Profilbild von sommerlese

sommerlese

Lesejury Star
offline

sommerlese ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit sommerlese über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.02.2019

Ein unterhaltsamer Urlaubskrimi im malerischen Piemont

Lago Mortale
0

Mit ihrem Piemont-Krimi "Lago Mortale" startet die Autorin Giulia Conti ihre Krimireihe um Simon Strasser. Der este Band erscheint am 5. 3. 2019 im Atlantik Verlag.


Es ist August am Lago D´Orta und die ...

Mit ihrem Piemont-Krimi "Lago Mortale" startet die Autorin Giulia Conti ihre Krimireihe um Simon Strasser. Der este Band erscheint am 5. 3. 2019 im Atlantik Verlag.


Es ist August am Lago D´Orta und die große Hitze macht allen zu schaffen. Der ehemalige Polizeireporter Simon Strasser entdeckt auf einer Segelyacht die Leiche eines jungen Mannes, der Sohn einer bekannten Fabrikantenfamilie. Das weckt gleich seine Instinkte als Reporter und er macht sich an die Ermittlungen und stößt dabei auf so manch gehütetes Geheimnis.


"Auf der östlichen Seeseite angekommen, fuhren sie in eine andere, glanzvollere Welt. Hochgewachsene Palmen, rosa und blaue Hortensien, Oleander und Magnolien, hier und da säumten Bananen die in sanften Kurven entlang des Sees verlaufende Straße;..." Zitat Seite 49


Simon Strasser lebt als halber Italiener seit 5 Jahren in Italien am Lago d’Orta. Auch wenn er von den Einheimischen immer noch als Deutscher angesehen wird, fühlt er sich in dieser schönen Gegend wohl. Er ist ein introvertierter Typ, und doch würde er gern die Beziehung zu seiner Freundin Luisa in Frankfurt intensivieren.

Als er einen Toten entdeckt siegt seine journalistische Neugier und es gelingt ihm, neben den offiziellen Ermittlungen der Polizei durch Carla Moretti, sich auf eigene Faust daran zu beteiligen. Dabei stösst er auf Widerstand und kommt selbst in Gefahr.

Doch bis es soweit ist, hat man mehr Urlaubsromantik als Krimi vor Augen.

Mir gefällt diese Mischung, denn dieser Krimiauftakt bringt reichlich italienisches Flair mit sich. Der Autorin ist es wunderbar gelungen, die Schönheit der Landschaft, wie das wilde Naturschutzgebiet des Val Grande, den Segelsport auf dem Lago D´Orta und die Ess- und Trinkkultur des Piemont deutlich werden zu lassen. Selbst der rosa Valtoce, der besondere Marmor für die wunderschöne Fassade des Mailänder Doms, wird hier vorgestellt.


Hinzu kommen die eingängig beschriebenen Charaktere Simons und dessen Ziehtochter Nicola, deren Wohngemeinschaft sich gerade neu entwickelt. Außerdem bekommt man Einblicke in die Strukturen von alteingesessenen einflussreichen Familien von Fabrikanten und erlebt Steinmetze bei der Arbeit in den nahe gelegenen Marmorbrüchen. Auch die Stellung der katholischen Kirche spielt eine besondere Rolle in der Handlung, die ich nicht näher kommentieren möchte.


Die Krimihandlung lebt hauptsächlich von reiner Ermittlungsarbeit und man spürt das untrügliche Bauchgefühl von Strasser. Er geht schon einmal unkonventionelle Wege und scheut kein Risiko. Man kann bei diesem Krimi nicht unbedingt von großer Spannung reden, doch das tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Wer cosy-crime liebt, wird hier ein wundervolles Urlaubsparadies entdecken und dazu einen neuen Ermittler.


Die Auflösung des Falles findet nach einem gefährlichen Einsatz Simons dann ein logisches Ende, bei dem auch alle offenen Fragen geklärt werden. Obwohl ich eher erwartet hatte, dass die Polizei die Sache aufklärt, bin ich mit diesem Schluss zufrieden.


Ich freue mich auf weitere Krimis dieser Reihe und sehe besonders den Unterhaltungscharakter mit Urlaubsstimmung als Empfehlung.

Veröffentlicht am 18.02.2019

Dieser Roman hat mich trotz der schönen Sprache nicht berührt.

Eine Schwester in meinem Haus
0

Linda Olssons Roman "Eine Schwester in meinem Haus" erscheint als deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von Kerstin Schöps am 11.02.2019 im btb Verlag.


In einem kleinen Ort an der katalanischen Küste ...

Linda Olssons Roman "Eine Schwester in meinem Haus" erscheint als deutsche Erstausgabe in der Übersetzung von Kerstin Schöps am 11.02.2019 im btb Verlag.


In einem kleinen Ort an der katalanischen Küste lebt Maria zurückgezogen und allein in einem Haus. Sie trauert ihrer großen Liebe nach. Täglich wird sie von ihrer Umgebung daran erinnert, wie glücklich sie hier mit ihrer Liebe war. Als ihre Schwester Emma zu Besuch kommt, zu der sie kaum Kontakt hatte, kann Maria sich nicht richtig freuen. Sie empfindet Emma als Eindringling in ihr Reich. Wird dieser Besuch schmerzhafte Erinnerungen zutage fördern, wenn sie an ihre unglückliche Kindheit denken?



Diese Geschichte wird sehr ruhig erzählt und spielt sich hautsächlich in Gesprächen und Gedanken zweier Schwestern ab. Maria ist eine Frau, die in ihrem Leben viel Leid erfahren hat, aber nicht in der Lage ist, mit anderen Menschen darüber zu sprechen. Sie schließt ihren Kummer in sich ein und lässt niemanden nah an sich heran. Stets hat sie ihre eigene vorgefasste Meinung und hat nicht die Empathie, sich auf ihr Gegenüber einzustellen, geschweige sich für die Person zu interessieren und deren Meinung zu hören. Das hat zur Folge, dass es häufig zu Missverständnissen und falschen Interpretationen Marias kommt. Aber als ihre Schwester Emma sie besucht, fängt sie an, ihre eigene Vergangenheit aufzuarbeiten, langsam bricht ihre harte Schale auf und sie entdeckt, wie sehr sie Emma braucht.



Emma ist die kleine Schwester, die aufopfend bei ihrer Mutter geblieben ist, als eine gemeinsame große Schwester starb. Maria verschwand einfach. Emma hat eine Familie gegründet, konnte das Trauma ihrer Kindheit überwinden. Sie ist auch in der Lage, Maria Zeit zu lassen und die Erlebnisse der Vergangenheit nicht direkt anzusprechen. Sie vermeidet persönliche Fragen und damit lässt sie Maria die Möglichkeit, Gedanken zu wecken und sich allmählich zu öffnen.



Die Sprache gefällt mir gut, sie ist ruhig und einfühlsam und sehr auf die Empfindungen gelenkt. Linda Olsson zaubert mit ihren bildhaft genauen Beschreibungen der Schauplätze, Vorgänge, Gedanken und Stimmungen eine leicht melancholische Atmosphäre herbei. Sie beschreibt die Hoffnungen und Wünsche der Schwestern, lässt sie Blicke in die Vergangenheit werfen, die dem Leser Einsichten in die familiäre Situation erlaubt. Die Schwestern nähern sich langsam wieder an, es entwickelt sich ein neu gewonnenes Vertrauen, indem sie sich über die Vergangenheit, die Todesfälle und ihre verletzten Gefühle austauschen. Die erlittenen Verluste und Schmerzen der Seele werden fühlbar, die Distanz bleibt lange zwischen Emma und Maria bestehen. Immer wieder versucht Emma, Maria die Hand hinzuhalten. Es dauert lange, bis Maria sie ergreift. Diese Entwicklung streckt sich sehr langsam über endlose Gespräche dahin.

Von dieser gefühlvollen Tiefe gesehen, hat mir der Roman gefallen, allein davon kann die Handlung allerdings nicht leben.


Es ist eine Art Erinnerungsroman, bei dem man sich sehr mit den Figuren beschäftigen muss, auch wenn man sie eigentlich nicht unbedingt sympathisch findet. Deshalb kann man schnell die Lust am Lesen verlieren. Hier hat mich ein Hoffnungsschimmer weiterlesen lassen.


Am Ende hat man erfahren, welches Leid den Schwestern auf der Seele brennt. Doch richtig berührt hat mich dieses Buch leider nicht. Das liegt an der schwer zugänglichen Maria, die ich mir nicht als Freundin aussuchen würde und auch an den vielen Meinungen und verletzten Gefühlen, die hier nach und nach ausgesprochen werden müssen.



Am Ende siegt der Mut, sich für das gegenwärtige Leben zu öffnen. Auch wenn Maria sich weiterhin schwer tut, jemanden teilen zu müssen, so lässt sie doch mit Emma eine neue Chance für ihre gemeinsame Beziehung als Familie zu. Sie öffnet sich für ihre Verhältnisse enorm und sie erkennt, dass sie die Vergangenheit ruhen lassen muss, um weiter zu leben.

Gemeinsame Erinnerungen schmerzen, können aber auch zusammen schweißen.



In diesem Familiendrama geht es um Verrat, Trauer und die Hoffnung auf Vergebung. Die scheinbar perfekte Kulisse der schönen Umgebung steht im kompletten Gegensatz zu der unterkühlten Beziehung der Schwestern.




Wer Trauer, Verlust und Beziehungen in Familie und Partnerschaft analysieren möchte, wird in diesen Gedanken des Romans vielleicht aufschlussreiche Erklärungen finden. Für mich gab es einige unzugängliche Szenen, die mich mit ihrer Problematik nicht erreicht haben.

Veröffentlicht am 16.02.2019

Ein solider und sehr unterhaltsamer Krimi

Strandbudenzauber
0

Zum zehnten Mal lässt Autorin Ella Danz ihren fränkischen Kommissar Georg Angermüller in ihrem neuen Krimi "Strandbudenzauber" ermitteln. Die Krimireihe erscheint im Gmeiner Verlag.

Der fränkische Kommissar ...

Zum zehnten Mal lässt Autorin Ella Danz ihren fränkischen Kommissar Georg Angermüller in ihrem neuen Krimi "Strandbudenzauber" ermitteln. Die Krimireihe erscheint im Gmeiner Verlag.

Der fränkische Kommissar Georg Angermüller hat eine berufliche Auszeit genommen, doch schon nach ein paar Wochen Müßiggang macht sich gähnende Langeweile breit. Erfreut nimmt er deshalb das Angebot seiner Freundin Derya an für ihre Freundin Wiebke undercover zu arbeiten. Wiebke führt das gut gehende Restaurant "Die alte Strandbude" direkt am Ostseestrand mit exquisiter Küche. Doch ein Unbekannter stört sich an ihrem Erfolg und sabotiert sie. Angermüller tritt als Kellner auf und will den Bösewicht enttarnen. Als es nebenan beim Italiener einen Mordfall gibt, sieht sich Georg seinen Kollegen vom K1 gegenüber. Eine missliche Situation.

Angermüller möchte er die Sabotagefälle in Wiebkes Restaurant aufklären, sein Kellnerjob ist dafür die beste Tarnung. Er fühlt sich hier an der Lübecker Bucht rundum wohl, Polettes Küche sei Dank und auch Wiebke wird ihm sympathisch. Als ein Mord geschieht, zeigt sich, das Georg mit ganzer Seele Polizist ist und sich trotz Auszeit sofort ans Ermitteln macht.

Bei diesem Krimi sorgt ein unaufgeregter Erzählstil und eine ruhige Handlung für eine entspannte Atmosphäre. Hier stehen mehr die mitmenschlichen Beziehungen und die Sorge um die Angriffe auf die Strandbude im Vordergrund und es geht recht beschaulich und gelassen zu. Verfolgungsjagden und blutige Szenen wird man hier nicht finden. Der Mordfall wird eher zweitrangig geschildert, mehr Aufmerksamkeit bekommen die persönlichen Sorgen und Probleme der Figuren und natürlich die Genusswelt von Polette. Dank der von ihr gezauberten Gerichte wünscht man sich ständig in ihr kleines Restaurant. Auch Georg Angermüller fühlt sich hier wohl und wird kulinarisch gut umsorgt. Da stört es ihn wenig, wenn er ein wenig in der Strandbude" mitarbeiten muss.


Wer gerne kocht, findet am Ende die Rezepte für die leiblichen Genüsse aus der Handlung des Buches zum Nachkochen. Tante Illes Ostseetorte, Geschmorte Ochsenbäckchen und Steirisches Apfelhuhn oder doch lieber Tafelspitz, da hat man die Qual der Wahl.


In diesem Krimi habe ich die unterhaltsame Stimmung genossen, ich fühlte mich mit den Köstlichkeiten in der Strandbude sehr wohl und habe mitgeraten, wer hinter der Sabotage und dem Mord stecken könnte.



Ein solider Krimi, der sich im Mittelteil etwas zieht, aber ansonsten gut unterhalten hat.

Veröffentlicht am 16.02.2019

Es lebe das belegte Brot!

Dick aufgetragen: Neue Ideen für belegte Brote
0

Trine Hahnemann stellt in ihrem Buch "Dick aufgetragen" über 60 Rezepte für Stullen, Schnitten, Sandwiches, Vesperbrot und Pausenbrote vor. Das Buch erscheint im Bassermann Verlag.


Man nehme ein kerniges ...

Trine Hahnemann stellt in ihrem Buch "Dick aufgetragen" über 60 Rezepte für Stullen, Schnitten, Sandwiches, Vesperbrot und Pausenbrote vor. Das Buch erscheint im Bassermann Verlag.


Man nehme ein kerniges Brot, etwas Butter und kröne das Ganze mit einem köstlichen Belag. Das darf auch gern dick aufgetragen sein. Man kann es mit Fleisch, Fisch, Käse, Gemüse oder Gewürzpasten kombinieren, die Auswahl ist groß. Das gute alte Butterbrot hat noch lange nicht ausgedient. Ob als Frühstück oder als kalorienhaltige Mittagsmahlzeit, mit einem Brot wird man nicht nur satt, es ist vor allem so ungemein vielfältig durch die Wahl des Belags.

Auch wenn Kohlenhydrate zur Zeit sehr im Verruf stehen, Brot kommt nicht aus der Mode und ist vom täglichen Esstisch nicht wegzudenken. Dank der vielen verschiedenen Brotsorten, ob mit knuspriger Körnerkruste oder mit saftigem Inhalt, werden Brote nie langweilig.

Trine Hahnemann legt in ihrem Buch ihren Schwerpunkt allerdings nicht so sehr auf die Art des Brotes, sondern auf den Belag. Denn da gibt es so viele Möglichkeiten, die in ihrer Zubereitungszeit und Kalorienzahl variieren oder aber auch mal schlichte Resteverwertung sein können. Sie stellt uns 60 Rezepte vor, die für jeden Geschmack etwas anbieten.

Dieses Buch ist sehr handlich, hübsch und anschaulich bebildert, zu (fast) allen Rezepten gibt es ein Foto. Jedes Rezept beginnt mit einer kurzen Anmerkung der Autorin zu Besonderheiten mit Angabe der Personenzahl, es folgt die Zutatenliste und dann die Erklärung der Zubereitung.

Mit diesem Buch kann man ohne Probleme in der Küche arbeiten.
Auf Kalorienangaben und einer Gesamtzubereitungszeit wird hier verzichtet. Die Zeit kann man sich selbst aus der Zubereitung errechnen.
Der Aufbau der Rezepte erfolgt ohne erkennbare Einordnung der Zutaten. Die "Stullen" werden der Reihe nach ohne Sortierung vorgestellt, dort gibt es herzhaften Belag, kreative Dipps und leckere und raffinierte Kombinationen. Alle hier versammelten "belegten Brote" sorgen für Abwechslung!

Während Eiersalat und Salami noch ganz gewöhnlich klingen, bringen Rote-Bete-Salat und der Mix aus Tomate, Avocado und Hüttenkäse schon etwas mehr Kreativität aufs Brot. Auch fürs Auge! Käse- und Eiervariationen lassen auch Klassiker mal wieder in einem neuen Licht erscheinen.

Brot mit Spiegelei ist eine der schnellsten und immer leckeren Mittagessen. Der gedünstete Spinat sorgt für Vitaminschub. Waldorfsalat ist ein Klassiker, der irgendwie in Vergessenheit geraten ist, doch nicht mit diesem Rezept.

Ich zähle man einige Rezepte auf, damit man einen Eindruck bekommt:

Hüttenkäse mit Gemüse, Hähnchen und Pesto oder Hähnchen mit Minz-Erbsenpüree.

Schinken und Rührei auf dänische Art.

Makrelenpaté und Bratfisch mit Remoulade sind deftig und sättigend.

Hummus und Tomaten passen auch wunderbar auf Brot und sind dazu noch vegetarisch.

Lachs und Krabben sind für mich die Highlights des Buches. Die gehen immer.

Rahmpilze auf Toast, nicht nur im Herbst zur Pilzzeit köstlich.

Schweinebauch mit Äpfeln ist nicht nur eine deftige Sache, es ist auch ein skandinavisches Weihnachtsessen.

Unter der Rubrik: Besonderes für obendrauf stellt die Autorin auch gezuckerte Johannisbeeren und Rhabarberkompott vor. Außerdem einige Varianten von selbst gemachter Mayonnaise, Meerrettichcreme und Senfgemüse.

Ein nach Zutaten geordnetes alphabetisches Register schliesst das Buch ab.


