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Veröffentlicht am 03.06.2025

a little too much

Jetzt bist du fällig!
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Es ist Chris Palmers 6. Fall, für mich war es mein Erster.

Direkt am Anfang beginnt es schon spannend. Palmer kommt nach Hause und lässt zum Durchlüften im Hochsommer die Tür auf. Was sie nicht ahnt, ...

Es ist Chris Palmers 6. Fall, für mich war es mein Erster.

Direkt am Anfang beginnt es schon spannend. Palmer kommt nach Hause und lässt zum Durchlüften im Hochsommer die Tür auf. Was sie nicht ahnt, ist, dass kurz darauf die 17 Jährige Lucie blutverschmiert in ihre Wohnung flüchtet und sich bei ihr versteckt, vor einem Angreifer. Sie gesteht Palmer, dass sie in Notwehr einen Mann niedergestochen hat und bittet sie um Hilfe. Doch als Palmer nach dem Verletzten schauen geht und die Polizei eintrifft, ist Lucie weg und Palmer gerät unter Mordverdacht.

Und somit verfolgen wir, wie Palmer anfängt auf die Suche nach Lucie zu gehen, um den Verdacht loszuwerden.
Der Anfang war super fesselnd, doch schnell habe ich mich gewundert, wie Palmer in manchen Situationen reagiert, wenn sie erstens schon einige Fälle als Detektiv hatte, aber auch zweitens, obwohl sie unter Mordverdacht steht.
Um so weiter die Geschichte voran ging, umso mehr Parteien kamen zu der Geschichte und als die Familie auch noch ins Spiel kam (ich will nichts spoilern), war ich etwas raus, weil es einfach zu viel war.

Die Plot Twists waren aber häufig gut gemacht und wurden auch nicht dauernd angeteasert (also so richtig mit dem Holzpfahl gewedelt), aber dank der vielen Parteien, war das große Finale dann auch etwas too much.

Alles in allem, war ich gut unterhalten und es wurde auch spannende Themen bearbeitet, doch bin ich persönlich kein großer Fan von Chris Palmer geworden und mir war es an manchen Stellen einfach zu viel.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Klappentext verrät zu viel

Schloss der Lügen
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Der König hat sich seit Jahren mit seinem Hofstaat im Schloss verbarrikadiert, da die Außenwelt von einer tödlichen Seuche heimgesucht worden ist. Doch nach Jahren bröckelt die schöne Maskerade, denn die ...

Der König hat sich seit Jahren mit seinem Hofstaat im Schloss verbarrikadiert, da die Außenwelt von einer tödlichen Seuche heimgesucht worden ist. Doch nach Jahren bröckelt die schöne Maskerade, denn die Nahrung geht zu Ende und es verschwinden immer mehr Bedienstete, obwohl die Flucht aus dem Schloss mit dem Tode bestraft wird.
Eine die dem Schloss entkommen will, ist Prinzessin Imogen, denn ihr Leben im Schloss ist eines der größten Lügen. Kurz vor ihrer Flucht trifft sie auf Nico, der von der Außenwelt kommt und nach Überlebenden sucht. Zudem kommt er mit der Nachricht, dass die Seuche zwar rum ist, aber es neue Gefahren gibt.

Das Cover und die Aufmachung des Buches haben mich angesprochen und auch der Klappentext sprach mich an.
Wir werden sehr schnell in das Geheimnis von Prinzessin Imogen eingeführt. Durch die Seuche und die Zeit in der die Geschichte spielt, wirkt es trotz der abgewandelten Seuche, recht realistisch. Doch das Königreich ist erfunden.
Prinzessin Imogen mochte ich eigentlich. Nur leider fand ich die Dringlichkeit, ihr Geheimnis zu schützen nicht so gegeben, da sie schon 4 Jahre damit in einem Schloss mit 500 Leuten lebt. Und sie wird von der Königsfamilie dabei unterstützt.
Doch da kamen für mich auch ein paar Fragen auf, die bis zum Ende nicht gelöst sind. Gerade zu den Ausmaßen des Schlosses und wie es möglich ist, die Menge Adliger / Reiche mit 50 Angestellten zu bewirtschaften und wie blind die Bewohner sein müssen, um einige Dinge nicht zu merken.
Aber auch das Thema Religion und Antisemitismus wirkt in dem Buch fehl am Platz. Ich verstehe, was die Autorin in ihrem Nachwort erklärt, doch es nimmt für mich den letzten Zauber, den die Welt in dem Buch noch hatte.
Da zu der Zeit auch etwas anders kommuniziert wurde, die Frauenrolle anders war und man sein Gegenüber anders behandelt, waren die Dialoge natürlich etwas gestelzter und unrunder. Was mich zu erst gar nicht störte, aber später als Gefühle ins Spiel kamen, mich nicht wirklich mitgezogen hat. Sie waren für mich etwas erzwungen, da es einfach für beide was neues war. Er Außenweltler und sie die letzten Jahre im Schloss eingesperrt. Hinzu verhält sie sich dann im Angesicht der Gefahr einfach leichtsinnig, was zu dem damaligen Frauenbild einfach zu gut passt und sie mir etwas unsympathischer machte.
Und dann der Plot Twist. Leider wurde er im Klappentext schon gespoilert und somit, waren alle Andeutungen in die Richtung nicht überraschend. Trotzdem wurde es im Buch dann als große Wendung verkauft und danach ging es erst richtig spannend los. Doch leider war es dann auch schnell vorbei und am Ende kam noch mal eine Kleinigkeit die mir sauer aufstößt.

Also ist mein größter Kritikpunkt eigentlich der Klappentext, denn er macht ein Geheimnis um Prinzessin Imogen, welches aber sehr früh im Buch schon aufgelöst wird und gar nicht so viel Spannung hinterlässt, da sie schon 4 Jahre damit lebt. Gleichzeitig wird der Plottwist aber schon verraten und somit den Horror / Spannungsaspekt des Buches vorweg nimmt. Somit bleibt einen nur noch die Charaktere, die ich an sich eigentlich mag. Sowohl Imogen als auch Nico sind mir für sich ans Herz gewachsen, aber zusammen war da für mich nicht viel Chemie sondern eher Neugierde. Und am Ende ergab sich alles zu leicht, obwohl so lange drauf hingearbeitet wurde.

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Veröffentlicht am 13.05.2025

Liebe im Problemviertel

Ganz aus Splittern
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"Ganz aus Splittern" ist das Debut von Danae Lake und ich durfte es im Rahmen einer Leserunde lesen.

Wir folgen Chrissy, die in ihrem Leben bisher nicht viel Gutes erlebt hat. Im Problemviertel auf zu ...

"Ganz aus Splittern" ist das Debut von Danae Lake und ich durfte es im Rahmen einer Leserunde lesen.

Wir folgen Chrissy, die in ihrem Leben bisher nicht viel Gutes erlebt hat. Im Problemviertel auf zu wachsen, zwischen Dreck, Drogen und Gewalt. Auf eine Schule zu gehen, für die sie eigentlich zu ambitioniert ist und mit dem Traum einer bessere Zukunft nach dem Abi. Wäre da nicht ihre abhängige Mutter und ihr gewalttätiger Stiefvater. Als sich die Gelegenheit ergibt an einem "Sozialprojekt" teilzunehmen, ist sie hin und her gerissen, ob sie an das Gymnasium im "Bonzenviertel" wechseln soll oder ihr Stolz größer ist als ein "Projekt" der Reichen zu sein. Und dann ist da noch Alex, der nicht wirklich in ihre Welt passt.

Ich habe während des Lesens ein paar Probleme mit dem Buch gehabt. Ich verstehe, dass die nüchterne Schreibweise das Graue und Düstere des Problemviertels und der Trostlosigkeit in Chrissys Leben unterstreicht. Nur wenn sie mit Freunden zusammen ist, kann sie für kurze Momente glücklich sein.

Zudem merkt man schnell die Bedrohlichkeit, die von ihrem zu Hause und ihrem Stiefvater aus geht. Aber ... Ich blieb immer etwas distanziert von Chrissy, kam nicht an sie ran, so wie sie andere nicht an sich ranlassen kann außer ihren Kumpel T. Was dann auch dazu beitrug, dass ich Probleme hatte die schnelle und starke Anziehungskraft zwischen ihr und Alex zu spüren. Nicht nur ging es mir etwas zu schnell, aber auch das Verhalten der beiden trug dabei zu.

Die Familiendramen um sie rum, ist mir leider zu sehr vorhersehbar (außer die Mutter) und wird aber anderseits drastisch und dramatisch dargestellt. Das Tempo der Geschichte ist eher langsamer, doch zum ende geht es dann schnell auf schnell (was zu ihrer Gefühlslage passte), doch die Konsequenzen wurden sehr reibungslos gelöst.

Irgendwie hatte mich die Geschichte gerade durch die Liebesgeschichte, die mir einfach nicht logisch oder passend vorkam, nach der Hälfte etwas verloren.

Die Thematik der Schere zwischen Arm und Reich und den verschiedenen Vierteln, fand ich gut. Die Charaktere an sich waren ausgereift, auch die Nebencharaktere wie Ts Mutter, doch am Miteinander haperte es etwas. Und die Plot Twists waren mir leider zu offensichtlich angeteasert.

daher gebe ich 3 Sterne

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Veröffentlicht am 03.05.2025

Rache, Romantik, Reichtum

Heiress Takes All
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Olivia Owens will sich an ihrem wohlhabenden Vater rächen. Zum einen, weil er wirklich kein guter Vater war, zum anderen, weil er ihre Mutter betrogen hat, sie rausgeschmissen hat und es dann zu einem ...

Olivia Owens will sich an ihrem wohlhabenden Vater rächen. Zum einen, weil er wirklich kein guter Vater war, zum anderen, weil er ihre Mutter betrogen hat, sie rausgeschmissen hat und es dann zu einem Unfall kam. Um die Arztrechnungen zu bezahlen, lässt Olivia sich einen Coup einfallen, denn sie mit einem zusammengewürfelten Haufen an Komplizen gerade auf der Hochzeit Nummer 3 ihre Vaters abziehen möchte.



Mit Olivia wurde ich erst nach und nach warm. Zum einen bekommt man nur Stück für Stück erklärt, warum sie diesen Diebstahl abziehen möchte, zum anderen ist sie teilweise sehr wankelmütig in ihren Gefühlen.

Dass sie den Rest ihrer Crew nur ein wenig oder gar nicht kannte, machte etwas spannender noch, da sie die Leute erstmal einschätzen musste, aber gut darin ist in Menschen zu lesen.

Den Aspekt ihres Exes Jackson, von dem sie sich getrennt hat, weil er sie betrogen haben soll, bringt natürlich noch den Herzschmerz und die Romantik mit. Ich mochte Jackson sehr und fand es ganz gut, dass er als Ablenkung / Komplikation zum Plan hinzu kam.

Leider war es durch die Einführung des Planes und aller Charaktere aber zwischenzeitlich etwas langatmig. Was aber fast schon mein einziger Kritikpunt ist, denn die verschiedenen Charaktere und Olivias Vater als Antagonisten fand ich super.

Nachdem wir eigentlich direkt mit dem Beginn des Coups starten, verfolgen wir, wie alles aufgebaut und ins Rollen gebracht wird. Auch mit Schwierigkeiten geht Olivia gut um, obwohl man schnell merkt, dass man nicht alles bedenken kann, erst Recht nicht bei so einer großen Hochzeit. Aber dadurch fiebert man mit und eben auch, weil die Charaktere rund um Olivia so sympathisch sind.

Ich fand die Mischung zwischen Spannung und Gefühl (verschiedenster Art) wirklich gut gelungen, nur die paar Längen hätte es nicht unbedingt geben müssen

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Veröffentlicht am 23.03.2025

Norwegischer Politthriller mit aktuellen Themen

Echokammer
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Während Jens Meidell in die internen Ränkespiele der norwegischen Arbeiterpartei gerät, wohlgemerkt mitten im Wahlkampf, gibt es immer mehr Hinweise auf eine kleine Gruppe rechtsnationaler Extremisten, ...

Während Jens Meidell in die internen Ränkespiele der norwegischen Arbeiterpartei gerät, wohlgemerkt mitten im Wahlkampf, gibt es immer mehr Hinweise auf eine kleine Gruppe rechtsnationaler Extremisten, die einen Anschlag planen und im Besitz von großen Mengen von Giftgas sind. Lieselott Benjamin und Martin Tong ermitteln fieberhaft, um diesen Anschlag zu verhindern.



Ja, der Klappentext verspricht einen politischen Thriller, aber gerade zu Beginn, war es doch sehr viel Politik für meinen Geschmack. Verständlicherweise müssen erstmal alle Charaktere eingeführt werden und wir haben hier ja ein paar, doch trotzdem kam bei mir die Spannung erst so richtig nach der ersten Hälfte auf.

Was nicht an der Schreibstil von Ingar Johnsrud lag, sondern daran, dass wir viele Sichten bekommen und man zu beginn nicht wirklich weiß, wie die zusammen hängen und welche wichtig sind. Doch wenn man sich sortiert hat und auch ein paar Fäden schon zusammen gekommen sind, dann kommt der Lesefluss.

Die politischen Themen und Schwerpunkte im Wahlkampf sind leider auch total auf Deutschland beziehbar, so dass man immer wieder ins Kopfschütteln kommt und sich fragt, wie es wohl in Deutschland intern in den Parteien aussieht.

Der Nationalismus Gedanke, der Hass gegen Ausländer der Wunsch eines gesunden Sozialstaats sind alles aktuellen Themen , die auch hier die Gemüter aufmischen und auch im Buch wird immer die Frage aufgemacht, was man noch sage kann und ab wann man schon zu rechtes Gedankengut hat.

Um so mehr Fäden zusammen kommen um so spannender wird es und teilweise wachsen einem die Charaktere ans Herz. Wobei manche auch noch ein paar Leichen im Keller haben und somit noch etwas lassen für eine weiteren Band noch etwas offen.

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