Ein bewegender Roman über Erinnerung und Neubeginn
Die VerloreneEs gibt Bücher, die man liest – und es gibt jene, die einen mitnehmen, als würde man selbst Seite für Seite mitleben. Dieser Roman gehört für mich zu den Werken, die man nicht nur verschlingt, sondern ...
Es gibt Bücher, die man liest – und es gibt jene, die einen mitnehmen, als würde man selbst Seite für Seite mitleben. Dieser Roman gehört für mich zu den Werken, die man nicht nur verschlingt, sondern durchlebt.
Miriam Georg erzählt das Schicksal einer Familie aus Schlesien, die in den Wirren des Zweiten Weltkriegs auseinandergerissen wird. Und doch endet die Geschichte nicht dort – sie zieht ihre Fäden bis in unsere Gegenwart, wo die Nachkommen noch immer den langen Schatten jener Zeit spüren.
Mit poetischem Gespür erzählt die Autorin von Verlust und Flucht, aber auch von Neubeginn und Hoffnung. Besonders die Frauen dieser Geschichte beeindrucken: Sie tragen eine stille, doch ungeheure Stärke in sich.
Berührend ist, wie Vergangenheit und Gegenwart sich durchdringen – wie das Ungesagte fortlebt, wie Fragen, die einst verschwiegen wurden, Jahrzehnte später an die Oberfläche drängen. Man leidet mit den Frauen, die alles verloren haben, und fühlt zugleich ihre unstillbare Sehnsucht nach Zugehörigkeit – eine Sehnsucht, die bis in die nächste Generation weiterreicht.
Dieser Roman ist mehr als eine Geschichte über Krieg und Schmerz. Er ist ein Zeugnis für die Macht der Erinnerung und Hoffnung, und er erinnert daran, dass die Vergangenheit nie ganz vergeht.