Profilbild von reni74

reni74

Lesejury Star
offline

reni74 ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit reni74 über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.04.2020

Gute Story für einen Film

Wie viele willst du töten
0

Normalerweise freut man sich, wenn man eine Geburtstagskarte bekommt, heißt das doch, dass jemand an einen denkt. Im Fall von Ellery allerdings ist es eher Panik, die sie überfällt, wenn sie eine solche ...

Normalerweise freut man sich, wenn man eine Geburtstagskarte bekommt, heißt das doch, dass jemand an einen denkt. Im Fall von Ellery allerdings ist es eher Panik, die sie überfällt, wenn sie eine solche Karte in ihrem Briefkasten findet. Niemand weiß, wann Ellery Geburtstag hat und die Tatsache, dass jedesmal nach einer Karte ein Mensch aus ihrem Ort verschwindet ist sehr beunruhigend. Ellery vermutet einen Zusammenhang, niemand glaubt ihr allerdings, denn keiner weiß, was Ellery tatsächlich hinter den Karten und dem Verschwinden der Personen vermutet.

Die Autorin liefert mit ihrem Buch eine gut konstruierte Story, die mich in Ansätzen etwas an "Scream 2" erinnert hat. Eine Hauptfigur, die Opfer einer schrecklichen Tat wurde, nun ein neues Leben beginnt und plötzlich wieder im Fokus eines Psychopathen ist. Ihre Geschichte wurde in Buchform verewigt, es gibt eine aufdringliche Reporterin und selbst der Name des kleinen Städtchens in dem Ellery heute unter falschem Namen lebt klingt ähnlich wie der im Film. Vielleicht empfinde nur ich das so, aber das ist jetzt auch nicht schlimm.

Die Geschichte wird durchaus spannend erzählt, allerdings auf eine eher unterschwellige, unaufgeregte Art, nicht zu sehr auf Blut und Effekthascherei bedacht, wie man es sonst oft in amerikanischen Thrillern findet. Natürlich gibt es auch hier blutige Details, aber das Ganze spielt sich eher auf der psychologischen Ebene ab. Die Figuren sind teilweise etwas flach und stereotyp dargestellt, der beurlaubte FBI Agent, der ständig mit dem Verlangen nach Alkohol ringt, oder der fremdgehende Kleinstadtscheriff, der den großen Macker raushängen lässt und dann natürlich Ellery, die von keinem ernstgenommen wird und im Alleingang gegen ihre Dämonen kämpft. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen und finde, eine Verfilmung könnte gut funktionieren.

Kleines Manko für mich bildet die Auflösung, die Identität des Täters und vorallem seine Motivation. Für mich ist hier die Richtung, in die die Autorin denkt zwar total neu, aber wenig plausibel. Ich hätte mir da eher eine der im Verlauf des Buches gelegten, falschen Fährten vorstellen können. Davon abgesehen ein guter Thriller für Alle, die es nicht zu extrem möchten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.04.2020

Genau wie versprochen

Nichts
0

Mal ehrlich, jeder kennt sie, diese Person, die auf die Frage "Was wünschst du dir?" immer antwortet " Nichts". Kommt man dann aber tatsächlich ohne Geschenk erntet man enttäuschte Blicke. Also ich habe ...

Mal ehrlich, jeder kennt sie, diese Person, die auf die Frage "Was wünschst du dir?" immer antwortet " Nichts". Kommt man dann aber tatsächlich ohne Geschenk erntet man enttäuschte Blicke. Also ich habe gleich mehrere solcher Kandidaten im Familien- und Freundeskreis. Jetzt gibt es die Lösung, das Geschenk, genau, was gewünscht wurde, Nichts!

Caroline Stern liefert dieses Nichts. Ein Büchlein, 60 Seiten, blanko. Leere Seiten, bereit gefüllt zu werden mit Allem, was dem neuen Besitzer so einfällt, Rezepte, Wunschlisten, Träume, Gedanken, Ideen, Zeichnungen, was auch immer.

