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Veröffentlicht am 03.11.2017

Hier kommt der Zeitgeist, die Atmosphäre und die Hoffnung auf Freiheit gut zum Ausdruck.

Das Schiff der Träume
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Dieser Gesellschaftsroman dreht sich um die junge May Bedloe, die ihren Platz im Leben sucht und dabei ungeahnte Abenteuer erlebt und sich von einer schüchternen grauen Maus zu einer selbstbewussten und ...

Dieser Gesellschaftsroman dreht sich um die junge May Bedloe, die ihren Platz im Leben sucht und dabei ungeahnte Abenteuer erlebt und sich von einer schüchternen grauen Maus zu einer selbstbewussten und mutigen Frau entwickelt.

Nach und nach lernen wir die verschiedenen Charaktere kennen, sehen, wie May von ihrer Cousine Comfort herumkommandiert wird und stossen später mit May auf eine bunte Truppe von Schauspielern und Zauberern auf einem Theaterschiff, die es in dieser Zeit wirklich gab. Es ist die Zeit der Anti-Sklaven-Bewegung, der sogenannten "Abolitionisten" und die Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg. Auch May wird in die Sache der Sklaven-Befreier gezogen und soll Sklaven über den Fluss in die Freiheit retten, was als strafbare Handlung angesehen wird.

Der Roman wird ruhig, aber detailgenau erzählt, doch es wird nicht langweilig. Mays Leben plätschert erst dahin wie das Wasser des Ohio, doch dann nimmt es gewaltige Fahrt auf und endet in einer Katastrophe, die für May den Wendepunkt ihres Lebens darstellt.



Da May Schneiderin ist, bekommt man immer wieder die Garderobe beschrieben und kann sich die Figuren bildhaft deutlich ausstaffiert vorstellen. Vieles muss aus Geldmangel improvisiert werden, auch das Bühnenbild. Man taucht sehr authentisch in die Zeit ein und erlebt das Leben auf dem Theaterschiff, die vielen Stationen am Fluss und die Menschen, die hier auf dem Schiff gute Unterhaltung und Abwechslung suchen.

Mit May hat Martha Conway eine liebenswürdige Protagonistin geschaffen, die man gerne begleitet. Die besondere Atmosphäre liegt in den zeitgeschichtlichen Hintergründen, aber auch an dem Leben auf dem Theaterschiff.

Einfühlsam, detailliert und unterhaltsam ist der Erzählstil und man kann dieses Buch wunderbar an langen Winterabenden geniessen. Auch die Emotionen, die Situationsbeschreibungen und die Not der Sklaven zeigt die Autorin auf eine realistische und anschauliche Weise, die mich mitgenommen hat.


Hier kommt der Zeitgeist, die Atmosphäre und die Hoffnung auf Freiheit gut zum Ausdruck. Ein unterhaltsamer Roman für lange Abende im Winter.

Veröffentlicht am 03.11.2017

Eine charmante Geschichte, ein wunderbarer Schreibstil, dennoch hinterlässt es keinen bleibenden Eindruck!

Das Haus ohne Männer
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Karine Lambert hat einen wunderbaren Erzählstil und dank ihrer schönen Schauplatzbeschreibungen führt sie ihre Leser mitten in unterschiedliche Wohnungen, sie beschreibt lauschige Wohnzimmer, zeigt schöne ...

Karine Lambert hat einen wunderbaren Erzählstil und dank ihrer schönen Schauplatzbeschreibungen führt sie ihre Leser mitten in unterschiedliche Wohnungen, sie beschreibt lauschige Wohnzimmer, zeigt schöne Einrichtungen und sogar ein Pinguinparadies. Den Duft von Bratkartoffeln mit Speck und Heidelbeertarte erlebt man gleichermaßen beim Gang in die Küche und kann eigentlich nicht anders, als sich dort sofort wohl zu fühlen.
Kurz gesagt, der charmante Stil Karine Lamberts ist perfekt und gut und kurzweilig zu lesen.

Ihre Geschichte kreist um die Königin des Hauses, um eine ehemalige Primaballerina, die im obersten Stock residiert. Früher der umschwärmte Star der Tanzszene, eine Verführerin der Männer und heute eine ältere Frau, die sich lieber mit Frauen umgibt als mit Männern. Welches Schicksal hat sie zu diesem Schritt bewogen?

Die anderen Frauen haben sich ihr untergeordnet, auch sie haben entsprechend enttäuschende Erfahrungen gemacht, daher hinterfragen sie die Männerregel auch nicht. Solange jedenfalls, bis Juliette auftaucht. Jung, hübsch und noch an die Liebe glaubend, bringt sie die Frauen dazu, ihr Leben ohne Männer noch einmal zu überdenken.

Dank des charmanten Schreibstils dieses Buch habe ich es gern gelesen und auch die unterschiedlichen Charaktere haben viel Potential und ihre Geschichten berühren mich. Dennoch habe ich während des Lesens immer auf einen entsprechenden Tiefgang hinter dieser Erzählung gewartet. Doch im Großen und Ganzen haben diese Schicksale lediglich unterhaltende Wirkung und Giuseppina, Simone, Rosalie, Juliette und die Eigentümerin "Die Königin" hatten ihre Auftritte und zeigten mir Einblicke in ihr Leben und ihre spezielle Sinn- und Liebessuche, ohne großen Nachklang bei mir zu hinterlassen.



Dieser Roman ist schön zu lesen, er ist unaufgeregt, manchmal traurig, zeigt ein wenig Humor und viele Details über das Liebesleben der Frauen. Der entscheidende Tiefgang hat mir aber gefehlt.

Veröffentlicht am 03.11.2017

ausgezeichnet geschrieben, sehr komplexe und vielschichtige Handlung.

Toteneis
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Dieses ist mein erster Band der 5-teiligen Reihe um Hannah Jakob, Vorbände habe ich noch nicht gelesen und dann stellt sich immer die Frage, ob nicht etwas Vorwissen hilfreich wäre. In diesem Fall kann ...

Dieses ist mein erster Band der 5-teiligen Reihe um Hannah Jakob, Vorbände habe ich noch nicht gelesen und dann stellt sich immer die Frage, ob nicht etwas Vorwissen hilfreich wäre. In diesem Fall kann man das Buch einzeln lesen, ein paar Insiderinformationen über bestimmte Personen wären aber hilfreich gewesen.

Katharina Peters ist die geborene Krimischreiberin. Es liegt ihr einfach im Blut, Spanung aufzubauen, schwierige Sachverhalte ineinander zu verstricken und dann mit Charakteren zu füllen und sie leben zu lassen. Ihr Schreibstil ist sehr kurzweilig, die Geschichte ist hintergründig und sehr komplex.

Toteneis ist ein Thriller mit einem umfangreichen Plot, der sich aus mehreren Handlungssträngen, zahlreichen Ermittlungen und vielen unterschiedlichen Charakteren zusammensetzt.

Dabei gibt es immer wieder spannende Szenen und geschickte Wendungen sorgen für falsche Fährten. Ich wurde durchgehend auf Spannung gehalten, hatte aber meine Probleme, die vielen Personen alle richtig zuordnen zu können. Hier wäre das Vorwissen sicher von Vorteil gewesen, denn die Person des Sven Möller wird hier vorausgesetzt.

Bei den Charakteren hat die Autorin vielschichtige Facetten angelegt, es gibt sympathische, aber auch problembelastete Personen, die Einblick in ihr Privatleben gewähren. Nur so lernt man Personen besser kennen und mir erschienen alle sehr realistisch dargestellt.

Gleichzeitig meldet sich der Täter zu Wort, sein Handeln aus seiner Sicht erklärt zu sehen, weckt Interesse in sein spezielles psychisches Innenleben. Was ihn jedoch persönlich antreibt, ist eine Form von Rache und Schutz bestimmter Personen.

Bei diesem Thriller gefällt mir die komplexe Handlung, die vielen realistisch wirkenden Ermittlungen und wie am Ende alle Handlungsstränge zusammengeführt werden. Hannah ist eine sympathische Person und ihr Hund Kotti ist ein Teil ihrer Person.

Ich hatte aber auch Schwierigkeiten, alle Hintergründe genau zu durchschauen, die Vielschichtigkeit macht mir Verständnisprobleme.



Toteneis ist ein spannender neuer Teil der Reihe, ausgezeichnet geschrieben und mit einer sehr komplexen und vielschichtigen Handlung.

Veröffentlicht am 03.11.2017

Von hinten aufgezäumte, packende Schilderung einer Tragödie

Dann schlaf auch du
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Ein Pariser Ehepaar, beide sind Akademiker, sucht eine Kinderfrau für ihre zwei Kinder. Die Eltern wollen beruflich durchstarten, vertrauen vollends ihrer "Nounou" Louise, denn sie ist die perfekte Perle ...

Ein Pariser Ehepaar, beide sind Akademiker, sucht eine Kinderfrau für ihre zwei Kinder. Die Eltern wollen beruflich durchstarten, vertrauen vollends ihrer "Nounou" Louise, denn sie ist die perfekte Perle im Haushalt und Küche, die ihre Kinder auch noch abgöttisch lieben.



Dieser Roman ist gleichzeitig ein Psychothriller, denn er startet mit dem schrecklichen Ende, mit der Tragödie eines Kindesmordes. Weil die Autorin ihren Roman von hinten aufzäumt, wird dem Leser sofort die dramatische Lage bewusst, aber er weiß nicht, wie es dazu kommen konnte. Also erliegt man dem Buch und liest, um zu erfahren wie das unfassbare Verbrechen geschehen konnte. In diesem Fall wird nicht alles aufgeklärt, es gibt noch offene Fragen, aber die erklären sich auch der Situation der Täterin heraus.


Man gerät in einen Lesesog, man erlebt, wie das Kindermädchen Louise zu einem unverzichtbaren Teil in dieser Familie wird. Man könnte an einen Fels in der Brandung denken, so schmeißt die Nounou den Haushalt, kocht und putzt und erzieht nebenbei die Kinder, damit sich die Eltern beruflich verwirklichen können. Doch in Wahrheit ist sie kein Fels, in ihr rumort etwas, es gärt und beginnt dramatische Folgen anzunehmen.

Die Gründe liegen in ihrer Vergangenheit, Louise gehört zur unteren sozialen Schicht, sie ist ungebildet, bekommt schon früh ein Kind, ihre Ehe ist lieblos und als ihr Mann stirbt, hinterlässt er ihr seine angehäuften Schulden. Louise sucht nach Liebe, möchte ein Teil der neuen Familie sein und ermöglicht ihnen, sich selbst zu verwirklichen.

Nach und nach bekommt man ein Bild vom Leben Louises und des Ehepaares und man sieht mögliche Tatmotive. Daraus zieht der Roman ein unglaubliches Spannungspotential, denn man kann sich nicht vorstellen, wie aus dieser friedfertigen Louise eine Mörderin werden konnte.



Mich hat die Darstellung des gesellschaftlichen Hintergrundes interessiert und mitgenommen. Es geht um die Menschen hinter den funktionierenden Großverdienern und Steuerzahlern der westlichen Länder. Es geht um die chancenlosen Kindermädchen aus armen Ländern der Erde, die für einen geringen Lohn die Kinder der Besserverdienenden hüten. Ist das schon Ausbeutung oder ist das Beschäftigung? Der gesellschaftskritische Unterton ist spürbar, aber nicht direkt anprangernd.



