählerin, eine junge Studentin. In der Kellerwohnung wohnt die Signora von unten – Anna, 65, gemeinsam mit ihrer erwachsenen Tochter. Anna hatte mit den Männern immer Pech im Leben und schlägt sich jetzt mit mehreren Putzjobs durch. Der Signore von oben, Levi, ist über 70 und wohnt in der schönsten Wohnung. Früher ein berühmter Geiger, hält er sich jetzt über Wasser mit Engagements auf Kreuzfahrtschiffen, da ihn seine reiche Frau verlassen hat. Er bitte die Studentin um Hilfe bei der Suche nach einer Haushälterin und die vermittelt ihm Anna. Anna und Levi verlieben sich trotz aller Unterschiede ineinander – aber es gibt Probleme mit beiden Familien, Levis Frau kommt zurück, sein Sohn und Enkel ziehen bei ihm ein usw. Im Prinzip erzählt das Buch die Geschichte der Bewohner des Hauses und auch ein wenig der Leute aus der Umgebung, vorwiegend arme Einwanderer.
Ich habe mich mit dem Buch etwas schwer getan. Es ist gut und flüssig zu lesen, doch ich ertappte mich im Laufe der Geschichte immer mehr dabei, dass ich anfing, quer zu lesen. Nicht weil ich vor Spannung unbedingt vorwärts kommen wollte, sondern genau gegenteilig – ich vermisste jede Art von Spannung und fing an, mich zu langweilen. Die vorgestellten Leute hatten alle irgendwelche großen Probleme, die in meinen Augen aber oft an den Haaren herbeigezogen waren und teilweise nur schwer nachvollziehbar. Dadurch konnte ich auch zu keiner der Figuren eine Art Beziehung aufbauen. Es war mir irgendwie egal, was aus ihnen wird. So war ich am Ende regelrecht froh, dass es nur 200 Seiten waren.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Immer wieder das Meer

Immer wieder das Meer
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Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Es wird als eine Liebesgeschichte zwischen 3 Schwestern und einem Mann beschrieben. Im Grunde stimmt das auch, aber es ist viel mehr als eine nur kitschige Liebesgeschichte. ...

Dieses Buch hat mich wirklich überrascht. Es wird als eine Liebesgeschichte zwischen 3 Schwestern und einem Mann beschrieben. Im Grunde stimmt das auch, aber es ist viel mehr als eine nur kitschige Liebesgeschichte. Es ist ein Buch mit viel Gefühl, aber ohne Kitsch. Und eigentlich ist es auch eine Art Familiengeschichte.
Die 3 Schwestern Roberta, Lucia und Nannina sind vom Alter her etwa 10 Jahre auseinander. Sie lernen nacheinander im Abstand von einigen Jahren den Dichter Alessandro kennen und verlieben sich in ihn. Alle 3 haben mit ihm eine Beziehung und betrachten ihn als den Mann ihres Lebens, aber nur eine wird er heiraten. Von der Heirat erfährt man auf der ersten Seite, aber erst am Ende des Buches erfährt man, warum und wen er heiraten wird. Dazwischen ist ganz viel Familie – Beziehungen untereinander, zu Eltern und Großeltern, Krankheit, Tod, Fehler, Missverständnisse. Erzählt werden die Kapitel immer aus der Sicht einer Schwester und anfangs hatte ich damit ein wenig Probleme, weil die eine Schwester schon vom Tod der Eltern berichtet, im nächsten Kapitel bei einer anderen Schwester leben sie aber noch. Doch ganz schnell versteht man das System und dadurch wird auch immer eine Spannung erzeugt, weil man zwar das Ergebnis kennt, aber nicht weiß, wie es dahin gekommen ist.
Insgesamt ist es ein sehr schönes und gefühlvolles Buch. Eigentlich passiert nicht so viel besonders aufregendes – halt einfach Familienleben, aber dieses ist wunderbar beschrieben mit all den schönen und schlechten Seiten. Man kann problemlos mitfühlen und verstehen, ohne Partei für eine Person ergreifen zu müssen. Und gerade den Bereich Krankheit kennt wohl jeder irgendwie aus seinem Umfeld. Ein wirklich gelungenes Buch.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Lisa geht zum Teufel

Lisa geht zum Teufel
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Lisa, kurz vor der 60 stehend, aber 10 Jahre jünger aussehend und erfolgreich in einem Verlag arbeitend, tut alles, damit dies auch so bleibt. Sie hat ihr Leben im Griff - bis auf die Männer. Seit Jahren ...

Lisa, kurz vor der 60 stehend, aber 10 Jahre jünger aussehend und erfolgreich in einem Verlag arbeitend, tut alles, damit dies auch so bleibt. Sie hat ihr Leben im Griff - bis auf die Männer. Seit Jahren erfolglos, glaubt sie mit dem 10 Jahre jüngeren Reiner nun das große Los gezogen zu haben und will mit ihm nach 14 Tagen Beziehung einen 4-wöchigen Urlaub auf Marbella verbringen. Einen Tag davor beendet Reiner per SMS die Beziehung. Lisa fährt nach Spanien und wohnt wie immer im Haus ihres Ex-Mannes, in dem sie ein lebenslanges Wohnrecht hart erkämpft hat. Dort besucht sie Andreas, der Sohn ihres Ex-Mannes aus 2. Ehe, mit seiner Freundin Mercedes - und stellt schnell fest, dass er dieses Haus haben möchte. Lisa verkauft ihr Wohnrecht nicht und so kauft sich Reiner die ehemalige Prostituierte Delia und den Obdachlosen Rafael. Das Paar soll Lisa mit allen Mitteln aus dem Haus ekeln und zum Verkauf bewegen. Die Taktik scheint so lange aufzugehen, bis Lisa zurückschlägt - und 2 Personen erst mal im Krankenhaus landen ...
Danach ändert sich alles. Mich hat das Buch nicht wirklich überzeugt. Die Autorin hat wirklich gute Einfälle, schreibt auch nett und flüssig und keinesfalls langweilig. Auch die Landschaft und das Leben in Spanien ist gut beschrieben. Aber auch wenn man bei dieser Art von Buch so ähnlich wie bei Seifenopern im Fernsehen nicht unbedingt viel Tiefgang erwarten kann - hier sind die Figuren sehr schwarz/weiß gezeichnet. Am Anfang sind die Bösen so abgrundtief böse, dass die sich zum Ende hin einstellende Wandlung zu waren "Engeln" nicht wirklich nachvollziehbar bzw. glaubhaft ist. Hier wurde einem auf allen Strecken positivem Ende alles untergeordnet. Für mich schade, aber vermutlich erwarten die Leser dieses Genres es einfach so. Alles in allem: ein netter Urlaubsroman mit guter Unterhaltung für Leute, die auch genau das nur erwarten.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Albert - Ein glorreiches Schnabeltier

