Profilbild von scouter

scouter

Lesejury Star
offline

scouter ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit scouter über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.07.2024

Ein guter Mensch

AngstInselUsedom (Usedom-Krimi)
0

Die Kommissarin Jette Curth lässt sich von Potsdam zurück nach Usedom versetzen, wo sie früher gelebt hat. An einem ihrer ersten Tage wird sie zu einem Tatort gerufen. Sie finden den Fischer Reiner Briesewitz ...

Die Kommissarin Jette Curth lässt sich von Potsdam zurück nach Usedom versetzen, wo sie früher gelebt hat. An einem ihrer ersten Tage wird sie zu einem Tatort gerufen. Sie finden den Fischer Reiner Briesewitz tot in seinem Fangnetz. Es ist wohl eindeutig Mord, denn es fehlen ihm beide Hände. Zusammen mit ihrem einheimischen Kollegen Theo ermittelt sie und es erscheint ihr so, dass keiner verstehen kann, wer diesen beliebten Menschen töten konnte. Nur mit seiner Tochter Wiebke verstand er sich nicht gut und sie hatten wohl öfter Streit. Doch Wiebke will darüber keine Auskunft geben. Als diesen dann wenige Tage später ermordet aufgefunden wurde, nimmt der Fall Tempo auf.
Ein Leuchtturm und eine Möwe und der Strand, das ist das Cover des Usedom Krimis, Angst Insel Usedom von Nele Bruun. Ein wunderbares Bild, dass das Intro in diesen Krimi ist. Doch auch die Sprache, die die Autorin verwendet ist sehr bildhaft und es ist leicht sich in die Szenen hineinzuversetzen. Die beiden Kommissare können unterschiedlich nicht sein. Theo, ein eingesessener Usedomer mit langjähriger Erfahrung auf der Insel und schon lange im Polizeidienst und die junge Jette, die von Potsdam wieder auf die Insel versetzt wird, aus der sie ihre Jugend verbracht hat. Diese Gegensätze sind sehr intensiv dargestellt, doch sie passen in meinen Augen sehr gut zusammen. Diese Beziehung macht den Krimi sehr interessant. Auch die Inselbeschreibung ist für mich gut nachvollziehbar und hilfreich die Dinge zu verstehen, die sich in dem Krimi abspielen. Der Fall ist sehr authentisch und aktuell, da er überall spielen könnt, aber auf der Insel noch intensiver darzustellen ist. Hier in der Idylle läuft alles ein bisschen unter dem Radar. Spannend ist der Fall allemal und auch der Spannungsbogen ist sehr gut bis zum Ende aufgebaut.
Ich mag diese Art der regionalen Krimis, da es nicht nur auf die Taten ankommt, sondern auch immer wieder die Menschen in dem Mittelpunkt gerückt werden.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 21.07.2024

Die neue Sonne

Die List (Konstantin Manner ermittelt 2)
0

Konstantin Manner ist im Urlaub und erholt sich in Bayern von einer Knieoperation. Er wird allerdings von seinem Kollegen Kreuzpaintner in einem Mordfall um Hilfe gebeten. Ein Bauer wird tot aufgefunden, ...

Konstantin Manner ist im Urlaub und erholt sich in Bayern von einer Knieoperation. Er wird allerdings von seinem Kollegen Kreuzpaintner in einem Mordfall um Hilfe gebeten. Ein Bauer wird tot aufgefunden, allerdings ohne Kopf. Eigentlich möchte er auch gar nicht ermitteln, doch die Schwester einer Arbeitskollegin seiner Freundin unter Mordverdacht. Er kann sich diese allerdings nicht als Mörderin vorstellen. Als dann noch eine Besucherin eines Volksfestes ermordet wird und auch ihr der Kopf fehlt, ist sein Ermittlersinn erwacht und er mischt sich ein. Doch leider sind diese beiden Toten nicht die Einzigen, denn im Hintergrund speilt sich etwas ganz Großes ab.
Die List von Mick Saunter ist ein Thriller, der sehr viele Überraschungen im Peto hat. Schon das Cover zeugt von hoher Brutalität, da eine geköpfter Mensch ins Tal blickt, und zwar in ein Dorf in der Provinz. Deshalb ist die Brutalität vielleicht fehl am Platz, doch das trifft auf diesen Thriller nun gar nicht zu. Sehr schonungslos schreibt der Autor diesen Thriller und doch sind die Menschen darin nicht alle der Bösen Fraktion zuzuordnen. Einer der Hauptcharaktere, Konrad Manner, ist eigentlich ein sehr sympathischer Ermittler, doch hier konzentrieren sich viele sehr brutale Aktionen und das hat seinen Grund. Sehr akribisch enzwickelt der Autor die Spannung und die Personen in diesem Thriller, wobei mit ganz am Anfang ein wenig der Durchblick fehlte. Doch der stellte sich beim Weiterlesen wie von selbst ein, wie Puzzleteile, die sich langsam aber sich wie von Geisterhand an ihren richtigen Platz legten. Hier werden verschiedene Szenen um Kommissar Manner gelegt, diese es zu entdecken gilt und die am Ende der Thrillers noch Platz für mehr lassen. Alle Personen, die sich im Dunstkreis des Kommissars bewegen, stellen einen starken positiven Block dar, den es auch braucht, um gegen das Böse sich durchzusetzen. Die
Story ist sehr gut entwickelt und sie lässt sich, nach anfänglichen Schwierigkeiten, auch gut nachvollziehen.
Ich mag die Art und Weise wie Mick Saunter schreibt. Es ist immer Spannung zu erwarten, sodass es immer schwieriger wird im Laufe des Romans, diesen aus der Hand zu legen, denn es lohnt sich diese Story zu verfolgen. Auch wenn ich am Anfang etwas gebraucht habe, so empfinde ich die Entwicklung der Geschichte als äußerst gelungen und so kann ich auch diesen Thriller wärmstens empfehlen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.07.2024

Mord auf dem Jahrmarkt

Sündiges Grab (Zwischen Mord und Ostsee - Küstenkrimi 6)
0

Bevor der Ermittler Jörn Appel zu seiner nächsten Stelle in Berlin aufbricht, muss er noch mit seiner Partnerin Ina Drews einen letzten Fall lösen. Dieser ist allerdings sehr verzwickt, denn es handelt ...

Bevor der Ermittler Jörn Appel zu seiner nächsten Stelle in Berlin aufbricht, muss er noch mit seiner Partnerin Ina Drews einen letzten Fall lösen. Dieser ist allerdings sehr verzwickt, denn es handelt sich um ein junges Mädchen, das auf dem Jahrmarkt ermordet wurde. Die Ermittlungen erweisen sich als schwierig, da das Motiv noch nicht ganz klar geworden ist. Es steht fest, dass sich das Mädchen auf dem Jahrmarkt verabredet hat, um ihre eigenen Erfahrungen mit Männern zu machen, so jedenfalls ihre Freundin. Doch das als Mordmotiv? Als dann allerdings ein Lehrer des Mädchen ermordet aufgefunden wurde, drehen sich die Ermittlungen in eine andere Richtung. Außerdem bekommen die beiden Unterstützung durch ihre Nachfolger.
Das Cover des Küstenkrimis Sündiges Grab“ aus der Reihe zwischen Mord und Ostsee von Thomas Herzberg verknüpft einen Tatort, bzw. das typische Zeichen für einen Jahrmarkt, das Riesenrad, mit der Landschaft an dem dieser Krimi spielt, an der Küste, und zwar im Raum Flensburg. Es ist ein spannender Krimi, der verschiedene Themen zusammenfasst, wie z.B. Beziehungen zwischen Jungen und Mädchen und Beziehungen im Allgemeinen. Der Autor malt ein sehr interessantes Bild von den ermittelnden Polizisten und deren Nachfolgern. Jörn und Ina ist ein Ermittlerpaar, dass sehr gut aufeinander eingestellt ist und auch befreundet ist. Die Neuen sind ein lange verheiratetes Ehepaar, bei denen es schon mal rumpelt. Doch beide raufen sich gut zusammen, um den Fall zu lösen. Man merkt es der Story an, die sehr authentisch ist, dass sie sich im Laufe das Romans immer stärker entwickelt und so den Spannungsbogen sehr gut abschließt. Auf diesem Weg gibt es auch schon mal Sackgassen für den Lesern und das Mitermitteln fällt nicht leicht, doch das ist halt wie im richtigen Leben. Die Spannung wird auch durch die Sprache und die Kürze der Kapitel hochgehalten.
Ich mag diese Art von Krimis, die nicht nur den Fall betrachten, sondern wie hier auch Beziehungen unter die Lupe nehmen und einen Blick in die Region ermöglichen. Ich kann diesen Küstenkrimi gut weiterempfehlen, denn ich habe mich gut unterhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.07.2024

Die Justizministerin

Dunkler Abgrund
0

Clara, Mutter von Zwillingen, Alexander und Nikolai, wird zur Justizministerin ernannt. Sie hat sich diesen Posten erkämpft und dabei nicht nur Freunde hinterlassen. Außerdem ist kurz vor der Ernennung ...

Clara, Mutter von Zwillingen, Alexander und Nikolai, wird zur Justizministerin ernannt. Sie hat sich diesen Posten erkämpft und dabei nicht nur Freunde hinterlassen. Außerdem ist kurz vor der Ernennung ihr Mann Haarvard bei einem Unfall ums Leben gekommen. Auch bei der Feier wird sie von einer Frau angegriffen, die sie als Mörderin bezeichnet. Auch ihre ersten Tage im Ministerium sind hart und ihre Beziehung zu ihren Söhnen wird auf eine harte Probe gestellt. Für Sabiya, eine Einwanderin ist die Zeit nicht so gut, da sie des Mordes bezichtigt wird und im Gefängnis sitzt. Es stellt sich heraus, dass sie auch eine Beziehung zu Haarvard hatte. Es scheint so, dass sie einige Leichen im Keller hat, und eine sehr schwierige Zeit steht ihr noch bevor.
Der Thriller „Dunkler Abgrund“ von Ruth Lillegraven hat ein rätselhaftes Cover, eine Frau, die in einem See schwimmt. Erst einmal nichts Außergewöhnliches, doch in Kombination mit dem Titel sehr mysteriös. Auch die Aufteilung der Kapitel ist zu Beginn sehr mysteriös, entwickelt sich aber im Laufe des Thrillers zum Spannungstreiber. Die einzelnen Kapitel sind nämlich einzelnen handelnden Personen gewidmet. Sehr häufig ist es Clara, die im Mittelpunkt steht und es ist auch wichtig. Um ihre Abgründe kennenzulernen, ist es wichtig diese zu erfahren. Dann sind es ihre beiden Söhne, und hier vor allem Alexander, der die Geschichte weiterbringt. Außerdem ist noch ihr Vater Leif eine zentrale Figur. Dieser Thriller ist sehr spannen, aber auch zu Beginn sehr undurchsichtig und wie ein gutes Puzzle aufgebaut. Die Sprache bringt den Leser zum Nachdenken und es schleicht sich so in das Bewusstsein ein. Ein langsamer, aber intensiver Prozess. Das macht den Thriller spannen und hält den Spannungsbogen aufrecht und der hat es bis zum Ende in sich. Man hat immer das Gefühl das fehlende Puzzleteil in der Hand zu halten, doch weit gefehlt.
Ich habe ein Zeit gebraucht bis ich in den Thriller gefunden habe, doch dann hat er mich nicht mehr losgelassen. Die Autorin hat mich mit diesem Thriller total überzeugt und ich kann ihn nur weiterempfehlen. Ausgezeichneter Thriller.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.07.2024

Oma Käthe im Einsatz

Der tote Kurschatten von Sylt
0

Jupp und Inge wollen Oma Käthe mal was Gutes gönnen und schicken sie zur Kur, nach Sylt. Nach einer sehr anstrengenden Anreise stolpert Käthe natürlich über eine Leiche. Sie wird ruhiggestellt und wacht ...

Jupp und Inge wollen Oma Käthe mal was Gutes gönnen und schicken sie zur Kur, nach Sylt. Nach einer sehr anstrengenden Anreise stolpert Käthe natürlich über eine Leiche. Sie wird ruhiggestellt und wacht am nächsten Morgen in ihrem Zimmer wieder auf. Dadurch lernt sie auch die Oberschwester Gundula kennen und ihre Eigenart. Sie ist sehr dominant und regelt alles in der Klinik. Oma Käthe fühlt sich natürlich herausgefordert, vor allem, nachdem die Polizei nicht ermitteln will, da es sich möglicherweise um einen Selbstmord oder Unfall handelt. Also nimmt Oma die Ermittlungen in ihre Hand und bekommt Hilfe vom ehemaligen Hauptkommissar Hinnerk, der auch noch der Vater des aktuellen Verantwortlichen ist. Oma Käthe ist auf jeden Fall in ihrem Element und die Spannung steigt.
Schon das aussagekräftige Cover ist ein wirklich toller Einstieg in diese Geschichte um Oma Käthe und einen ungeklärten Mordfall. Der Strand von Sylt mit den weißen Socken und den Sandalen ist zurückzuführen auf den Toten über den Oma Käthe stolpert. Der Autor hat die Oma wirklich gut gezeichnet und man kann sie sich bildlich vorstellen. Eine rüstige 80-jährige die alles aufmischt und auch persönlichen Dingen nicht abgeneigt ist. Auch ihre Mitmenschen, die mit ihr die Kur durchführen. Sind gut gezeichnet und haben alle etwas Besonderes, wie Natascha, die einen Vater sucht. Ist schon ein bisschen spooky sich vorzustellen bei der nächsten Kur auf diese Damen zu treffen. Auch die Herren sind gut beschrieben, wie im richtigen Leben. Ein Weiberheld und ein sehr schüchterner Mensch, dann ein Doktor, der auch nicht monogam ist, also etwas, was jederzeit überall passieren kann. Das macht diese Story lesenswert und unterhaltsam, da ist die Kriminalgeschichte das Salz, das auch ein bisschen Spannung bringt.
Ich mag diese Story um die unternehmungslustige Oma, die mir ja auch schon im Saarland aufgefallen ist und jetzt einmal ohne Jupp und Inge ermitteln darf. Wer die Stories aus dem Saarland mag, mag auch diese und wer nicht, sollte trotzdem nochmal versuchen die Oma ins Herz zu schließen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere