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Veröffentlicht am 15.10.2024

Die fantastische Kraft der Worte

Die Goldene Schreibmaschine
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Im Oetinger Verlag erscheint das Kinderbuch Die Goldene Schreibmaschine von Carsten Sebastian Henn .

Emilys Eltern arbeiten im Ausland, deshalb lebt Emily bei ihren Großeltern. Oma Rosa arbeitet in der ...

Im Oetinger Verlag erscheint das Kinderbuch Die Goldene Schreibmaschine von Carsten Sebastian Henn .

Emilys Eltern arbeiten im Ausland, deshalb lebt Emily bei ihren Großeltern. Oma Rosa arbeitet in der Anna Amalia Bibliothek, wo Emily gerne ihre Freizeit verbringt und als Bücherwurm viel liest. Eines Tages entdeckt sie ein goldenes Blitzen, es ist ein goldener Füller, mit dem sie durch ein Bild in eine magische Bibliothek treten kann. Dort gibt es eine goldene Schreibmaschine, mit der man existierende Bücher verändern kann, was Auswirkungen auf die Realität hat. Als ihr fieser Lehrer ebenfalls hinter der Schreibmaschine her ist, beginnt ein spannendes Abenteuer.

Was für eine grandiose Idee wäre es, wenn es eine magische Schreibmaschine gäbe, mit der wir das Ende von Büchern verändern könnten. Aber wie schrecklich wäre es, würde sie in die Hände eines Übeltäters fallen, der diese Macht ausnutzt und damit Einfluss nimmt. Genau das geschieht durch die fiese Figur des Lehrers Dr. Dresskau in diesem Kinderbuch, das Carsten Henne als fantasievolle Geschichte erdacht hat.

Die Handlung lässt uns in eine Welt eintauchen, in der die Grenzen zwischen Fantasie und Realität verschwimmen. Emily entwickelt sich von einem unsicheren Mädchen zu einer mutigen Figur und was sie in der Bibliothek erlebt, ist ein spannendes Abenteuer, das Kinder bewegt.

Durch Emily gelangt Lehrer Dresskau an die goldene Schreibmaschine und gewinnt Macht über die Worte und wird Fürst. Als Lehrer hat Carsten Henn diese Figur etwas überdramatisiert, so ein teuflisches Gebahren als Lehrer wäre heutzutage undenkbar. Doch die diabolische Wirkung dieses Bösen in der Geschichte ist deutlich und ihn müssen Emily und ihre Freunde besiegen.

Es geht hier außerdem um Freundschaft, Zusammenhalt und den Mut, füreinander einzustehen.

Die Botschaft hinter der Story ist eindeutig und wird Kindern schnell klar, wer über das Wort regiert gewinnt Macht und Einfluss. Was aber etwas mehr Hintergrundwissen erfordert, sind die Braunhemden im Buch, sie erinnern an die Nazi-Zeit, was für Kinder im Alter von 10 Jahren eher nicht ersichtlich ist.

Eine fantasievoll umgesetzte Buchidee über die Macht der Worte.

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Veröffentlicht am 14.10.2024

Alpenglühen mit Todesfall

Lückenbüßer (Kluftinger-Krimis 13)
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"Lückenbüßer" ist der 13. Band der Kommissar Kluftinger-Reihe von Klüpfel/Kobr, die im Ullstein Verlag erscheint.

Kluftinger leitet als Interims-Polizeipräsident eine Anti-Terrorübung in den Bergen, ...

"Lückenbüßer" ist der 13. Band der Kommissar Kluftinger-Reihe von Klüpfel/Kobr, die im Ullstein Verlag erscheint.

Kluftinger leitet als Interims-Polizeipräsident eine Anti-Terrorübung in den Bergen, die recht chaotisch abläuft, am Ende stirbt ein Polizist. Die Ermittlungen ergeben, dass der Tote ermordet wurde und dem rechten Milieu angehörte. Die Suche nach dem Mörder ist aber nicht das Einzige was Kluftinger gerade beschäftigt, er kandidiert als Lückenfüller für den Gemeinderat. Als sein Erzfeind Langhammer ebenfalls antritt, ist Kluftis Ehrgeiz geweckt. Mit einigen skurrilen Aktionen bringt er sich in den Wahlkampf in Altusried ein.

Auf diesen neuen Fall habe ich mich schon sehr gefreut. Wie man es von der Reihe her kennt, ist die Mordermittlung locker eingebunden in Kluftingers Privat- und Arbeitsleben und dieses Mal spielt seine Teilnahme an der Gemeinderatswahl eine weitere entscheidende Rolle. Er ist nach dem Ausfall eines Kandidaten ist er als Lückenbüßer auf die Wahlliste gesetzt worden, natürlich fühlt er sich geschmeichelt, rechnet sich aber keine großen Chancen aus. Doch als er mitbekommt, dass Doktor Langhammer ebenfalls angetreten ist, sind ihm einige Mittel und Wege recht, um sich in der Wählergunst einen Vorteil zu verschaffen. Die Sache geht in gewisser Weise nach hinten los und die Freundschaft zu Langhammer steht auf dem Spiel.

Der Erzählstil ist gewohnt locker und gut wegzulesen. Mit einigen humorvollen Szenen von Kluftinger im Privaten und im Beruf kann ich das Buch als gute Unterhaltung zu empfehlen. Das Autorenduo sorgt dafür, dass ihre Figuren lebendig und abwechslungsreich agieren und stattet sie mit vielfältigen Eigenschaften aus. Dabei werden die Charakterzüge von Klufti, Langhammer, Erika und den Polizei-Kollegen gut weiter entwickelt und ich hatte meinen Spaß daran, wie Lucy, Richie und Hefele ihr Wissen und ihre Sicht auf die Dinge einbringen. Aber auch Langhammers Wahlsprüche haben mir sehr gut gefallen.

Der Tote verkehrte in einem Kreis von Querdenkern und die Ermittlungen bringen einige Tatverdächtige zutage, deren Motiv aber bis zum Ende nicht ersichtlich ist. Ich rate in solchen Krimis immer gerne mit, doch hier war ein kleines Detail gegen Ende des Krimis nötig, um den Durchblick zu verschaffen. Leider muss ich sagen, dass ich trotz meiner Vorliebe für den schrulligen Kommissar und seine Truppe etwas mehr Spannung erwartet habe. Aber die humorvollen Szenen sind auch nicht zu verachten, besonders über die Tatortbegehung und spontane Pilzsuche habe ich mich amüsiert.

Nachdem die Anti-Terrorübung "Alpenglühen" ziemlich chaotisch ablief, hat Kluftinger unter der Doppelbelastung der Ermittlungen und dem Wahlkampf einigen Stress, am liebsten würde er mit Erika den goldenen Herbst genießen. Doch er stellt sich den Aufgaben und so manchen Wissenslücken und hat mit menschlicher Anteilnahme am Ende auch ein Einsehen mit Langhammer.

Ein solider Krimifall vermischt sich mit schrägen Aktionen und den manchmal recht naiven Ansichten des Kommissars und damit ist für interessante Ermittlungen und eine humorvolle Unterhaltung gesorgt. Für alle Klufti-Freunde ein Muss!

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Veröffentlicht am 12.10.2024

Wohlfühlbuch mit Winterstimmung auf Sylt

Wintertee im kleinen Büchercafé am Meer
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Im Ullstein Verlag erscheint der winterliche Roman Wintertee im kleinen Büchercafé von Julia Rogasch.

Tilda war schon lange nicht mehr auf Sylt, seitdem dort ihr Partner verunglückte. Als ihre Freundin ...

Im Ullstein Verlag erscheint der winterliche Roman Wintertee im kleinen Büchercafé von Julia Rogasch.

Tilda war schon lange nicht mehr auf Sylt, seitdem dort ihr Partner verunglückte. Als ihre Freundin Annilen sie bittet, als Partnerin in ihrem Büchercafé einzusteigen, willigt Tilda für die Wintermonate ein. Sie möchte wieder Bücherluft schnuppern, den Winter auf Sylt erleben und auch Anni unterstützen. Das Café wird gut angenommen und Tilda genießt es, zwischen Bücherstapeln und frisch gebackenen Kuchen wieder neuen Lebensmut zu fassen. Grund dafür sind nicht nur die Bücher und die Wohlfühlstimmung unter gleichgesinnten Bücherfreunden im Café, es gibt einen ganz besonderen Stammkunde namens Oskar, der sich langsam in Tildas Herz schleicht. Und nach langer Zeit liest sich mal wieder einen Liebesroman und tauscht sich mit der Autorin aus.

"Seit ich den Roman lese, bin ich wieder angekommen in der Bücherwelt. Die Geschichte berührt mich dieses Mal noch mehr...Vielleicht auch, weil sie bisher so viele Parallelen zu meinem Leben hat und dabei nach dem Happy End klingt, das ich mir selbst so sehr wünsche." Zitat Seite 159

Im Winter auf Sylt, bei einem Spaziergang am Strand vom kalten Wind durchpusten lassen, das tosende Meer im Blick und warm eingemummelt. Diese Stimmung habe ich beim Lesen immer wieder vor Augen gehabt. Dieser Wohlfühl-Roman lässt sich wunderbar mit einer Tasse Tee genießen und man kann herrlich von einem Winter auf Sylt träumen. Die Geschichte führt mit Emotionen, romantischen Teestunden und schönen Buchszenen in eine Welt voller hyggeliger Momente, die beim Lesen auf den Leser überschwappt.

Wer schon einmal im Winter auf Sylt war, kann sich die Stimmung dort gut vorstellen. Ich habe es genossen, wie Julia Rogasch die winterliche Atmosphäre und das Inselfeeling auf Sylt fühlbar in die Handlung einbaut. Gerne habe ich Tilda begleitet, wie sie inmitten der Bücherregale und den leckeren Kuchen wieder den Weg zurück ins Leben findet und mit ihrer Trauer um ihren verstorbenen Partner abschließen kann. Trotzdem wurde mir Anni sympathischer als Tilda, sie hat unglaublich viel Verständnis mit Tilda, was diese ihr hoch anrechnen muss. Insgesamt wirken die gut geschilderten, unterschiedlichen Figuren recht lebendig, ich konnte sie mir gut vorstellen und hätte mich im Café gerne zu ihnen gesetzt, um mit ihnen über Bücher zu plaudern und dabei Tee und Friesentorte zu genießen.

Tildas gebrochenes Herz heilt durch die Arbeit am Projekt vom Büchercafé und gleichzeitig findet sie dort neue Freunde. Es entwickeln sich zarte Gefühle für Oskar, als sie ihre gemeinsame Vorliebe für Bücher entdeckt. Doch einige Widrigkeiten stellen diese Gefühle auf die Probe, doch die Liebe lässt sich nicht abstellen. Ob diese Liebe Bestand hat oder sie ein gemeinsames Glück finden, müsst ihr selbst lesen.

Durch den Kontakt zu der Autorin des Liebesromans, kommt Tilda zurück in die Welt der Bücher und durch dieses Buch entsteht eine Geschichte in der Geschichte. Das muss man mögen, weil sich dann immer mehrere Geschichten mischen, hier war es gut ausgewogen und hatte auch noch einen Einfluss auf das Büchercafé.


Eine unterhaltsame Geschichte um einen Neustart inmitten von Büchern, Friesentorte und guten Freunden! Für Bücherfreundinnen und Fans von Sylt im Winter ist dieses Wohlfühl-Buch eine schöne Lektüre für den Herbst/Winter. Ich vergebe 3,5 Sterne, die ich gerne aufrunde!

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Veröffentlicht am 09.10.2024

Geschichte der Tierfotografie mit sensationellen Fotos und Hintergründen

Warum wir Tiere fotografieren
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Im Knesebeck Verlag erscheint das Foto-Bildband "Warum wir Tiere fotografieren" von Huw Lewis-Jones mit Fotos bekannter Tierfotograf:innen. Viele dieser Fotografen haben den renommierten Wettbewerb »Wildlife ...

