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Veröffentlicht am 17.03.2020

Kein typischer Krimi

Verkauft
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Alma ist Patientin in einer gynäkologischen Klinik und kommt dabei zufällig kriminellen Machenschaften auf die Spur in die anscheinend auch ein Arzt für Kinderwunschtherapie verwickelt ist. Wie hängt das ...

Alma ist Patientin in einer gynäkologischen Klinik und kommt dabei zufällig kriminellen Machenschaften auf die Spur in die anscheinend auch ein Arzt für Kinderwunschtherapie verwickelt ist. Wie hängt das aber mit dem Asylantenheim zusammen, in dem gerade ein Ehrenmord an einer Schwangeren verübt wurde und wo generell irgendwie jede Frau im gebährfähigen Alter schwanger zu sein scheint? Almas Neugierig ist nach ihrer nächtlichen Beobachtung jedenfalls geweckt und sie beginnt mit Unterstützung ihrer Mutter auf eigene Faust zu ermitteln. Einmal Blut geleckt, nimmt sie selbst auf die eigene Gesundheit keine Rücksicht und bedient sich, um an Informationen zu kommen, der Hilfe ihrers Freundeskreises. Das kommt nicht bei jedem gut an und Probleme mit Familie und Freunden sind vorprogrammiert.

Die Figuren, die die Autorin geschaffen hat sind nicht unbedingt alltäglich. Ihre Charakterzüge und die Interaktion miteinander geben dem Buch viel Witz und manchmal auch etwas Absurdität. Die einzelnen Personen sind sehr liebevoll gezeichnet, haben alle ihre kleinen Macken und Eigenheiten, so sorgen sie für sehr viel Dynamik in der Geschichte. Diese Dynamik habe ich dagegen im beschriebenen Kriminalfall manchmal vermisst. Auch ist bei mir nicht wirklich Spannung aufgekommen. Die Ermittlungen der Hobbykriminalistin waren eher amüsant, sie stolpert oft völlig ohne Plan in die gefährlichhsten Situationen. Der Hintergrund der Geschichte ist aber ein durchaus ernstes Thema. Ich persönlich würde das Buch daher auch eher in die Kategorie Cosy Krimi einordnen und das meine ich nicht negativ.

Die Geschichte spielt ja in Wien und die Autorin verwendet viele ortstypische Begriffe, auch lateinische Aussprüche werden von Almas Mutter gern verwendet. Diese Begriffe sind dann mit Fussnoten versehen und werden am Ende der Seite erklärt. Für mich manchmal etwas zu viel, da viele Begriffe auch bei uns bekannt sind, oder aus dem Satz heraus erklärt wurden. Hätte ich jetzt in der Masse nicht unbedingt gebraucht, ist aber gut mitgedacht von der Autorin.

Alma Liebekind ist der perfekte Lesestoff für den Urlaub, oder ein langes Wochenende. Die Geschichte liest sich gut und schnell weg und ist sehr unterhaltsam. Wer auf Witz und skurile Figuren im Krimi steht, wird sich gut unterhalten fühlen.

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Veröffentlicht am 13.03.2020

Rache

Blut und böser Mann
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Zwei Geschäftspartner und ihre Familien werden entführt und die Ermittlungen laufen ins Leere, natürlich ist Donner nicht daran beteiligt, sitzt er doch immernoch auf dem undankbaren Posten in der Erstkontaktstelle. ...

Zwei Geschäftspartner und ihre Familien werden entführt und die Ermittlungen laufen ins Leere, natürlich ist Donner nicht daran beteiligt, sitzt er doch immernoch auf dem undankbaren Posten in der Erstkontaktstelle. Donner wäre aber nicht Donner, wenn er sich nicht doch plötzlich und ungewollt mitten im Geschehen wiederfinden würde und entgegen den Anweisungen seiner Vorgesetzten ermittelt er auf eigene Faust, mit fatalen Folgen.

Die Geschichte verläuft auf zwei Zeitebenen. So erfährt der Leser von einer, Jahre zurückliegenden Jag, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt und verfolgt dann die aktuellen Geschehnisse. Donner gerät hier wieder eher zufällig ins Geschehen und kann natürlich nicht aus seiner Haut. Er verscherzt es sich eigentlich mit jedem in seiner Umgebung und folgt stur seinem Weg im Alleingang, ohne Rücksicht auf Verluste. Genau diese Art mag ich eigentlich an seiner Figur, in diesem Fall aber war ich schnell davon genervt, denn es findet so gar keine Entwicklung der Figur statt. Jeder wird vor den Kopf gestossen, immer der einsame Wolf, immer werden Personen der Umgebung in Gefahr gebracht und auch auf das eigene Leben keine Rücksicht genommen. Dabei stolpert Donner teilweise total naiv und ohne über die Konsequenzen nachzudenken in lebensbedrohliche Situationen und trägt dabei nur bedingt etwas zur Lösung des eigentlichen Falls bei.

Die Hintergrundgeschichte ist sehr extrem und beängstigend und auch die Geschehnisse der Gegenwart beschreibt der Autor sehr roh, blutig und brutal. Manchmal war selbst mir das etwas zu heftig und das will schon was heissen.

Für mich deutlich der schwächste Donner, den ich bisher gelesen habe. Wäre das mein erstes Buch der Reihe gewesen, hätte ich vermutlich nicht weitergelesen. Ich bin natürlich Fan und als solcher verzeihe ich dem Autor und der Figur auch so einiges, wer aber mit diesem Buch in die Reihe starten will, dem rate ich ab und empfehle einen anderen Band der Reihe zum Beginn. Harte Story, harte Kerle, harte Worte. Nichts für schwache Nerven.

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Veröffentlicht am 04.03.2020

Beängstigend

Gestohlene Erinnerung
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Helena ist Hirnforscherin und versucht ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter durch ihre Arbeit zu helfen. Ihr Ziel ist es Erinnerungen aufzuzeichnen und so für Betroffene zu konservieren um gegen das Vergessen ...

Helena ist Hirnforscherin und versucht ihrer an Alzheimer erkrankten Mutter durch ihre Arbeit zu helfen. Ihr Ziel ist es Erinnerungen aufzuzeichnen und so für Betroffene zu konservieren um gegen das Vergessen anzukämpfen. Ihr Ansatz ist zwar vielversprechend, aber führt nicht zu den gewünschten Erfolgen, bis sich der reich Firmenmogul Slade an sie wendet und ihr unbegrenzte Mittel und ein ausgesuchtes Expertenteam zur Verfügung stellt. Helena arbeitet wie eine Besessene und erkennt leider viel zu spät, welche Pläne Slade tatsächlich verfolgt.

Durch den Titel und die ersten Kapitel, habe ich zunächst einen etwas anderen Fortgang der Geschichte erwartet. Es dreht sich um Erinnerungen und um die Möglichkeit, diese Erinnerungen zu aktivieren und in ihnen, oder durch sie in die jeweilige Zeit, in den Moment der Erinnerung zurück zu reisen. Eine sehr spannende, aber auch beängstigende Vorstellung. Wenn Slade und Helena ihre wissenschaftlichen Gespräche zu diesem Thema führen, war ich teilweise etwas überfordert, ich konnte dem Ganzen nicht immer folgen und fand es oft verwirrend. Durch die häufigen Wechsel von Personen und Zeiten erfordert das Buch etwas an Aufmerksamkeit vom Leser, um nicht durcheinander zu kommen. Die einzelnen Kapitel sind mit dem Namen der handelnden Person und dem jeweiligen Datum überschrieben, um eine entsprechende Orientierung zu ermöglichen.

Die Sory ist zwar sehr futuristisch, aber der Grundgedanke nicht neu. Jeder hat sich doch schon einmal gewünscht, an einen bestimmten Punkt seines Lebens zurück zu gehen und noch einmal neu anzufangen. Eine andere Entscheidung und schon wäre alles anders. Mit diesem Gedankenspiel arbeitet der Autor und zeigt welche Gefahren und moralische Probleme darin lauern können, wenn es zum Beispiel darum geht, ein Attentat zu verhindern, oder einen Mörder vor der Tat zu töten. An einem bestimmten Punkt des Buches musste ich an Minority Report denken und kurz darauf zieht der Autor selbst diesen Vergleich. Weitere Parallelen zeigen sich für mich zu Edge of Tomorrow und Das Attentat von Stephen King.

Die Geschichte ist mega spannend erzählt, bietet viel Raum um über Moral und Ethik zu philosophieren. Die Figuren haben gerade so viel Hintergrund, wie für ihre Rolle in der Geschichte nötig, es gibt keine überflüssigen Nebenschauplätze. Der Stil des Autors und das Thema sind fesselnd, gerade ab der Mitte konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, es wird ein beängstigendes Szenario erschaffen. Besonders fasziniert war ich von den immer neuen Realitätsebenen, die der Autor entwickelt.

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Veröffentlicht am 23.02.2020

Wenn Opfer nicht zur Ruhe kommen

Der Luzifer-Killer
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Bücher von Elias Haller haben für mich schon Suchtpotential. Ich liebe komplizierte Charaktere, schwierige und aussergewöhnliche Ermittler und davon bietet der Autor gleich zwei in seinem Repertoire. Klara ...

Bücher von Elias Haller haben für mich schon Suchtpotential. Ich liebe komplizierte Charaktere, schwierige und aussergewöhnliche Ermittler und davon bietet der Autor gleich zwei in seinem Repertoire. Klara Frost und Eric Donner sind so speziell, wie verschieden, aber haben doch vieles gemeinsam. Es sind Figuren, die sicher nicht bei jedem Leser Anklang finden, ich aber liebe sie und genau deshalb war ich natürlich begeistert, als der Autor im letzten Donner Krimi anklingen ließ, dass es eine Zusammenarbeit geben könnte.

Im Luzifer Killer begibt sich der Autor auf eine Zeitreise, es geht um ein geheimnisvolles Video, von dem eigentlich niemand weiß was es genau zeigt. Dieses Video ist verschollen, im Netzt kursieren viele Fälschungen, während die einen davon ausgehen es ist ein Mythos, sind Andere überzeugt davon, dass es existiert und etwas grauenvolles, teuflisches zeigt, daher auch der Name, das Luzifer Video. Die Aufnahmen sollen vor Jahren in der ehemaligen DDR entstanden sein und Mitglieder einer Art Geheimorganisation zeigen, Ermittlungen zur Existens des Videos und möglichen Mitwirkenden laufen aber stets ins Nichts. Bis jetzt. Teile des Videos tauchen auf und wenig später die Leichen der gezeigten Personen. Die Polizei hinkt immer einen Schritt hinterher.

Elias Haller bringt in diesem Buch natürlich alle bekannten Gesichter aus den Donner und Frost Krimis zusammen. In gewohnter Manier wird um Kompetenzen gerangelt und werden Alleingänge unternommen. Der Autor hat es gut geschafft die schwierigen Charaktere zur unfreiwilligen Zusammenarbeit zu verdonnern. Das Buch gibt durch die Geschichte tiefe Einblicke in die Vergangenheit von Klara Frost, was dem Leser die Figur wieder etwas näher bringt, und man erfährt, woher sich Donner und Frost kennen. Dieser Punkt der Geschichte könnte für mich gern in späteren Büchern immer mal wieder ergänzt werden.

Generell geht es in diesem Buch etwas ruhiger zur Sache. Es ist zwar wieder blutig und an Leichen mangelt es nicht, allerdings werden die Taten nicht explizit beschrieben, sondern der Leser steht, wie die Ermittler, dem Ergebnis gegenüber. Es bleibt in diesem Buch vieles auf der psychologischen Ebene und das passt gut zum Grundthema des Buches, geht es doch darum, wie schwer Opfer von Gewalt und Missbrauch traumatisiert und psychisch zerstört sind, auf Jahre hinaus.

Das Buch schließt natürlich an den 7. Fall von Eric Donner an, der Autor sieht es aber nicht als Fortsetzung der Reihe. Ich kann dem nur zustimmen. Das Buch funktioniert gut als Übergang zum nächsten Donner Krimi, kann aber auch für Leser, die die Reihen noch nicht kennen, als Einstieg genutzt werden. Ich könnte auch nicht sagen, wem der beiden Ermittler ich es eher zuordnen würde. Obwohl Klaras Vergangenheit hier eine große Rolle spielt, ist es kein typischer Klara Frost Krimi, aber eben auch kein alleiniger Donner. Für mich funktioniert das Buch gut als Ergänzung, eine Art Ableger, der die einzelnen Figuren des Autors zusammenführt, ohne diesen Zustand zum Dauerthema werden zu lassen. Ich persönlich mag es sehr, wenn ein Autor so Zusammenhänge schafft und seinem literarischen Universum damit mehr Tiefe verleiht.

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Veröffentlicht am 21.02.2020

Interessanter Mix

Das Evangelium der Aale
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Als erstes fällt bei diesem Buch natürlich das Cover ins Auge. Es war für mich der Hauptgrund, warum ich auf das Buch aufmerksam geworden bin, danach hat mich natürlich interessiert, wie der Autor die ...

Als erstes fällt bei diesem Buch natürlich das Cover ins Auge. Es war für mich der Hauptgrund, warum ich auf das Buch aufmerksam geworden bin, danach hat mich natürlich interessiert, wie der Autor die Beziehung zu seinem Vater ausgerechnet über Aale erzählen will. Die Mischung aus interessanten Fakten, Wissenschaft und Familiengeschichte hat mich dann sehr überrascht.

Das Buch erzählt abwechselnd in unterschiedlich langen Kapiteln von der Beziehung des Autors zu seinem Vater, bezogen auf dessen Hobby, das Aalangeln, in das er den Sohn schon früh einführt und von wissenschaftlichen Fakten rund um den Aal. Mit der Lektüre ist mir bewusst geworden, dass ich eigentlich fast nichts über diesen, durchaus faszinierenden Fisch weiß. Der Autor hat hier eine enorme Recherchearbeit geleistet und das, was an Fakten bekannt ist über Herkunft, Stadien, Lebensraum, Fortpflanzung usw zusammengetragen. Er beginnt dabei bei Aristoteles, der ein großes Interesse an der Aalforschung hatte und verfolgt die Spuren vieler weiterer Wissenschaftler in verschiedenen Epochen. So erfährt der Leser, dass sogar Sigmund Freud eine Vergangenheit rund um den Aal hatte. Die persönlichen Kapitel begleiten Vater und Sohn bei ihren Angelausflügen, man erfährt einiges aus der Familiengeschichte und spürt hier die besondere Beziehung der Beiden.

Die Geschichte des Aals wird wirklich sehr ausführlich erzählt, es gibt geschichtliches, Forschungsergebnisse, philosophisches, der Fisch wird unter den verschiedensten Blickwinkeln betrachtet, sogar biblisches findet sich im Buch wieder. Obwohl der Autor sehr bildhaft, leicht und packend schreibt, war es mir hier manchmal etwas langatmig, gerade weil es auch einige Überschneidungen und Wiederholungen gibt. Die Kapitel in denen es nur um Vater und Sohn ging, haben diesen Eindruck nicht bei mir erzeugt, hier spürt man viel Nähe und Zuneigung, die Stellen sind in ihrer Aussage zwar meist recht klar, aber dennoch sehr emotional, wie ich finde.

Die Forschung um den Aal ist mehr als umfangreich, sehr interessant, ist der Aal doch ein interessantes und noch in vielerlei Hinsicht unbekanntes Wesen. Das Buch ist eine Hommage an dieses Tier, das dem Menschen trotz intensivster Bemühungen noch so viele Rätsel aufgibt. Es ist ein Appell an die Menscheit, mehr für Arten -, Klima-, Umweltschutz zu unternehmen. Das Buch ist eine Liebeserklärung, natürlich in erster Linie an den Vater, aber auch an die Natur. Das Buch wirkt nach, es macht nachdenklich, demütig gegenüber dem Wunder des Lebens, wirkt melancholisch und mahnend. Das Buch macht deutlich, was wir definitiv über den Aal wissen ist, dass wir eigentlich nichts wirklich über ihn wissen und dieses Nichtwissen wird wohl am Ende zum Aussterben dieses geheimnisvollen Tieres führen.

Ein Buch, das sich in keine Schublade packen, keinem Genre zuordnen lässt, aber unbedingt lesenswert ist.

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