Ich persönlich mag Notizhefte sehr gern, ich bin, was das Listenschreiben und Archivieren betrifft lieber analog unterwegs und so ist Nichts genau richtig für mich. Einen Kritikpunkt muss ich allerdings anbringen, etwas, das mir persönlich sehr wichtig ist, was den Schreibkompfort betrifft. Das Büchlein lässt sich durch seine Bindung leider zum Schreiben nicht richtig aufklappen und ist daher etwas unpraktisch.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2020

Der Titel ist Programm

Blutige Welten
0

Mit Anthologien, sprich der Sammlung literarischer Texte ist es immer so eine Sache. Um mich der Worten Forrest Gump's zu bedienen, man weiß nie, was man bekommt. Natürlich ist ein Grundthema vorgegeben, ...

Mit Anthologien, sprich der Sammlung literarischer Texte ist es immer so eine Sache. Um mich der Worten Forrest Gump's zu bedienen, man weiß nie, was man bekommt. Natürlich ist ein Grundthema vorgegeben, nachdem man entscheiden kann und manchmal kennt man ja auch schon einen der enthaltenen Autoren. In diesem Fall war die Genremischung ganz nach meinem Geschmack und beim Lesen entdeckte ich dann sogar einen mir bekannten Autor.

Das Buch enthält 13 Kurzgeschichten zum Themenmix SIFi, Horror, Fantasy, wobei die Geschichten in sich, oft eine wilde Mischung aus mehreren Genres sind. Da jeder Autor einen eigenen Stil hat, ist es immer wieder überraschend in die Story einzutauchen und zu sehen, wohin sie einen bringt.

Die Reise durch das Buch führt den Leser in fremde Welten, auf weit entfernte Planeten, in die unendlichen Weiten des Weltraums, weit in die Zukunft der Menscheit. Man macht Bekanntschaft mit exotischen Wesen, Märchenfiguren, Cyborgs, Zombis, oder computeranimierten Fantasiegeschöpfen. Einige sind völlig neu, Andere kennt man wahrscheinlich aus berühmten Filmen und Büchern. Die Autoren haben sich auf skuril unterhaltsame Weise bedient, bei Allem was die Genres zu bieten haben.

Der Mix, der entstanden ist steckt voller augenzwinkernder Anspielungen, voller schrulliger Figuren, voller tief, tiefschwarzem Humor, voller Insiderwissen und, wie der Titel es vorhersagt, voller Blut. Es macht Spaß in die wirren, oft etwas beängstigenden Gedankenwelten der Autorinnen und Autoren einzutauchen, zu denen es vor ihren Beiträgen eine kurze Vorstellung gibt.

Natürlich muss ich anmerken, dass mir nicht jede Geschichte gleichermaßen gefallen hat, das liegt einfach in der Natur der Sache, aber ich hatte mega Spaß beim Lesen und bin neugierig auf die Arbeiten der Beteiligten geworden. Alles richtig gemacht würde ich sagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.04.2020

Klassiker

Krieg der Welten
0

Im Jahr 1898 geschrieben ist dieses Buch unbestritten ein Klassiker der Sience Fiction, Vorbild für das wohl berühmteste Hörspiel der Geschichte und Inspiration für nachfolgende Generationen.

Die Marsmenschen ...

Im Jahr 1898 geschrieben ist dieses Buch unbestritten ein Klassiker der Sience Fiction, Vorbild für das wohl berühmteste Hörspiel der Geschichte und Inspiration für nachfolgende Generationen.

Die Marsmenschen sind hier keine kleinen grünen Männchen, sondern werden fast tintenfischartig beschrieben und sie sind gekommen, um die Erde zu erobern, auf brutalste Weise. Sehr interessant wird beschrieben, welchen Wissentsstand man über den Mars zu haben glaubte.

Wells beschreibt mit einem, für die damalige Zeit sehr futuristisch, anmutendem Weitblick die technischen Errungenschaften der Invasoren. Dem Alter des Romans geschuldet ist allerdings der eher nüchterne, teils fast langatmige Schreibstil. Einiges an Wortgefügen mutet dem Leser eher antiquiert an und macht das Lesen manchmal etwas schwergängig. Mit den bekannten Hollywood Filmen kann man das Geschriebene auf keine Weise vergleichen. Jüngere Leser könnten damit wohl auch eher Probleme haben.

Für Klassik Fans und Liebhaber der SiFi Literatur ist das Buch aber definitiv ein Muss.

Wells nimmt die Landung der Marsmenschen zum Anlass eine Warnung auszusprechen. Der Mensch sollte sich in seiner Arroganz nicht allzu sicher sein. Brutal und unvermittelt kann der Untergang bevorstehen. Gleichzeitig aber wird in fast biblischer Weise der Kampf David gegen Goliath thematisiert. Die Menschheit überlebt bei Wells nur durch puren Zufall, warum er dieses Senario wählte bleibt Spekulation, kann aber auch als Homage an die Allmacht der Natur verstanden werden. Eins bleibt nach der Lektüre, der bange Blick zum Himmel und die Frage, sind wir tatsächlich allein im Universum.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.04.2020

Gelungene Mischung

Todgeweiht: Thriller
0

Zons in der Gegenwart, in einem See findet ein Angler eine Frauenleiche, kurz darauf entdeckt Kommissar Oliver Bergmann einen abgetrennten Finger und Taucher bergen einen Koffer mit Kleidern. Für die Ermittler ...

Zons in der Gegenwart, in einem See findet ein Angler eine Frauenleiche, kurz darauf entdeckt Kommissar Oliver Bergmann einen abgetrennten Finger und Taucher bergen einen Koffer mit Kleidern. Für die Ermittler stellen sich nun viele Fragen, wer ist die Tote, wem gehört der Finger und wie gehört die Kleidung in die Szenerie. Als kurz darauf eine weitere junge Frau, tot aus einem See geborgen wird, wird klar, dass hier wohl ein Serientäter unterwegs ist. Doch was verbindet die toten Frauen und was bedeutet die geheimnisvolle Botschaft, die der Täter hinterlässt?

Zons 1501, die Pest bedroht die Stadt und es werden Vorbereitungen getroffen und plötzlich gibt es schon den ersten Toten, der eindeutig Zeichen der Seuche trägt. Bastian Mühlenberg, Hauptmann der Stadtwache greift ein und muss bald feststellen, dass die Krankheit nur vorgetäuscht wurde um einen perfiden Mord zu verschleiern. Nun gibt es gleich zwei Bedrohungen für die Stadt, die Pest und ein wahnsinniger Mörder.

Catherine Shepherd verbindet in ihrer Zons Reihe wieder geschickt die kriminalistischen Handlungsstränge aus zwei unterschiedlichen Zeitebenen. Diese Verbindung macht die Krimis um die kleine Stadt am Niederrhein so interessant und einzigartig. Natürlich wird das nicht unbedingt für jeden Leser etwas sein, es verlangt eine gewisse Konzentration beim Lesen, um nicht durcheinander zu kommen. Ich würde auch unbefingt empfehlen die Bücher in der entsprechenden Reihenfolge zu lesen, um den Hintergrund der Geschichte um Bastian Mühlenberg zu verstehen. Dieses Buch ist bereits Band zehn der Reihe.

Die Autorin schafft es auf ganz spezielle Weise zwei verschiedene Kriminalfälle auf zwei verschiedenen Zeitebenen zu verbinden. Die Fälle haben immer bestimmte Übereinstimmungen, die dem Leser im Laufe der Lektüre klar werden. Die Geschichte wird abwechselnd aus der jeweiligen Zeitebene erzählt, wobei es manchmal etwas gemein ist, wenn gerade an einer besonders spannenden Stelle ein Break erfolgt. Andererseits ist das natürlich ein guter Schachzug der Autorin, um die Spannung aufrecht zu erhalten.

Der Ort der Handlung ist in diesen Fall nicht fiktiv, die Autorin bleibt hier dicht an den tatsächlichen Örtlichkeiten. Im Buch gibt es eine Zeichnung, die den historischen Stadtkern zeigt und so die Orientierung in beiden Zeiten erleichtert. Neben der Übereinstimmung bei den Plätzen des Geschehens, werden oft historische Figuren, oder Ereignisse in die Geschichte eingebaut, hierzu gibt es am Ende des Buches ebenfalls eine Erläuterung.

Den Tätern im Buch geht es in beiden Zeitebenen darum, ein Übel auszumerzen, durch ihr Tun Andere vor etwas zu schützen. Hierbei ist ihnen jedes Mittel recht, jedes Opfer ist nötig und hat in ihren Augen den Tod verdient. Eine Denkweise, die keine Reue erkennen lässt und fast an Fanatismus grenzt, spannend in Szene gesetzt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere