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Veröffentlicht am 31.03.2022

Verpasste Chancen, Bedauern und Schwelgen in der Vergangenheit - emotionslose, passive Liebesgeschichte mit einer auf mich unglaubwürdig wirkenden Protagonistin.

Boy meets Girl
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Nora ist um die 50 Jahre alt, als sie feststellt, dass sie von ihrem Ehemann Paul erneut betrogen wurde. Die Trennung ist kurz und ohne große Wort. Paul hat beruflich in Rom zu tun und verlässt Nora und ...

Nora ist um die 50 Jahre alt, als sie feststellt, dass sie von ihrem Ehemann Paul erneut betrogen wurde. Die Trennung ist kurz und ohne große Wort. Paul hat beruflich in Rom zu tun und verlässt Nora und die Wohnung.
Im Supermarkt begegnet sie einem jüngeren Mann und beginnt eine Affäre mit Gregory. Er tut ihr gut, sie fühlt sich begehrt, aber sie liebt ihn nicht. Fast zeitgleich trifft sie ihren alten Freund Yann wieder. Dieser ist zwar gebunden, aber sie treffen sich dennoch mehrfach, bis sich Nora auch wünscht, den Alltag mit Yann zu teilen. Sie hat ihre Gefühle nicht mehr unter Kontrolle und merkt, dass Freundesein einfach nicht mehr ausreicht.

Nora ist Paartherapeutin, was man ihrem Verhalten aber kaum anmerkt, denn in Bezug auf sich selbst und die Liebe agiert sie blauäugig, naiv und hilflos. Für sie soll die Liebe einfach, ohne Anstrengung sein und keine Mühe kosten. Ratgeberin ist ihre beste Freundin Lou, zu der sie telefonisch Kontakt hält und die sie immer wieder dazu anregt, Entscheidungen zu treffen und mutiger zu sein.

Die Geschichte wird eher ruhig erzählt. Nach der Offenlegung des erneuten Betrugs durch ihren Ehemann gibt es keine weiteren Dramen, Hoch- oder Tiefpunkte der Erzählung. Gerade im Mittelteil tritt die Handlung wenig ereignisreich auf der Stelle, denn Nora weiß nicht wirklich was sie möchte und verhält sich auch so. Sie trifft sich abwechselnd mit Gregory und Yann, telefoniert mit Eltern oder Lou, hat aber kaum Kontakt zu ihre Tochter und gar keinen zu ihrem Ehemann. Das meiste spielt sich in Noras Kopf ab, ohne dass sie bewusst Entscheidungen fällt.

Für mich wurde Nora nicht wirklich greifbar. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine Frau in ihrem Alter, die zudem beruflich auch noch auf die Therapie von Paaren spezialisiert ist und erfolgreich Beziehungsratgeber veröffentlich hat, selbst so zögerlich und unbeholfen ist. Durch ihr in den Tag hineinleben, die Auszeiten, die sie sich immer wieder nimmt und dem Fokus auf ihrer Freizeit statt auf ihrer Arbeit wirkte sie deutlich jünger auf mich. Im Umgang mit ihren betagten Eltern, die die Kontrolle über ihr Leben verloren haben, ist sie verantwortungslos und unfähig.

Das Buch handelt von verpassten Chancen, vom Bedauern und dem Schwelgen in der Vergangenheit. Es ist keine klassische Liebesgeschichte, denn die Geschichte kommt ohne Dramatik, Spannung und Emotionen aus. Im Zentrum der Handlung steht Nora und das Hin und Her, ob und welcher Mann der richtige an ihrer Seite ist. Dabei bleibt sie passiv, lässt ihren Ehemann ohne Aussprache und Streit ziehen und wartet, dass sich der Richtige für sie entscheidet, ohne um ihn zu kämpfen.
Der Roman versprüht französisches Flair und liest sich schnell weg. Er konnte mich jedoch trotz der richtigen Botschaft, mutiger zu sein, seinem Leben eine Wendung zu geben, aufgrund der auf mich unglaubwürdigen Protagonistin nicht überzeugen.