Im Knesebeck Verlag erscheint das Foto-Bildband "Warum wir Tiere fotografieren" von Huw Lewis-Jones mit Fotos bekannter Tierfotograf:innen. Viele dieser Fotografen haben den renommierten Wettbewerb »Wildlife Photographer of the Year« gewonnen.

Wie begann die Tierfotografie und warum fotografieren wir Tiere, was lösen diese Ansichten bei uns aus?

Menschen bilden seit Urzeiten Tiere ab, man denke nur an die Mammuts der Höhlenmalerei. Natürlich entwickelte sich die Technik immer weiter, erst kam die Schwarz-Weiß-Fotografie hinzu und später wurden Filme gedreht. In seiner umfassenden und aufschlussreichen Einleitung erklärt Huw Lewis-Jones die Anfänge der Fotografie und ihre Entwicklung in Wort und Bild. Dazu gehören neben alten Aufnahmen und Bildbeispielen auch technische Details für Fachkundige und Fotobegeisterte, sie verdeutlichen den grandiosen Weg dieser Kunstform.

Nach der Einleitung folgen die Profile der einzelnen Fotografen, sie werden kurz vorgestellt und mit ihren besten Fotos vorgestellt.

Warum beobachten wir Tiere? Wir wollen sie verstehen.

In einer Art Interview befragt Huw Lewis-Jones die führenden 100 Tierfotograf:innen zu ihrer Motivation und Leidenschaft. Die Antworten beschreiben die spezielle Intention und das Anliegen zu ihrem Schaffen, jeder Fotograf hat eigene Vorlieben, Ausdrucksformen und auch Lieblingstiere oder bestimmte Absichten, die Tiere in einem bestimmten Kontext zu zeigen.

Auf interessante Weise werden berühmte Fotograf:innen vorgestellt und ihre Fotos gezeigt, die eine besondere Atmosphäre schaffen und beim Betrachter Emotionen wecken, ihn fasziniert, betroffen, belustigt oder beeindruckt zurück lassen. Die Fotograf:innen nennen ihre Arbeitsmethoden und ihre Beweggründe und was sie an dieser Aufgabe so fasziniert. Dabei wird nicht nur das Tier an sich gezeigt, sondern auch der Lebensraum und die veränderten Bedingungen der Tiere. Ihre Lebensräume schwinden immer mehr, Gletscher schmelzen, Trockenheit sorgt für Tiersterben und die Anpassung der Tiere ist nicht immer erfolgreich.

Dieser Band bietet aufschlussreiche Antworten auf diverse Fragen und zeigt eine Vielzahl an außergewöhnlichen Bildern über die Geschichte der Tierfotografie, wie sich das Verhältnis zwischen Mensch und Tier entwickelt hat und auf welche Weise sich diese Beziehung in den Bildern ausdrückt.

Die tollen Bilder führen den Betrachter in eine Welt, die man so nicht unbedingt wahrnimmt. Die Fotografen liegen oft lange auf der Lauer für ein ganz besonderes Foto. Es sind die besten Fotograf:innen der Welt, die hier im Buch ihre Fotos präsentieren dürfen. Darunter sind Namen wie Tim Flach, Ingo Arndt, Anup Shah, Tim Laman, Britta Jaschinski, Steve Winter und Dina Litovsky.

Ein eindrucksvolle Betrachtung der Geschichte der Tierfotografie, die spannende Einblicke gibt in die Arbeitsweise von Fotograf:innen und die Frage stellt, warum uns Tiere so sehr faszinieren, warum wir sie beobachten und zu verstehen versuchen.

Die beeindruckenden Fotos machen die Schönheit der Tierwelt und der Natur sichtbar und zeigen die Tiere als Individuen mit Gefühlen, Lebensfreude oder mit einem Ausdruck, der darüber nachdenken lässt, ob Tiere die Menschen auch so sehen wie wir sie. Wer diese Bilder betrachtet, bekommt einen Eindruck über die großartige Tierwelt, sieht aber auch unseren falschen Umgang mit den Tieren und der Natur und möchte sie um alles in der Welt schützen.

Ein großartiger Bildband mit den besten Fotos der Tierfotografie, der die den langen Weg der Fotografie sichtbar macht und mit eindrucksvollen Bildbeispielen auch einfach nur beeindruckt und unterhält.

Veröffentlicht am 08.10.2024

Todesfall zwischen Natur- und Umweltschutz

Moorlichter
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Im Emons Verlag erscheint mit "Moorlichter" von Nicola Förg ein weiterer Band der Reihe um Kommissar Weinzierl.

Zur Kitzrettung überfliegen Naturschützer eine Wiese und finden einen Toten, es ist Altbauer ...


Im Emons Verlag erscheint mit "Moorlichter" von Nicola Förg ein weiterer Band der Reihe um Kommissar Weinzierl.

Zur Kitzrettung überfliegen Naturschützer eine Wiese und finden einen Toten, es ist Altbauer Mair, der mit einen Saufänger erstochen wurde. Als unbeliebter Mitbürger und Querulant hatte er einige Feinde, es steht eine umfangreiche Ermittlung an und Kommissar Gerhard Weinzirl und seine Kollegin Evi Straßgütl haben viele Befragungen durchzuführen. Doch sie kommen irgendwie nicht weiter, erst als ihnen ein altes Tagebuch in die Hände fällt, kommen ungeahnte Dinge aus der Vergangenheit ans Licht, die im Dorf lieber verschwiegen wurden.

Wie gewohnt bezieht Nicola Förg in ihrem neuen Fall für Weinzierl ihre Heimat mit ein und zeigt die Menschen mit ihren Schwächen und Stärken. Interessanterweise werden auch wieder eine Reihe von Natur- und Umweltschutz-Themen aufgezeigt, die den Leser über aktuelle Bereiche aufklären und den ländlichen Bezug zur Region herstellen. Der Verlauf der Handlung und die vielschichtigen Figuren sind interessant und hintergründig beschrieben, auch das Ambiente ist durch Landschaftsbeschreibungen und einige Dialoge in Mundart sehr stimmig. Mit dem Dialekt habe ich mich etwas schwer getan, ich hätte mir dazu Fußnoten zur Erklärung gewünscht.

Nicola Förgs Erzählstil führt in lebendiger Weise durch die Handlung, ihre ganz persönliche Note ist der Einbau von Umweltschutz-Themen in ihre Krimis und wie gewohnt hat sie dazu gründlich recherchiert und gibt ihr Wissen aus unterschiedlichen Sichtweisen an ihre Leser weiter. Dabei wird schnell deutlich, wie bei den beteiligten Personen die Interessenkonflikte aufeinander prallen und man dort sicher auch ein Mordmotiv finden könnte. Bei Kitzrettung, Verbissschäden an jungen Bäumen, Biberschutz und gefluteten Wiesen und Äckern gehen häufig die Meinungen auseinander und das sorgt für Zoff zwischen Naturschützern und Landwirten bzw. Jägern, die ihre Ländereien und Wälder schützen wollen. Diese Probleme nehmen einen Großteil der Handlung ein, dessen sollte man sich bewusst sein. Ich schätze solche naturthematischen Exkurse und habe das Buch deshalb auch sehr gern gelesen.

Unter diesem Aspekt habe ich Weinziel und Straßgütl gespannt begleitet und versucht, den Täter aus dem Personengemenge zu ermitteln. Doch Nicola Förg hat noch eine andere Fährte gelegt, indem sie vergangenes Leid in einem Tagebuch verbirgt. Weinzierl versucht hinter das Dickicht aus Tierschutz und Hass auf Bibertöter Mair zu schauen, es gibt aber noch Aspekte, die schwerer wiegen als diese Themen.

Durch die Naturthemen ist dieser Krimi wieder besonders interessant zu lesen, der Mordfall bringt noch menschliche Abgründe mit hinzu und das Ende sorgt für eine Überraschung, mit der ich nicht gerechnet hätte.

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