Die Autorin hat einen sachlich, nüchternen Erzählstil, der in einem ruhigen Ton eher beschreibt als erklärt und keine Wertung einfließen lässt. Die fesselnden Charaktere und die unheimliche Atmosphäre sorgen für ein intensives Leseerlebnis.


Dieser Roman bekommt deshalb von mir die vollste Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 03.11.2017

in sehr lesenswertes Buch mit informativem und unterhaltendem Charakter, es gibt Denkanstösse und Vorschläge für ein Leben ohne Müllberge.

Ohne Wenn und Abfall
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Milena Glimbovski hat mit der Gründung eines Supermarkts ohne Einwegverpackungen genau den richtigen Weg eingeschlagen.
Ihr Buch zeigt Wege zur Nachhaltigkeit auf.
Es gibt Tipps zur Müllvermeidung in allen ...

Milena Glimbovski hat mit der Gründung eines Supermarkts ohne Einwegverpackungen genau den richtigen Weg eingeschlagen.
Ihr Buch zeigt Wege zur Nachhaltigkeit auf.
Es gibt Tipps zur Müllvermeidung in allen Lebenslagen und Rezepte für Alltagskosmetik auf natürlicher Grundlage. Jeder verantwortungsbewusste Mensch sollte hier sein Handeln überdenken.

"Was ich weiterhin verpackt kaufe: Kondome, Medikamente und Nachos " Zitat Seite 155

Milena Glimbovski hat mit "Ohne Wenn und Abfall" ihr erstes Buch veröffentlicht. Darin berichtet sie von der Umsetzung ihrer Geschäftsidee, die gleichzeitig auch ihre Konsequenz aus der Vermüllung der Welt bedeutete, von der Gründung des ersten Unverpackt Laden Deutschlands, dem Original Unverpackt in Berlin.

Das Buch ist eine Mischung aus Sachbuch, biografischer Unterhaltung und beispielhaften Anwendungstipps und Denkanstössen für die Verbesserung des Konsumverhaltens am Beispiel der Autorin.

Gelungen ist schon das Vorwort. Wir und unsere Gemütlichkeit sind das Problem für die zunehmende Vermüllung der Welt, denn Verpacktes lässt sich besser transportieren. Jeder kann hier umdenken und seinen eigenen Beitrag leisten, um Müll zu vermeiden.

Der Leser erfährt in den teilweise angerissenen Themenbereichen wie Zero Waste, Einkaufsverhalten, Wohnen, Kosmetik und Minimalismus, welche Alternativen sich für das eigene Verhalten bieten. Welche man dann umsetzen kann, muss jeder für sich selber entscheiden. Manche Dinge sind jedoch gar nicht so schwer und mit dem entscheidenden Willen gut umsetzbar.

Was mir gut gefallen hat, ist die aufrichtige Ehrlichkeit der Autorin. Sie berichtet sehr offen und erfrischend ehrlich aus ihrem Leben und selbst das Thema Sex klammert sie nicht aus. Ihr Erzählstil ist unterhaltsam und auch humorvoll zu lesen.
Die Lektüre sorgt mit Denkanstössen für ein Anfangen mit der Müllvermeidung. Selbst wenn man nur einige Tipps im Alltagsleben umsetzt, wird man das Thema Zero Waste vielleicht nicht vollständig erreichen, aber auch der Weg im veränderten Konsum ist hier schon als Erfolg zu buchen.

Auch wenn das Buch ein wenig wie ein Egotrip Glimbovskis erscheint, kurz die Umwelt retten zu wollen und manche Themen nur angerissen werden, so finde ich doch den Grundgedanken des Müll-Kreuzzuges für unsere Erde sehr wichtig.

Dieses Buch ist ein sehr lesenswertes Buch mit informativem und unterhaltendem Charakter und es gibt einige Denkanstösse für ein Überdenken unseres Konsumverhaltens. Einige Beispiele kann jeder beherzigen und umsetzen.