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Veröffentlicht am 20.09.2025

Magische Süßigkeiten

Der Laden in der Mondlichtgasse
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Der Klappentext und die Leseprobe haben mich sofort angesprochen: Ein magischer Süßigkeiten-Laden, geführt von einem Fuchsgeist – das klang nach einer liebevollen, cozy Geschichte voller Charme.

Im ...

Der Klappentext und die Leseprobe haben mich sofort angesprochen: Ein magischer Süßigkeiten-Laden, geführt von einem Fuchsgeist – das klang nach einer liebevollen, cozy Geschichte voller Charme.

Im weiteren Verlauf verlor sich mein anfänglicher Enthusiasmus jedoch. Die Figuren – allen voran Kogetsu, der Fuchsgeist – bleiben recht oberflächlich. Jede weiteren Charaktere von Selbstzweifeln geplagt, landen beim Laden, erhalten eine magische Süßigkeit, die ihr Problem löst, und erkennen anschließend, dass die Kraft zur Veränderung schon in ihnen selbst lag. Eine schöne Idee, aber nach dem dritten Mal wirkt das Muster repetitiv und schlicht.

Der Roman liest sich dadurch eher wie sechs Variationen derselben Geschichte als wie ein facettenreiches Ganzes. Für Leser*innen, die etwas sehr Leichtes, Tröstendes und Hoffnungsvolles suchen, könnte das genau richtig sein – für mich war es jedoch zu einfach gestrickt. Ich hätte mir mehr psychologische Tiefe, philosophische Gedanken und weniger schlichte Lebensweisheiten gewünscht.

Der Schreibstil ist zwar angenehm und flüssig, dennoch hatte ich oft das Gefühl, eher eine Sammlung von Entwürfen als eine durchdrungene, persönliche Erzählung zu lesen. Vielleicht passe ich schlicht nicht in die Zielgruppe. Ich mag Bücher, die zum Nachdenken anregen, Strukturen hinterfragen oder auch einmal provozieren. Einen tiefsinnigeren Unterton hätte ich auch bei cozy Fantasy aus Japan erwartet – provokativ nicht unbedingt, aber zumindest ein bisschen mehr Tiefe.

So bleibt am Ende ein netter, leichter Roman, der in seinem Plot weit mehr verspricht, als er in der Ausführung einlöst. Schade – aus der Grundidee hätte man etwas wirklich Besonderes machen können.

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Veröffentlicht am 20.09.2025

Viel zu entdecken

Das Haus mit der kleinen roten Tür
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„Das Haus mit der kleinen roten Tür“ ist ein zauberhaftes, detailreiches Bilderbuch über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Die Geschichte handelt von Olivia, die eine Maus kennenlernt. ...

„Das Haus mit der kleinen roten Tür“ ist ein zauberhaftes, detailreiches Bilderbuch über Freundschaft, Hilfsbereitschaft und Zusammenhalt. Die Geschichte handelt von Olivia, die eine Maus kennenlernt. Als deren Zuhause zerstört wird, hilft sie dem kleinen Wesen, ein neues Heim zu finden.

Die Illustrationen sind mit viel Liebe gestaltet und laden zum Entdecken ein. Hinter zahlreichen Klappen verbergen sich kleine Details, die Kindern Freude machen und auch beim mehrmaligen Anschauen Neues offenbaren. Der Zeichenstil wirkt handgemalt, ist farbenfroh, aber nie grell oder überladen. Gerade im Vergleich zu vielen modernen Bilderbüchern, die oft mit auffälligen Farben und Reizüberflutung arbeiten, überzeugt dieses Werk durch seine warme und ausgewogene Gestaltung.

Der Text ist bewusst kurzgehalten und eignet sich daher hervorragend zum Vorlesen, auch für Kinder mit kürzerer Aufmerksamkeitsspanne. Kleine sprachliche Feinheiten wie „Der Kamin seufzte, sagte aber nichts“ geben der Geschichte zusätzlich Charme.

Ein kleiner Wermutstropfen: Die Klappen bestehen aus relativ dünnem Papier, sodass sie bei jüngeren Kindern, die noch nicht so vorsichtig mit Büchern umgehen, leicht beschädigt werden könnten.

Insgesamt ist es jedoch ein wundervolles Bilderbuch, das mit seiner Mischung aus liebevollen Bildern, fantasievoller Erzählung und interaktiven Elementen Klein und Groß gleichermaßen begeistert.

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Veröffentlicht am 19.09.2025

Gutes Nachschlagewerk

Der Reizdarm-Doc
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Das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte: Grundlagen zum Darm, das Reizdarmsyndrom und das Smile²-Programm.

Im ersten Teil hat mich besonders die persönliche Leidensgeschichte des Autors angesprochen, ...

Das Buch gliedert sich in drei große Abschnitte: Grundlagen zum Darm, das Reizdarmsyndrom und das Smile²-Programm.

Im ersten Teil hat mich besonders die persönliche Leidensgeschichte des Autors angesprochen, da ich mich darin teilweise wiederfinden konnte – auch wenn meine eigenen Beschwerden erst Anfang 20 begannen. Vor allem die Problematik mit Weizen-Produkten und das Austesten von Auslass-Ernährungen sind mir sehr vertraut. Hilfreich fand ich die anschaulichen Erklärungen zu Verdauungsprozessen und zum Vagusnerv, ebenso die ausführliche Darstellung der Darmbakterien und ihren Funktionen. Neu war für mich der Hinweis, dass auch Rauchen die Darmflora beeinflussen kann. Man spürt deutlich, dass es dem Autor ein Anliegen ist, Betroffenen mit fundiertem Wissen zu helfen. Der Abschnitt ist sehr ausführlich und eignet sich auch zum späteren Nachschlagen.

Der zweite Abschnitt widmet sich dem Reizdarmsyndrom selbst. Hier werden typische Probleme von Betroffenen gut beschrieben, darunter auch die Erfahrung, von Ärzt*innen nicht ernst genommen zu werden. Diese Schilderungen haben mich stark an meine eigene Situation erinnert, in der lange Zeit kaum Untersuchungen durchgeführt wurden. Sehr gelungen sind die Download-Protokolle, die eine strukturierte Dokumentation ermöglichen. Insgesamt wirkt dieser Abschnitt wie das Buch, das ich mir damals gewünscht hätte – informativ, klar und praxisnah.

Der dritte Abschnitt stellt das Smile²-Programm vor. Der ganzheitliche Ansatz ist sinnvoll und verständlich erklärt, bietet jedoch vergleichsweise wenig konkrete Anleitungen für den Alltag. Ein begleitendes 14-Tage-Programm mit Rezepten, weitere Worksheets oder ein auf das Programm zugeschnittenes Tagebuch hätten den Praxistransfer erleichtert. Auch ein Glossar wichtiger Begriffe würde das Buch benutzerfreundlicher machen. So bleibt man am Ende ein Stück weit auf sich gestellt, auch wenn die Inhalte informativ und hilfreich sind.

Fazit:
„Der Reizdarm-Doc“ ist ein fundiertes, gut verständliches Buch, das vor allem in den ersten beiden Abschnitten überzeugt. Es vermittelt sowohl Wissen als auch das Gefühl, mit seinen Beschwerden ernst genommen zu werden. Der dritte Teil liefert wichtige Impulse, hätte aber noch praxisnäher gestaltet werden können. Insgesamt ein empfehlenswertes Werk für alle, die sich tiefer mit dem Thema Reizdarm auseinandersetzen möchten.

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Veröffentlicht am 17.09.2025

Der Wald - Vielschichtiger Kosmos

THE WOODS
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The Woods ist ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk mit atmosphärischen Fotografien von Kilian Schönberger und Texten von Pia Franziska Kraus. Das Buch widmet sich dem Wald als eigenständigem Kosmos und ...

The Woods ist ein beeindruckendes Gemeinschaftswerk mit atmosphärischen Fotografien von Kilian Schönberger und Texten von Pia Franziska Kraus. Das Buch widmet sich dem Wald als eigenständigem Kosmos und beleuchtet seine Bedeutung durch alle Zeiten hinweg – ökologisch, gesellschaftlich und mystisch.

Besonders ins Auge fällt die hochwertige Gestaltung. Das Cover imitiert Holz mit feinen Schnitzmustern und einem Astloch, das sich sogar ertasten lässt. Auch das Inhalts-, Literatur- und Bildverzeichnis sind übersichtlich und laden zum Nachschlagen ein.

Die Texte sind informativ, abwechslungsreich und zugleich leicht verständlich. Hochwertig gedruckte Fotografien sowie Zitate berühmter Persönlichkeiten lockern den Lesefluss auf und geben dem Buch eine besondere Atmosphäre. Für mich persönlich hatte es eine beruhigende Wirkung – eine wohltuende Entschleunigung in unserer schnelllebigen, reizüberfluteten Zeit. Man muss kein Wald-Experte sein, um hier einen Zugang zu finden: sei es über die ästhetischen Fotografien oder die vertiefenden Sachtexte.



