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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.08.2019

...besticht durch eine brisante Thematik und spezielle Ermittler

Der Preis des Lebens
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Ich hatte die Ehre dieses Buch vor seinem eigentlichen Erscheinen zu lesen.

Es hat mich zugleich schockiert und gefesselt - schon beim Blick auf das Cover!
Das Motiv ist unappetitlich, aber ein absoluter ...

Ich hatte die Ehre dieses Buch vor seinem eigentlichen Erscheinen zu lesen.

Es hat mich zugleich schockiert und gefesselt - schon beim Blick auf das Cover!
Das Motiv ist unappetitlich, aber ein absoluter Eyecatcher.

Sofort wird man in einen Handlungsstrang hineingeworfen, in dem ein Mensch "extrahiert" wird.
Leider passt dessen Herz zu gut, um einen reichen erkrankten anderen Menschen damit das Leben retten zu können...
...und in diesen Spannungsstrudel wird man hineingezogen und man entkommt ihm erst auf der letzten Seite wieder.
Dieses Buch ist ein echter Pageturner!

Besonders erfrischend ist das Ermittlerduo Sabine Preiss und Michael Lenhart. Beide eigentlich "Käuze", die mit keinem so recht zusammenarbeiten konnten bisher. Doch die beiden müssen bald feststellen, dass sie ziemlich gut harmonieren. Trotz der ernsten Thematik gibt es immer etwas zu lächeln.
Lenhart ist ein sehr cleverer Ermittler. Seine Dialoge sind geistreich und haben wirklich Substanz. Auch seine Art war mir sofort sympathisch.
Auch die Nebenfiguren und Helfer in dem Organraub-Fall werden dem Leser anschaulich vorgestellt und deren Charaktere offenabren sich in ihrem Handeln und dem, was sie sagen.
Zudem ist die Story von politischer Seite her sehr interessant - und spannend wie auch spitzbübisch bis zum Schluss.
Ich hätte mir sogar noch ein paar Seiten mehr gewünscht.

Mir hat die Lektüre unglaublich Spaß bereitet.
Sie hat mich angeregt über Vieles näher nachzudenken bzw. nachzuforschen.
Es ist ein Buch, welches man so schnell nicht vergisst.
Und das ist definitiv 5 Sterne wert.

Veröffentlicht am 07.08.2019

Ein Roman, der bewegt!

Wo die Freiheit wächst
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Beim Blick auf das Cover erahnt man noch nicht, welch dramatische und bewegende Geschichte sich darin verbirgt.
Das Bild gibt erste Hinweise auf die "Edelweißpiraten", eine der bekanntesten oppositionellen ...

Beim Blick auf das Cover erahnt man noch nicht, welch dramatische und bewegende Geschichte sich darin verbirgt.
Das Bild gibt erste Hinweise auf die "Edelweißpiraten", eine der bekanntesten oppositionellen Jugendgruppen während der NS-Herrschaft.

Frank M. Reifenberg hat mit diesem Werk einen JUgendroman geschaffen, der an die Nieren geht und gegen das Vergessen der Qualen dieser Zeit ankämpft bzw. diese schrecklichen Ereignisse nicht in Vergessenheit geraten lassen möchte - aus Aerkennung des Mutes und Kampfgeistes der Jugendlichen damals und Warnung für zukünftige politische Entwicklungen.
Schon dies finde ich bemerkenswert und wichtig.

Fernab der angenommenen hintergründigen Motivation des Autors gelingt es Reifenberg dies sehr authentisch und emotional zu transportieren.
Man spürt, es steckt viel Wissen, viel Recherche und Herzblut in dieser Geschichte.
Als Leser kommt man den Charakteren so nah, man hofft, bangt, leidet und, durchlebt Ängste und Träume der Protagonisten mit.
Mich hat die Lektüre sehr ergriffen, ich musste mir oft die Tränchen aus den Augen wischen.
Mehr muss man, denke ich, nicht dazu sagen - DIeses Buch sollte zur Pflichtlektüre für die Sekundarstufe werden.

Die Struktur eines Briefromans ist zusätzlich etwas besonderes.
Man muss sich erst einmal einlesen, doch dann lässt es sich flüssig lesen.
Auch sprachlich wirkt es sehr real durch einige mundartliche Ausdrücke.
Zu jeder Zeit spürt man deutlich und eindringlich die Emotionen der Briefeschreiber. Das ist toll!

Absolut lesenswert und, wie gesagt, eigentlich ein MUSS für alle JUgendlichen ab 16 wie auch Erwachsenen, das dem Leser die Wirren und Probleme der NS- Zeit anschaulich und gefühlsbetont näher bringt.

Veröffentlicht am 29.07.2019

Ich spüre was, was ich nicht seh...

Blind
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Dieser Kriminalroman fußt auf einer ganz außergewöhnlichen Idee.
Ein blinder Mann, den der Verlauf eines Telefonats mit einer fremden Frau so sehr beschäftigt, der spürt, dass etwas geschehen sein muss ...

Dieser Kriminalroman fußt auf einer ganz außergewöhnlichen Idee.
Ein blinder Mann, den der Verlauf eines Telefonats mit einer fremden Frau so sehr beschäftigt, der spürt, dass etwas geschehen sein muss - und dem niemand so recht glauben will...

Christine Brand erzählt in ihrem Krimi, eine ebenso unglaubliche wie fesselnde Geschichte, deren Spannungsbogen nie abflacht. Durch den häufigen Szenenwechsel, die kurzen eindringlichen Kapitel und das Aufwerfen immer neuer Fragen fliegt man als Leser nur so durch die Seiten.
Ihre Protagonisten sind allesamt sehr platisch, einige überaus sympathisch, andere nicht minder geheimnisvoll.
Das Setting ist schockierend. Man fiebert unwillkürlich mit...