Albert - Ein glorreiches Schnabeltier
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Das Schnabeltier Albert lebt im Zoo von Adelaide und ist dort unglücklich und allein. Er hört von einem Alten Australien und stellt sich das wie das Paradies vor. So bricht er aus dem Zoo aus und zu neuen ...

Das Schnabeltier Albert lebt im Zoo von Adelaide und ist dort unglücklich und allein. Er hört von einem Alten Australien und stellt sich das wie das Paradies vor. So bricht er aus dem Zoo aus und zu neuen Ufern auf. Aber sein Paradies stellt sich als ziemlich gefährlich heraus und er muss um fast alles kämpfen. Das Buch ist aufgebaut wie ein alter Western bzw. ein alter Westernfilm. Ein einsamer Kämpfer für seine Ideale zieht durch die Welt zu einem unsicheren Ziel. Dabei trifft er unterwegs auf wenige und überraschende Freunde und viele – auch unerwartete – Feinde. Aber er bleibt eigentlich immer ein Einsamer. Nur das in dem Buch halt der Wilde Westen nicht in Amerika, sondern in Australien liegt. Und die Kämpfer keine Cowboys und Indianer, sondern verschiedene Tiere sind.
Ich habe das Buch in einem Ritt gelesen, es war flüssig und ganz nett. Aber ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was der Autor wirklich damit sagen will. Ich weiß es bis jetzt noch nicht. Denn die hier gezeigte Freundschaft beruht auf sehr viel Kampf, Gewalt und Tod. Eine Vorstellung, die mir nicht gefällt.

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Veröffentlicht am 11.10.2024

Schamland

Schamland
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Schamland“ ist ein Buch, bei dem es um die derzeitigen Zustände in der Gesellschaft bei der Behandlung von Armen und sozial Schwachen und um die Situation der Tafeln im besonderen geht. Dabei sieht der ...

Schamland“ ist ein Buch, bei dem es um die derzeitigen Zustände in der Gesellschaft bei der Behandlung von Armen und sozial Schwachen und um die Situation der Tafeln im besonderen geht. Dabei sieht der Autor die Situation einseitig mit den Augen der Betroffenen und macht sich zu deren Sprachrohr. Dies war so beabsichtigt und ist in meinen Augen auch völlig in Ordnung, denn diese Menschen haben kaum bis keine Lobby und damit auch keine Stimme, die gehört wird. Der Autor hat mit vielen Betroffenen gesprochen und man merkt ihm an, wie ihn das Ganze aufgerührt hat. Es ist ein sehr persönliches Buch und es ist auch eine Kritik am System der Tafeln und an deren Marktmechanismen. Dem kann ich in großen Teilen zustimmen. Es hat sich mittlerweile eine regelrechte Industrie in diesem Bereich entwickelt wie eine Parallelgesellschaft. Man kann dem Buch nur wünschen, dass es die richtigen Leute vor allem in der Politik lesen. Aber selbst, wenn das passiert, mache ich mir wenig Hoffnung auf eine Änderung. Das System funktioniert für die Verantwortlichen so gut, dass sie keine Änderungen wünschen werden.
In einem kann ich mit dem Autor nicht übereinstimmen. Für ihn sind pauschal alle in Not geratenen Menschen an der Situation schuldlos. Das trifft sicher für viele, aber in meinen Augen nicht für alle zu – selbst die von ihm gewählten Beispiele drücken das für mich aus. Wer sich vor Jahren seine Rente hat auszahlen lassen für diversen Konsum ist in meinen Augen nicht schuldlos daran, dass er jetzt in Not gerät. Unabhängig davon steht ihm natürlich aber Hilfe zu. Nur jegliche Eigenverantwortung oder –initiative außen vor zu lassen, ist für mich nicht richtig. Aber dies ist sicher einer der Punkte, bei dem der Autor eine Diskussion erwartet und auch wünscht.
Generell jedenfalls ist es für mich ein gutes Buch – ein Buch, das wichtig ist und vielleicht schon fast zu spät geschrieben wurde. Positiv ist außerdem, dass es direkt und allgemein verständlich geschrieben wurde. Man kann es gut lesen, ohne mit einem Fremdwörterbuch arbeiten zu müssen. Dadurch ist es auch gut verständlich, was bei einem Sachbuch nicht immer selbstverständlich ist. Leider werden es die direkt Betroffenen kaum lesen – sie können es sich nicht leisten. Dabei wäre es gerade auch für sie wichtig zu wissen, dass jemand da ist, der sie gut versteht und der für sie Verbesserungen erreichen will.

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