Profilbild von restexemplar

restexemplar

Lesejury Star
offline

restexemplar ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit restexemplar über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.02.2025

Ergibt leider keinen Sinn ...

Courting – Be mine through all time
0

Die 21-jährige Rebecca liebt die Regency Zeit. Natürlich nimmts ei dann am Regency Revival Festival teil - nur landet sie dabei unerklärlicherweise im London des Jahres 1816!
Plötzlich ist die mittellose ...

Die 21-jährige Rebecca liebt die Regency Zeit. Natürlich nimmts ei dann am Regency Revival Festival teil - nur landet sie dabei unerklärlicherweise im London des Jahres 1816!
Plötzlich ist die mittellose Studentin eine waschechte Lady. Dass dies nicht nur Positives mit sich bringt, muss sie bald erfahren. Zum Glück gibt es auch den Piraten Reed, der ihr ganz schön den Kopf verdreht.

Ich hatte so gehofft, dass mir das Buch gefallen würde, weil es viel zu selten vorkommt, dass eine starke junge Frau sich in der Regency-Zeit behaupten muss. Die Bridgerton und Wallflower-Bücher haben Protaginistinnen, die sich am Ende doch immer wieder unterordnen.

Rebecca, die Protagonistin, nennt sich selbst „nicht altmodisch, aber vintage“, was mir leider sehr schlimm „I’m not Like other Girls“-Vibes beschert hat. Ich verstand ihre Einsmakeit, weil sie ihre Eltern früh verloren hat und ihr Geschichte, sprich Dinge, die schon passiert sind, ihr Halt geben. Allerdings ist sie sehr distanziert und hat kaum Freunde, bis auf ihre Kollegin in der Bibliothek, welche Rebecca unbedingt verkuppeln MUSS, weil Rebecca noch Jungfrau ist. All ihre Dating-App-Dates sind katastrophal, aber da frage ich mich: Warum datet sie nicht an der Uni? Dort findet man ja sehr oft Leute, die die gleichen Interessen haben und einen Mangel an Partys zum Kenennlernen gibt es auch nicht.
Sie studiert weiteres Ägyptologie, will aber nicht wirklich an Konferenzen in Kairo teilnehmen. Warum dann Ägyptologie studieren? Wenn sie sich dem London des 19. Jahrhunderts gewidmet hätte, wäre sie enger an ihren Wohnort gebunden und könnte hier auch selbstständig Forschung betreiben.
Leider hört es hier nicht auf, denn, als Rebecca in der Vergangenheit landet und ihr auch erklärt wird, dass sie sich wirklich im London des Jahres 1816 befindet, schwenkt sie vor ihrer Zofe ihr Tampon umher und erklärt ihr, wofür es da ist. Ich sag es mal so: Dass diese sich um die Unversehrtheit ihrer Herrin Sorgen macht ist doch logisch? Ja, ich finde es gut, dass Rebecca ihr Leben aus dem 21. Jahrhundert mitgenommen hat, aber eine so kluge Frau, würde sich in diesem Fall doch zurückhalten oder lügen, oder?

Um vor meinen größten Kritikpunkt noch etwas Positives zu sagen: Reed, ihr Love Interest, der als Freibeuter unter der Krone segelt, war wirklich süß.
Aber auch hier: Warum wird das Buch als spicy vermarktet, wenn sogar eine wichtige Sexszene am Ende fade to black ist? Das Buch besitzt also etwas spice, aber - wie ich finde - an den falschen Stellen.

Was mir aber sehr viel zerstört hat war das Ende und das damit einhergehende Konzept des Zeitreisen. Vorab: Wenn man sich fragt, warum Rebecca in der Vergangenheit gelandet ist und wie sie zur Lady wurde: Sie ist praktisch in ihrer eigenen Fanfiktion aufgetaucht. Ihre Familie hat sie sich selbst erschaffen, aber dennoch ist alles wie im London des Jahres 1816. Ergibt das irgendwie SInn? Leider nicht.

ACHTUNG! SEHR STARKE SPOILER!
Ein großes Problem habe ich mit dem Konzept des Zeitreisens. Ich weiß, dass dies ein Liebesroman ist, aber da das Zeitreisen die ganze Handlung am Laufen hält, muss ich jammern. Mir ist bewusst, dass es kein richtiger Sci-Fi oder Fantasyroman ist, aber dennoch darf man nicht einfach irgendetwas schreiben!
Man erfährt zu Beginn, dass Dinge, die man in der Vergangenheit ändert, sich auf die Zukunft auswirken: Durch ein paar Änderungen von Rebecca in der Vergangenheit ist sie in der Zukunft eine Adelige, reich und hat Freundinnen. Also wie ändert sich die Zukunft dann, wenn gleich 4 (!!) Personen aus der Vergangenheit für immer in die Zukunft gehen? Die Verantwortliche für das Zeitreisen sagt explizit, dass Rebecca nicht schwanger werden und niemanden umbringen sollte, aber 4 fehlende Leute gehen klar? Beziehungsweise mit Rebecca sind es 5. Wiederrum existierte Rebecca und ihre Familie nicht, weil Rebecca sie ausgedacht hat, aber was ist mit Reed? Fragen über Fragen. Die einfach nicht geklärt werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.02.2025

Süße Romcom

The Fake Mate – Die Liebe ist eine Bestie für sich
0

Mackenzie liebt ihre Arbeit als Ärztin im lokalen Krankenhaus. Was sie nicht so mag, ist ihre Großmutter, die hofft, dass die Omega-Gestaltwandlerin bald einen vorzeigbaren Partner mit nachhause nimmt. ...

Mackenzie liebt ihre Arbeit als Ärztin im lokalen Krankenhaus. Was sie nicht so mag, ist ihre Großmutter, die hofft, dass die Omega-Gestaltwandlerin bald einen vorzeigbaren Partner mit nachhause nimmt. Kurzerhand lügt Mac sie an - und das Drama beginnt. Denn in der Arbeit überzeugt sie den Kardiologen Noah davon, ihren perfekten Freund zu spielen, denn er ist auch ein Wandler. Und nicht nur das: Er ist sogar ein Alpha und als partnerloser Alpha droht ihm der Jobverlust. Doch schon bald wird es ziemlich heiß zwischen Mac und Noah, aber: Ist es reine Biologie oder doch das Herz?

„The Fake Mate“ ist ein spicy Liebesroman mit etwas Fantasy, den ich schnell gelesen habe. Besonders für Fans von Ali Hazelwood kann ich mir das Buch sehr gern vorstellen und auch ich, die eigentlich keine Bücher mit Setting im Krankenhaus mag, fand es angenehm.

Das Buch ist zu 95% Liebesroman und nur 5% Fantasy. Das ist eine Warnung für alle, die einen hohen Fantasyanteil erwarten: Hier geht es nur am Rande um Gestaltwandler. Dass Mackenzie und Noah beide Wandler sind, dient nur ihre Anziehung als Alpha und Omega besser zu erklären und für einige spicy Szenen inklusive Knotting.
Positiv fand ich, dass es eher kaum um Fortpflanzung ging. Mini-Spoiler: Es gibt keinen Pregnancy-Trope mit welchem ich durch das Setting fast schon gerechnet hätte.

Die Charaktere waren liebenswürdig und das war es eigentlich schon. Mac und Noah sind sympathisch, ohne viele Ecken und Kanten, weshalb das Buch leider nicht ganz perfekt war. Beide fühlen schnell eine Anziehung und es gibt einige Spicy Szenen, auf die ich jedoch vorbereitet war.

Alles in allem: Ein nettes Buch für Zwischendurch, welches jedoch nicht so lange in meinen Kopf geblieben ist, wie ich Anfangs dachte.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2025

Leider nur so mittelmässig

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows
0

Ende des 19 Jahrhunderts verbringt die 19-jährige Inez fast ihr ganzes Leben bei ihrer Tante. Ihre Mutter und ihr Vater sind die meiste Zeit in Ägypten, wo sie mit ihrem Onkel das Land erforschen. Doch ...

Ende des 19 Jahrhunderts verbringt die 19-jährige Inez fast ihr ganzes Leben bei ihrer Tante. Ihre Mutter und ihr Vater sind die meiste Zeit in Ägypten, wo sie mit ihrem Onkel das Land erforschen. Doch eines Tages erhält Inez eine Brief, der sie zutiefst erschüttert: Ihre Eltern sind verschwunden und ihr Onkel ist sich sicher, dass beide tot sind.
Kurzerhand reist Inez nach Ägypten, wo schon der Helfer ihres Onkels Whitford - kurz Whit - auf sie wartet, um sie wieder zurückzuschicken. Doch dieser hat nicht mit Inez und ihrer Sturheit gerechnet. Sie wird erst gehen, wenn sie Antworten hat.

Auf „What the River knows“ habe ich mich sehr gefreut. Schon seit meiner Kindheit war ich vom Alten Ägypten fasziniert UND ich liebe das viktorianische Zeitalter, in dem das Buch angesiedelt ist, passt perfekt. Durch Napoleons Kriege waren die viktorianischen Adeligen besessen von Ägypten - so wie Inez’ Eltern, die die Handlung des Buches in Fahrt bringen. Und was soll ich sagen? Die Handlung plätschert trotz mancher Action Szene vor sich hin. Andauernd läuft Inez davon oder widersetzt sich und da das in der ersten Hälfte des Buches vier oder fünf Mal passiert, war ich schnell gelangweilt. Die Action-Szenen waren dann auch sehr Indiana Jones mäßig (Stichwort: Krokodil) und leider auch seltsam (Stichwort: Erster Kuss).
Inez und Whit sind beides Charaktere, die ich nicht wirklich mochte: Inez macht einfach nichts, was man von ihr verlangt und ist dermaßen hirnlos, dass sie mich genervt hat. Ein bisschen mehr Weitsicht hätte ihr nicht geschadet. Whit ist zu perfekt: Groß, Gutaussehend, Reich, Gebildet und ein guter Kämpfer. Sein einziger „schlechter Charakterzug“: Er ist schon etwas alkoholabhängig, außer wenn Inez es stört, da ist er dann ganz schnell trocken, um dann wieder rückfällig zu werden.
Zwei bzw drei Twists haben mir im Buch gut gefallen und deswegen werde ich auch noch Band 2 lesen.


Und BITTE! Lieber Verlag, Korrigiere die Karte! 
Ich habe schon eine Mail geschrieben, dass Unterägypten praktisch „oben“ ist (am Meer) und Oberägypten unten. Wie kann bei so einer kleinen Karte so ein gravierender Fehler passieren?!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.01.2025

Enttäuschend

Degrees of Engagement
0

Als ich das Buch begonnen habe, war ich noch relativ begeistert: Ich konnte Biancas Gefühle so gut nachvollziehen, denn auch ich kenne es, wenn zwischenmenschliche Errungenschaften (Verlobung, Heirat, ...

Als ich das Buch begonnen habe, war ich noch relativ begeistert: Ich konnte Biancas Gefühle so gut nachvollziehen, denn auch ich kenne es, wenn zwischenmenschliche Errungenschaften (Verlobung, Heirat, etc) in Freundesgruppen mehr erstrebenswert angesehen werden, als berufliche Ziele.
Xavier als ihr "Rivale" wirkte mega süß.
Ich war mir nach der Leseprobe sicher: Das ist eine Rom Com für mich!
Leider kam die Ernüchterung schnell:
- Bianca und Xavier sind Charaktere ohne Charakter. Absolut austauschbar.
- Das ganze wird als "Academic Rivals" (To Lovers) vermarktet, aber beide sind am Ende ihres Studiums. Nur ein paar eingestreute Rückblenden gibt es und da wirkten die beiden eher als Freunde als Rivale.
- Auch wurde sehr oft STEM erwähnt: Xavier ist Archäologe, Bianca arbeitet in der Bibliotheksverwaltung. Ich weiß STEM ist in, aber das sind nun mal Geisteswissenschaften. Sind wir Geisteswissenschaftler nicht "hot" genug?
- Auch habe ich nicht verstanden auf welcher Universität beide irgendwelche Kurse gemeinsam belegen würde? Außer Einführungskurse, aber das wäre ja weit vor dem Doktorat ...

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2025

Schwierig

Im Zeichen der Mohnblume - Die Schamanin
0

Rin ist eine Waisin, die bei einem Vormund aufwächst, der die junge Frau am liebsten gestern gewinnbringend verheiraten würde. Um diesen Schicksal zu entgehen, arbeitet sie hart, damit sie an der Militärakademie ...

Rin ist eine Waisin, die bei einem Vormund aufwächst, der die junge Frau am liebsten gestern gewinnbringend verheiraten würde. Um diesen Schicksal zu entgehen, arbeitet sie hart, damit sie an der Militärakademie aufgenommen wird. Doch damit entkommt sie nur den Heiratsmarkt, nicht abder den Schrecken von Krieg und Zerstörung…

„Im Zeichen der Mohnblume“ ist der erste Teil der Trilogie über die Waisin Rin - und obwohl es ein erster Teil ist, geizt dieser nicht mit extremen Szenen und Gewalt. Ich musste ein paar mal schlucken, da extreme Situationen beschrieben wurde, die ja, passend für eine Erzählung ist, die eine Mischung aus feudalem Asien (nicht direkt China) und den Schrecken des 2. Weltkrieges in sich vereinen will. Der Fantasy-Aspekt ist gegeben, aber sehr gering.

Auch Rin ist eine Protagonistin, die man mag oder nicht. Sie ist ambivalent. Nicht direkt sympathisch, aber auch ein Charakter, deren Handlungen man gut nachvollziehen kann.

Es ist echt schwer eine Empfehlung für so ein Buch auszusprechen. Hier gilt: Einfach lesen und wenn es zu brutal wird, abbrechen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere