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Veröffentlicht am 26.01.2022

Spannender, undurchsichtiger Fall mit individuell gezeichneten Hauptcharakteren - charmante Krimireihe mit einem noch besseren zweiten Band.

Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht
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In der Jachenau im Tölzer Land verschwindet eine junge Frau nachts im Schneetreiben spurlos, als sie auf dem Weg zum Hof ihrer Eltern ist. Wenig später werden zwei weitere junge Menschen vermisst, die ...

In der Jachenau im Tölzer Land verschwindet eine junge Frau nachts im Schneetreiben spurlos, als sie auf dem Weg zum Hof ihrer Eltern ist. Wenig später werden zwei weitere junge Menschen vermisst, die aus der Nähe stammen.
Zeitgleich werden zwei Studentinnen aus einem Studentenwohnheim in Innsbruck vermisst. Die Spuren dort weisen allerdings eindeutig auf einen brutalen Überfall hin.
Auf der deutschen Seite ermittelt Oberkommissarin Alexa Jahn zusammen mit ihrem Kollegen Florian Huber von der Kripo Weilheim, während in Österreich Inspektor Bernhard Krammer und Roza Szabo vom LKA Tirol die Ermittlungen übernommen haben. Unabhängig von einander suchen sie nach den vermissten jungen Menschen, bis sie durch ein in Deutschland gestohlen gemeldetes Fahrzeug, das in Innsbruck in der Nähe des Tatorts gefunden wird, auf die Fälle und mögliche Parallelen aufmerksam werden.

Kramer fühlt sich an einen lange zurückliegenden Fall ermordeter junger Menschen aus Wien erinnert, bei dem der Täter nicht gefasst werden konnte. Krammer verdächtigt erneut den mutmaßlichen Täter von damals, auch wenn seine Kollegin Szabo befürchtet, dass sich Krammer verrennt. Doch schon im letzten grenzüberschreitenden Fall in der Region Karwendel war es die Intuition Krammers, die letztlich zur erfolgreichen Aufklärung führte.

"Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht" ist der zweite Band nach dem Auftakt "Grenzfall - Der Tod in ihren Augen" um das grenzübergreifende Ermittlerteam Alexa Jahn und Bernhard Krammer. Der neue Fall handelt nur eine Woche nach dem erfolgreichen Abschluss des ersten Falls, der gleichzeitig der erste Einsatz von Alexa Jahn bei der Kripo Weilheim war, wo sie sich als Neue noch bewähren muss.
Der zweite Band lässt sich ohne Vorkenntnisse des Auftaktbandes lesen, auch wenn das wissen zu den Figuren und zum besonderen Verhältnis zwischen Alexa und Krammer zum besseren Verständnis beiträgt. Die Aufklärung des Falls ist davon unberührt.

Der neue Fall handelt lange parallel in Deutschland und Österreich und ist abwechselnd aus der Perspektive von Alexa bzw. Krammer geschildert. In beiden Ländern verschwinden junge Menschen, wobei auf Anhieb keine Gemeinsamkeiten zu erkennen sind. Es ist lange unklar, ob es sich um unabhängig voneinander erfolgte Beziehungstaten handelt oder ob ein Verrückter am Werk ist.
Die Perspektive der Opfer, die deren Pein darstellt und die Gedanken des Täters, die zwischen den Kapiteln in kursiver Schrift abgedruckt sind, deuten jedoch in eine Richtung, so dass man den Ermittlern einen Schritt voraus ist.

Während Alexa in ihrer ersten Woche bei der Kripo Weilheim dazugelernt hat und bemüht ist, mit ihrem Kollegen und Konkurrenten Huber als Team zu arbeiten, zeiht sich Krammer in sich zurück und versteift sich auf einen Cold Case aus seiner Zeit als Inspektor in Wien, der ihn nicht ruhen lässt. Erst nach gut zwei Dritteln des Romans beginnt die gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich. Dabei bleibt spannend, ob und wie die Fälle zusammenhängen könnten und ob Krammer mit seiner Intuition Recht behält, die schon in Band 1 hilfreich war.

Wie schon in Band 1 haben mir die individuell gezeichneten, sympathischen Hauptcharaktere gut gefallen. Ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten und Herangehensweisen an die Fallaufklärung wirken authentisch und geben der Reihe, zusammen mit den Beschreibungen der Umgebung und den Eigenheiten der Landbevölkerung, ihren eigenen Charme.

"Grenzfall - Ihr Schrei in der Nacht" ist ein spannender, undurchsichtiger Fall, der mich gut unterhalten hat, auch wenn ich frühzeitig einen Verdächtigen im Visier hatte. Das Motiv konnte ich dabei jedoch nicht erahnen und ist am Ende schlüssiger als die Auflösung in Band 1, weshalb mit dieser Nachfolgeband noch besser gefallen hat. Mit Freude blicke ich schon auf das Frühjahr 2023, wenn mit "Grenzfall - In der Stille des Waldes" Band 3 erscheint.

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Veröffentlicht am 24.01.2022

Mischung aus Medizin-Thriller, Dystopie und Familientragödie - spannend, emotional berührend und erschreckend realistisch beschrieben.

Der letzte Weg
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In naher Zukunft sprechen die Mehrheit der Bakterien nicht mehr auf Antibiotikabehandlungen an, die Anzahl resistenter Superbakterien wächst. Grund ist der fahrlässige Umgang mit Antibiotika durch die ...

In naher Zukunft sprechen die Mehrheit der Bakterien nicht mehr auf Antibiotikabehandlungen an, die Anzahl resistenter Superbakterien wächst. Grund ist der fahrlässige Umgang mit Antibiotika durch die Behandlung von Nutztieren, wodurch sie in die Nahrungskette gelangten und das frühzeitige Absetzen der Medikamente bei Erkrankungen. Um die noch wirkungsvollen Antibiotika zu sparen, wurde in England ein Gesetz erlassen, dass Patienten über 70 Jahre vom Zugang zu Antibiotika ausschließt. Schon harmlose Infektionen stellen schließlich das Todesurteil dar. Kate Connelly arbeitet als Krankenschwester auf einer Isolierstation, wo sie erkrankten Menschen Beihilfe zum Suizid leistet.
Radikale Pro-Leben-Aktivisten protestieren gegen die Regierung und die Gesetzgebung und bedrohen die Angestellten in solchen Krankenhäusern. Auch Kate wurde bereits körperlich attackiert. Ihre Adoptivmutter ist vor Kurzem gestorben, da auch ihr im fortgeschrittenen Alter nicht mehr geholfen werden konnte. Am Todesbett riet sie Kate nach ihrer leiblichen Mutter zu forschen, die sie nie kennengelernt hat.

Lily Taylor steht kurz vor der Schwelle, dem 70. Geburtstag. Sie leidet an Arthritis und ist in einer luxuriösen Seniorenresidenz untergebracht, wo sie liebevoll umsorgt wird. Als sie eine Postkarte von einem anonymen Absender erhält, wird sie von ihrer Vergangenheit, die sie so lange erfolgreich verdrängen konnte, eingeholt.

Ungefähr 47 Jahre zuvor, 27 Jahre vor der "Großen Krise" forscht die Engländerin Dr. Mary Sommers in Südafrika als Botanikerin an einem Heilmittel gegen Tuberkulose. Unter dem Druck von Pharmakonzernen und Wissenschaftlern, die den Tod weniger Menschen in Kauf nehmen, um eine Mehrheit zu retten, gerät Mary zunehmend in einen Interessenkonflikt, denn sie hat sich in einen der Pharmakologen verliebt.

"Der letzte Weg" handelt von der Antibiotikakrise, einem Zukunftsszenario, das - nicht nur vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie - erschreckend realistisch ist. Multiresistente Keime, ein Bevölkerungsschwund, Bioterrorismus, Medikamentenknappheit und eine Ungleichbehandlung von Patienten abhängig von ihrem Alter prägen den Alltag in naher Zukunft. Grenzen sind geschlossen und die Menschen stehen unter permanenter medizinischer Aufsicht um eine Verbreitung von Krankheiten zu verhindern. Abende in Diskotheken oder spontane Umarmungen sind undenkbar.
Die Beschreibungen dieser schon fast apokalyptischen Zukunftsvorstellung wirken authentisch und werden durch die die vorgestellten Charaktere und ihre Familien lebendig. Die Arbeit als Krankenschwester, die für Kate überwiegend bedeutet, den Patienten zu einem schnellen Tod zu verhelfen, ist grausam und auch die Angst alter Menschen, die sich fast ausschließlich in steriler Umgebung aufhalten müssen, beklemmend.

Die Autorin verwendet Fachbegriffe, überfordert die/ den Leser*in jedoch nicht. Die Geschichte bleibt durchgehend nachvollziehbar und schlüssig. Die Wechsel der Perspektiven sorgen für Abwechslung und Mini-Cliffhanger, während die Einschübe aus Zeitungsartikeln die Fiktion noch bedrohlicher wirken lassen.

Es ist eine Mischung aus Medizin-Thriller, Dystopie und Familientragödie, die nicht nur aufgrund des bedrückend realistisch beschriebenen Zukunftsszenarios sondern auch durch die Einzelschicksale der Charaktere spannend und gleichzeitig emotional berührend beschrieben ist.
Am Ende bleibt nur zu hoffen, dass diese Geschichte keine Prophezeiung, sondern eine Warnung ist, rechtzeitig einzulenken, um ein solches katastrophales Szenario zu verhindern, das nicht nur die Todeszahlen in die Höhe schießen lässt, sondern auch Sozialneid hervorruft und Bürgerkriege provozieren könnte.

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Veröffentlicht am 22.01.2022

Der Roman verliert sich in diversen Nebenhandlungen, die beliebig und für den Fortgang der Handlung unerheblich sind. Kein Familienroman, sondern eine langatmige Geschichte, die weder fesselt, noch emotional berührt

Das Nest
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"Das Nest" ist ein Treuhandfonds, den der bereits verstorbene Familienvater Leonard Plumb für seine vier Kinder angelegt hat. Dieser sollte am 40. Geburtstag der jüngsten Tochter Melody ausgezahlt werden. ...

"Das Nest" ist ein Treuhandfonds, den der bereits verstorbene Familienvater Leonard Plumb für seine vier Kinder angelegt hat. Dieser sollte am 40. Geburtstag der jüngsten Tochter Melody ausgezahlt werden. Wenige Monate zuvor verursacht der älteste Sohn Leo jedoch einen Unfall, weshalb Mutter Francie den Fonds als Schweigegeld für das Unfallopfer verwendet, um einen Skandal zu verhindern. Dummerweise hatten die Kinder jedoch mit der Auszahlung eines millionenschweren Erbes gerechnet, so dass sie sich nicht aus ihren bestehenden Finanzkrisen heraushelfen können. Leo vertröstet seine Geschwister zunächst und verspricht, sich um einen Ausgleich zu kümmern, aber dann verschwindet der Lebemann klammheimlich.

Der Roman ist aus der Perspektive zahlreicher Charaktere geschrieben, dass es zunächst schwerfällt, einen Überblick über alle Figuren zu erhalten und die Zusammenhänge zu erkennen. Es werden nicht nur Szenen aus dem Leben der vier Geschwister Plumb geschildert, sondern auch aus denen von Nebencharakteren, die für die Handlung keine wesentliche Rolle spielen. Auf diese Weise kommt man keinem Charakter wirklich nah, sie blieben distanziert und undurchsichtig. Auch stört die am Anfang sprunghafte Erzählweise den Lesefluss. Die einzelnen Episoden und Rückblenden wirken zusammenhanglos und es fehlt an einer aktiven Handlung, da sich der Roman mehr mit den Gedanken und Sorgen der Protagonisten beschäftigt.
Erst als der Fokus stärker auf Leo rückt und sein Charakter, der sich als eine arrogante, überhebliche und egoistische Persönlichkeit entpuppt, die keinerlei Unrechtsbewusstsein zu haben scheint, sich seine Schuld nicht eingesteht und für sich selbst einen Neuanfang möchte, wird das Buch interessanter und spannender. Leider verliert sich die Handlung dann erneut in Nebenschauplätzen, so dass sie am Ende nicht spannender sondern ermüdender wird.

"Das Nest" ist für mich kein klassischer Familienroman, denn dafür fehlte mir eine durchgehende Interaktion der Geschwister. Es bleibt vage, wie die Geschwister gemeinsam aufgewachsen sind und in welchen Verhältnissen sie zueinander stehen. Verbindendes Element scheint einzig der Treuhandfonds zu sein, weshalb sie sich überhaupt um Treffen bemühen. Details aus den Leben der jeweils anderen kennen sie nicht. Die Rolle von Mutter Francie ist nebulös und warum sie das Erbe eingesetzt hat, um negative Schlagzeilen zu vermeiden, wird nicht klar.

Auch wenn der rote Faden die ausstehende Wiedergutmachung Leos ist, auf die sich die Geschwister verlassen, um ihre finanziellen Probleme zu lösen, verliert sich der Roman in diversen Nebenhandlungen, die völlig beliebig und für den Fortgang der Handlung unerheblich sind, so dass er etwas langatmig und unfokussiert erscheint. Auch die fehlende Nähe zu den Charakteren erschwert es, an ihren Schicksalen teilzuhaben, so dass die Handlung weder sonderlich fesselt noch emotional berührt.

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Veröffentlicht am 20.01.2022

Eine Segeltour zur Trauerbewältigung - gelungene Mischung aus Reiseroman, Selbstfindungstrip und Romanze vor malerischer Kulisse in der Karibik.

Du hast gesagt, es ist für immer
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Zehn Monate nachdem ihr Freund Ben Suizid begangen hat, ist Anna immer noch in tiefer Trauer. Als sie dann an die gemeinsame Segeltour erinnert wird, die sie geplant hatten, beschließt sie, diese alleine ...

Zehn Monate nachdem ihr Freund Ben Suizid begangen hat, ist Anna immer noch in tiefer Trauer. Als sie dann an die gemeinsame Segeltour erinnert wird, die sie geplant hatten, beschließt sie, diese alleine zu machen und bricht spontan an Thanksgiving von Fort Lauderdale in Florida in Richtung Karibik auf. Das Ziel ist Trinidad, aber schon bei einem ersten Zwischenstopp merkt Anna, dass sie mit ihrer rudimentären Segelerfahrung niemals die weit über Tausend Seemeilen schaffen wird. Durch eine Annonce trifft sie auf den Iren Keane, den sie als Skipper anheuert. Zunächst hat sie Bedenken, einen fremden Mann auf das Segelboot zu lassen, aber Keane wirkt so offen und sympathisch auf sie, dass sie schnell vertrauen fasst. Auch er hat einen Verlust erlitten, an dessen Folgen er zu knabbern hat. Gemeinsam begeben sie sich auf ein Abenteuer, halten an kleinen Inseln und begegnen vielen netten und hilfsbereiten Menschen, die Keane von früheren Touren kennt.
Anna ist 25 Jahre alt und bricht zu Hause alle Zelte ab, ohne ihrem Arbeitgeber oder ihrer Familie vorher Bescheid zu geben. Für sie ist der spontane Aufbruch eine Chance über den Verlust von Ben hinwegzukommen. Ihre Idee ist einerseits mutig, aber auch naiv, denn sie hat zu wenig Segelerfahrung, um die von Ben geplante Route alleine zu bewältigen. Skipper Keane ist ein Glücksgriff, der sie gleich mehrfach rettet, für den aber auch sie eine Hilfe ist, über seinen Verlust und die Bitterkeit, die er dadurch empfindet, hinwegzukommen.
Beide Charaktere wirken authentisch, ihre Gefühle, die zwischen Wut und Trauer pendeln, durch die Vorgeschichten nachvollziehbar. Sie sind bald ein eingespieltes Team und man spürt, dass sich aus der Freundschaft mehr entwickeln kann, wenn sie es nur zulassen. Die beiderseitige Verunsicherung steht dem noch im Wege, denn Anna trauert um ihren Freund und Keane möchte nicht nur als Trostpflaster dienen.
Die gemeinsame Reise und die Herausforderungen, die sie vor allem für Anna birgt, lenkt sie von ihren Sorgen ab und führt sie immer weiter zu einander.
Die Beschreibungen der Segeltour sind bildhaft, so dass man die Wellen spürt und das Gefühl von Freiheit genießt. Die Karte im Buchumschlag hilft zudem, ein Bild davon zu bekommen, wo sich die beiden befinden und so träumt man sich selbst in die Karibik, wo sie nicht nur auf Buckelwale, Delfine, Riesenschildkröten und Schweine treffen, sondern auch auf unheimlich hilfsbereite Menschen und gleichgesinnte Segler. Es ist schön, die gemeinsamen Glücksmomente mit Anna und Keane zu teilen und zu sehen, welchen Fortschritt insbesondere Anna macht. Die Trennung kurz vor dem Ziel Trinidad erzeugt dann Spannung, ob die Liebesgeschichte, die sich bis dahin so zart und gefühlvoll entwickelt hat, eine Zukunft hat.
"Du hast gesagt, es ist für immer" ist eine gelungene Mischung aus Reiseroman, Selbstfindungstrip und Romanze vor malerischer Kulisse.

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Veröffentlicht am 19.01.2022

Eine etwas märchenhafte Geschichte über die Magie der Vorhersehung, die zudem bewusst macht, das Leben JETZT zu leben.

Acht perfekte Stunden
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Auf dem Rückweg von einem College-Klassentreffen gerät die 32-jährige Noelle Butterby in einen Schneesturm und bleibt im Stau auf der Autobahn liegen. Ihr Handyakku ist leer, weshalb sie ihre sorgenvolle ...

Auf dem Rückweg von einem College-Klassentreffen gerät die 32-jährige Noelle Butterby in einen Schneesturm und bleibt im Stau auf der Autobahn liegen. Ihr Handyakku ist leer, weshalb sie ihre sorgenvolle Mutter nicht erreichen kann. Hilfe erhält sie von einem anderen Autofahrer, einem Amerikaner, der sie ihr Handy aufladen lässt und mit dem sie eine angenehme Zeit bis in die frühen Morgenstunden verbringt. Trotz der gegenseitigen Sympathie tauschen sie ihr Handynummern nicht aus.
Wenige Wochen später begegnen sie sich in einem Krankenhaus wieder, als sie beide jeweils wegen eines Elternteils im Wartebereich sind. Auch während dieser Begegnung nimmt Sam Noelles Kontaktdaten nicht an sich. Doch ihre Wege trennen sich nicht endgültig, was Noelle an das Schicksal glauben lässt. Zwischenzeitlich ist jedoch ihr Exfreund Edward aus Amerika zurückgekehrt und bringt ihre Gefühlswelt durcheinander.

Der Klappentext verrät nur den Anfang des Romans, weshalb ich auch den Titel nicht als treffend gewählt empfinde. Die "acht perfekten Stunden" sind nur ein Ausschnitt dieses Liebesromans.
Noelle ist eine junge Frau, die ein Leben mit angezogener Handbremse führt. Sie trauert um ihre Freundin, die vor sechzehn Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist und kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Mutter, die nach einem Schlaganfall an Depressionen leidet. Noelle steckt ihr Träume und Wünsche zurück, um für ihre Mutter da zu sein, die ihr nach dem Tod ihrer Freundin Daisy eine große Stütze war. Statt ihr Hobby zum Beruf zu machen und als Floristin zu arbeiten, geht sie Putzen, um flexibel in der Nähe ihre Mutter zu bleiben.
Die Rückkehr von Ed versetzt sie zurück in die Vergangenheit und lässt sie im Ungewissen, ob ein Neuanfang mit ihm möglich wäre. Herzklopfen verspürt sie jedoch nur bei Sam, der allerdings unnahbar wirkt und nicht an das Schicksal glaubt. Ihre Wege kreuzen sich jedoch so häufig, dass Noelle zu der Überzeugung kommt, dass sie für einander vorbestimmt sind und tatsächlich gibt es Parallelen in ihrer Vergangenheit, die dies zu belegen scheinen.

Zunächst wirkten die zahlreichen zufälligen Begegnungen von Noelle und Sam arg konstruiert auf mich. Die Erklärungen dafür waren jedoch stets schlüssig und insbesondere die Bezüge in die Vergangenheit, in der sich Sam und Noelle bereits begegnet sind bzw. sich bei mehreren Gelegenheit begegnen können, lassen wirklich daran glauben, dass es Fügung ist, dass sich Noelle und Sam ineinander verlieben und das Schicksal eine glückliche Zukunft für sie bereithält, wenn sie sich nur trauen.

Der Roman entwickelt sich gemächlich, wird aber zu keinem Zeitpunkt langweilig, da neben der romantischen Liebesgeschichte auch die persönliche Entwicklung von Noelle im Vordergrund steht. Sie setzt sich mit ihrer Trauer und ihren Schuldgefühlen auseinander, öffnet sich und wird auch mit Hilfe ihrer Freunde mutiger, ihren Weg zu gehen und zu erkennen, dass auch ihr ein glückliches Leben vergönnt ist.
Am Ende geht es ein bisschen schnell, Noelles Leben erscheint plötzlich zu perfekt und mir fehlte bei der Verbindung zwischen Sam und Noelle ein wenig das Gefühl. Es ist eine etwas märchenhafte Geschichte über die Magie der Vorhersehung, die zudem bewusst macht, das Leben JETZT zu leben.

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