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Veröffentlicht am 30.03.2022

Berührendes Drama mit einer vorhersehbaren Liebesgeschichte. Der eingängige Schreibstil und die Hoffnung auf ein Happy End sorgen für schöne Lesestunden.

Reminders of Him – Für immer ein Teil von dir
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Nach fünf Jahren Gefängnisaufenthalt möchte Kenna ihre Tochter Diem wiedersehen, die sie direkt nach der Geburt in die Obhut der Eltern ihres verstorbenen Freundes Scotty geben musste. Sie ist Schuld an ...

Nach fünf Jahren Gefängnisaufenthalt möchte Kenna ihre Tochter Diem wiedersehen, die sie direkt nach der Geburt in die Obhut der Eltern ihres verstorbenen Freundes Scotty geben musste. Sie ist Schuld an dem Unfalltod, bei dem ihr Freund ums Leben kam und leidet noch immer an dem schweren Fehler, den sie in der Unfallnacht begangen hat. Im Heimatort ihres Freundes trifft sie bereits am ersten Abend auf Ledger, Scottys besten Freund, der sich wie ein Onkel rührend um die aufgeweckte Diem kümmert. Er verhindert zunächst, dass Kenna Diem wiedersehen kann, doch dann kommt er Kenna näher und befindet sich unweigerlich in einem Gefühlschaos und einem Strudel aus Lügen und Geheimnissen, Wut und schlechtem Gewissen.

"Für immer ein Teil von dir" wird abwechselnd aus der Perspektive der beiden Hauptfiguren Kenna und Ledger erzählt. Kenna ist eine junge Frau, die als Kind selbst von ihrer Mutter vernachlässigt wurde und nun nichts lieber möchte, als ihre Tochter zu sehen. Sie weiß jedoch auch, wie viel Schuld sie in sich trägt und dass Diem in ihrer gewohnten Umgebung gut aufgehoben ist. Ledger ist wütend auf Scottys Freundin, die Schuld an seinem Tod ist und möchte ihr den Umgang mit Diem verweigern - auch um Scotty Eltern zu schützen. Als er sie jedoch näher kennenlernt, beginnt er an seinem Entschluss zu zweifeln. Das Gefühlschaos auf beiden Seiten ist sehr eindringlich dargestellt. Beide Positionen kann man verstehen und sich in die Charaktere sehr gut hineinversetzen.
Die sehr schnell in Gang getretene Liebesgeschichte ist vorhersehbar und verkompliziert das Drama weiter. Für meinen Geschmack war ihre Liebe zu körperlich und sexuell aufgeladen und weniger von echten Gefühlen begleitet. Sie vermittelte eher den Eindruck, Spannungen abzubauen, als sich emotional näher zu kommen.
Trotz ihrer Vorhersehbarkeit ist die Geschichte spannend, auch wenn ich mir von der langen Unklarheit über die Unfallnacht einen größeren Überraschungseffekt erwartet hatte. Auch wird die erste Begegnung zwischen Kenna und Diem etwas in die Länge gezogen, was im Mittelteil dafür sorgt, dass sie Geschichte nur sehr langsam vorankommt. Das Buch ist emotional und voller Dramatik und sorgt mit einer komplizierten Liebesgeschichte für das gewisse Etwas. Es ist ein Buch über Trauer und Schuld, aber mehr Emotionen und die ein oder andere Wendung hätte dem Roman mehr Tiefe gegeben. Auch wirkte mir Kenna phasenweise viel zu passiv und ohne Eigeninitiative. Sie ließ sich von "Saubermann" Ledger zu viel bieten und durch die Liebesgeschichte geriet dabei der Kampf um Diem zu sehr in den Hintergrund. Die Fragen, wie es mit der Familie weitergeht und welche Auswirkungen das plötzliche Auftreten einer Mutter für das Kind hat, bleiben unbeantwortet.
Der eingängige Schreibstil der Autorin, die berührenden Dramen und die Hoffnung auf ein Happy End sorgen jedoch zweifelsohne für schöne Lesestunden.

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Veröffentlicht am 28.03.2022

Krebsgeschichte, bei der weniger die Krankheit sondern vielmehr die Figuren und die besondere Personenkonstellation der Patchworkfamilie in den Vordergrund rücken. Weniger dramatisch als erwartet.

Alles beginnt mit dir
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Kayla ist 15 Jahre alt und eine begeisterte Basketballspielerin. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Heather, zu der sie ein inniges Verhältnis pflegt. Als ihre Knieschmerzen nicht mehr zu ignorieren sind, ...

Kayla ist 15 Jahre alt und eine begeisterte Basketballspielerin. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Heather, zu der sie ein inniges Verhältnis pflegt. Als ihre Knieschmerzen nicht mehr zu ignorieren sind, muss Kayla nach einem Sturz ins Krankenhaus. Die Diagnose ist niederschmetternd: Kayla hat Krebs.
Um die beste Behandlung zu erhalten, wird Kayla in ein Krankenhaus in Dublin verlegt, weshalb Kaylas Vater Gavin seiner Exfreundin Heather anbietet, zu ihm und seiner Familie zu ziehen, damit Heather in ihrer Nähe sein kann. Es ist für alle eine schwierige Situation, denn die Sorge um Kayla, deren Krebs spät erkannt wurde, ist groß und die Nerven von Mutter, Vater und Stiefmutter liegen nachvollziehbar blank.

Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, ist dies besonders schlimm, weshalb diese Geschichte emotional ist und zu Herzen geht. Dabei wird jedoch nicht unnötig auf die Tränendrüse gedrückt und detaillierte Ausführungen zu Symptomen oder der Behandlung und ihren Nebenwirkungen gemacht.
Der Roman handelt insbesondere von dem Zusammenspiel der Figuren und die Probleme, die sich für die unfreiwillige Patchworkfamilie ergeben.

Heather sorgt sich um ihre Tochter Kayla, verbringt viele Stunden im Krankenhaus und möchte sie vor allen Gefahren und Unwägbarkeiten schützen. Auch nach Rückschlägen hofft sie auf weitere Behandlungsmöglichkeiten. Ihr Exfreund Gavin und sie kommen sich durch die Krankheit der gemeinsamen Tochter unweigerlich näher und sie verbringen viel gemeinsame Zeit. Das schürt die Eifersucht von Charlotte, die zwar Kayla auch lieb hat und sich um sie sorgt, aber dennoch davon getroffen ist, dass sich ihre Ehemann von ihr zurückzieht. Zudem macht sie sich Sorgen darum, dass die vierjährige Molly unter der Situation leiden könnte oder vielleicht sogar als Stammzellenspenderin für ihre Halbschwester fungieren müsste. Auch sie möchte nur ihre Tochter schützen.
Kayla leidet Schmerzen und hat Angst nie wieder Basketball spielen zu können. Im Krankenhaus ist es eintönig und langweilig. Sie scheint allerdings keine Angst vor dem Tod zu haben und den Ernst der Lage am Anfang nicht zu überblicken. Nach wochenlangen Strapazen hat sie kaum noch Hoffnung auf Genesung und denkt über die Zukunft ihrer Mutter nach. Sie möchte sie glücklich sehen und entwickelt einen Plan, womit sie auf die Hilfe von Freunden und Familie angewiesen ist. Insbesondere ihr bester Freund Aiden und auch Charlotte stehen ihr bei.

Durch die Perspektivenwechsel erhält man Einblick in die Gefühlswelten aller Hauptfiguren, wobei Kayla und die beiden Frauen die entscheidenden Rollen spielen. Es fällt damit leicht, sich in ihre schwierigen Situationen hineinzuversetzen und Verständnis für Wut, Trauer und Eifersucht aufzubringen.
Die Geschichte berührt und hat mir insbesondere aufgrund der besonderen Personenkonstellation gefallen, die einer typischen Krebsgeschichte einen neuen Drive gibt und nicht die Krankheit sondern die Figuren in den Mittelpunkt rückt. Das Buch liest sich leichtgängig und ist trotz der Tragik der Geschichte weniger dramatisch als erwartet.

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Veröffentlicht am 26.03.2022

Reise nach Asien mit einem Blick hinter die Fassade der Passagiere mit ihren Geheimnissen. Jeder von ihnen ist auf einer Reise zu sich selbst.

Bergers unverhoffte Reise
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Im Jahr 1970 befindet sich das Frachtschiff "Holsatia" auf dem vierwöchigen Weg von Rotterdam in den Indischen Ozean nach Asien. Psychologiestudent Max Berger hat das Angebot seiner gut zehn Jahre älteren ...

Im Jahr 1970 befindet sich das Frachtschiff "Holsatia" auf dem vierwöchigen Weg von Rotterdam in den Indischen Ozean nach Asien. Psychologiestudent Max Berger hat das Angebot seiner gut zehn Jahre älteren Bekannten Anne Stoll angenommen, ihre Kinder Alex und Lotte als Hauslehrer in Medan in Indonesien zu unterrichten. Bereits an Bord des Schiffes, das nur acht Passagiere befördert, ist die Stimmung zwischen Max und Anne angespannt, denn er empfindet mehr für sie als nur Freundschaft.
Auch die weiteren Mitreisenden, darunter das holländische Ehepaar Julia und Henk de Boer, die ihren Sohn Kees in Malaysia besuchen möchten, Gräfin Bettina Orsini-Burgstedt auf dem Weg nach Jakarta zu ihrem Ehemann und der Schweizer Buchautor Urs Leuthenbacher auf dem Weg nach Singapur, bergen ihre Geheimnissen und persönlichen Konflikte.
Durch Gespräche untereinander und Erinnerungen an Vergangenes erfährt man die jeweiligen Geschichten hinter den Passagieren. Sie handeln insbesondere von Beziehungskonflikten und unausgesprochenen Wahrheiten. Jeder von ihnen scheint auf dem Weg nach Asien auch zu einer Reise zu sich selbst zu sein. Während sie zu Beginn noch wenig von sich Preis geben, kommen sich die Passagiere im Laufe der Reise auf begrenzten Raum unweigerlich nahe und öffnen sich. Einerseits fällt es ihnen leichter, Fremden gegenüber unausgesprochene Wahrheiten zu offenbaren, andererseits erhofft sich manch einer mehr Zwischenmenschliches von dem Kontakt.
Im Zentrum der Handlung steht Hauslehrer Max, aber auch die anderen Passagiere lernt man mit der Zeit besser kennen und verstehen. Jeder dieser inneren Konflikte ist auf seine Weise interessant, auch wenn er nur in aller Kürze abgehandelt werden kann, denn das Buch fasst im Vergleich zur Zahl der Charaktere nur wenige Seiten. Die Probleme und zwischenmenschlichen Konflikte können deshalb nur angerissen werden, was gut zu der zeitlich und räumlich begrenzten Schiffsreise passt, bleiben damit aber auch etwas oberflächlich und ohne dass es für alles eine zufriedenstellende Lösung geben kann.
Ich mochte die Atmosphäre auf dem Schiff und dass auch die Crew, die sich fürsorglich um ihre wenigen Passagiere kümmert, nicht außen vor bleibt. Zudem erfährt man durch Max' Unterricht, der die Überfahrt des Schiffes in ihn integriert, mehr über die Abläufe, Technik und die Aufgaben der Besatzung.
Der Blick hinter die Fassade der Passagiere mit ihren Geheimnisse, die sich allmählich offenbaren, ist gelungen. Weiterhin wird durch die Dreierkonstellation mit Max, Anne und Bettina Spannung erzeugt, da ihre Gefühlswelten unsicher sind und keine klaren Grenzen gezogen werden. Kein Charakter ist unsympathisch oder eindimensional, weshalb man unvermeidbar mit ihnen hofft, dass sie auf ihrer inneren Reise zu einer Entscheidung und zu mehr Glück und Zufriedenheit finden sowie zwischenmenschliche und persönliche Konflikte lösen können.

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Veröffentlicht am 25.03.2022

Mischung aus Drama und Kriminalroman mit einem spannenden Cold Case, authentischen Ermittlungen und lebensnahen Charakteren.

Das versunkene Dorf
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Bei dem Versuch einen Drogendealer festzunehmen, wird Capitaine Noémie Castain durch eine Schussverletzung in das Gesicht schwer verletzt. Nach wenigen Wochen der Regeneration möchte sie ihren Dienst bei ...

Bei dem Versuch einen Drogendealer festzunehmen, wird Capitaine Noémie Castain durch eine Schussverletzung in das Gesicht schwer verletzt. Nach wenigen Wochen der Regeneration möchte sie ihren Dienst bei der Pariser Kriminalpolizei wieder antreten, leidet jedoch an Albträumen und scheitert jedoch an einer Schießübung. Auch der Polizeichef möchte die gezeichnete Polizisten nicht mehr im Außendienst sehen, da er ihr die Leitung eines Teams nicht mehr zutraut. Sie wird deshalb befristet in ein kleines Dorf in Südfrankreich versetzt, um zu prüfen ob der Polizeistandort dort rentabel ist oder geschlossen werden kann. Kurz vor Abschluss ihres Berichts, der in Ermangelung schwerer Straftaten negativ ausfällt, wird eine Leiche im See des Dorfes gefunden. Es stellt sich heraus, dass das Dorf Avalone vor 25 Jahren geflutet wurde und kurz zuvor drei zehnjährige Kinder verschwunden, vermeintlich entführt worden sind.
Capitaine Noémie Castain bleibt vor Ort um den Cold Case, der bei den Einwohnern tiefe Narben hinterlassen hat, aufzuklären.

"Das versunkene Dorf" ist eine Mischung aus Drama und Kriminalroman. Zunächst steht das persönliche Schicksal von Noémie im Vordergrund, die verständlicherweise unter ihrem entstellten Gesicht leidet und von ihren Vorgesetzten als polizeiuntauglich angesehen wird.
In dem Dorf Avalone begegnet man der gestandenen Pariser Kommissarin jedoch überwiegend mit Respekt und nach einer öden Anfangszeit kann Noémie nach dem Bergen einer Leiche wieder zeigen, was in ihr steckt. Ihre Narben treten dadurch in den Hintergrund.
Die Charaktere sind zwar etwas stereotyp, passen aber zu dem abgelegenen Dorf. Hier kennt jeder jeden, die Polizeibeamten sind provinziell und der Bürgermeister offen rassistisch.

Der Fall um die verschwunden Kinder ist spannend aufgebaut und das überflutete Dorf, das unter dem See neben dem neu aufgebauten Zwillingsdorf liegt, birgt so manches Geheimnis. Die Ermittlungen sind authentisch dargestellt, die Personen lebensnah. Auch Noémies Entwicklung wirkt glaubwürdig, die Liebesgeschichte, die ihr zusätzlich Mut und Hoffnung gibt, hätte es für meinen Geschmack für diesen Roman nicht benötigt. Die spannende Schilderung der Aufklärung des Cold Cases und die geheimnisvolle und die unweigerlich gespenstische Atmosphäre, die sich durch die verlassenen Dorfruinen unter der Oberfläche des Sees verbergen, können für sich allein überzeugen.

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