Wenn man diese Rezepte anschaut, erkennt man wie wandlungsfähig Brotbelag sein kann und wie sehr ein Brot ein eigenständiges Gericht darstellt. Es eignet sich für das Büro als Frühstück oder Mittagsmahlzeit, für die Einladung von guten Freunden oder als Partyfood oder zur Vesper. Je nachdem, für welchen Anlass, wieviel Zeit man für die Zubereitung investieren kann oder wie die Geschmacksvorlieben sind, findet man hier vielfältige Möglichkeiten für eine Mahlzeit mit Brot und einem köstlichen Belag. Mit relativ kleinem Aufwand lassen sich so auch Reste aus dem Kühlschrank schnell verarbeiten und aufbrauchen


Diese Kreationen sind nicht alle neu, trotzdem zeigen sie das breite Spektrum des belegten Brotes, ob deftig, pikant, exklusiv und raffiniert bis hin zu ungewöhnlichen Kombinationen. Es lebe das belegte Brot!

Veröffentlicht am 15.02.2019

Wunderschön illustriert und absolut lehrreich

Schau mal, wie es wächst!
0

Das bebilderte Sachbuch "Schau mal, wie es wächst!" von Emilie Vast aus dem Knesebeck Verlag erscheint am 21.2.2019. Die Übersetzung stammt von Sarah Pasquay.


Pflanzen können ganz schön abenteuerlustig ...

Das bebilderte Sachbuch "Schau mal, wie es wächst!" von Emilie Vast aus dem Knesebeck Verlag erscheint am 21.2.2019. Die Übersetzung stammt von Sarah Pasquay.


Pflanzen können ganz schön abenteuerlustig und reisefreudig sein. Dieses detailreich illustrierte Sachbuch zeigt Kindern, wie die Verbreitung verschiedener Pflanzen abläuft. Wenn man beobachtet, wie Pflanzen sich fortpflanzen, entdeckt man die vielfältigsten Möglichkeiten und erkennt, welche raffinierten und unterschiedlichen Methoden in der Natur angewandt werden. Fliegende Löwenzahnblüten kennt jedes Kind als Pusteblume, doch es gibt noch viele andere Möglichkeiten, man muss sie nur entdecken und kennenlernen.


Da ist von hüpfenden, schwimmenden und fliegenden Pflanzen die Rede. Einige Gruppen haben die gleiche Idee. So bedienen sich manche Pflanzen der Schleudermethode, ihre Samen bilden sich in Kapseln, die bei Reife platzen und dann wie bei einer Sprengung weit weggeschleudert werden.
So machen es die Veilchen, der Waldsauerklee und das Große Springkraut.


Wieder andere nutzen die Klettenmethode. Das Labkraut und die Mäuse-Gerste hat an seinen Samen Widerhaken, die an Tieren hängen bleiben und weitergetragen werden. Echte Kletten halt!


Andere Pflanzen wie die Weinrebe, Mistel, Kirsche, Apfel und Elsbeere locken Tiere mit ihren fleischigen Früchten zum Fressen der Samen an. Die unverdauten Kerne oder Steine werden von den Tieren wieder ausgeschieden und so können diese Pflanzen weite Reisen unternehmen.


Wirklich sehr anschaulich und durch die hübschen scherenschnittartigen Bilder mit farbigen Elementen verlockt dieses Sachbuch zum Durchblättern und macht Lernen damit ganz einfach. Einige Vorgänge oder Pflanzenteile wie Kastanien und Eicheln beispielsweise werden Kinder bereits kennen. Dieses Buch weckt das Interesse auch für die anderen Pflanzen und ihre Verbreitung.



Dieses Buch richtet sich an Kinder im Alter von 5 - 7 Jahren und schon allein beim Durchblättern wecken die hübschen Bilder ihr Interesse. Denn beim Anblick von leuchtenden Erdbeeren, glänzenden Kastanien, herrlichen Pusteblumen und wunderschönen Seerosen möchte man doch wissen, welche Kunststücke diese Pflanzen beherrschen.


Denn die Pflanzenwelt hat viele Methoden, sich auszubreiten. Durch die Luft wie mit Pollen und Samen, durch Ausleger wie bei Erdbeerpflanzen, es gibt viele weitere Möglichkeiten, die hier illustrativ und verspielt und sehr übersichtlich vorgestellt werden.


Sachbücher für Kinder müssen optisch ansprechend gestaltet sein, kindgerechte Texte enthalten und durch Bilder lernen lassen. Bei diesem hübschen Buch trifft das alles zu.


Spielerisch und mit stimmungsvollen Texten wird hier Kindern sehr ausdrucksstark Wissen vermittelt und das Interesse für die Pflanzenwelt und ganz allgemein für die Natur geweckt. Nur was man liebt, möchte man entdecken und auch schützen.

Dieses Sachbuch ist ein schöner Ausflug in die Welt der Pflanzen und gleichzeitig absolut lehrreich.