Ich persönlich habe auch viel Neues über Problematiken erfahren, die mit Blindheit in Verbindung stehen. Das hat mich auch irgendwie fasziniert, wie solche Menschen ihren Alltag so feinfühlig meistern.

Das Cover ist egnial. Zum einen haptisch toll, zum anderen auch optisch wohl durchdacht mit dem als Tür dargestellten L, auf dessen Lichtschein eine Person zuläuft. Sonst völlige Dunkelheit.
Sehr metaphorisch und überaus gelungen finde ich.

Ein kleines Pünktchen Abzug, weil mir die Zusammenhänge dann doch zu schnell klar und das Ende etwas überstürzt war.

Doch insgesamt definitiv ein Pageturner!

Veröffentlicht am 21.07.2019

tiefgreifend...

Und dieses verdammte Leben geht einfach weiter
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Schon das Cover macht neugierig.
Es ist farbenfroh.
Es wirkt jung durch seine Gestaltung und die angedeuteten roten Klebestreifen, die zudem sehr platisch wirken.
Außerdem ist der dicke Pappeinband ein ...

Schon das Cover macht neugierig.
Es ist farbenfroh.
Es wirkt jung durch seine Gestaltung und die angedeuteten roten Klebestreifen, die zudem sehr platisch wirken.
Außerdem ist der dicke Pappeinband ein haptisches Highlight.
Durch die Art der Bindung lässt es sich wunderbar lesen - die Seiten lassen sich richtig aufmachen ohne ständig zuzuklappen.
Perfekt!

Beginnt man zu lesen wird man sofort in ein schicksalbehaftetes Leben eines Jugendlichen (Jonas) hineinkatapultiert.
Er erzählt locker und grundhaft ehrlich über sein Leben, seine Erlebnisse, Erfahrungen und vor allem seine Gefühle.
Die Erzählweise ist sehr eindringlich und hochgradig emotional.
Das ist besonders.

Bald trifft Jonas auf zwei andere Jugendliche (Sunny und Timon), die auch, wie man nach und nach erfährt, alles andere als eine "unbeschwerte Jugend" genießen...

Die drei lernen sich kennen.
Die drei streiten.
Die drei öffnen sich.

Ihre gemeinsame Zeit wird für jeden von ihnen eine schwierige, aber umso mehr eine wegweisende für deren Zukunft...

Mit dieser Geschichte, die in sich so viele Problematiken junger Heranwachsender beinhaltet, trifft der Autor mitten ins Schwarze bei der Zielgruppe der Leser, die sich selbst irgendwo immer wiedererkennen.
Er schafft es von Seiten des Lesers eine unvergleichliche Nähe zu den Protagonisten herzustellen.
Man fühlt und leidet mit - ob man will oder nicht.

Hier stimmt einfach alles!

Als erwachsenen Vielleser hat mich lediglich die Häufung dieser suboptimalen Schicksale der Jugendlichen in der Geschichte etwas gestört, sowie einige "Zufälle", die mir zu konstruiert wirkten.
Darum würde ich ein halbes Sternchen abziehen - für mich persönlich.

Doch davon abgesehen, wurde hier ein sehr emotionales und spannendes Jugendbuch geschaffen, das definitiv viele Gesprächsanlässe und Denkanstöße gibt - und evoziert sich mit seinem eigenen Leben und persönlichen Werten sowie Freundschaft, Vertrauen, Verlust und Trauer auseinanderzusetzen.
Das ganze geschieht jedoch ohne erhobenen Zeigefinger, sondern ganz "nebenbei". Das ist klasse!

Ich könnte es mir super auch als Klassenlektüre in Sekundarstufe I vorstellen.

Veröffentlicht am 18.07.2019

Ein Auf und Ab...

The Woman in Cabin 10
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Der Klappentext machte mich neugierig.
Das Cover - passend, schliecht, aber auffällig.

Also los... Schiff ahoi!

Die ersten 150 Seiten hatte ich persönlich arg zu kämpfen - mal schwappte die Handlung ...

Der Klappentext machte mich neugierig.
Das Cover - passend, schliecht, aber auffällig.

Also los... Schiff ahoi!

Die ersten 150 Seiten hatte ich persönlich arg zu kämpfen - mal schwappte die Handlung seicht dahin, dann plötzlich eine Spannungswelle, die aber ebenso schnell wieder abflachte wie sie gekommen war.

Dennoch hat mich irgendwas an der Story gefesselt, sodass ich weiterlas.
Der Schreibstil ist sehr anschaulich und emotional.

Beim Setting auf der Yacht kamen mir zu viele eher blasse Charaktere auf einmal hinzu.

Irgendwann hatte sich jedoch der Nebel gelichtet über dem Meer an Protagonisten und deren Beziehungen zueinander - und dann nahm alles richtig an Fahrt auf!

Man fühlte sich wie ausgesetzt in einem kleinen Schlauchboot mitten im wilden Ozean - viele falsche Fährten und unglaubliche Ereignisse...

Nun fing die Lektüre an richtig Spaß zu machen!
Durch die letzten Seiten war es wie eine Fahrt mit dem Speedboot...
Auch, wenn ich das "Ziel" kannte, so war der Weg dorthin dennoch dann durch ungeahnte Zusammenhänge aufregend und überraschend.

Ende gut, alles gut! Mich hat es schließlich doch noch überzeugt, weshalb ich final 3,5 Sterne vergebe.