Inhaltlich ist das Buch in verschiedene Themenbereiche gegliedert:

- die geschichtliche und mystische Bedeutung des Waldes im gesellschaftlichen Kontext,

- der ökologische Kreislauf mit Schwerpunkt auf Bäume und das Netzwerk des Waldes,

- der Wald als energetischer Raum, ergänzt durch eine kleine „Waldapotheke“, die altes Wissen neu entdecken lässt,

- der Kreislauf der Jahreszeiten und des Lebens – von Entstehen bis Vergehen – und schließlich die Rückbindung an den Menschen als Teil dieser Natur.

So entsteht ein vielschichtiges Gesamtwerk, das den Wald aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und Bewusstsein wie Verbundenheit vertieft.



Kritikpunkte habe ich kaum. Wer jedoch nur schnell Informationen nachschlagen möchte, wird hier nicht fündig – The Woods ist ein Buch zum Verweilen, nicht zum Eilen. Persönlich hätte ich mir noch einen stärkeren Fokus auf die Tierwelt des Waldes gewünscht, mit passenden Fotografien von Eichhörnchen und anderen Waldbewohnern. Vielleicht eine Idee für einen Folgeband.



Fazit:

Ein stimmungsvoll gestaltetes und inhaltlich vielseitiges Buch, das Wissen, Ästhetik und Ruhe verbindet. Ein Werk, das den Wald in all seinen Facetten würdigt und zum Innehalten einlädt.

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Veröffentlicht am 10.09.2025

Wenn Legenden zu neuem Leben erwachen

A Forgery of Fate
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Es ist, als würde man in den Zauber alter Märchen und Legenden eintauchen – und zugleich etwas völlig Neues entdecken. So lässt sich "A Forgery of Fate" beschreiben. Die Geschichte greift vertraute Facetten ...

Es ist, als würde man in den Zauber alter Märchen und Legenden eintauchen – und zugleich etwas völlig Neues entdecken. So lässt sich "A Forgery of Fate" beschreiben. Die Geschichte greift vertraute Facetten legendärer Klassiker auf, wirkt dabei aber niemals fantasielos.

Vermarktet wird sie als eine Art „Die Schöne und das Biest“ mit Drachen. Das trifft einen zentralen Kern, doch unterscheidet sich die Erzählung in einem bedeutenden Punkt: Tru wird von Elang nicht in ein aussichtsloses Ultimatum gezwungen. Weder ihr Vater noch sie selbst werden eingesperrt. Elang wirkt zwar nicht gänzlich freundlich, aber eine Stockholm-Syndrom-Story ist dies nicht – im Gegenteil.

Darüber hinaus verweben sich Elemente aus Die kleine Meerjungfrau, Rumpelstilzchen, Pinocchio, Das Bildnis des Dorian Gray und Der Zauberpinsel. Doch all dies fügt sich stets innovativ und eigenständig zu einem eigenen Märchenuniversum. Neben Drachen begegnet man Nixen, Dämonen und sogar sprechenden Schildkröten – letztere habe ich besonders warmherzig aufgenommen, da ich diese Tiere sehr liebe.

Das Worldbuilding ist detailliert durchdacht, voller Hintergrundgeschichten, und auch die Charaktere sind wunderbar gezeichnet. Tru ist eine junge Frau, die niemals aufgibt, allen Gefahren trotzt und trotzdem eine zweifelnde, gefühlvolle Seite verbirgt. Für ihre Schwestern zeigt sie sich oft stärker, als sie eigentlich ist. Elang wiederum hat eine harte Schale – was man von Anfang an spürt – und gerade deshalb fesselt er sofort. Auch die Nebencharaktere sind farbenreich. Besonders Trus Schwestern und die Dämonin Shani haben mich begeistert.

Einziger kleiner Kritikpunkt: Der Drachenkönig wirkt etwas klischeehaft böse. Doch in diesem märchenhaften Setting passt selbst das stimmig hinein. Der größte Wermutstropfen bleibt daher nur, dass die Geschichte irgendwann endet – weshalb ich sie wohl bald noch einmal lesen „muss“, um erneut in diese Welt einzutauchen.

Fazit:

Wer fantasievolle, bildgewaltige Geschichten liebt und zugleich eine kluge, gut durchdachte Handlung schätzt, sollte unbedingt zu "A Forgery of Fate" greifen. Die Romantik entwickelt sich langsam, nicht toxisch und stets auf Augenhöhe. Respect is key.

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